Debatte ums Urheberrecht: Aufgeblasener Protest

DPASie klingen vage und humorlos, sie verbreiten Angst: Die 1500 Unterzeichner des Aufrufs "Wir sind die Urheber" arbeiten mit dem Mittel der platten Vereinfachung. Die alte Kultur-Elite macht die Piratenpartei zum Sündenbock - dabei sollte sie ihr besser dankbar sein.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...832665,00.html
  1. #1

    Die üblichen Lügen

    Es gibt kein halbes Urheberrecht. Entweder es gibt ein Urheberrecht oder nicht. Selbst wenn es nur 1 Jahr gilt, dieses eine Jahr muss man es durchsetzen können.

    Die Piraten behaupten, das geht nicht. Die Piraten wollen, dass man ungestraft in Tauschbörsen alles tauschen kann.

    Das entspricht der Abschaffung des Urheberrechts. Die anderen Punkte, die die Piraten in ihrem Pamphlet zusammenstammeln, kann man sich getrost schenken. Das ist alles Augenwischerei oder banale Dummheit, genau wie dieser Kommentar.

    Wenn die Bedrohung durch die Anwälte entfällt tauschen die Leute nur noch. Nur Angst, Unsicherheit hält die Leute davon ab alles in Tauschbörsen zu kopieren. Nur deshalb gibt es überhaupt noch kommerziellen Erfolg.

    Der einzige große Irrtum ist, dass ein Haufen verwöhnter Wohlstandskinder glaubt, ein Anrecht auf irgendwas zu haben ohne etwas dafür geleistet zu haben. Macht mal die Augen zu, dann seht ihr was euch zusteht.
  2. #2

    So ein Artikel geht gar nicht!!!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie klingen vage und humorlos, sie verbreiten Angst: Die 1500 Unterzeichner des Aufrufs "Wir sind die Urheber" arbeiten mit dem Mittel der platten Vereinfachung. Die alte Kultur-Elite macht die Piratenpartei zum Sündenbock - dabei sollte sie ihr besser dankbar sein.

    Georg Diez zur Urheberrechtsdebatte und Wir sind die Urheber - SPIEGEL ONLINE
    Als Urheber muss ich sagen.
    Was ein schlecht recherchierter Artikel.

    Er wirft mit Plattitüden um sich, stell diejenigen die sich wehren als Deppen da...WOW .... und das dann auch noch von einem Journalisten der sicher bei der VG Wort gemeldet ist.....

    Krass, da muss ich sagen der Autor schreibt wohl jeden Mist um Geld zu verdienen...

    Irrtümer gibt es da keine!! Die bisherigen Entwürfe zu Änderungen der Urheberrechts würden viele Leute um Lohn und Brot bringen....
  3. #3

    Der Aufruf ist kitschig und oberflächlich,

    kitschig, weil der Aufwand in keinem Verhältnis zum Inhalt steht, oberflächlich, weil er die Bedeutung der digitalen Internetkommunikation für das geistige Eigentum und das Urheberrecht ignoriert.

    Die Digitale Internetkommunikation verändert die kommunitiven Voraussetzungen und den kommunikativen Rahmen für das "geistige Eigentum" und das Urheberrecht mit der Folge, dass dieses einfach an Bedeutung verlieren wird.

    In dieser neuen Kommunikationswelt wird zunehmend gelten: Wer sein "geistiges Eigentum" schützen will, wird immer weniger rezipiert. Er macht sein Angebot im Kommunikationsmarkt unsichtbar.

    Dis Diskussion um das Urheberrecht wird sich alsbald als eine Nachhustdiskussion herausstellen.

    ACTA, geistiges Eigentum, Urheberrecht, Politik, digitale Kommunikation - Am besten, Sie dchten auf der Stelle selber nach
  4. #4

    Bei allem Respekt gegenüber Herr Diez: Die Unterzeichner sind ganz sicher in keine Falle getappt, sondern es ist die fast verspätete Stellungnahme gegenüber einem Phänomen, das urheber gänzlich auslässt und Verwerter nur als Mafia verunglimpft. Ist Ihnen das nicht aufgefallen?
  5. #5

    So einen Unsinn...

    ... habe ich selten gelesen. Gerade kurz zuvor erschien ein Artikel auf SPON, der die Diskussion einmal sachlich dargestellt hatte. Und jetzt dieses hier. Adressat des Aufrufes kann nur die Gesellschaft sein, der in der geamten Debatte versucht wird vorzugaukeln, dass es völlig in Ordnung sein muss, wenn es Geistiges Eigentum nicht gäbe und daher fröhlich drauflos kopiert und getauscht werden dürfe. Nur weil es technisch möglich ist, muss es doch wohl nicht erlaubt sein..!! Technisch möglich wäre es auch, sämtliche Daten im Netz zu kontrollieren - muss also erlaubt sein!? Oh, ich höre schon die Aufschreie derer, die diesen Grundsatz geprägt haben...
  6. #6

    Lieber Herr Diez,

    ich kenne Sie kaum, da ich Ihre Kolumnen eher selten lese und stehe auch bei dem Urheberstreit zugegebenermassen auf dem Schlauch. Ich hoere mal diese mal jene Seite.
    Ihr Text und Ihr Stil ueberzeugen mich jedoch nicht. EU als Demokratievernichtungsmaschine. Seufz.
  7. #7

    zweifelhaftes Expertentum

    Soso: Rocko Schamoni, Charlotte Roche und andere haben sich also gegen eine Aufweichung des Urheberrechts ausgesprochen. Sie sind Künstler - unter ihnen auch Musiker - aus der Kreativen Mitte der Gesellschaft und wirken daher im Gegensatz etwa zu der Piratenpartei sehr glaubwürdig in ihrem Engagement gegen die Aufweichung des Urheberrechts.

    Dumm nur, dass die Piraten gar nicht vorhaben, was man ihnen permanent unterstellt. Im Gegenteil: Von der durch sie ins Spiel gebrachten Kultur-Flatrate würden eher auch weniger prominente Schaffende profitieren.
  8. #8

    Was das soll?

    Der Schutz geistigen Eigentums beschränkt sich nicht auf Musik oder Printmedien. Jede geistige Leistung ist etwas wert, und oft ist sie geschützt. Fast immer wird sie unterbewertet, man denke nur an maches Bild oder manche Skulptur: "Das soll Kunst sein?". Ein Alltagsproblem ist das Urheberrecht zum Beispiel für jene Architekten, deren Bauten zur Baukunst gerechnet werden können, und das sind durchaus auch viele moderne und ganz junge Bauten, zum Beispiel, um ein ganz kleines zu nennen, Peter Zumthors Kapelle in der Eifel. Schon ein Anstrich würde dieses Kunstwerk zerstören, so wie ein Übermalen der Mona Lisa, um das Beispiel griffig zu machen. Gerade in unserer vom Materiellen bestimmten Welt gilt es die geistige Leistung zu schützen, auch um der kulturellen Willkür des "anything goes" einen Riegel vorzuschieben, die nichts, aber auch gar nichts mit der Tugend der Toleranz zu tun hat.
  9. #9

    Fair

    ... 2006 habe ich mal das hier gefunden ...

    http://www.fairdownload.de/

    ... auch wenn das aus der heutigen Sicht 6 Jahre später Sinn macht, hat sich dort auch nichts getan. Ich denke es liegt nicht an den Rechten, es liegt einfach an den Menschen, die eben in der Mehrzahl nicht bereit sind anderen für eine Leistung Geld zu bezahlen, wenn sie das nicht müssen.

    Die Menschheit hat schlicht ein Fairnessproblem und das ändert sich sicher nicht dadurch das 1500, zumeist gut verdienende 'Künstler' aus reinem Eigennutz laut werden.