Sehr interessanter Artikel! Aber die ersten uns bekannten Tiere, die einen Ziergarten anlegen, sind keine Vögel, sondern wir selbst.
AP/ Conservation Int./ Bruce BeehlerMenschen verschenken Rosen, Laubenvögel dekorieren ihr Heim mit bunten Früchten, die sie gar nicht fressen. Forscher haben in der Nähe ihrer auffälligen Bauten besonders viele solcher Pflanzen entdeckt. Laubenvögel sind demnach nicht nur Baumeister, sondern auch Gärtner.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/n...829365,00.html
Sehr interessanter Artikel! Aber die ersten uns bekannten Tiere, die einen Ziergarten anlegen, sind keine Vögel, sondern wir selbst.
Ich glaube, es zeugt von einem falschen Arten- und Evolutionsverständnis, wenn man sich fragt, ob die Vögel die Pflanzen absichtlich anpflanzen oder die Früchte hinlegen, um die Weibchen zu beeindrucken. Weder noch ist der Fall. Sie legen die Früchte hin, weil ihr Instinkt ihnen das sagt. Sie verfolgen damit weiter keinen Zweck. Da das Platzieren der Früchte aber Weibchen anlockt, paaren sie sich häufiger. Und so setzt sich ein Verhalten, welchem keinerlei zielgerichtete Motivation zugrunde liegt, durch die zahlreicheren Nachkommen durch.
(So betreiben Lebewesen ja auch nicht Geschlechtsverkehr, um sich fortzupflanzen, sondern weil ihr Bedürfnis sie dazu treibt.)
Das stimmt ja so auch nicht. Es gibt diesen Trieb ausschließlich, damit die Lebewesen sich fortpflanzen. Wenn es den Trieb nicht gäbe, würde sich ein Lebewesen nicht fortpflanzen (außer der Mensch).
Bis heute (so die Kirche) dient das ausschließlich der Fortpflanzung und nicht etwa dem Spaß!
Also wenn wir schon Haare spalten, dann aber bitte richtig!
Die Individuen einer bestimmten Art und auch "die Natur an sich" verfolgen mit diesem Trieb genauso wenig irgendeinen Zweck, wie unser Planet beim Kreisen um die Sonne einen Zweck verfolgt. Es gibt diesen Trieb einzig und allein, weil nur Individuen, denen er eigen ist, ihre Erbanlagen weitergeben können, welche eben wiederum diesen Trieb mit sich bringen. Das ist völlig zweckfrei.
Natürlich läßt sich das sprachlich zu einer (mehr oder weniger umgekehrten) Kausalbeziehung vereinfachen. Das wird auch regelmäßig gemacht, und ich finde das durchaus legitim. Doch wenn man anderen ankreidet, daß sie das tun, sollte man darauf achten, das nicht selbst auch zu tun.
Was die Aussage "Wir glauben nicht, dass Laubenvögel die Pflanzen absichtlich anpflanzen" betrifft, bin ich mit Sven84 einer Meinung. Die einzige Interpretation von "absichtlich", die in diesem Falle zutreffen könnte, wäre "geplant, mit Vorsatz". Planung und Vorsatz allerdings haben sich bisher ja nur bei sehr wenigen Arten nachweisen lassen. Unter den Vögeln betrifft das m.W. nur einige Rabenvögel.
Im Februar 2012 lief auf Arte eine Dokumentation: Fazinierende Wildniss, aber auch in anderen Berichten über die Vogelwelt wurde über die Dekorations "Künste" unser geflügelten Freunde sehr genau berichtet. Einfach mal etwas mehr über Evolutionsbiologie lesen und diese wunderschönen Arbeiten erklären sich wie von selbst. Ratsam ist dabei jeglichen Aberglauben an einen oder mehrere Götter abzulegen und das Gehirn frei von unnötig vorgeschalteten Filtern zumachen.