Debatte um Urheberrecht: Piraten in der Copyright-Falle

dapdErst schimpfen die Kreativen, jetzt beschwert sich auch noch Außenminister Westerwelle: Die Piraten geraten wegen ihrer Positionen zum Urheberrecht zunehmend in die Kritik. Ausgerechnet bei einem ihrer Kernthemen droht ihnen die Entzauberung. Aber kann ihnen das wirklich schaden?

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...827806,00.html
  1. #1

    ...

    Das was ich bisher über deren Urheberrechts-Ideen kenne finde ich ziemlich unfertig. Eine richtige Antwort auf diverse Probleme haben sie nicht. Aber ich werde sie trotzdem wählen, weil für mich mittlerweile jede etablierte Partei unwählbar geworden ist.
  2. #2

    Westerwelle? Oh, die Kritik ist ja brutal *haha

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Erst schimpfen die Kreativen, jetzt beschwert sich auch noch Außenminister Westerwelle: Die Piraten geraten wegen ihrer Positionen zum Urheberrecht zunehmend in die Kritik. Ausgerechnet bei einem ihrer Kernthemen droht ihnen die Entzauberung. Aber kann ihnen das wirklich schaden?

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    Westerwelle äußert Kritik, und keinen interessiert es wirklich, odr hat die FDP in Zukunft noch etwas zu melden?

    Soll ich jemanden Glauben schenken, der von freier Marktwirtschaft seniert und am Ende doch die Banken rettet und den Zockern hilft und damit die wichtigsten Mechanismen der Marktwirtschaft aushebelt? Der sagt, Arbeit müsste sich wieder lohnen und vor einer Woche die Meldung hört, dass Abgaben und Steuern noch nie so hoch waren wie 2012?

    Außerdem, nur weil die anderen sagen, die Piraten sind so, glaube ich das nicht, dafür habe ich aus der Eurokrise und den Märchen von CDU, SPD, Grüne und FDP zu viel gelernt (und ich bin wohlgemerkt pro Euro!).
  3. #3

    Mag sein das man was findet, so ist Politik aber es sind jetzt andere Maßstäbe gesetzt. Alles was "Bürgerliche Parteien" negatives über die Piraten herbeiziehen und verbreiten bringt ihnen immer mehr Zulauf. Es gibt kein politisches Mittelchen gegen die noch Erscheinung erst mittelfristig wird man verstehen.
  4. #4

    ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Erst schimpfen die Kreativen, jetzt beschwert sich auch noch Außenminister Westerwelle: Die Piraten geraten wegen ihrer Positionen zum Urheberrecht zunehmend in die Kritik. Ausgerechnet bei einem ihrer Kernthemen droht ihnen die Entzauberung. Aber kann ihnen das wirklich schaden?

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    Verstehe ich jetzt nicht. Da ist garnicht so ein großer Zauber um die Piraten.

    Es gibt in Deutschland eine starke Bevölkerungsgruppe die für eine weitgehende Einschränkung des Copyrights ist. Die Piraten existieren auf Grund dieser Gruppe.

    Warum sollten die ihre Meinung ändern weil irgendwelche Interessengruppen und Lobbyisten sich beschweren oder kritisieren?

    Was die "Leitmedien" anscheinend immer noch nicht begriffen haben ist das der potenzielle Piratenwähler kein gesteigertes Bedürfnis hat seine Ansichten an die vermeintliche "Leitmeinung" anzupassen.

    Er findet die Auseinandsetzung der "alten" Medien mit dem Aufstieg der Piratenpartei, seiner eigenen Denkweise und seinen Motiven lol und surft schnell weiter.
  5. #5

    Ja aber warum...

    Warum haftet den Piraten immer noch das schöne Schlagwort "Kostenloskultur" an?
    Weil gerade die Medien immer und immer und immer wieder, schon fast gebetsmühlenartig darauf referieren, aber kaum einer mal niederschreibt, was denn tatsächlich im Parteiprogramm steht. Schöne Zusammenfassung gibt es da auf der Homepage der Piraten.

    Warum begreifen immer noch viele nicht, dass es einen Unterschied gibt zwischen Urheberrecht und dem Verwertungsrecht?
    Ersteres beschützt den Autor, zweiteres dient fast nur dem Verlag.

    Warum wird sich so selten mit dem Verwertungsrecht kritisch auseinandergesetzt, aber immer wieder gesagt, die Piraten würden den Urheber schwächen wollen?
    Was die Piraten möchten ist eine Umstrukturierung weniger des Urheber- als vielmehr des Verwertungsrechtes. Denn die Verwerter - nicht die Urheber (!) - stehen deutlich besser da als der spätere Konsument. Spieleinhalte, die nur Erstkäufern zugänglich sind, an Accounts gebundene Spiele, Kopierschutz auf CDs und Filmen, überteuerte DVDs und CDs, mit denen nicht automatisch eine Download verbunden ist, das Problem von MP3-Downloads und dem "Eigentum"... Diese Fragen betreffen in erster Linie die Verwerter und erst in zweiter Instanz - nämlich, wenn der Urheber wenig Geld vom Verwerter bekommt - die Urheber.

    Und wenn man sich mit den Vorschlägen der Piraten auseinandersetzt, dann stellt man fest, dass es nicht darum geht, dass Urheberrecht abzuschaffen oder auszuhebeln, es geht darum, dass Wissen und die Kultur zu teilen, gleichzeitig aber Urheber und Verbraucher zu schützen.
    Interessanterweise sind viele große Werke entstanden, als es noch kein Urheberrecht gab.
  6. #6

    Periphär und dennoch von zentraler Bedeutung..

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Erst schimpfen die Kreativen, jetzt beschwert sich auch noch Außenminister Westerwelle: Die Piraten geraten wegen ihrer Positionen zum Urheberrecht zunehmend in die Kritik. Ausgerechnet bei einem ihrer Kernthemen droht ihnen die Entzauberung. Aber kann ihnen das wirklich schaden?

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    Die ganze Urheberrechtsdebatte im Umfeld der Piraten interessiert die breite Masse nur sehr wenig, glaube ich.
    Ungleich wichtiger ist die Tatsache, dass sich genau an diesem für die Piraten zentralen Punkt die Unausgegorenheit, wirre Logik und politische Naivität der Piraten offenbart, wie sie gerade heute wieder ganz aktuell im Print-Spiegel in der blamablen Haltung des Herrn Lau im Streitgespräch mit Jan Delay überdeutlich geworden ist. Wenn die so Politik machen wollen, wie es sich dort andeutet und sie es bisher an ihrem Kernthema exemplarisch vorführen, geht das voll in die Hose. Die werden von den anderen im politischen Alltag derart an die Wand gedrückt, dass es kracht. In Berlin scheint sich dies ja jetzt schon abzuzeichnen. Denen dafür dann die Stimme zu schenken, das werden sich viel Leute spätestens beim zweiten Mal überlegen.

    Vor allem aber: Sich die Intellektuellen in Deutschland explizit zum Feind zu machen - und das machen die Piraten geradezu mit infantilem Vorschul-Trotz, ist auf die Dauer auch keine gute Idee. Die sitzen nämlich meinungsbildend am viel viel, längeren um nicht zu sagen letztendlich am längsten Hebel.
  7. #7

    Öhm was?

    Wie jetzt die Piraten hätten nix genaues für Urhheberrechtsreform?
    Seit wie lange gibt es
    http://wiki.piratenpartei.de/wiki/im...gBPT2011-2.pdf
    schon?
  8. #8

    Nicht nur..

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Erst schimpfen die Kreativen, jetzt beschwert sich auch noch Außenminister Westerwelle: Die Piraten geraten wegen ihrer Positionen zum Urheberrecht zunehmend in die Kritik. Ausgerechnet bei einem ihrer Kernthemen droht ihnen die Entzauberung. Aber kann ihnen das wirklich schaden?

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    die FDp hat ein Problem mit der Glaubwürdigkeit. Die Piraten sind schneller dort angekommen, als sie bisher wohl selbst wahrhaben wollen. Aber solange ihnen weniger informierte Lemminge hinterher laufen, wird der
    Hype wohl noch eine Weile anhalten. Für eine wirkliche Demokratie sind sie in ihrem derzeitigen Zustand nicht zu gebrauchen.
  9. #9

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Erst schimpfen die Kreativen, jetzt beschwert sich auch noch Außenminister Westerwelle: Die Piraten geraten wegen ihrer Positionen zum Urheberrecht zunehmend in die Kritik. Ausgerechnet bei einem ihrer Kernthemen droht ihnen die Entzauberung. Aber kann ihnen das wirklich schaden?

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    Kubicki polemisiert auch genau in die denkbar falscheste Richtung.
    Gerade bei Architekten ist das Urheberrecht schon immer ein recht stumpfes Schwert und für die Entlohnung unerheblich. Die Vergütung (nach HOAI) erfolgt ohne direkten Urheberbezug für die tatsächliche Leistung, die im Architektenvertrag vereinbart wird.
    Vereinfacht kann man noch sagen:
    Ansonsten wurde schon fast jedes Haus schonmal ähnlich gebaut und daher ist für etwaige Prozesse wegen Plagiaten der Beweis der geeigneten genuinen Schöpfungshöhe für den Architekten sehr schwer. Er bedient sich ja schliesslich auch immer aus einem Pool von bewährten Elementen, Baustoffen und Vorbildern. Die Chance einen teuren Prozess zu verlieren ist dadurch auch jetzt schon extrem hoch.

    Der Bauherr darf auch ohne direkte Beteiligung des Urhebers sein Gebäude sanieren oder modernisieren lassen, solange er sich an die ursprüngliche Gestaltung hält.

    Erst Westerwelle, der polemisiert und Urheberrecht nicht von Markenrecht unterscheiden kann und jetzt Kubicki, der seiner Ex-Klientel, den Architekten, vorflunkern will, dass sie ihn und die FDP bräuchte.