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Debatte zum Schultrojaner: Länder*finden Aufregung übertrieben

Wie bedenklich wird die Schnüffelsoftware der Schulbuchverlage? Gar nicht,*versprechen Niedersachens Kultusminister Bernd Althusmann und seine Ressortkollegen. Die Lehrer empört das Misstrauen trotzdem, der Philologenverband fordert von den Ländern, den Vertrag zu kündigen.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/0...795449,00.html
  1. #1

    Dicker Hund

    Der Schulträger soll für die Verlage die Arbeit machen?
    Womöglich muss der Schulträger die Software auch noch kaufen, um dann herauszufinden das x Kopien zuviel auf den Rechnern sind? Um in Anschluss für die zuviel gezogenen Kopien auch noch zu bezahlen?
    Naja, dass die Länder die Aufregung mal wieder übertrieben finden wundert wohl kaum.

    Die Verlage sollen ihre Drecksarbeit gefälligst selbst erledigen und bezahlen. Denen entgehen Lizenzgebühren? Durch die Verträge mit den Schulträgern haben die Verlage doch sowieso schon eine Lizenz zum Geld drucken.
    Aber die Zeiten, wo Geiz geil war, sind vorbei. Der neue Slogan heisst jetzt "Gier ist geil".
  2. #2

    Bedenklich sind die arbeitsrechtlichen Folgen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wie bedenklich wird die Schnüffelsoftware der Schulbuchverlage? Gar nicht,*versprechen Niedersachens Kultusminister Bernd Althusmann und seine Ressortkollegen. Die Lehrer empört das Misstrauen trotzdem, der Philologenverband fordert von den Ländern, den Vertrag zu kündigen.

    http://www.spiegel.de/schulspiegel/0...795449,00.html
    Lehrer betreuen die Schulserver meist nebenbei in der Freizeit. Sollen dann aber arbeitsrechtlich verantwortlich sein.

    Ich würde als Lehrer SOFORT jede Serverbetreuung einstellen, mich dann dazu anweisen lassen, auf die Mängel in der Softwarelösung hinweisen und mir das schriftlich geben lassen.

    Allein die Schulportale, oft landeszentral angelegt, sind ein einziger Datengau. Viele Übungsaufgaben sind sowohl von Verlagen als auch von den Urhebern eingestellt und dort gehostet. Wessen Urheberrecht gilt denn nun und das soll dann die Englischlehrerin Liesl Müller, nicht gerade EDV affin, nachweisen.

    Ein juristisches Desaster.

    Wer Regeln wie in der Wirtschaft zur Sicherheit will, muss dann auch dafür zahlen wie in der Wirtschaft.

    Nix mehr mit "beteuen Sie mal den Server Hr. Müller, sie können das ja wohl". Ich würde mich weigern.
  3. #3

    .

    Die Schulen dürfen nur für einen bestimmten vom Gesetzgeber festgelegten Betrag Schulbücher erwerben. Wo jetzt den Verlagen bei einer Kopie Schaden entsteht, ist nicht nachvollziehbar. Mehr Geld können sie nicht vom Staat und von den Eltern bekommen.

    Leider gibt es mittlerweile monopolartige Strukturen bei den Schulbuchanbietern. Allerdings gibt es auch eine Gegenmacht der Pädagogen. Die sollte genutzt werden. Als politischer Partner bieten sich die an, die die Position der Lehrer unterstützen. Da sollten die Parteien endlich Farbe bekennen und nicht solche Blabla-Positionen beziehen. Eindeutig positioniert haben sich wohl nur die Piraten.
  4. #4

    Lehrer

    Zitat von jocurt Beitrag anzeigen
    Lehrer betreuen die Schulserver meist nebenbei in der Freizeit...

    Wer Regeln wie in der Wirtschaft zur Sicherheit will, muss dann auch dafür zahlen wie in der Wirtschaft.
    Ich nehme mal an, dass Sie auch Beamter sind und widerkauen, was Ihre Vertreter Ihnen immer vorkauen.

    Fakt ist: Nicht jeder, der in der "Wirtschaft" arbeitet, bekommt automatisch mehr Geld als ein Lehrer. Der IT-Mann, den wir eingestellt haben, bekommt weniger und hat sich gegenüber seiner alten Firma sogar noch verbessert.

    Und nicht alles, was Lehrer ausserhalb ihres Unterrichts machen, tun sie in ihrer Freizeit.
  5. #5

    Gemeinfreie Gegenbewegung

    Ich denke, dass die Schultrojaner-Debatte auch dazu führen wird, dass die Entwicklung von Unterrichtsmaterialien unter (gemein)freier Lizenz (z.B. Creative Commons; Kopieren willkommen) zunehmen wird.

    "Geistiges Eigentum" (oder besser: Monopolrechte auf Immaterialgüter) an Schulbüchern ist eh etwas merkwürdig. Ob mathematische Formeln, chemische Daten, fremdsprachliche Vokabeln - der Kerninhalt ist in der Regel ohnehin seit langem öffentlich. Allenfalls für die Präsentation kann vielleicht "Schöpfungshöhe" geltend gemacht werden.

    Wenn in einer hoffentlich nicht allzufernen Zukunft überhaupt noch holzbasierte Schulbücher gebraucht werden, können diese von Lehrerverbänden auf Basis o.a. gemeinfreier Unterrichtsmaterialien zusammengestellt werden; Druck und Bindung werden dann als Auftragsfertigung ausgeschrieben, woran sich die Schulbuchverlage beteiligen können. Der günstigste Bieter erhält den Zuschlag, aber keine Monopolrechte am Inhalt.

    Als Präzedenzfall verweise ich auf das gemeinfreie Liederbuch "Kinder wollen singen", das von den Musikpiraten e.V. produziert, in einer Auflage von über 50000 Stück gedruckt, und an Kindergärten in ganz Deutschland verschenkt worden ist - als Reaktion auf ähnliche Monopolrechtsansprüche der VG Musikedition, vertreten durch die GEMA.
  6. #6

    .

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wie bedenklich wird die Schnüffelsoftware der Schulbuchverlage? Gar nicht,*versprechen Niedersachens Kultusminister Bernd Althusmann und seine Ressortkollegen. Die Lehrer empört das Misstrauen trotzdem, der Philologenverband fordert von den Ländern, den Vertrag zu kündigen.......
    Was mich an diesem Trojaner besonders stört, ist der Nebeneffekt, unsere Freiheit wird systematisch eingeschränkt und ausgehöhlt.

    Erst der Bundestrojaner, dann der Schultrojaner, was kommt dann? Der Frühstückstrojaner um zu kontrollieren, ob Kinder ohne Frühstück aus dem Haus gehen? Wann endet das? Bei der Kontrolle, ob der Bürger seinen ehelichen Pflichten nachkommt, auch hier geht es um Bevölkerungswichte Fragen.

    Wo hört das auf, müssen wir die Anzahl der Blätter Toilettenpapier auch automatisch übermitteln lasen?

    Mir langt der Datenhunger des Staates und das Ausforschen per Trojaner ist ein staatlich zugelassener Eingriff in mein Privatleben, welches der Staat verhindern müsste.

    MfG. Rainer
  7. #7

    Aus vielen Kommentaren ist ja ein

    merkwürdiges Rechtsverständnis abzuleiten:

    Genauso wie die Radarüberwachung auf den den Straßen nur Gesetzesübertreter erwischt, die sich nicht an Geschwindigkeitsbeschränkungen halten, so soll die Software (analog zur Radarfalle) nur gesetzeswidriges Verhalten von Lehrern überwachen, die gegen Urheberrechtsgesetze verstoßen.

    Und das ja auch nur stichprobenartig bei einem Prozent der Schulen!!!

    Gerade staatliche Organe sollten doch besonders darauf achten, keine gültigen Gesetze zu übertreten.

    Also wenn schon Überwachungsstaat - dann auch richtig!!!
  8. #8

    Datenschutz aus Schulrechnern-Nur mal so als Frage!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wie bedenklich wird die Schnüffelsoftware der Schulbuchverlage? Gar nicht,*versprechen Niedersachens Kultusminister Bernd Althusmann und seine Ressortkollegen. Die Lehrer empört das Misstrauen trotzdem, der Philologenverband fordert von den Ländern, den Vertrag zu kündigen.

    http://www.spiegel.de/schulspiegel/0...795449,00.html
    .
    Auf Schulrechnern befinden sich auch Daten von Schüler, Schülerakten usw.... Nicht bloß die Zeugnissnoten.
    .
    Je nach Schultyp (bei integrativem Unterricht an jeder Schule) auch Gutachten, medizinische Daten... Stichwort AO-SF = Sonderschulaufnahmeverfahren...

    Dort werden Test gemacht! Test unterliegen auch den Urheberrechten und in jedem dieser Fälle werden eine Anzahl Test gemacht!
    .
    Also hochgeschütztes, datenschutzrechtlich sensibeles Material.
    .
    Es ist schon grenzwertig, das die selben Rechner für Unterrichtsentwürfe UND Schülerdaten benutzt werden, aber so lange das Lehrer sind .... geht so.
    .
    Wer regelt denn der Zugriff von Dritter SEITE auf diese Rechner?
    .
    Wer übernimmt die Verantwortung wenn diese Daten in Umlauf kommen?
    .
    Wer stellt sicher das solche Daten NICHT von Dritten eingesehen werden können?
    .
    Lehrer die gerade einmal einen Rechner bedienen aber nicht sicher betreiben können? (sorry welche Schule hat eigene IT Leute)
    .
    Den Datenschutzknall möchte ich mal hören :-))
  9. #9

    Schulrechner

    Zitat von sikasuu Beitrag anzeigen
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    Auf Schulrechnern befinden sich auch Daten von Schüler, Schülerakten usw.... Nicht bloß die Zeugnissnoten.
    .
    Je nach Schultyp (bei integrativem Unterricht an jeder Schule) auch Gutachten, medizinische Daten... Stichwort AO-SF = Sonderschulaufnahmeverfahren...

    Dort werden Test gemacht! Test unterliegen auch den Urheberrechten und in jedem dieser Fälle werden eine Anzahl Test gemacht!
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    Also hochgeschütztes, datenschutzrechtlich sensibeles Material.
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    Es ist schon grenzwertig, das die selben Rechner für Unterrichtsentwürfe UND Schülerdaten benutzt werden, aber so lange das Lehrer sind .... geht so.
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    Wer regelt denn der Zugriff von Dritter SEITE auf diese Rechner?
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    Wer übernimmt die Verantwortung wenn diese Daten in Umlauf kommen?
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    Wer stellt sicher das solche Daten NICHT von Dritten eingesehen werden können?
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    Lehrer die gerade einmal einen Rechner bedienen aber nicht sicher betreiben können? (sorry welche Schule hat eigene IT Leute)
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    Den Datenschutzknall möchte ich mal hören :-))
    Schülerakten , Zeugnisnoten etc. liegen bei uns aus Datenschutzgründen leider nicht auf den Servern. Leider, weil wir alle Noten noch per Hand in Schülerbögen eintragen und mit dem Taschenrechner nachrechnen müssen (was nicht heißt, dass man das nicht vorher schon auf seinem Heimrechner gemacht hat ;-)). Verweise werden mit der Hand in ausgedruckte Formulare geschrieben usw.
    Unterrichtsentwürfe auf einem Schulrechner? Bei uns gibt es für ca. 120 Lehrer drei Computer, die Direktoratsmitarbeiter ausgenommen. Scanner? Gibt es nicht. Wenn einer was aus einem Schulbuch für eine Klasse braucht, wird es halt auf den Kopierer gelegt.
    Unsere Computer kann man ruhig durchsuchen. Für kritischer halte ich die Privatrechner, da würden sich wahrscheinlich einige Scans finden. Aber solche Zustände können sich die Schulbuchverlage wahrscheinlich nicht ausmalen.








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