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Debatte ums Urheberrecht: Aufgeblasener Protest
DPASie klingen vage und humorlos, sie verbreiten Angst: Die 1500 Unterzeichner des Aufrufs "Wir sind die Urheber" arbeiten mit dem Mittel der platten Vereinfachung. Die alte Kultur-Elite macht die Piratenpartei zum Sündenbock - dabei sollte sie ihr besser dankbar sein.
http://www.spiegel.de/kultur/gesells...832665,00.html
- #230 11.05.2012 19:41 von
optional
@ Salamist. Nein, keine generelle Ueberwachung, aber weiteres Vorgehen gegen Dienste, die sich selber daran bereichern, dass geschuetzte Werke verbreitet werden. Wenn sich z.b. ein Produzent entscheidet, sein Werk im Netz auf seiner eigenen Seite zur Verfuegung zu stellen und dann selber z.b. an Werbeeinahmen verdient (beispiel : Southpark, welches als Gratisstream offiziell legal im Netz verfuegbar ist) ist das vollends tragbar. Eine gute Reform wuerde ein solches Konzept durchaus fuer eine Mehrzahl der Anbieter rentabel machen - wer Fan geworden ist, kauft sich dann oft gern noch die DVD mit besserer Bildqualitaet und Boni oder geht auf ein Konzert seiner Lieblingsband, die 5 Songs auf ihrer seite verschenkt.
- #231 11.05.2012 19:41 von
Ja, jetzt werden wieder Kapital und Freiheitsrechte hervorgekramt - wo man doch gerade aus urkapitalistischem Geiz den anderen das Recht auf Bezahlung entziehen möchte und an einem Modell beispielloser Entmündigung und Entzug von Freiheitsrechten bastelt. Man sollte sich übrigens bitte dieses boulevardesque Durcheinanderwürfeln von völlig unterschiedlichen Themen abgewöhnen. Man muss nicht für ACTA & Co sein, um für die Rechte auf Ideen und das kreative Werk von Künstlern einzutreten. Wir befinden uns nicht mehr im kalten Krieg, wo es hieß: Entweder Du bist Kommunist oder imperialistischer Kapitalist.
- #232 11.05.2012 19:42 von
Das ist seinerseits wieder eine Alibi-Argumentation.
Ich habe genug CDs im Schrank die ich nur ein oder zweimal gehört habe weil die sich nach dem Kauf doch als Schrott erwiesen haben aber ich habe auch CDs die ich schon unzählige Male gehört habe und die haben kein bischen weniger gekostet.
Und ich habe genug Mp3-Files auf der Platte in die ich nur mal reinhören wollte, die ich aber nie und nimmer gekauft hätte.
Ich denke mal, da wird sich auch einiges passend gerechnet. - #233 11.05.2012 19:44 von
[QUOTE=paulhaupt;10169594]Beispiel YouTube : Da wurde so ein armer Kerl mit Abmahnungen überzogen weil im Hintergrund seines Videos Vogelgezwitzscher zu hören war was ein Suchroboter als urheberrechtlich geschützt klassifiziert hat.[]
Sie sollten nicht alles glauben, was im Netz so dahergefaselt wird. Der Original-Link zum Fall ist hier zu finden: http://c4sif.org/2012/02/youtube-ide...righted-music/ Lesen Sie sich das bitte einfach mal aufmerksam durch und dann nehmen Sie bitte das "armer Kerl mit Abmahnungen überzogen" zurück. Danke. - #234 11.05.2012 19:46 von
tja...
dann erübrigt sich für mich eigentlich jedes gespräch. was ich sehr schade finde, da ich nämlich großen respekt vor naturwissenschaftlern habe.
nein, weil es eben spaß macht zum einen und weil man sich eben mal in seinem leben dafür entschieden hat. wie sinnvoll würden sie es halten, wenn man mit mitte 30 noch physik studiert? natürlich kann heute nichts anderes mehr auf professionellem niveau. sie aber auch nicht!Was mich grundsätzlich zur Frage bringt: Wenn das Leben als Künstler so hart ist, es so unangenehm ist usw., warum dann nichts anderes arbeiten und Kunst eben nur als Hobby betreiben?
Weil Sie eben nichts andere können. Im Endeffekt ist es wie mit allem anderen... Die talentlosesten meinen, Sie hätten am meisten.
nun, da möchte ich sagen, dass die ganze welt von mittelmaß regiert wird. wie schon gerhard polt sagte: "das mittelmaß ist das maß aller dinge". die allermeisten arbeitnehmer kommen mit mittelmäßigen leistungen gut über die runden. ich selbst habe übrigens über mehrere jahre einen "normalen" job gehabt, um mir mein studium zu finanzieren und mir zum musikmachen etwas dazuzuverdienen. ich habe sehr wohl ahnung, was der gemeine arbeitnehmer zu leisten hat.Es ist so typisch...Selber hochbeleidigt sein, wenn Ihnen jemand "Ihre Arbeit" erklären will, aber groß daherreden, wie es in der "normalen Arbeitswelt" nur so von "Mittelmaß" und niedriger wimmelt. Als ob Sie Ahnung davon hätten, was der durchschnittliche Arbeitnehmer leisten muss?
nun, sagen wir mal so: chemiker machen bestimmt "sinnvollere" arbeit als künstler, wenn man das überhaupt vergleichen kann. ich glaube, bei ihnen herrscht auch ein bisschen ein missverständnis über die arbeit eines künstlers. ich bin fast täglich mit richtig guten musikern und dirigenten umgeben und denen gegenüber zu sagen, dass sie eine "einfache" arbeit haben, zeugt nicht wirklich von sachverstand. wenn sie von irgendwelchen TV-heinis sprechen, die ihre gitarren nichtmal stimmen können, dann haben wir da gewiss eine meinung.Ich empfinde jesen Chemielaborant und Chemietechniker in seinen Leistungen übrigens auch um ein Vielfaches besser als einen durchschnittlichen Künstler, der nicht mal ansatzweise die Arbeit eines solchen verstehen würde.
tja, da haben sie wohl ganz andere erfahrungen. ich will jetzt hier nicht mit meiner abiturnote prahlen, aber ich kann sagen, dass ich mir aussuchen konnte, was ich studieren wollte. übrigens auch bei vielen anderen, die einen ähnlichen weg eingeschlagen haben. schlecht in der schule war da keiner. abgesehen davon: die leute, die sie beschreiben, bringen es in aller regel als künstler auch nicht weit.Mein Erfahrung: Wer im Mathematisch gut war, wurde Ingenieur/Wissenschaftler usw, wer im Sprachlichen und Geisteswissenschaftlichen gut war, hat eben da was gemacht und Kunst haben nur die gemacht, deren Noten im Keller waren, weil sie den ganzen Tag im Unterricht gemalt haben oder halt anstatt Hausaufgaben Musik gemacht haben. Spielen Sie sich also bitte nicht so auf.
so, und jetzt kommen sie wieder runter. ich hab sie in keiner zeile persönlich als "mittelmäßig" bezeichnet. - #235 11.05.2012 19:50 von
Wären wir bei "meine Arbeit erklären, obwohl man keine Ahnung hat".
Ein Arzneimittel hat ein Patent von 20 Jahren vom ersten Tag der Entwicklung, macht unterm Strich 5-10 Jahre, den die enwickelnde Firma Gewinn erwirtschaften kann, danach wirds von Generika-Unternehmen en masse hergestellt und günstig verkauft.
Vergleichen wir mal: Ein, im häufigen Falle, lebensrettendes Produkt, das in Forschung und Entwicklung Jahre bis Jahrzehnte dauern kann (Vorprodukte eingerechnet) und Kosten im Millionenbereich verursacht (Angestellte, Testpersonen, Labortests usw.) mit einem 20 jährigen Patent ab Entwicklung - gegenüber einem Produkt, das vielleicht mehr oder weniger wichtig ist, aber "lebensrettend" ist wohl maßlos übertrieben, in der Produktion - bei sehr aufwendigen Alben - ein halbes Jahr dauern kann... und dieses Produkt hat nun ein Patent von 75 Jahre ab erscheinen.
Wissen Sie was? Wir sollten den Spieß einfach mal umdrehen und Fordern, dass die gleichen unrealistischen, ja unverschämten Bedingungen, die Künstler fordern auch für die Pharmaindustrie zu gelten haben. Aber glauben Sie mir - wenn die Firma, die den Stoff entwickelt hat, ein Patent darauf hat, wirds teuer. Habe an einem Medikament für MS-Kranke mitgearbeitet, Tagesdosis: 2000 Euro. Sobald das Patent abgelaufen ist, wirds (meinen Schätzungen nach) von Generika-Herstellern für keine 100 Euro verkauft. - #236 11.05.2012 20:04 von
Die Piratenpartei befindet sich bei diesem Thema aber auf der Seite der Ausbeuter - und nicht der Beschützer.
1.) Das erwarten die Urheber, und im besonderen die 1500 Unterzeichner hier NICHT - das ist eine polemische Unterstellung. Hier geht es darum, dass kriminelles Verhalten, vor dem man bisher gesetzlich geschützt war legalisiert werden soll. Also freie Fahrt für Ladendiebe, Raubmörder und Wirtschaftskriminelle. Die Instrumentarien der Durchsetzung stand hier überhaupt nicht zur Debatte. Es ging um etwas viel Grundsetzlicheres.
2.) Wenn in den von Ihnen genannten Fällen ein dringender Tatverdacht besteht, dann wird exakt so verfahren, wie sie es beschreiben.
Oh, Moores Law hat wieder zugeschlagen - jetzt bin ich schon ein übler NS-Scherge, weil ich für den Rechtsstaat eintrete? Sind wir schon soweit? Wer sich widerspruchslos unterdrücken und seiner Rechte berauben lässt, ist ein Nazi? Um mich mal zu einer Retourkutsche provozieren zu lassen: Diese Art den Andersdenkenden zu diffamieren und damit als Diskussionspartner zu disqualifizieren entspricht viel eher den Methoden derjenigen, in deren Ecke sie mich stecken möchten.
Übler kann man die Realität nicht verdrehen, ohne das es schmerzt oder?
Oh, natürlich, wenn Sie mich schon als Nazi diffamieren, müssen mir natürlich auch noch schnell antidemokratische Denkweisen unterstellt werden, damit die Rolle auch passt...
Trotz der überraschenden Wahlerfolge von 7-8% auf Länderebene ist es wohl ein wenig unangemessen, die restlichen 92% als "kleine Minderheit" zu bezeichnen. Aber was weiß ich schon von Demokratie, ich bin ja ein alter Nazi...
Da Sie sich ja offensichtlich mit unserer NS-Vergangenheit so gut auskennen, dann wissen Sie, dass es gerade bei uns, aus sehr guten Gründen, eben NICHT geht, dass eine Partei mal eben alle Gesetze auf den Kopf stellt und nach belieben und aktueller Gemütslage des Volks Gesetze erlässt. Es gibt hier so etwas wie das Grundgesetz und ein Verfassungsgericht. Denn in einer Demokratie müssen auch Minderheiten vor Mehrheiten geschützt werden. Die funktioniert nämlich nur dann, wenn die Freiheit des einen nur soweit geht, dass sie die Freiheit des anderen nicht verletzt. - #237 11.05.2012 20:05 von
- #238 11.05.2012 20:07 von
Mann, Diez ...
... zum Latte Macchiato Prekariat gehören Sie dank Ihrer Kolumnen im Netz und im Druck ja sicherlich auch nicht.
Die Frage ist doch, ob das Netz uns weiter bringt oder nicht. Die Antwort ist wahrscheinlich jein:
Auch die Startups, die Katzenfutter online verkaufen wollten, haben das Haustier nicht neu erfunden, sondern halt Katzenfutter online verkauft. Futter und Haustier blieben von dem Internet genauso unberührt wie der Umstand, daß das Futter auch nicht aus dem Telefonanschluß quoll, sondern noch verschickt werden mußte. Wer glaubt, daß das Internet die menschliche Natur auf den Kopf stellen würde, liegt genauso falsch wie die zugekoksten Investmentbanker, die diese Katzenfutteronlineshops mit Milliarden bewerteten.
Also: auch wenn das Netz vieles abkürzt und unkomplizierter macht und uns erlaubt mit Leuten in Iowa und auf dem Bismarckarchipel zu kommunizieren (warum eigentlich?), bleibt es doch
EIN BLOßES INSTRUMENT ZUR KOMMUNIKATION.
Warum die Existenz des Internetzes menschliche Fixpunkte wie Kreativität und das Bedürfnis, die Verwertung eigener Werke und Ideen selbst zu steuern, außer kraft setzen soll, können doch auch Sie, Diez, keinem erklären.
Seien Sie ehrlich: sagen Sie halt, daß Leute, die nicht halbverbeamtet und privatversichert vor sich hinschreiben dürfen, keine Ansprüche an einen kreativen Beruf haben dürfen. OK. Darüber kann jeder denken, wie er will.
Aber tun Sie nicht so, als hätten ausgerechnet Sie den Geist der Zeit erfaßt. Auch wenn die Zivilisation sich durch das Internetz ändert, wird sie dadurch nicht neu erfunden. Leute, die das glauben, halten Darth Vader für eine spirituelle Gestalt, oder bewerten Katzenfutterbuden mit Milliarden. Gehören Sie da auch zu? Kühner Knecht ... - #239 11.05.2012 20:12 von
Das kommt vor und passiert auch bei anderen "Fehlkäufen", oder? Die meisten Bands haben mittlerweile Bandseiten, auf denen die Alben entweder komplett in minderer Qualität oder zumindest in größeren Hörproben zum probehören bereit stehen. Auch iTunes bietet zu jedem einzelnen Stück eine Hörprobe - so sehr kann man also heute gar nicht mehr daneben liegen, wie es vielleicht vor 10-15 Jahren noch der Fall war. Und ich biete ihnen gerne ein Gegenbeispiel: Nicht nur dass ich sehr viele gut verdienende Leute kenne, die ihren DVD-Kauf bzw. Videothekenbesuche von mehreren pro Monat auf ein bis zwei pro Jahr umgestellt haben - nicht weil das Angebot so mies geworden wäre, sondern weil man es so einfach und bequem umsonst bekommt (wird offen zugegeben). Ich habe selbst den Selbsttest gemacht, denn früher habe ich genau so argumentiert. Ich habe vorn einen auf den anderen Tag das illegale Herunterladen komplett eingestellt und das, was ich kaufenswert empfand auch tatsächlich bezahlt. Und habe plötzlich wieder deutlich mehr für (gute!) Unterhaltung ausgegeben als in den Jahren zuvor. Man belügt sich eben gerne selbst und meint, man könne sich mit der Handvoll Alibi-CDs und DVDs von dem Verdacht freikaufen, man konsumiere kostenlos wofür man sonst bezahlen würde. Dem ist aber nicht so.
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