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Debatte: Wie hast du's mit der Religion?

Die Idee des säkularen Staates ist es, dass uns die Religionen nicht behelligen - auch nicht der Islam.

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,751138,00.html
  1. #630

    Institutionen

    Zitat von reuanmuc Beitrag anzeigen
    Wo sehen Sie eine Verquickung von Greenpeace bzw. Amnesty International und dem Staat? Diese Organisationen machen auf bestimmte Dinge aufmerksam, meist die Verletzung bestehender Gesetze, aber sie wollen nicht die Gesellschaft in ihrem Sinne beeinflussen. Das ist Mumpitz.
    Natürlich besonders Greepeace hat eine deutliche Agenda bestimmte Wertvorstellungen zu verbreiten und beeinflusst erheblich auch die Gesetzgebung.

    Genauso ist Amensty International nicht einfach nur eine Art Journalistenclub zu einem bestimmten Thema und wir erhalten nicht einfach neutrale Informationen. Sowas gibt es schon mal grundsätzlich nicht. Auf etwas Aufmerksam machen hat ja ein Ziel und es soll Handlungen auslösen in der Gesellschaft und vor allem auch auf Staatsebene. Auch soll eine Wertvorstellung verbreitet werden, eben im Sinne der Ideale von AI. In dem Sinne sind die Stellungnahmen der Bischofskonferenz auch nur neutrale Informationen , die auf etwas aufmerksam machen.
    Zitat von reuanmuc Beitrag anzeigen
    Dann dürfte keine Partei verboten, bzw. von der Zulassung ausgeschlossen werden; der Verfassungsschutz könnte aufgelöst werden.
    Nein natürlich nicht . Der Verfassungsschutz ist blind gegenüber die Gründe und Ursachen des angestrebten Einflusses.
    Der Verfassungsschutz interessiert sich nur dafür in wie fern die daraus abgeleiteten Meinungen und politischen Ziele mit der Verfassung vereinbar sind.

    Ob jemand aus religiösen Gründen die Folter wieder einführen möchte oder weil ihm ein Blumentopf auf dem Kopf gefallen ist oder weil er dafür eine Argumentation bei einem rationalistischen Philosophen glaubt erkannt zu haben. das interessiert nicht , sondern nur die Tatsache dass das politische Ziel nicht mit dem GG vereinbar ist.
  2. #631

    Gruppierungen

    Zitat von Blaue Fee Beitrag anzeigen
    Doch, es spielt eine Rolle, denn die Moralvorstellungen und Ideale können weitgehend verschieden sein.
    Wenn in einer Gesellschaft Opfergaben an Götter üblich wären, dann wären sie in einer ansonsten aufgeklärten Gesellschaft u.U. akzeptiert - auch wenn es sich um Menschenopfer handeln würde, wenn dadurch der Proteinbedarf der Gesellschaft gedeckt werden könnte. (Ich denke da gerade an die Blumenkriege.)
    Nun zum einen sehe ich nicht wo es real eine solche nennenswerte Gruppierung in Deutschland oder wenigstens in Europa geben sollte. Zum anderen haben wir besonders in Deutschland ein sehr aggressives GG.

    Denn die Idee einfach mal zum Wohle der Allgemeinheit Menschen umzubringen , ist keine Eigenart der Religion , mir ist sogar keine größere bekannt, sondern auch in Deutschland hatten wir den Spaß mit mehr oder weniger nicht-religiösen Leuten.

    Dinge werden akzeptiert weil sie der Mehrheit des Bevölkerung entsprechen. Daran wird übrigens kein Gesetz der Welt was ändern. In dem Moment in dem in Deutschland die Mehrheit der Bevölkerung die Ideale des GG nicht mehr akzeptiert, hat das Stück Papier keine Chance mehr irgendwas durchzusetzen.
    Aber das schweift ab , denn das geht über Religion hinaus.
  3. #632

    Die Freiheit einen Mercedes oder Porsche zu kaufen

    Zitat von reuanmuc Beitrag anzeigen
    Das ist ideologischer Unsinn. Freiheit schließt Empathie nicht aus. Hayek hat Empathie nicht verboten. Der Vorläufer der Marktwirtschaft, Adam Smith, war sogar Moralphilosoph und hat ausdrücklich die Sympathie in seine Theorien einbezogen.

    Das sind beliebte Legenden der Gegner der Marktwirtschaft. Man unterstellt dem Gegner irgend etwas, was man dann aus Selbsterkenntnis bekämpft!!

    Sie sind es selber, der mit Freiheit nicht umgehen kann und daher von sich auf Andere schließt.
    Sie sollten sich nicht als Vulgärpsychologe versuchen. Hayek hat den Gerechtigkeitsbegriff als „Trojanisches Pferd des Totalitarismus“ verunglimpft, er hat von der „Entthronung der Politik“ geträumt.

    Die antisoziale liberale Ursprache von Hayek konnte man bei seinem berühmt-berüchtigten Vortrag am 6. Februar 1979 in der Aula der Universität Freiburg bestaunen:

    „Das Soziale bezeichnet keine definierbares Ideal,sondern dient heute nur mehr dazu, die Regeln der freien Gesellschaft, der wir unseren Wohlstand verdanken, ihres Inhalts zu berauben […] Ich muss gestehen, wenn Sie auch darüber entsetzt sein werden, dass ich nicht sozial denken kann, denn ich weiß nicht, was das heißt.“

    Seine „Empathiefähigkeit“ hat Hayek in Pinochets Chile bewiesen, wo er gemeinsam mit Milton Friedmann federführend den ersten „Freilandversuch“ des Neoliberalismus geleitet hat – unter den Bedingungen der Käfighaltung!
  4. #633

    archaische programmierung

    Zitat von juanco Beitrag anzeigen
    Hinzu kommt, dass sie Muslime ausgrenzt, sie als eigentlich nicht dazugehörig behandelt.
    Die Ausgrenzung Ungläubiger ist die grundlegende Struktur aller monotheistischen Offenbarungsreligionen. Sie entstammt einer Zeit und Region, in der die einzelnen Stämme ihre eigenen nur für sie zuständigen Götter hatten. (Das Judentum hat diese Sicht bis heute bewahrt.) Somit haben wir in Europa das Problem, dass in den Gehirnen vieler Menschen unterschiedliche Versionen eines archaischen Stammes-Programms laufen.
  5. #634

    .

    Zitat von Rosbaud Beitrag anzeigen
    Sie sollten sich nicht als Vulgärpsychologe versuchen. Hayek hat den Gerechtigkeitsbegriff als „Trojanisches Pferd des Totalitarismus“ verunglimpft, er hat von der „Entthronung der Politik“ geträumt.
    Freiheit verpflichtet nicht zur Bestialität. Gerechtigkeit ist eine Illusion. Wer selber zum Bösen fähig ist, sollte dasselbe nicht auch Andern unterstellen.
  6. #635

    genau

    Zitat von Sommerschnee Beitrag anzeigen
    Ich denke, dass haben Sie nicht richtig verstanden. Frau Maron wollte ausdrücken, dass die im Grundgesetz verbriefte Religionsfreiheit nicht dazu führen darf, dass andere Grundrechte eingeschränkt werden (z.B. Gleichstellung von Mann und Frau, freie Meinungsäußerung).
    Es ist also die Religionsfreiheit, die nicht >über< den anderen Grundrechten stehen darf (und nicht umgekehrt, wie Sie es verstanden haben). Man kann es vielleicht auch so ausdrücken: Religion darf in einem säkularen Staat nur etwas Privates sein (privat meint hier tatsächlich auf die einzelne Person bezogen - der streng gläubige Familienvater darf z.B. auch nicht das Recht haben, über die Freiheit seiner Tochter zu bestimmen). Der Gläubige darf sich also nicht auf die Religionsfreiheit (als Grundrecht) berufen können, um die Grundrechte anderer einzuschränken.
    Das hat natürlich ausnahmslos für alle Religionen - nicht nur dem Islam - zu gelten.
    so isses ,aber es scheint linksgrün kann das nicht mehr erkennen, die haben ja auch angst vor dem atom in japan."wirklichkeiten" hängen eben auch vom niveau des "erkennenden" ab.sarrazin hat da leider vollkommen recht,wie man an den vielen grenzdebilen beiträgen hier unschwer erkennen kann.
  7. #636

    stimmt

    Zitat von firem Beitrag anzeigen
    Einer aufgeklärte Gesellschaft wird von einem religiösen Schwärmer eine mittelalterliche Diskussion aufgezwungen.

    Der Wulff sollte sich erst einmal mit den Religionen der Welt beschäftigen, bevor er losschwätzt. Man merkt doch deutlich, dass der Mann keine Ahnung hat, wenn er glaubt, dass der Islam sich selbst aufgeben würde. Weil die für ein modernes Staatswesen unabdingbare Trennung von Staat und Glauben erfolgen müsste. Der hat vom Zweck und Auftrag des Islams zum Errichtung von "Gottesstaaten" auf Erden noch nie was gehört.
    und es ist schockierend das so jemand dann seine ignoranz auch noch wie eine monstranz vor sich herträgt,das gilt aber leider für die mehrheit unserer volksvertreter, heutzutage , auch im europäischen raum.
  8. #637

    genau

    Zitat von Luxembourger Beitrag anzeigen
    Sehe ich genauso; allein die Anzahl der Kommentare zeigt doch,
    dass hier in ein Wespennest gestossen wurde.
    Um keine andere Religion wird so ein "Aufhebens" gemacht, wieso wohl ? Wenn ich lese, dass z. B. Schweinefleisch nicht mehr in einer (Schul-)Kantine auf dem Speiseplan stehen soll/darf...kein Problem, wenn da für Andersgläubige eine Alternative angeboten wird, aber danach ist Schluss.
    Wieso sollten wir unser Verhalten wegen egal welcher Religion ändern (müssen) ? Religion ist privat, deshalb, wie diverse Vorredner sagten, hat sie in privaten Räumen oder den entsprechenden
    Gotteshäusern/Tempeln stattzufinden und sonst nicht.
    wenn die moslems kein schweine fleisch essen wollen, sollen sie eben tofu essen, aber die anderen kinder sollten sich daraus nicht in ihren essens gewohnheiten beschränkt sehen. so rum wird ein schuh draus: wir müssen uns nicht den moslems anpassen sondern die moslems uns. und falls sie dass nicht schaffen : es gibt keinen zwang zum bleiben!! das sollte man denen mal unmissverständlich klar machen und genau hier hängts bei unseren volksvertretern: die haben vergessen welches volk sie eigentlich vertreten!
  9. #638

    das

    Zitat von Tango Beitrag anzeigen
    Nein, das stimmt nicht.

    Am laufenden Konflikt wird allerdings deutlich, dass mit dem Grundgesetz etwas nicht stimmt: denn während allgemeine Handlungs- und Meinungsfreiheit nur mit einem wüsten Haufen von Einschränkungen gewährt werden, wird die Religionsfreiheit schrankenlos gewährt.

    Eigentlich wäre es überflüssig, die Religionsfreiheit zu gewähren, denn alles an ihr Schützenswerte ist eigentlich schon in Handlungs- und Meinungsfreiheit enthalten.

    Mit den bisherigen, weichgespülten Religionen ist das nicht weiter aufgefallen, aber jetzt tritt ein Strickfehler im Grundgesetz zutage.
    ist kein strickfehler sondern eine falsche auslegung des GG. die väter konnten eben nicht wissen wie bescheuert die nachfolgende generation sein wird.
  10. #639

    Kein Titel

    Zitat von reuanmuc Beitrag anzeigen
    Freiheit verpflichtet nicht zur Bestialität. Gerechtigkeit ist eine Illusion. Wer saelbaer zum Bösen fähig ist, sollte dasselbe nicht auch Andern unterstellen.
    Ich möchte jetzt hier in einem Religions-Thread nicht zu sehr ins Ökonomische abgleiten, deshalb nur noch so viel, die Freiheit der Marktgläubigen meint die Freiheit des Fuchses im Hühnerstall.








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