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Depressionen: Wenn die Seele mit dem Körper leidet

DPAOb Schlaganfall oder nur eine starke Erkältung: Körperliche Krankheiten können eine Depression auslösen. Doch oft bleibt die psychische Störung unerkannt - dabei könnte eine Therapie sogar Leben retten.

http://www.spiegel.de/gesundheit/psy...835355,00.html
  1. #1

    Angst

    Jaja, immer schön ängstlich bleiben. Was heute eher Depressionen und andere psychische Störungen auslöst, ist eher die mediale Angstmacherei, die uns tagtäglich umgibt. Überall lauern Mörder, Vergewaltiger, Betrüger, Krisen, Hartz4, Schläger in der U-Bahn, Gift in Lebensmitteln, Betrug am Geldautomaten, nukleare Katastrophen, Zunamis, Hautkrebs, Strahlen aus dem Telefon usw.
    Ich empfehle wirklich jedem, einmal Fernsehen unter dem Schlagwort "Angst" zu schauen und man wird feststellen, dass 80% des Gesendeten damit zu tun hat. Ob das sogenannte "Ratgeber" sind oder das Vormittagsprogramm bei ARD und ZDF, überall wird vor irgendwas gewarnt. Machen Sie dies nicht, tun Sie jenes nicht, bleiben Sie wachsam. Letztlich geht es auch bei der sonntäglichen, dumpfen Tatort-Routine nur um das Thema. Das gleiche gilt im Übrigen auch für so ziemlich jede Zeitung und jedes Magazin. Positive Meldungen gibt es kaum, außer eine Bärenmutter hat ihr kleines aus irgendeiner Garage gerettet oder Michelle Hunziker ist frisch verliebt.

    Dieses Denken verändert die Psyche, wie Neurologen und Hirnforscher nachgewiesen haben und von ihm lebt eine ganze Industrie. Wofür sind denn all die nutzlosen Ratgeber da, die unsere Buchläden vertopfen? Da machen unqualifizierte Schreiberlinge mit der Angst vor'm Alter, vor dem Alleinsein, vor'm Dickwerden und alle dem anderen Quatsch dicke Kohle. Auch die ganze Esoterik-Mafia scheffelt an dieser Stelle Geld. Gerade der Deutsche scheint doch sehr anfällig dafür zu sein.

    Wie Löwenzahn immer sagte: "Abschalten!".
  2. #2

    @01099:
    Möglicherweise mögen Sie wohlbehütet zuhause sitzen, nen tollen Job haben und den Grossteil der Angst nur aus den Medien kennen, aber es gibt genug Menschen, die tagtäglich im realen Leben durch diverse Umstände mit der Angst konfrontiert sind. Sie brauchen vielleicht nur den Fernseher ausschalten, andere hingegen müssen weitaus mehr tun, um dieser Angst Herr zu werden. Abschalten ist da aber dennoch nicht unbedingt drin.
  3. #3

    Zitat von korox Beitrag anzeigen
    @01099:
    Möglicherweise mögen Sie wohlbehütet zuhause sitzen, nen tollen Job haben und den Grossteil der Angst nur aus den Medien kennen, aber es gibt genug Menschen, die tagtäglich im realen Leben durch diverse Umstände mit der Angst konfrontiert sind. Sie brauchen vielleicht nur den Fernseher ausschalten, andere hingegen müssen weitaus mehr tun, um dieser Angst Herr zu werden. Abschalten ist da aber dennoch nicht unbedingt drin.
    Das ist schon klar und ich wollte eine echte Depression auch keinesfalls relativieren. Ich mache mir nur Gedanken darüber, was wirklich organisch zu dieser Krankheit führt und was die äußeren Faktoren dafür sein könnten.
    Keine Angst, ich kenne dieselbe nicht nur aus den Medien, habe mich aber aufgrund einer zurückliegenden Angststörung mit dem Thema bewusst auseinandergesetzt und überprüft, inwieweit ich meine Ängste steuern kann und welche ich absorbiere, zum Beispiel durch Medienkonsum. Und ich bin dazu gekommen, diese Dinge viel selektiver als früher an mich heranzulassen. Ich habe mir sozusagen eine Art "Medienhygiene" angewöhnt und ich muss sagen, die hilft.
    Allen andern, die mit beginnender Depression zu kämpfen haben, rate ich dringend zum Ernstnehmen der Symptome und zum Mut, sich professionelle Hilfe zu suchen. Wie Krebs keinen Aufschub bei der Bekämpfung duldet, muss auch diese psychische Erkrankung so bald wie möglich therapiert werden.
  4. #4

    Untermieter

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ob Schlaganfall oder nur eine starke Erkältung: Körperliche Krankheiten können eine Depression auslösen. Doch oft bleibt die psychische Störung unerkannt - dabei könnte eine Therapie sogar Leben retten.

    Depressionen können durch körperliche Krankheiten ausgelöst werden - SPIEGEL ONLINE
    Nimmt man den Körper als eine Art Schlachtfeld, wo Böse gegen Gute kämpfen, ich rede von Bakterien, Viren, Pilzen, und Untermietern wie Würmern etc., dann ist es durchaus denkbar, dass wenn der Körper angeschlagen ist, die Bösen sich besser vermehren können. Und ich bin mir inzwischen sicher, dass zumindest ein Teil der Depressionen von einem "bösen Untermieter" ausgelöst wird.
  5. #5

    abschalten

    Zitat von 01099 Beitrag anzeigen
    Jaja, immer schön ängstlich bleiben. Was heute eher Depressionen und andere psychische Störungen auslöst, ist eher die mediale Angstmacherei, die uns tagtäglich umgibt.
    [...]
    Dieses Denken verändert die Psyche, wie Neurologen und Hirnforscher nachgewiesen haben und von ihm lebt eine ganze Industrie. Wofür sind denn all die nutzlosen Ratgeber da, die unsere Buchläden vertopfen?

    Wie Löwenzahn immer sagte: "Abschalten!".
    Hört sich sehr gesund an diese Meinung. Aber die Frage ist: Was war eher da, das Ei oder die Henne? Also: ist ängstliches Denken die Ursache, oder entsteht dieses Denken erst aus einer Situation heraus, die wir als Alltag wahrnehmen und auf die wir kaum einen Einfluss haben? Die man aber praktisch gar nicht mehr ausblenden kann, weil sie für uns Realität ist: Nachrichten, die uns dauernd mit Politik konfrontiert, vor der man als Normalbürger hilflos zu stehen scheint: ökonomische Krisen, humanitäre Katastrophen, ökologische Bedrohung, emotional aufgeputschte Events aus der Sport- und Unterhaltungindustrie, dazu psychologisch raffinierteste Werbung. Es gibt Menschen die das einfach "abschalten" können. Aber das kann nicht jeder. Jeder hat eine andere Haut und bei vielen ist die einfach dünner als bei anderen. Was man natürlich nicht unbedingt verstehen kann wenn man an dem Punkt einfach abschaltet...
  6. #6

    Zitat von schna´sel Beitrag anzeigen
    Hört sich sehr gesund an diese Meinung. Aber die Frage ist: Was war eher da, das Ei oder die Henne? Also: ist ängstliches Denken die Ursache, oder entsteht dieses Denken erst aus einer Situation heraus, die wir als Alltag wahrnehmen und auf die wir kaum einen Einfluss haben? [...]
    Genau. Und wenn ich genau weiß, dass ich ein eher ängstlicher Mensch bin, kann ich ja zumindest versuchen, mich der Angstmacherei in den Medien soweit wie möglich zu entziehen; eben durch Ignorieren. Das soll natürlich nicht heißen, dass man sich nicht über die aktuelle Politik und Weltlage informieren soll! Aber alles eben in Maßen und nicht rund um die Uhr.
    Es nützt nichts, wenn ich mir meinen "Angstrucksack" mit diffuser, mit mir nicht direkt in Zusammenhängen stehender Furcht belade und ich irgendwann von ihm in die Knie zwingen lasse.
    Die besagte "ökonomische Krise" hat ja bisher keinerlei Auswirkungen auf uns und die Folgen sind pure Kaffeesatzleserei und direkt ändern kann der Normalbürger daran eh nichts, also warum sich damit tiefergehend beschäftigen? Genau das gleich gilt für Katastrophen wie Zunamis oder Erdbeben etc. Mitgefühl ist angebracht und erwünscht, aber ein solches Vorkommen auf unser Land zu übertragen, hilft nicht. Dann lieber spenden oder direkt sozial aktiv werden. Solche Ereignisse sind zu diffus, weil sie eben tausende Kilometer entfernt stattfinden und wir nicht wirklich emotional oder objektiv daran beteiligt sein können. Da fängt der Geist dann an, sich seine Vorstellungen zu schaffen.

    Emotionale Events, wie Sie sie hier beschreiben, sind nicht essentiell wichtig für den Menschen und wenn einem das zu tief unter die Haut geht, dann nimmt man einfach nicht daran teil und sucht sich eine entspanntere Form der Unterhaltung. Werbung kann man auch ganz super ausblenden.

    Ich selbst fühle mich z.B. in großen Menschenmengen, am besten noch gepaart mit lauter Musik und anderen Reizen, nicht sonderlich wohl. Das löst zwar keine direkten physischen Symptome aus, aber es ist halt einfach unangenehm, weil ich meine Konzentration lieber gezielt auf einen einzigen Reiz lege.
    Und weil ich das weiß, gehe ich solchen Dingen eher aus dem Weg, schon weil sie nicht wirklich wichtig für mich sind. Waren sie übrigens nie.
    Leider wird das gesellschaftlich heute fast "verlangt" und wenn mein der Typ Mensch ist, der eher in der Ruhe Entspannung findet, wird man gern als Spaßbremse und Einzelgänger bezeichnet.
    Ich halte diese "Entertainment"-Kultur im Übrigen für eine sehr schädliche Entwicklung. Die Menschen lassen sich teilweise überhaupt keine Zeit mehr zum wirklichen Durchatmen, ganz ohne Reize. Immer muss es für die Freizeit irgendeine Disco, ein Vergnügungspark oder ein voller Biergarten sein. Dass die Menschen dann nachts nicht mehr schlafen können, ist für mich absolut verständlich.
  7. #7

    ???

    Ich bin selber betroffen bei mir war das "GEN" in der Familie und glauben Sie mir "Ausschalten" lässt es sich nicht.Der Verstand ist total Klar aber die Angst ist eine andere,stellen Sie sich vor Sie haben den ganzen Tag unkontrollierte Angst es ist nicht so als ob sie Angst vor jemanden haben sondern das "Gefühl" ist einfach da und geht nicht weg dazu kommt noch die Panikattacken die sind der Horror den Sie wissen nicht ob Sie gleich in Ohnmacht fallen.Zu allen diesen Sachen kommt noch dazu das Sie keiner Versteht den man kann sich das nicht vorstellen ohne es selber durchlebt zuhaben.Genau so ist es mit der Depression,sie verlieren ganz langsam den willen für alles irgend wie fährt ihr "CPU" auf Standby alles um Sie herum ist nicht mehr wichtig und sie plagen sich die ganze Zeit mit Gedanken und um sie herum wird alles grau.

    Das grosse Problem das Menschen mit dieser Krankheit haben sind unsere Ärzte bis Sie einen gefunden haben der diese Symptome erkennt (denn Sie selber wissen am Anfang nicht selber was das ist) kann es schon ein paar Jahre dauern und so dreht sich der Teufelskreis... irgend wann mal bekommen Sie grosse Probleme bei der Arbeit und niemand kann ihnen helfen und dann kommt der Spruch "komm reiss dich mal zusammen du musst Positiv denken"...."Positiv Denken"-bei einem Depressiven wie geht das??

    Ich selber kämpfe schon über 11 Jahre mit dieser Krankheit und es ist für mich die Hölle.Wenn Sie an Therapie denken müssen Sie auch daran denken das Sie bis zum 10 Monate Wartezeiten bei einer Psychotherapie haben und wenn Sie dann dran kommen ist es immer noch nicht gewährt das Sie an einen Psychotherapeuten gekommen sind der seine Arbeit versteht....
  8. #8

    Körperliche Krankheiten machen der Seele Platz

    Der Zusammenhang zwischen einer körperlichen Krankheit und dem Auftreten eines seelischen Leidens könnte meiner Meinung nach auch folgendermaßen zu erklären sein: Die körperliche Krankheit zwingt den Patienten dazu, seine Lebensgewohnheiten zu ändern. Eventuell wird er verzichten müssen auf seine gewohnte Ernährung und auf Genussmittel wie Tabak und Alkohol. Der Tagesablauf verändert sich, das Zeitgerüst aus Arbeit, Freizeit, Aufgaben im Haushalt, etc. wird deaktiviert, es entsteht eine Art Vakuum. Die sozialen Kontakte auf der Arbeit, mit Freunden und Familie sind reduziert oder ganz unterbrochen. Liebgewonnene Hobbies und Ablenkungen wie Fernsehen, Spielen, Sport können vielleicht nicht mehr ausgeführt werden. Das ist meiner Meinung nach eine gute Chance für die Seele, das Gemüt die Emotionen, sich mal zu Wort zu melden. Dabei können natürlich auch gute Gefühle hochkommen, man ist leicht gerührt, berührt, dünnhäutig. Aber es können sich auch andere Emotionen melden, Ängste, Verletzungen, Trauer, Wut, die in der nahen Vergangenheit oder sogar noch viel früher, entstanden sind. Die Depression ist dann also nicht direkt eine Folge der körperlichen Erkrankung, sondern die körperliche Erkrankung und die dadurch erzwungene Veränderung der Lebensgewohnheiten hat es erst möglich gemacht, dass sich die in der Tiefe schlummernde Depression melden kann. Sie sagt: Endlich komme ich mal zu Wort, nimm mich ernst, tu was für dich.

    Ist natürlich doppelt belastend, wenn zu den körperlichen Beschwerden auch noch die Depression kommt.
  9. #9

    Zitat von ausengeländer Beitrag anzeigen
    Ich bin selber betroffen bei mir war das "GEN" in der Familie und glauben Sie mir "Ausschalten" lässt es sich nicht.Der Verstand ist total Klar aber die Angst ist eine andere,stellen Sie sich vor Sie haben den ganzen Tag unkontrollierte Angst es ist nicht so als ob sie Angst vor jemanden haben sondern das "Gefühl" ist einfach da und geht nicht weg dazu kommt noch die Panikattacken die sind der Horror den Sie wissen nicht ob Sie gleich in Ohnmacht fallen.Zu allen diesen Sachen kommt noch dazu das Sie keiner Versteht den man kann sich das nicht vorstellen ohne es selber durchlebt zuhaben.Genau so ist es mit der Depression,sie verlieren ganz langsam den willen für alles irgend wie fährt ihr "CPU" auf Standby alles um Sie herum ist nicht mehr wichtig und sie plagen sich die ganze Zeit mit Gedanken und um sie herum wird alles grau.
    [...]
    Ich zitiere mich noch einmal selbst: "[...] ich wollte eine echte Depression auch keinesfalls relativieren.".
    Wenn es familiär, also genetisch veranlagt ist, braucht es wahrscheinlich keinen "Anstoß" von außen.
    Ich versuche eben nur zu ergründen, warum die Fälle scheinbar zunehmen. Liegt es daran, dass die Hemmschwelle für einen Arztbesuch gesunken ist, ergo mehr Diagnosen gestellt werden oder gibt es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen unserer Lebensweise und dem Auftreten von Depressionen. In meinem näheren Umfeld habe ich mehrere Personen, die daran leiden, wobei bei den einen ein traumatisches Erlebnis den Ausschlag zum Auftreten der Krankheit gab und andere wiederum scheinbar völlig grundlos erkrankten.

    Das mit dem Mangel an Therapieplätzen habe ich gelesen und finde diesen Zustand unhaltbar. Scheinbar wird die Depression doch nicht als ernsthafte und lebensbedrohliche Krankheit gesehen und deshalb die Behandlung nicht gefördert. Ich hörte auch davon, dass Ärzte viel zu schnell mit der Medizinkeule um sich schlagen und die wirkliche Psycho(!)-Therapie letztlich ausbleibt. Beides ist sehr problematisch.

    Ich hoffe für Sie ganz sehr, dass Sie einen fähigen Arzt finden, der Sie aus dem "Tal der Tränen" leiten kann. Liebe Grüße!


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