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Depression und Traumabewältigung: Die dunkle Seite der Psychotherapie

CorbisViele Menschen vertrauen auf die heilende Kraft einer Psychotherapie - etwa bei Depressionen, Angst und Traumabewältigung. Dass sie wirkt, zeigen Studien seit vielen Jahren. Doch erst langsam wird erforscht, dass die Methode auch erhebliche Risiken haben kann.

http://www.spiegel.de/gesundheit/psy...-a-869344.html
  1. #1

    Erhebliche Nebenwirkungen von Psychopharmaka

    Wer einmal mitbekommen hat wie Menschen in der Psychiatrie dahinsichen und kaum menschliche Unterstützung bekommen,den wird der Artikel wohl eher erschrecken.Die furchbaren Langzeitfolgen von Psychopharmaka werden nach wie vor weitgehend ignoriert und ich erinnere mich nicht daran einen Artikel im SPON gelesen zu haben der sich damit auseinandersetzt.
    Abgesehen von schweren körperlichen Folgen,sind die psychischen Folgen wie emotionale Verarmung und Vereinsamung beträchtlich.Ich sehe diesen SPON-Artikel in einer Kontinuiträt in der einseitig über Erfolge von Psychopharmaka berichtet wird,wie z.B. kürzlich in dem Artikel zum Thema ADHS.Dieser Artikel geht dabei noch einen Schritt weiter indem er die Nachteile der ohnehin schon vernachlässigten Psychotherapie herauststellt.Gibt es solche?Sicherlich.Ich würde mir allerdings wünschen das der Spiegel ausführlich über die Ursachen seelischer Erkrankungen,die schwerpunktmässig in der Kindheit zu finden sind,ausfürhrlich berichtet und so zu sinnvoller Prävention beiträgt.
    Dazu kommt das es psychotherapeutische Methoden gibt die den Körper mit einbeziehen und sehr viel efektiver sind als die die bisher zur Anwendung kommen.Z.B. Bioenergetik,zu der der Neurobiologe Gerald Hüther sich bereits positiv geäussert hat.
    Gerade die im Artikel angesprochene Verhaltenstherapie erscheint mir zurecht als fragwürdig,den sie führt nur zur Symptomverschiebung.
    Es besteht also viel Aufklärungsbedarf.Leider geht der SPON Artikel in vieler Hinsicht daran vorbei.
  2. #2

    Nebenwirkung von ausschließlich evidenzbasierter Psychotherapie?

    Dass PT erhebliche Auswirkungen auf das Selbstempfinden und die Beziehungsgestaltung hat, ist ein altbekanntes Phänomen. Mir scheint, dass die Fantasie der chirurgisch genauen PT, die nur beseitigt, was als störend empfunden wird, hier entlarvt wird. Der Evidenzwahn der rein materialistischen Medizin führt eher zu einer Technisierung der PT, als zu einer Vermenschlichung - dass dies auf Kosten der Beziehungsqualität geht, erscheint mir nicht verwunderlich.
  3. #3

    Errare Freudiaum est

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Viele Menschen vertrauen auf die heilende Kraft einer Psychotherapie - etwa bei Depressionen, Angst und Traumabewältigung. Dass sie wirkt, zeigen Studien seit vielen Jahren. Doch erst langsam wird erforscht, dass die Methode auch erhebliche Risiken haben kann.

    Psychotherapie hat kaum bekannte Risiken und Nebenwirkungen - SPIEGEL ONLINE
    Aber Hallo

    Leute, die weiter lesen als was in der Uni-Bib zu finden ist treffen auf A. Miller, S. Ferenczi, K.M. Masson etc. und sehen was im Psychosektor abgeht … wie in der Medizin … es geht nicht um den Patienten, sondern immer und vorherrschend um das Thema: GELD verdienen.
    Kein Mediziner will gesunde Menschen, keine Pharmaindustrie auch nicht …*und die klassischen Therapeuten wollen auch keine genesenen Patienten …
    Wenn man die Gesellschaft nicht umkrempelt, wird man nie auf einen "gesunden" Zweig kommen …*wir immer mißbraucht, verboten, gemauschelt, verdient …

    Den alten Freud aufs göttliche Podium stellen macht ihn unangreifbar und die ganze Schlosse an Profs, Drs etc. muss sich nicht mehr anstrengen sondern immer nur nachbeten …*das haben die bei den "Gläubigen" gelernt … wer brav betet kommt in den Himmel und verdient am besten …

    Leider ist das so und eine wirkliche kritische Berichterstattung in der es um INHALTE geht wird auch nicht betrieben auch hier im SPON nicht - warum auch …*ist ja viel zu anstrengend und zu riskant …

    wo wird sich einfach nichts ändern …

    nur wenn die "Kranken" zu denen gehen, die wirklich helfen wollen und können, die aber nichts von der KK bekommen, weil die es richtig machenudn sich nicht kaufen lassen … und individuell auf die Persönlichkeiten eingehen im Ggs. zu den Abrechnern nach irgend einer Honorar Ordnung …

    slow-house.de
    ja genau da …
  4. #4

    Nicht immer der Therapeut schuld

    Solange die erste Antwort seitens des Vertreters eines Fachverbandes ist, die Verantwortung von sich weg zu schieben, hat die Psychotherapie noch einen langen Weg vor sich in Sachen Fehlerkultur!
  5. #5

    Fehlanzeige

    Leider wurde nicht darauf hingewiesen, dass nicht jeder mögliche Patient therapierbar ist.
  6. #6

    Das wurde auch mal Zeit...

    ...dass dieses Thema von diesem Blickwinkel beleuchtet wird!
    Tja...da quält man sich ewig rum, bis überhaupt einmal Depressionen diagnostiziert wird. Der Hausarzt hat es nicht gemerkt, Bekannte und Freunde unterstellen einem, man wolle sich mit seiner Rumnörgelei nur wichtig machen, sich vor der Arbeit drücken oder man sei halt einfach zu sensibel für diese böse Welt...
    Dann findet man nach wochen- bis monatelanger Suche einen geeigneten Therapeuten, der geradezu die Alarmglocke schlägt - 'Sie hätten schon viel früher kommen sollen, sie haben starke Depressionen, vermutlich schon seit Jahren'...
    Und da geht der 'Spaß' erst los! In der Klinik: Mehrere Selbtmordankündigen von Mitpatienten jeden Tag, äußerst gedrückte Stimmung, das Gefühl, dass die ganze Welt nur noch spinnt. Ambulant: das alte Freudsche Problem: Was immer einem im Leben oder gar am Therapeuten (Gott bewahre!) nicht passt, ist nur ein ach so verdrängtes Problem in einem selbst. Medikamente: achja, die Pharmaindustrie. Manche Medikamente wirken, manchen nicht, man ist Versuchskaninchen, bis mal etwas anschlägt. Richtig gut geht es einem mit dem Medikament selten. Es hilft etwas, aber nicht umsonst stehen als Nebenwirkungen im Beipackzettel nicht selten genau die Symptome, die man bekämpfen wollte!!!
    Psychische Probleme sind in den letzten Jahren mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt, aber angesichts der langwierigen, teuren und häufig erfolgsarmen Behandlung steht man als Betroffener da wie ein Krebspatient vor den Zeiten der Chemotherapie oder ein HIV-Infizierter zu der Zeit, als man noch glaubte, er hätte sich durch Tröpfcheninfektion angesteckt.
    Therapien können etwas bringen, Therapeuten sind wichtig, aber der Beginn einer Therapie ist häufig zu spät, die Therapieform manchmal unangemessen bis ineffektiv, und in der Zwischenzeit verliert man die Kraft, noch das 'normale' Leben zu meistern. Wir haben gesellschaftlich noch SEHR viel vor uns, was das Umgehen mit Depressionen & Co. angeht. Kein Wunder, dass viele das Reden darüber noch immer meiden wie der Teufel das Weihwasser.
  7. #7

    optional

    Soweit, wo interressant.
    Über die Risiken und Nebenwirkungen einer Psychotherapie hat Prof Michael Märtens von der Uni Frankfurt das erste deutschsprachige Buch geschrieben. Er hat auch bei der Entwicklung des "Beipackzettels" in Österreich geholfen. Auch er betont, wie wichtig die Therapeuten-Patienten Beziehung ist.
    Problem ist nur, wie so oft die Realität. Wer akut Hilfe braucht, wird kaum Zeit und Energie haben, sich bis zu dem Therapeuten vor zu arbeiten, der für ihn oder sie am besten geeigent ist. Wir brauchen mehr psychologische Beratungsstellen in Deutschland, die die Patienten vorsortieren und ihnen bei der Auswahl des Therapeuten helfen. Das spart lange Suchzeiten, spart vergeudete Zeiten für falsche Therapieformen und bietet die Möglichkeit einer umfassenden Aufklärung über Risiken und Nebenwirkungen.
    Was soll ein Mensch mitten in einer Depression, einem Angstschub o.ä. mit einem Beipackzettel? Mit nach hause nehmen für eine weitergehende Information?
    Die ganze Diskussion zielt ja durchaus auf etwas vernünftiges ab, aber die Methoden, mit denen das versucht wird in die Realität umzusetzen, sind mir etwas zu theoretisch.
  8. #8

    "Weiter-so",um jeden Preis

    Zitat von efka Beitrag anzeigen
    Aber Hallo

    Leute, die weiter lesen als was in der Uni-Bib zu finden ist treffen auf A. Miller, S. Ferenczi, K.M. Masson etc. und sehen was im Psychosektor abgeht … wie in der Medizin … es geht nicht um den Patienten, sondern immer und vorherrschend um das Thema: GELD verdienen.
    Kein ....…
    Freud war der erste der die Bedeutung des Unbewussten erkannt hat.Seitdem sind die Erkenntnisse weiter fortgeschritten und sie weisen unter anderem auf Alice Miller hin,deren Erkenntnisse nicht nur weiter gehen als die von Freud,sondern diesen auch in Frage stellen.Die Psyche des Menschen ist nicht durch Libidotheorie oder Todestrieb zu erklären und frühkindliche Traumatisierung ist vor allem auf einen Mangel an Zuwendung und Verständnis zurückzuführen.Hier liegt vieles im argen,wird verdrängt und versucht aus dem Bewusstsein zu halten.Gerade darin zeigt sich das was Psychoanalytiker als Neurose bezeichen:Im nicht-wahrhaben-wollen selelischer Konflikte und deren symptomatischen ausagieren.In dieser Kontinuität steht auch die Anwendung von Psychopharmaka,die den Verdrängungsprozess intakt hält,oder da wo zusammengebrochen neu erichtet.So bleiben Menschen in der Selbsttäuschung gefangen,die vor allem auch ein gesellschaftliches Phänomen ist.Die daraus resutierende Destruktivität und das damit verbundene Elend bleiben so ungesehen und es gilt ein "weiter so wie bisher".In dieser Tradition steht auch vieles was in der Psychotherapie geschieht und was häufig die Verdrängungsmechanismen unterstützt und den Patienten so in seiner Selbsttäuschung gefangen hält.Im gesellschaftlichen Sinn bedeutet dies ein "weiter-funktionieren" in der gewünschten Richtung, wobei übersehen wird das dieses funktionieren bereits Teil des Leidens ist.
    Wenn dies nicht möglich ist,wird der Mensch mittles Psychopharmaka ruhig gestellt,damit er so zumindest keine Behinderung für die Anderen wird.
    So wäre der psychisch Kranke auch eine Möglichkeit sich gesellschaftlicher Probleme bewusst zu werden.Eine Chance die ein weiteres Mal vertan wird.
  9. #9

    Den richtigen Therapeuten finden? Fast unmöglich!

    Ja, die Beziehung von Patient und Therapeut ist bei weitem das Wichtigste für eine erfolgreiche Behandlung. Doch bei Wartezeiten für ein Erstgespräch von mehr als SECHS MONATEN ist es schwierig bis unmöglich, mal eben solange zu suchen, bis man den passenden Therapeuten gefunden hat. Gerade bei akuten Krankheitsverläufen sind solche Wartezeiten absolut inakzeptabel. Und nach vielen vergeblichen Anrufen bei Therapeuten um überhaupt irgendwo auf ein Warteliste zu kommen, hat gerade ein Patient mit psychischen Erkrankungen kaum die Kraft, mehr als einen auszuprobieren. Und wenn einem dann noch Krankenkasse, Arbeitgeber und Familie im Nacken sitzen, die es zwar meistens wohlmeinend sind, aber die Gefühlswelt des Erkrankten kaum nachvollziehen können, dann wird es fast unmöglich sich wirklich auf die Suche zu begeben. Da nimmt man, was kommt und hofft das Beste.








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