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Debatte um Wachstumspakt: Leider kurzfristig tot

Was helfen langfristige Strukturreformen, wenn der Patient kurzfristig im Sterben liegt? Angela Merkel denkt über mehr Geld für grüne Energie nach, während Spaniens Finanzsektor vor dem Kollaps steht. Das Land braucht schnelle Hilfe statt ausufernder Debatten.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...830887,00.html
  1. #40

    wobei...

    Zitat von moistvonlipwik Beitrag anzeigen
    Tribalismus


    Eine sehr mutige Aussage, nachdem bereits 50% der Wirtschaftsleistung in den Export gehen.
    ... davon nur der geringere Teil in EU-Staaten fließt. Insgesamt wären also ca. nur 20% der Wirtschaftsleistung betroffen. Dafür neue Abnehmer zu finden dürfte deutlich erfolgversprechender sein, als sich dafür z.B. mit ungesicherten und im Ergebnis wohl völlig wertlosen Target-Salden als "Gegenleistung" abspeisen zu lassen.

    Nicht mutig dafür aber ausgesprochen dumm oder bewußt selbstzerstörerisch wäre es, die inzwischen offensichtlich gescheiterte Euro-Konstruktion durchzuschleppen.
  2. #41

    für eine...

    Zitat von Rodelkönig Beitrag anzeigen
    Wir haben dann nicht weniger Probleme, sondern nur andere. Ob die dann leichter zu lösen sind, ist eine Frage, die weder Schäffler, noch Henkel oder sontwer beantworten kann oder will.
    ... wirtschaftliche Neuausrichtung (Exportmärkte) ist eine Lösung aber immerhin denkbar und mit etwas Tüchtigkeit ggf. schaffbar. Jedenfalls dürfte eine solche Entwicklung immerhin einigermaßen verantwortungsvoll steuerbar und beeinflussbar sein.

    Hand auf`s Herz: kann dass von der Euro-Konstruktion noch gesagt werden?
  3. #42

    Unter blauer Flagge

    Um die angeblich nicht stattgefundene Griechenland-Pleite zu übertünchen wurde kürzlich eine Billion € von der EZB per Mausklick erzeugt. Die Presse titelt in so einem Fall typischerweise, dass die Sparkanzlerin einen wichtigen Schritt zur Konjunkturbelebung getan hätte. Das alles macht nur noch unter der Prämisse einen Sinn, dass der Ausstieg aus dem Euro längst beschlossen ist und man den Euro bewusst inflationieren will.

    Der Kollaps hat natürlich noch etwas Zeit, schließlich will man sich zuerst die Filetstücke der „Pigs“ greifen. Anschließend ist geplant, die neue Währung sofort wieder bis zur Oberkante zu verschulden, als bedingungsloses Grundeinkommen für die Banker, genauer gesagt deren Hintermänner. Wir wissen ja alle, dass gewisse Banken zu groß zum Scheitern sind, zumindest, wenn wir die Propaganda schlucken. Zudem verstehen einfach zu wenige Bürger das Finanzsystem, das nach jedem Bankrott wieder wie Phönix aus der Asche ersteht.
  4. #43

    Mehr Geld in ein marodes System?

    Leider gibt es nur die Chance eines Umdenkens in solchen Staaten, wenn es erst einmal heftig abwärts geht. Nur immer wieder Geld in den Süden Europas zu pumpen sorgt nicht für ein Umdenken des Bürgers auf der Straße. Und so lange da nicht umgedacht wird, ist es vollkommen egal, was man tut. Änderungen fangen im Kopf an, und da hapert es im Süden Europas gewaltig.
  5. #44

    @labudaw

    Zitat von labudaw Beitrag anzeigen
    Irgendwie müssen sie ja etwas besseres kennen um das als
    Dummheit klassifizieren zu können - würd mich wirklich interessieren.
    Da sitzen solche Koryphäen anonym an der Tastatur und die halbe Welt geht zugrunde - das ist doch Säue vor die Perlen geworfen !
    Die bisherigen Maßnahmen waren nur ein Spiel auf Zeit. Was tun?
    Ein Vorschlag von mir wäre, dass die Staaten ihre
    Ausgaben und die Steuern für die Verbraucher gleichzeitig
    senken sollten, um die Kaufkraft zu erhalten.

    Dem Staat sollte es leicht möglich sein, 10-15% seiner
    Ausgaben durch besseres Wirtschaften einzusparen
    und gleichzeitig um 10-15% die Kaufkraft des gemeinen Volkes
    durch Steuersenkungen zu stärken.
    Austeritätsmaßnahmen des Staates alleine führen einfach nur in eine
    wirtschaftliche Abwärtsspirale. MfG wibo2
  6. #45

    Herr Münchau

    ist, wie er selbst sagt ECU-Geld-Befürworter. Ein Mann also der am grünen Tisch künstliche Erfolge konstruiert und dann als Realität verkauft und die tatsächlichen Gegebenheiten dafür strikt ausblendet. In den Niederungen eines gemeinen dt. St-Zahlers scheint er nicht zu leben ansonsten käme ihm so etwas nicht in den Sinn.
    Ein neoliberaler Theoretiker also der dreimal täglich frei erfundene Rendite-Erwartungen von Banken, Firmen und Investoren anbetet und dem der Rest egal ist.

    Spanien ist mit GR nicht zu vergleichen, wenn auch die lausigen Ergebnisse letztendlich die gleichen sind.
    Spanien hatte eine Geldwert-Kultur die durchaus, von Ausnahmen abgesehen, mit denen der Dt. Bundesbank zu DM-Zeiten gleich zu setzen war.
    Zum einen braucht Spanien kein extra Geld, die Banken werfen, s. SPON, erhebliche Gewinne auch trotz der Krise ab (und solange voll bankrotte span. Fußball-Vereine durch Banken und den Staat mit 100ten von Mio gestützt werden sowieso nicht).
    Zum anderen sind die Probleme auch hausgemacht: Bauruinen en Masse für die sich keine Käufer finden lassen bzw. den Verkauf eben dieser Neubau-Wohnungen zu überteuerten Preisen rein auf Pump. Gebaut deshalb weil es wegen der billigen ECU-Währung angezeigt war den Lebens- und Lohnstandard auf Dtld.- und Nord-Europa-Niveau innerhalb von drei Jahren hochzupushen.
    Ohne das reale Wirtschaftsleistung der nachhaltigen Sorte dem entgegen stand und stehen. Und das ist der Knackpunkt.

    Also ist m.E. die spanische Wirtschaft / Banken / Staat selbst Schuld an dem Desaster, wie auch GR. übrigens (wenn auch dort aus anderen Gründen).
    Daher sollte also Spanien zunächst die Bauruinen zu marktgerechten Preisen verkaufen, die dann für Beschäftigungs- bzw. Fortbildungsprogramme genutzt werden können. Für nachhaltige Investitionen, z.B. dringend notwendige Bewässerungsanlagen und ähnliches (Spanien ist bereits ein Staat mit sehr trockenen wüstenähnlichen Gebieten), könnte dann ein Sonderkontingent der brüsseler Marktkoordinierungsbehörde hilfreich sein.
    Mehr ist m.E. nicht zu tun, Spanien hat noch hinreichende Reserven die es auszuschöpfen gilt.
    Allerdings, die bittere Pille wird sein das sich der Lebensstandard auch in Spanien wieder auf die tatsächliche Wirtschaftskraft zurück schrumpfen muß. D.h. auch das Großkonzerne, Banken pp ihre Gewinne kürzen müssen was aber offensichtlich nicht gewollt ist, Besitzstände halt.

    Unterm Strich: Herr Münchau läßt vor dem Hintergrund seiner Ideologie keine Kausalitäten zu sondern predigt lediglich: Dt. unbefristete Sonderopfer für den Rest der Welt, egal aus welchen Gründen und wie die Verfassungs- bzw. Rechtslage auch sein möge bzw. welche negativen Konsequenzen das für Dtld haben wird.
  7. #46

    Sehr geehrter Herr Münchau, "der wahrscheinlich nächste französische Präsident" redet von Wachstum auf Pump. Wie es die Griechen in den letzten zwanzig Jahren hatten.
    Frau Merkel hat einen Eid geschworen, Schaden vom deutschen Volke abzuwenden, nicht vom spanischen. Dafür ist die spanische Regierung da und wenn das nicht reicht haben sie noch einen König, der immer noch genug Zeit und Geld hat, Elefanten zu erschießen.
    Für die Haushaltskonsolidierung war in den letzten Jahrzehnten nie der richtige Augenblick. Wird auch in den nächsten hundert Jahren nie sein. Jedenfalls wenn man Leuten wie Ihnen glaubt.
  8. #47

    Zitat von Gast100 Beitrag anzeigen
    ... davon nur der geringere Teil in EU-Staaten fließt. Insgesamt wären also ca. nur 20% der Wirtschaftsleistung betroffen.
    ERstens werden höhere Zahlen genannt, und zweitens wird mit der Suche nach neuen Absatzmärkten nichts, wenn eine neue Währung der Bundesrepublik in die Höhe schießt. Wer das nicht glauben will, sei an die frühen 90er erinnert: damals ertönte landauf landab das Klagelied vom Kostenweltmeister Deutschland, beruhend auf dem Wechselkurs. Einige Unternehmen fingen bereits an, ihre inländischen Lieferanten in Dollar zu bezahlen.
    Auch ansonsten: wer glaubt, irgend ein Unternehmen werde klaglos Weichwährung einnehmen, Hartwährung auszahlen und die Wechselkursverluste hinnehmen, muss sein Verhältnis zur Realität überdenken.
  9. #48

    Zitat von ak-73 Beitrag anzeigen
    ...es gab eine erfolgreiche deutsche Exportindustrie vor dem Euro. Und die hat sogar exportiert ohne dass ihr Umsatz von deutschen Krediten bezahlt wurde die einfach nicht zurückgezahlt werden.
    Schauen Sie einfach mal die Schlagzeilen der frühen 90er Jahre durch: damals schoss die Mark in die Höhe, und die Unternehmen reagierten mit Lohnkürzungen.
    Das werden Sie auch in Zukunft machen. Finden Sie sich damit ab: Sie kriegen Ihre Ruhe nicht.
  10. #49

    Ich habe keine Lust darauf, ...

    ... dass nun alle drei Monate ein neues europäisches Land "in den Fokus der Kreditgeber" gerät, man dann unsere Parlamentarier zusammentrommelt und mal eben ein paar Hundert Milliarden Euro mehr locker macht.
    So könnten wir einmal der Reihe nach ganz Europa entschulden und wären dann am Ende selbst pleite - im Prinzip sind wir das ja jetzt schon, bzw. unsere Kinder.
    Das einzig Positive daran: für die "Energiewende" wäre dann auch kein Geld mehr vorhanden, und Merkel & Co. könnten dann ihre Mitbürger nicht mehr in Lebenskatastrophen schicken, indem sie ihnen Windriesen 400 Meter vor das Haus stellen.








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