Zitat von
tim_struppi
Bei aller berechtigten Kritik an Wulff und der Notwendigkeit seines Rücktrittes, so wird es doch langsam eklig und lächerlich, wie unsere "Leitmedien" versuchen, einen Bundespräsidenten durch anhaltende Berichterstattung und das Aufbauschen jeder kleinen Äußerung zu dem Thema zu einer großen Meldung zu demontieren.
Der Euro ist in der Krise, die arabische Welt "brennt" und im Iran deutet sich der nächste Konfliktherd an. Hinzu kommen diverse Probleme im Inland (Energiewende, soziale Gerechtigkeit etc.) und unsere führenden Medien mit ihrem ach so hohen journalistischen Anspruch und unsere Oppositionsparteien debattieren nun schon seit vier Wochen, was Wulff wann und wie gesagt hat, welche Krawatte er dabei getragen hat, wie er seine Hände hielt, wer die Kleider seiner Frau bezahlt hat, ob man bei Freunden kostenlos übernachten darf oder das bezahlt und quittiert werden muss, ob ein Bundespräsident einem "Journalisten" die Meinung sagen darf oder ob das ein unzulässiger Angriff auf die Pressefreiheit ist und so weiter und so fort.
Und jetzt werden sogar hunderte Schuh-Demonstranten zur Top-Meldung. Sind das wirklich unsere drängendsten Probleme?
Die Medien und vor allem der Spiegel entzaubern sich selbst immer mehr. Früher dachte ich mal, dass der Spiegel wirklich qualitativ hochwertigen Journalismus mit Augenmaß betreibt. Inzwischen bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass der Spiegel auch nur ein Abbild der Bild-Zeitung ist, lediglich auf einem etwas höheren sprachlichen Niveau.