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Depressionen: Wenn die Seele mit dem Körper leidet

DPAOb Schlaganfall oder nur eine starke Erkältung: Körperliche Krankheiten können eine Depression auslösen. Doch oft bleibt die psychische Störung unerkannt - dabei könnte eine Therapie sogar Leben retten.

http://www.spiegel.de/gesundheit/psy...835355,00.html
  1. #10

    forschung

    i.m.h.o. ist "depression" nur ein schwammiger oberbegriff für eine ganze reihe pathologischer phänomene und zustände, die schlicht noch nicht wirklich erforscht sind.
    Dazu gehört die im artikel angeklungene körper-geist-verbindung bei krankheiten ganz allgemein (bsp. placebo-effekte, anfälligkeiten für infektionen bei stress usw.usf., die gesamte psychosomatik) wie eben auch speziell in bezug auf depressionen. Dazu gehört genetik, sozialmedizin, und mit sicherheit auch onthologie und zeitgeist. Im pharmakologischen bereich sieht es genauso duster aus: da wird mit kanonen auf spatzen geschossen, das hirn mit allen möglichen psychotropen substanzen geflutet, in der verzweifelten hoffnung, damit den schwarzen schmetterling auch tatsächlich zu treffen.

    fakt ist: das leid der wirklich betroffenen ist unsagbar. Die sind buchstäblich lieber tot, als sich das noch länger anzutun. di mortalitätsrate ist horrend. Aber in zeiten des zeitgeistes von jung-dynamisch-erfolgreich will man ganz offensichtlich in dieser richtung nicht wirklich forschen, das ist uncool, stellt den zeitgeist zu sehr in frage.
  2. #11

    Zitat von 01099 Beitrag anzeigen
    Jaja, immer schön ängstlich bleiben. Was heute eher Depressionen und andere psychische Störungen auslöst, ist eher die mediale Angstmacherei, die uns tagtäglich umgibt. Überall lauern Mörder, Vergewaltiger, Betrüger, Krisen, Hartz4, Schläger in der U-Bahn, Gift in Lebensmitteln, Betrug am Geldautomaten, nukleare Katastrophen, Zunamis, Hautkrebs, Strahlen aus dem Telefon usw.
    Ich empfehle wirklich jedem, einmal Fernsehen unter dem Schlagwort "Angst" zu schauen und man wird feststellen, dass 80% des Gesendeten damit zu tun hat. Ob das sogenannte "Ratgeber" sind oder das Vormittagsprogramm bei ARD und ZDF, überall wird vor irgendwas gewarnt. Machen Sie dies nicht, tun Sie jenes nicht, bleiben Sie wachsam. Letztlich geht es auch bei der sonntäglichen, dumpfen Tatort-Routine nur um das Thema. Das gleiche gilt im Übrigen auch für so ziemlich jede Zeitung und jedes Magazin. Positive Meldungen gibt es kaum, außer eine Bärenmutter hat ihr kleines aus irgendeiner Garage gerettet oder Michelle Hunziker ist frisch verliebt.

    Dieses Denken verändert die Psyche, wie Neurologen und Hirnforscher nachgewiesen haben und von ihm lebt eine ganze Industrie. Wofür sind denn all die nutzlosen Ratgeber da, die unsere Buchläden vertopfen? Da machen unqualifizierte Schreiberlinge mit der Angst vor'm Alter, vor dem Alleinsein, vor'm Dickwerden und alle dem anderen Quatsch dicke Kohle. Auch die ganze Esoterik-Mafia scheffelt an dieser Stelle Geld. Gerade der Deutsche scheint doch sehr anfällig dafür zu sein.

    Wie Löwenzahn immer sagte: "Abschalten!".
    für die Allgemeinheit sollte es völlig wurscht sein, warum der Einzelne depressiv wird. Sie sollte einfach nur akzeptieren, dass die Ursachen oder Auslöser vielfältig sein können, keiner der Betroffenden zu verurteilen ist und allgemeingültige Ratschläge absurd sind.

    Für den einzelnen ist das Wissen um die Ursache, den Auslöser lebenswichtig. Ist er doch die Grundlage für die geeeignete "Therapie".

    Der Körper kann durchaus eine große Rolle als Auslöser spielen.
    Meine depressiven Phasen steigen regelmäßig bei körperlichen Maleschen an, völlig egal, welcher Art diese sind.
    Aktuell habe ich bemerkt, was für eine Bedeutung Hormone haben können. sowohl körpereigene als auch synthetische, zugeführte.
    Ich hätte es früher nie für möglich gehalten, aber eine bescheuterte Eierstockzyste, durchaus als Hormonschleuder zu bezeichnen, und die zur Bekämpfung eingenommenen synthetischen Hormone haben mich in eine, ich würde mittlerweile durchaussagen, behandlungsbedürftige Depression geführt. Ich weiß durchaus, wovon ich rede, nachdem ich schon eine, durch ein posttraumatisches Belastungssyndrom ausgelöste, Depression überstanden habe.

    Mein Respekt vor dieser Krankheit ist wieder gewachsen!
  3. #12

    ...

    Ich verstehe nicht ganz, warum man nach den Ursachen von Depression suchen muß?

    Erstens kann man doch die Depressiven selbst befragen. Ich denke, die meisten, die depressiv sind, grübeln auch selbst viel über die Ursachen nach und sind daher durchaus in der Lage, ihre Situation, wenn auch nicht zu ändern, dann doch gründlich zu analysieren.

    Und dann ist es doch einfach so...eine Krankheit, egal welche, erinnert einen unmittelbar an zwei Dinge. Daß man vor der Krankheit mal gesund bzw. gesünder war, es einem in der Vergangenheit also besser ging, nur leider kann man die nicht wieder zurück holen, was ziemlich depressiv machen kann. Und dann, daß eine Krankheit, egal welche, immer ein mehr oder weniger deutliches Zeichen für den körperlichen Zerfall ist, an dessen Ende der Tod steht. Wie einen das aufheitern soll, frage ich mich dann doch. Fazit...es ist wohl normal, daß Krankheiten depressiv machen, man sollte sich vielleicht eher um die Leute kümmern, bei denen das nicht der Fall ist, daß sind die, die nicht "normal" sind.
  4. #13

    Der Chef einer der größten deutschen psychatrischen Landeskliniken,

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ob Schlaganfall oder nur eine starke Erkältung: Körperliche Krankheiten können eine Depression auslösen. Doch oft bleibt die psychische Störung unerkannt - dabei könnte eine Therapie sogar Leben retten.

    Depressionen können durch körperliche Krankheiten ausgelöst werden - SPIEGEL ONLINE
    ein Neurologe, hat mir zu meinem Erstaunen mal folgendes gesagt: dass über 70% aller Jugendlichen in der Pubertät nur deshalb so "schwierig" wären, weil sie eigentlich unter einer Depression leiden würden. Nur leider will das niemand wahrhaben. Dabei wäre die Behandlung in über 50% dieser Fälle so unfassbar einfach, wie auch erfolgreich: durch die simple und günstige Einnahme von Johanniskraut-Dragees aus der Apotheke. Die Pharmaindustrie hätte aber wenig Interesse daran, weil sich Johanniskraut nicht patentieren lässt und sie mit Psychopharmaka einfach viel mehr am Leiden von Menschen verdienen würde. Ich bin noch bis heute schockiert von dieser Aussage.
  5. #14

    Zöliakie als Ursache für Depressionen

    hat der Autor da wohl vergessen. Ich hatte zwanzig Jahre lang regelmäßig Suizidgedanken, habe über ein Jahr meines Lebens in irgendwelchen Kliniken verbracht. Kein Arzt ist auf die Idee gekommen auch mal woanders zu suchen. Stattdessen wurde mir von unseren schlauen Medizinern unterstellt ich würde so tun als ob, oder wäre einfach nicht schlau genug, ihre Therapie zu verstehen. Jimmy Wales sei Dank bin ich dann endlich selbst (also ohne ärztliche Hilfe) dahinter gekommen.
    Seit ich meine Ernährung auf glutenfrei umgestellt habe, hatte ich nie wieder Suizidgedanken.
  6. #15

    Jder hat ne Meinung

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ob Schlaganfall oder nur eine starke Erkältung: Körperliche Krankheiten können eine Depression auslösen. Doch oft bleibt die psychische Störung unerkannt - dabei könnte eine Therapie sogar Leben retten.

    Depressionen können durch körperliche Krankheiten ausgelöst werden - SPIEGEL ONLINE
    die Wenigsten ne Ahnung. Migraine war mal ne "Modeerkrankung". Es wurde geglaubt, Migraine sei eine Krankheit, die Frauen haben, wenn sie nicht wollen. Uebrigens ein Zitat meines ehemaligen Chefs. Heute wissen wir, dass das Unsinn ist. Den Depressiven zu fragen warum er/sie depressiv ist, ist ein langer Prozess; er/sie weiss wahrscheinlich nicht einmal, dass er/sie depressiv ist. Am wenigsten Verstaendnis haben Familienmitglieder. Da ist der Kommentar schon eher, man moege sich doch zusammen reissen. Eines Tages beginnen dann die Suizidversuche und wenn der Depressive Glueck hat, vielleicht die Therapie und die Frage nach der Ursache, die manchmal Jahrzehnte zurueck liegt. In der Regel haben die Aengste einen echten Hintergrund, z.B. Missbrauch. Die Suizidrate von Depressiven ist erschreckend hoch. Jeder verdient Ernst genommen zu werden. Leider wird der Depressive wie frueher der Migraenekranke ignoriert und bestenfalls ermahnt sich besser unter Kontrolle zu halten.
  7. #16

    Erkenntnisgewinn

    Zitat von 01099 Beitrag anzeigen
    Ich versuche eben nur zu ergründen, warum die Fälle scheinbar zunehmen. Liegt es daran, dass die Hemmschwelle für einen Arztbesuch gesunken ist, ergo mehr Diagnosen gestellt werden oder gibt es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen unserer Lebensweise und dem Auftreten von Depressionen.
    Ihre Ergründungen in allen Ehren, aber so simpel ist es nicht. Ich bin selber Betroffener, genetisch, durch Erfahrungen erworben wie auch durch chronische Krankheiten bedingt und kann ihnen versichern, dass die Angstmacherei der Medien keinen Einfluss darauf hat. Im Gegenteil, ein Kernpunkt der Depression ist es, sich ohnehin nicht mehr wirklich als Teil der Gesellschaft zu fühlen, man lebt quasi in einer düsteren Parallelwelt, zu der kein anderer Mensch zutritt hat.
    Was an ihrer Theorie stimmen mag ist die Tatsache, dass man als Depressiver auch gerne zur Schwarzmalerei neigt, dazu taugen gewisse Medienmeldungen durchaus, sie sind quasi eine Bestätigung für das negative Selbst- aber auch Weltbild. Mehr aber auch nicht.
    Auf die Lenkungsfunktion, die das öffentliche Benutzen von Angst hat, reagiert man nicht mehr.

    Sie sprachen an, dass ihnen größere Menschenmengen Probleme bereiten, das ist völlig normal. Menschen schütten naturbedingt Streßhormone aus, wenn die Gruppe, in der sie sich aufhalten, größer als 30-35 Personen ist. Als historisch interessierter Mensch vermute ich, dass es dagegen seit Jahrtausenden ein Gegenmittel gibt, es ist der Alkohol, der dort nur allzugerne konsumiert wird.

    Warum die Zahl der an Depression erkrankten zunimmt kann ich ihnen durchaus plausibel erklären. Unsere Lebensumstände verändern sich in Höchstgeschwindigkeit, wir müssen uns ständig neu anpassen und wer da, auch häufig krankheitsbedingt, nicht rein passt, bekommt das heute sofort, auch von außen, zu spüren. Zudem sind soziale Kontakte deutlich in Schieflage geraten, ein flexibilisierter Arbeitsmarkt trägt dazu ähnlich bei wie soziale Netzwerke im Internet. Jemand kann auf Facebook hunderte Freunde haben, die Zahl derer, denen er kein Schauspiel zur Selbstdarstellung vorführt, vorführen muss, mit denen er sich täglich treffen kann, mit denen er über alles reden kann, die ihm auch mal auf die Schulter klopfen und sagen, dass es schön ist ihn zu sehen, können verschwindend gering, bis gar nicht mehr vorhanden sein.
    Natürlich, das finde ich löblich, erkennt die Schulmedizin inzwischen auch das Problem und nimmt sich ihm an. Ich bin selber unzähligen Ärzten in meinem bisherigen Leben begegnet, denen es völlig egal war, welche Folgen meine chronifizierten Krankheiten auf meine Lebensumstände haben werden. "Damit müssen sie leben lernen", war der lockere Spruch dazu. Erst wenn die Depression Oberhand gewinnt, erkennt man, dass man damit alleine kaum zurecht kommt und in einen Irrgarten mit Abwärtsspirale geraten kann.

    Den Artikel finde ich im übrigen durchaus interessant, auch wenn er wenig auf andere Krankheiten eingeht. Einen gravierenden Fehler habe ich trotzdem entdeckt. Unter "Was können Betroffene tun" steht doch tatsächlich: "Zudem sollte man sich Aufgaben suchen, die zu bewältigen sind und Negatives umgehen."
    Sollte derartiges Vermeidungsverhalten wirklich ein Weg aus der Depression sein? Mein Therapeut würde das gewiss nicht akzeptieren, im Gegenteil, Konfrontation mit negativen Erlebnissen ist ein Mittel der Verhaltenstherapie. Ansonsten wäre das ein Freibrief für jeden Erkrankten, sich zu Hause einzuigeln.
  8. #17

    normal

    pubertierende begehren auf; das war so, ist so und wird hoffentlich auch immer so bleiben.
  9. #18

    für unabhängige Forschung

    Zitat von autocrator Beitrag anzeigen
    i.m.h.o. ist "depression" nur ein schwammiger oberbegriff für eine ganze reihe pathologischer phänomene und zustände, die schlicht noch nicht wirklich erforscht sind.......................
    Aber in zeiten des zeitgeistes von jung-dynamisch-erfolgreich will man ganz offensichtlich in dieser richtung nicht wirklich forschen, das ist uncool, stellt den zeitgeist zu sehr in frage.
    Das hat mit dem Zeitgeist weniger zu tun als mit denjenigen, die die Forschung bezahlen. An der Uni in Boston wurde vor zehn Jahren über 90% der Forschung von der Pharma-Industrie gesponsert/bezahlt und es ging dabei nur um Medikamente, keine Ursachenforschung, sondern nur um Symptombeseitigung mithilfe von Medikamenten. Das ist heute keinesfalls besser. Die wäre ja auch blöde, wenn sie so etwas finanzieren würden, da würden die Menschen einfach gesund und würden ihre Medikamente nicht mehr kaufen.
  10. #19

    Johanniskraut-Dragees

    Ähm, naja. Ich habe in meiner Pubertät auch unter Depressionenen gelitten. Ich will jetzt nicht die Aussage ihres Neurologen in Frage ziehen, mag sein, dass diese Prozentzahlen stimmen. Es würde mich aber doch sehr überraschen. Denn eine Depression ist eine wirklich schwere Krankheit und diese Johanniskraut-Lutscher... naja, ich habe sie damals genommen (selbst finanziert) und es hat sich nicht der geringste Unterschied eingestellt. Ich halte die Dinger seitdem für Esoterik-Scharlatanerie, aber vielleicht gibt es ja wirklich Menschen, denensie helfen.


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