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Denken statt Rechnen: Die Wahrheit über Mathe

Viele Menschen verwechseln Mathematik mit Rechnen, doch das Hantieren mit Zahlen und Formeln*macht nur einen kleinen Teil des Fachs aus. Mathematik bedeutet vor allem kreatives Denken. Es ist ein großes Abenteuer für den Kopf - von dem wir in der Schule oft nur wenig mitbekommen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...807016,00.html
  1. #90

    The last tabu.

    Zitat von Svenner80 Beitrag anzeigen
    Ich sehe das auch so. Der Unterschied zwischen mathematisch und künstlerisch begabten Kindern ist doch frappierend....Umgekehrt bei Mathe / Naturwissenschaften: Da entschuldigt man sich dafür, dass man es gut kann, dass man ein Interesse hat, dass man tiefere Dinge sieht und versteht....Warum muss sich die Mathematik dafür entschuldigen? Nur weil ein paar Kunstfuzzis zu prasslig sind, sie zu kapieren?.
    Nein, weil mathematische Begabung ein Synonym für Intelligenz ist. Und man muss sich deshalb dafür "entschuldigen", weil man mit seiner Fähigkeit zum logisch-abstrakten Denken sein Gegegnüber, das, wenn es denn nicht so gut "rechnen" kann wie man selbst, quasi "erniedrigt" und "demütigt". Die Intelligenz ist in unserer Leistungsgesellschaft der eigentliche wahre Reichtum eines Menschen, um den ein jeder einem beneidet und oftmals auch hasst, denn die Intelligenz ist es, die maßgeblich für den sozialen Rang, für das Lebens(und Liebes-)glück und für den materiellen Wohlstand verantwortlich ist. Mit der Intelligenz geht es in der westlichen Kultur um den Kern der menschlichen Lebensexistenz. In der Standesgesellschaft war das damalig, -sozial gesehen- noch nicht so maßgeblich wichtig, aber in unserer Leistungsgesellschaft, die mit der französischen Revolution ihren Anfang nahm, sehr wohl schon. Die Intelligenz ist daher das letzte Tabu, das man nicht ansprechen darf. Siehe Sarrazin. Man kann alles und jedes sein, nur nicht unintelligent. Man kann sich als Homosexueller outen, nur nicht als Dummkopf. Dann ist man erledigt. Beichten sie ihren funcky friends doch mal testweise, dass sie nur ein Abgangszeugnis der Hauptschule haben und anschließend werden sie dann ernüchternd erleben, wie der Allmächtige für sie die Spreu und den Weizen wie das rote Meer säuberlich trennt. Möglicherweise werden sie darauffolgend gar sehr, sehr einsam werden, aber das ist dann eh schnurz, denn das waren sie daher vom Prinzip her nämlich auch schon vorher.
  2. #91

    Wissenschaft für Dummies

    Zitat von Vorzeichen Beitrag anzeigen
    Gerade das genannte Beispiel trägt wenig dazu bei, die Aussage des Artikels zu untermauern.
    Zwar kann man schön darstellen, wie unter Verwendung einer implizit in der Aufgabenstellung enthaltenen Information (der Symmetrie) der Beweis abgekürzt und auf Arithmetik verzichtet werden kann, aber es handelt sich dabei um elementargeometrischen Schulstoff der 5. Klasse.
    Richtig. Und, wenn der Spiegel so etwas als "die Wahrheit über Mathe" verkauft, ist das Desinformation. Auf diesem Niveau bewegt sich nicht dur der Wissenschaftsteil.
  3. #92

    Was denn nun?

    [QUOTE=verbalallergiker;9504313]Ich gehöre zu den Leuten, die weder der abstrakten Mathematik, noch dem "konkreten" Sport etwas abgewinnen können. Ich bin eher in der Geisteswissenschaft angesiedelt, das ist mein Interesse. Andere Leute wollen eben anderes.

    Geisteswissenschaften aber nicht Mathematik, also Labern?
  4. #93

    ............

    Zitat von Apologet Beitrag anzeigen
    Es gibt ohne Mathematik keine Schönheit.
    Blumen und Natur generell sind pure Mathematik.
    Der Auftritt eines ....
    Beispiel: der Goldene Schnitt
  5. #94

    Hmm...

    [QUOTE=hansheinzhorsthans;9505602]
    Zitat von verbalallergiker Beitrag anzeigen
    Ich gehöre zu den Leuten, die weder der abstrakten Mathematik, noch dem "konkreten" Sport etwas abgewinnen können. Ich bin eher in der Geisteswissenschaft angesiedelt, das ist mein Interesse. Andere Leute wollen eben anderes.

    Geisteswissenschaften aber nicht Mathematik, also Labern?
    Unter "labern" verstehe ich unsachliche, inhaltsleere Anspielungen.
  6. #95

    Pedanten

    Zitat von etherbaron Beitrag anzeigen
    Die notwendigen und auch begrüßenswerten Bemühungen, Mathematik aus der "Nerd" Ecke herauszuholen, indem man die Bedeutung von kreativem Denken für dieses Fach (Stichwort: Mandelbrot-Menge) hervorhebt, sind angebracht wie verständlich.

    Zur Klärung der geringen Popularität der Mutter der Naturwissenschaften trägt dies jedoch nicht bei.
    Die ablehnende Haltung vieler Menschen gegenüber der Mathematik liegt sicherlich in der Syntax des Fachs begründet, dem Handwerkszeug. Diese verlangt bei Mathematik naturgemäß eine Neigung zum Pedantismus. Denn würden sich die unbestreitbare künstlerische Ästhetik einer mathematischen Formel und die eines Gemäldes oder eines geschriebenen Satzes tatsächlich analog verhalten, dann resultierte ein falscher Pinselstrich, ein Rechtschreibfehler in der Vermittlung von unverständlichem Rauschen.
    ..Zustimmung..
    wer zum falschen Zeitpunkt einen extremen Vertreter der Kategorie "pedantischer Mathematiker" getroffen hat, dem konnte der Gedanke kommen, nicht auch so wie dieser zu werden.
    Ich mußte zu Beginn meines Informatik-Studiums ins Mathegebäude und traf dort nette Menschen, die geniale Mathematiker, aber lausige Kollegen waren.
    Wenn man dann den Artikel über Grigori Perelman gelesen hat, der einen Millionen-Dollar-Preis für seine Arbeit ausgeschlagen hat und weiterhin in Russland bei seiner Mutter in einem Loch gewohnt hat, spätestens dann mußte man sich fragen, ob man die Mathematik lieber nur als Hobby betreiben sollte, um einigermaßen normal zu bleiben. (Perelman- Poincare-Vermutung etc.)
  7. #96

    Hilfs-

    Zitat von verbalallergiker Beitrag anzeigen
    Mathe ist auch für mich als Hilfswissenschaft stellenweise nötig.
    Dieser Satz ergibt ungefähr soviel Sinn wie die Aussage, ich würde beim Verfassen meiner Beiträhe Germanistik und Linguistik als Hilfswissenschaften benötigen. Drücken Sie es doch aus wie es ist: Sie haben einige Technken gelernt und wenden die an. Hobbybastler machen das auch, dadurch wird das Handwerk aber nicht gleich zu einem Hilfsmittel.

    Wer war zuerst da? Der Wissenschaftler, der die Technik (die sich im besten Falle Bahn bricht und das Leben revolutioniert) erfindet oder der Theoretiker, der das Umfeld (welches sich im besten Falle Bahn in die Wirklichkeit bricht und z.B. den Scheiterhaufen für die "Hexenwerker" abschafft) entwirft?
    Ich nehme den Wissenschaftler, der das Umfeld entwirft. Der kommt in Ihrer sehr unvollständigen Aufzählung nicht vor.
  8. #97

    Prioritäten setzen

    Zitat von c182q Beitrag anzeigen
    Wenn man dann den Artikel über Grigori Perelman gelesen hat, der einen Millionen-Dollar-Preis für seine Arbeit ausgeschlagen hat und weiterhin in Russland bei seiner Mutter in einem Loch gewohnt hat, spätestens dann mußte man sich fragen, ob man die Mathematik lieber nur als Hobby betreiben sollte, um einigermaßen normal zu bleiben. (Perelman- Poincare-Vermutung etc.)
    Geld ist ihm nicht wichtig.
  9. #98

    Okay

    Zitat von Vorzeichen Beitrag anzeigen
    Dieser Satz ergibt ungefähr soviel Sinn wie die Aussage, ich würde beim Verfassen meiner Beiträhe Germanistik und Linguistik als Hilfswissenschaften benötigen. Drücken Sie es doch aus wie es ist: Sie haben einige Technken gelernt und wenden die an. Hobbybastler machen das auch, dadurch wird das Handwerk aber nicht gleich zu einem Hilfsmittel.



    Ich nehme den Wissenschaftler, der das Umfeld entwirft. Der kommt in Ihrer sehr unvollständigen Aufzählung nicht vor.

    Zu 1. reine Definitionsfrage. Für mich klärt mathematik einen Teilbereich ohne den die große Fragestellung ggf. nicht umfassend beantwortet werden kann. Und (in diesem Sinne) ja, wenn Sie sich nicht der Germanistik oder Linguistik "behelfen" würden, könnten Sie wohl nicht das sagen, was Sie sagen wollen.

    Zu 2. Der kommt doch vor (der Theoretiker!).
  10. #99

    Ach nö

    Zitat von Apologet Beitrag anzeigen
    Es gibt ohne Mathematik keine Schönheit.
    Das ist Teil der Mythologisierung, von der ich oben sprach. Ohne Mathematik keine Schönheit? Haben Sie meine Frau mal gesehen?

    Blumen und Natur generell sind pure Mathematik.
    Ja doch. Natur generell ist aber auch Physik, Chemie, Biologie, Geologie, Archäologie ... plus Psychologie - denn Schönheit entsteht erst in ihrem Kopf.

    Ein umwerfender Song oder ein Musikstück - Mathematik.
    Meinen Sie mp3?

    Wer Mathe ablehnt, lehnt die Natur ab, die Technik, die Kommunikation, Ästhetik, ...
    Was soll das?

    Ach - was strenge ich mich an? Ignoranten werden es nie verstehen.
    Ich verstehe Sie. Es gab Momente in meinem Leben, da haben mich Beweise wegen ihrer Schönheit zu Tränen gerührt; und es ist kaum zu vermitteln, wie schön und befriedigend es ist, nach wochenlanger Grübelei endlich den Baustein gefunden zu haben, der die lange vermutete Aussage zeigt.

    Man sollte dabei aber einen kühlen Kopf behalten. Im Matherausch kann es ja mal vorkommen, dass man überall tiefste mathematische Zusammenhänge erkennt, das würde ich aber eher mit erhöhter Synapsentätigkeit erklären.

    Nehmen Sie die Physik, die man noch am ehesten pauschal als (Teilgebiet der) Mathematik bezeichnen könnte - und schon hier stimmt die Gleichsetzung nicht. Historisch sowieso nicht, weil die moderne Mathematik ein Kind der klassischen Mechanik ist. Aber nehmen Sie doch einfach mal die Wellengleichung. Während ich mich mit der Frage beschäftige, in welchem Raum die Lösung liegt, schränkt der Physiker die Menge der Lösungen für seine Bedürfnisse hinreichend genau ein und arbeitet damit.

    Das eine ist nicht besser oder wichtiger als das andere, es sind einfach nur völlig verschiedene Aufgabenstellungen.

    Mathematik ist eine Erleuchtung.
    Okay, zumindest eine wahre Aussage erhält Ihr Beitrag.








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