Forum: Blogs
Denkmal der Architekturmoderne: Drama um die weiße Villa
Die Nazis verfehmen*es als "entartet", Axel Springer will*es abreißen lassen. Erst 1985 erkennt eine Galeristin den kulturhistorischen Wert des Landhaus Michaelsen in Hamburg. Eine Ausstellung zeigt die spannende Geschichte des ersten Gebäudes der "Neuen Sachlichkeit" in Deutschland.
http://www.spiegel.de/kultur/gesells...762871,00.html
- #1 17.05.2011 09:00 von
Etwas zu sachlich
Die neue Sachlichkeit war eine Gegenbewegung zum verspielten Jugendstil mit seinen Stuck-Ornamenten. Doch wie das mit Gegenbewegungen eben so ist: Das Pendel schlägt dann oft zu weit in die andere Richtung. Ich jedenfalls möchte nicht in einem Haus leben, das eher an ein Fabrikgebäude erinnert, als an ein Wohnhaus. Geht die Sachlichkeit nicht etwas wohnlicher?
- #2 17.05.2011 09:05 von
Hmm - ja - tolles Haus...
...könnte man sagen, sähe heute nicht alles so aus.
Nein wirklich, dieser ganze 'Neue-Sachlichkeits'-Mist hat sich wie eine Seuche durch das ganze Baugeschehen gefressen.
In der Folge haben nicht nur die Archikten die Kunst des originellen Entwurfs (und oft auch das Zeichnen) verlernt; auch die Tischler, Maurer, Maler usw. sind nicht mehr länger Handwerker, sondern Fließbandarbeiter ohne Fließband.
Auch ist mit der Einführung des strengen Stils jede Leichtigkeit aus den Köpfen der Planer verschwunden. Keine Linie darf mehr dem Zufall folgen; jeder Bogen muß genau definiert und erklärt werden, jeder Farbtupfer steht schon mal von vornherein unter Kitschverdacht.
Was den Stil betrifft: gäbe es da nicht dieses etwas untypische langgezogene Walmdach, hätte ich gesagt: das haben die da wohl gerade hingeklotzt.
So sehr ähnelt dieser Stil seinen Ursprüngen von vor annähernd 100 Jahren.
Kaum Veränderung.
Das ist ebenfalls kein Kompliment! - #3 17.05.2011 09:06 von
das erste Gebäude der "Neuen Sachlichkeit" in Deutschland
Warum werden in Spon immer Hamburger Themen so hoch gejubelt? das erste Gebäude der "Neuen Sachlichkeit" in Deutschland ist wohl etwas übertrieben um hier ein interressantes Hamburger Haus in die Zeilen zu bringen. Dann schreibt doch gleich lieber über Dessau aber dann müßte mann ja auch mal dort hin fahren - in die Zone.
Demnächst wird bestimmt auch noch einen Hamburger Schrebergarten als ersten Wellnesstempel in Deutschland endeckt. Ich freue mich schon. - #4 17.05.2011 09:13 von
Das war knapp
Die Geschichte dieses Hauses, die ganz knapp gut ausgegangen ist, zeigt, dass das Banausentum leider nicht mit den Nazis untergegangen ist. Wird es wohl auch nie.
Da haben weder Springer noch die Stadt Hamburg sich mit Ruhm bekleckert. Das Gegenteil ist der Fall.
Ein Glück, dass es noch Leute mit viel Geld gibt, die keine Banausen sind. - #5 17.05.2011 09:33 von
das erste Gebäude der "Neuen Sachlichkeit" in Deutschland ?
Warum werden in Spon immer Hamburger Themen so hoch gejubelt? das erste Gebäude der "Neuen Sachlichkeit" in Deutschland ist wohl etwas übertrieben um hier ein interessantes Hamburger Haus in die Zeilen zu bringen. Dann schreibt doch gleich lieber über Dessau aber dann müsste man ja auch mal dort hin fahren - in die Zone.
Demnächst wird bestimmt auch noch einen Hamburger Schrebergarten als ersten Wellnesstempel in Deutschland entdeckt. Ich freue mich schon. - #6 17.05.2011 09:53 von
.
Sieht aus wie eine Mischung aus Krankenhaus und Bochum.
- #7 17.05.2011 09:56 von
- #8 17.05.2011 10:48 von Ronno
Betonklotzsachlichkeit?
Das ist ja interessant: jedesmal, wenn Bauhaus, Gropius & Co. erwähnt werden, fallen alle ehrfürchtig auf die Knie. Doch wenn ich hier so einige Forumsbeiträge lese bin ich ja offensichtlich nicht der einzige, der diesen potthässlichen, seelenlosen Betonklötzen a la Bauhaus absolut nichts abgewinnen kann!
Nennt mich Kunstbanause, aber Geschmack ist ja nunmal subjektiv.
Das im Artikel beschriebene Gebäude fällt IMHO nicht nicht (ganz) darunter. Nur der fremdkörperartige, kantige Turm wird mit seinem Flachdach dem Dachdecker wohl alle paar Jahre viel Freude bereiten (no, wo leckt's denn heute durch?) - #9 17.05.2011 13:14 von
Hier könnte Ihre Werbung stehen
Das Bißchen Stuck ziehen und Profile fräsen schaffen heutige Handwerker schon auch noch.
Das Zeug konnte man übrigens auch vor 100 Jahren schon aus dem Katalog ordern. Oder glauben Sie ernsthaft, es wären monatelang heldenhafte Stuckateure an den Fenstern der Gründerzeitbauten gestanden und hätten Simse gespachtelt?
Man wohnt übrigens sehr angenehm in derart ausgefallenen Behausungen. Jedenfalls um Längen besser als in den Bausatzhäusern der Neuzeit oder den seelenlosen Klötzen der 60er Jahre.
Die aktuellen Top-Themen
Antworten / Zitieren


