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Debatte um Urheberrecht: Piraten in der Copyright-Falle

dapdErst schimpfen die Kreativen, jetzt beschwert sich auch noch Außenminister Westerwelle: Die Piraten geraten wegen ihrer Positionen zum Urheberrecht zunehmend in die Kritik. Ausgerechnet bei einem ihrer Kernthemen droht ihnen die Entzauberung. Aber kann ihnen das wirklich schaden?

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...827806,00.html
  1. #120

    Zitat von Bob Andrews Beitrag anzeigen
    Nein, das macht dann der Markt. Aber man kann durchaus die gesetzlichen Rahmenbedingungen neu gestalten. Als es noch keine Tonträger gab, mussten Musiker auch auf andere Weise mit ihrer Kunst Geld verdienen.
    Als es noch kein Internet und keine Kopien von Werken gab mussten sich Musikinteressierende Musik durch Bezahlen beschaffen.....
  2. #121

    .

    Zitat von Bob Andrews Beitrag anzeigen
    Wieso? Gab es keine Künstler als es z.B. noch keine Tonträger gab?
    Warum soll ein Künstler für eine einzige, einmalige Leistung noch Geld bis 70 Jahre über den Tod verdienen?
    Erstens konnten früher Künstler Geld verdienen, da ja auch jeder, der sie hören wollte, sozusagen zu einem Livekonzert gehen musste. Es konnte ja nicht vervielfältigt werden. Oder es gab reiche Adlige, die sich ihren Haus- und Hofkünstler gehalten haben. Sicherlich kein besseres Modell ...

    70 Jahre verdienen sicher nur außergewöhnlich wenige an einigen außergewöhnlich guten Werken. Die meisten verdienen ja gerade mal 2, 3 Jahre an ihrem Werk, dann willes keiner mehr hören, geschweige denn kaufen. Denn letzteres ist ja Voraussetzung dafür, dass man auch nach knapp 70 Jahren noch verdient.

    Zitat von Bob Andrews Beitrag anzeigen
    Dasselbe trifft auch auf z.B. Maler, Bildhauer usw. zu. Die werden einmal und eben nur ein einziges mal bezahlt, wenn sie eben ihr Kunstwerk verkaufen.
    Falsch! Es gibt zwar nur das eine Original, aber dann einige Originaldrucke, viele Nachdrucke, noch viel mehr Poster, alles preislich abgestuft und in größeren Mengen produziert. Vor allem daran verdienen Maler und Bildhauer.

    Zitat von Bob Andrews Beitrag anzeigen
    Aber auch Spitzensportler werden für eine einmalige Leistung nicht ihr Leben lang alimentiert.
    Stimmt auch nicht. Wenn es wirklich gute Sportler sind, verdienen sie mit Werbeeinnahmen noch über viele, viele Jahre. Siehe z.B. Boris Becker oder Steffi Graf. Gleichzusetzen mit den wenigen Spitzenmusikern, die auch nach vielen Jahren noch gutes Geld mit herausragenden Werken verdienen, z.B. die Beatles.

    Zitat von Bob Andrews Beitrag anzeigen
    Warum sollen andere dagegen für eine irgendwann mal erbrachte Leistung immer und immer wieder bezahlt werden? Diese Entwicklung, die sich mit der Entwicklung der Bild- und Tonträgertechnologien verselbständigt hat, ist der wirkliche Wahnsinn.
    Nein! Ihr eigenes Argument, Bildhauer, verkauft sein Original zu einem Wahnsinnspreis. Können wir ja auch bei Musik so machen: Jedes einzelne Musikstück kann, wenn es wirklich gut ist, nur ein einziges Mal verkauft werden. Dann wäre es vermutlich richtig teuer ...

    Zitat von Bob Andrews Beitrag anzeigen
    Aber auch in anderen Bereichen des geistigen Eigentums gibt es eben andere Regelungen zu den Urheber- und vor Allem Verwertungsrechten. Ich arbeite z.B. als Naturwissenschaftler in der Krebsforschung. Mit meinen Forschungsergebnissen schaffe ich auch geistiges Eigentum, das ich natürlich unentgeltlich der Allgemeinheit zur Verfügung stelle.
    Das ist ja alles richtig, aber vermutlich sind sie irgendwo angestellt und bekommen ihre Arbeitszeit generell bezahlt. Oder aber sie forschen zuhause, müssen sich ihre Materialien, ihr Labor und alles andere selbst finanzieren und hoffen darauf, dass sie irgendwann mal ein Ergebnis haben, das sie irgendwem verkaufen können, um ihre jahrelangen Investitionen irgendwie finanzieren zu können. Oder ein Buch schreiben zu können, das dann auch gekauft und nicht kostenlos kopiert wird.
  3. #122

    Ist ja gar nicht so

    Zitat von Bob Andrews Beitrag anzeigen
    Warum sollen es da Konserven-Künstler insofern besser haben, dass sie sich auf einer einmal erreichten Leistung ausruhen können und selbst deren Nachkommen noch bis über 70 Jahre nach deren Tod damit alimentiert werden?
    Das ist ja gar nicht so. Die Künstler treten in der Regel ihre Rechte gleich komplett an den Verwerter, also den Verlag oder das Label ab. Die bringen dann ein Buch oder eine CD 'raus, und nachdem die aus den Bestsellerlisten oder Charts geflogen ist, wird sie nicht erneut aufgelegt. Womit dann auch die Leistung an den Autor oder Musiker beendet ist. Die Rechte behalten die Verlage trotzdem.

    Wozu? Na, damit nicht so viele Bücher und CDs auf dem Markt sind, zur künstlichen Angebotsverknappung. Das komplette 20. Jahrhundert, bei Amazon: Nicht erhältlich, nur die ersten zwei Jahrzehnte. Denn das ist ja inzwischen gemeinfrei, da kann keiner verhindern, dass es gedruckt wird.

    Infinite Copyright Is Killing Culture

    Das gefährliche Halbwissen von Jan Delay ist, dass er meint, ein Musiker braucht einen Plattenvertrag und ein Buchautor einen Verlag. Ja, das stimmt schon, die haben sich Monopolstrukturen geschaffen, weshalb man ohne schwer einen Fuß auf den Boden bekommt. Die Garantie für derartige Monopolstrukturen liefert das Urheberrecht, welches zu einem reinen Verwerterrecht verkommen ist. Ein Hund mit derlei Halbwissen würde vermutlich dafür plädieren, dass man ein Herrchen braucht, weil draußen im Wald wird man vom Jäger erschossen, und drinnen in der Stadt vom Hundefänger gefangen. Freiheit? Gibt doch jeden Tag Fresschen, wozu Freiheit.
    Das System abzuschaffen geht nicht über Nacht, und das ist auch kein dünnes Brett, was da gebohrt werden muss. Wohl hat die Piratenpartei auch eine Menge Dünnbrettbohrer im Angebot, die eben ihrerseits auch nur über Halbwissen verfügen. Wenn z.B. über den kostenfreien ÖPNV diskutiert wird, kommt von den Piraten auch nichts mit Substanz. Dabei kann man das im Internet schnell ergoogeln: Die flämische Stadt Hasselt macht das ganze schon seit Mitte der 90er erfolgreich:

    Personennahverkehr in Hasselt
    Ähnliches gilt auch für das Urheberrecht: Das nicht zu haben war auch für Deutschland einst mal ein Erfolgsrezept. Und die Story dazu war sogar hier auf Spiegel Online:
    Geschichte: Explosion des Wissens - SPIEGEL ONLINE
  4. #123

    Zitat von systembolaget Beitrag anzeigen
    Ich werde das Gefühl nicht los, daß es sich bei den Mitgliedern und Anhängern der Piratenpartei einerseits um sehr junge, mit Schnäppchen- und Umsonst-Kultur aufgewachsene Protest- und Erstwähler handelt. Oder um arrivierte IT-Arbeiter oder Informatikstudenten, die sich keinen Deut um die Anliegen von Kulturschaffenden scheren müssen.
    ITler sind vielfach ebenfalls Urheber und beweisen, dass man auch mit OpenSource gutes Geld verdienen kann.

    Das Urheberrecht ist übrigens eine ziemlich neumodische Sache und wenn ich mir das mal so ansehe, dann sind kulturell bedeutende Werke eher vor der Einführung entstanden.

    Zudem ist das Urheberrecht und Patentrecht in der jetzigen Form einfach pervers. Da werden oft trivialste Dinge geschützt, die für jedem fachlich halbwegs bewanderten Menschen binnen weniger Minuten selber einfallen würden, wenn er vor eine entsprechende Aufgabe gestellt würde. Das hemmt Innovationen ungemein und spült praktisch nur Geld in die Kassen von Leuten, die keine echten Leistungen erbringen.

    Wir kommen noch irgendwann dahin, dass man nicht mal mehr unter der Dusche den Lieblingssong singen darf ohne GEMA-Gebühren dafür zu bezahlen.
  5. #124

    Zitat von queue Beitrag anzeigen
    Vor den Beschlüssen vom letzten Dezember hatten die Piraten tatsächlich eine offene Flanke im Urheberbereich, die mit einer guten Argumentation hätte attackiert werden können. Das damals beschlossene Programm hat die Lücken allerdings gut geschlossen. Es ist sicher jederzeit möglich, einen einzelnen Piraten im direkten Gespräch an die Wand zu nageln, aber die Partei als Ganzes erwischt man damit nicht.
    Die Piraten fordern doch weiterhin die vollständige Legalisierung des nichtkommerziellen Kopierens von Werken, genauso, wie sie es auch ursprünglich in ihrem Grundsatzprogramm schon gefordert hatten. Wo ist denn da nun eine Lücke geschlossen woden, denn diese Forderung lässt ja die Lücke offen, dass hiermit ein Künstler de facto seine Verwertungsrechte verliert und auf Almosen der Nutzer angewiesen ist.

    Zitat von queue Beitrag anzeigen
    Das heißt, den Unterschied zwischen Patenten, Urheberrecht und Markenrecht kennen, lieber Herr Westerwelle.
    Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal für Westerwelle "Partei" ergreifen würde, mache es hier aber. Im Gegensatz zu Ihnen weiss Westerwelle sehr wohl von was er spricht, wenn er vom Kampf gegen Produktpiraterie spricht. Produktpiraterie findet auf praktisch allen Gebieten des geistigen Eigentums statt, sowohl bei technischen Produkten als auch bei Produkten, deren besonderer Wert sich durch eine bekannte Marke ergibt als auch bei Kunstwerken, die verwertet werden. Auch bei der von der CI "Raubkopien" genannten Kopien von Musik, Filmen und Software spricht man von Produktpiratie. Um der Produktpiraterie Herr zu werden wurden in der Vergangenheit auf nationaler und internationaler Ebene verschiede Gesetze, Verordnungnen und Richtlinien verabschiedet, die schutzrechtsübergreifend bestimmte Bestimmungen eingeführt hatten. Es war dabei das Anliegen der jeweiligen deutschen Regierung und der EU darauf hinzu wirken, dass ähnliche Regeln gegen das gesamte Feld der Produktpiraterie auch im Ausland eingeführt werden. Die Glaubwürdigkeit dieses Anliegens sieht Westerwelle zu recht gefährdet, wenn man in Deutschland das Kopieren von Musik und Filmen für gerade die freigibt, an die sich diese Produkte richten. Westerwelle sieht deshalb zu recht nicht nur namentlich die Piratenpartei auf Seiten der Produktpiraten, denn beide haben das gleiche Anliegen: Die Leistung eines anderen kostenlos nutzen zu wollen.

    Zitat von queue Beitrag anzeigen
    Das heißt auch, zu wissen, dass es in Deutschland keine Softwarepatente gibt (wofür ich als Entwickler dem fliegendem Spaghettimonster jeden Morgen auf Knien danke) und warum das gut so ist, lieber Herr Weber (CSU). Das heißt, dass man das Programm zunächst einmal lesen muss und sich nicht hinter "gibt gar keins" oder "die wollen das Urheberrecht abschaffen" verstecken kann.
    Liefern bitte!
    Informieren bitte! Natürlich gibt es Softwarepatente. Zum Teil sind diese insbesondere durch das EPA zu Unrecht erteilt worden, zu einem viel größeren Teil beinhalten sie aber Software nur lediglich als Teil der unter Schutz gestellten Technik und sind deshalb dem Patentschutz nach derzeitiger Rechtslage zugänglich. "Gemischte" Patente, die also Software zusammen mit einem Verfahren oder einem Gegenstand unter Schutz stellen gibt es wie Sand am Meer. Gut, Ihr Spaghettimonster ist davon bestimmt nicht betroffen, diese Patente beschäftigen sich idR mit den ernsthaften Dingen des Wirtschaftslebens.
  6. #125

    Asimo sagt:

    Zitat von cm2012 Beitrag anzeigen
    Leider nicht überzeugend. Durch das Legalisieren von Tauschbörsen besteht kein Anreiz, eine Kopie gegen Bezahlung zu erwerben. Somit geht der Urheber leer aus.
    Sie sollten Ihren eigenen Geiz nicht allen anderen unterstellen. Nur weil etwas kostenfrei zur Verfügung steht, heißt das nicht, dass ich nicht aus Geld dafür gebe. Fair use ist das Zauberwort.

    Konkrete Frage: Haben Sie schon einmal einem Straßenmusiker Geld in den Hut geworfen? Falls Sie mit "Nein" antworten, dann wundert es nicht, dass sie das System nicht verstehen. Falls sie mit "ja" antworten, sollten Sie die Antwort auf die Frage wie das Sytem funktionieren kann selbst herleiten können.
  7. #126

    Zitat von soulless72 Beitrag anzeigen
    Home - Corporate Records

    z.B.
    David Koresh Superstar by The Indelicates on Corporate Records

    hat z.B. einen Minimumpreis von 3 Pfund ... man kann den Preis aber auch auf 0 setzen und es umsonst runterladen .... und die leben ganz gut von ihrer Musik.

    Neue Geschäftsmodelle sind gefragt nicht "Wie können wir so weitermachen wie die letzten Jahrzehnte obwohl sich die Technik geändert hat .... wird wohl nur mit Totalüberwachung gehen ... na, passt doch, die Innenminister wollen das ja auch, bekommen wir schon durch"
    Ach das ich nicht lache.
    Es ist ja super dass es Nischenkünstler aus bestimmten Szenen gibt bei denen Quasi-Spenden funktionieren.
    Meine Firma stellt iPhone apps her und ich gebe ihnen schriftlich: NIEMAND würde auch nur EINEN CENT dafür zahlen wenn er es nicht müsste.
  8. #127

    Zitat von franz444 Beitrag anzeigen

    Jetzt ein angewandtes Fallbeispiel dazu: "Lieschen Müller kauft von der Band XY auf iTunes ein MP3-Album für 10 €. Daraufhin teilt Lieschen Müller das MP3-Album per Filesharing (laut Punkt 37 völlig legal) im Internet. Es wird fleissig geshared, aber bei iTunes kauft das keiner mehr (warum auch), gratis is weniger als 10€. Wie verdient nun die Band Geld mit dem Erschaffen von Musik???? Kann mir das einer von den Piraten erklären? Wie soll das funktionieren? Ich bin auf Antworten gespannt.
    Ist die Band XYZ unbekannt, wird ihre Musik wohl kaum geshared.
    Ist die Band bekannt, werden ihre Musiker Gema- Mitglieder sein oder spätestens werden, wenn ihre Band bekannt wird. Dann gibt es für quasi jede öffentliche Aufführung ihrer Titel ( TV, Radio, Diskotheken, Kneipen, Lizensierungen etc. ) Geld. Je bekannter und erfolgreicher die Band, umso mehr Geld. Ist die Band XYZ in den Charts und wird ihre Musik im Radio oder TV gespielt, gibts für jede Minute!! je nach Uhrzeit richtig Geld. Zur Primetime sind das locker 150 Euro je Minute..ein Track dauert in der Regel 3 - 4 Minuten! So werden Musiker reich. Hat die Band oder der Musiker keinen Erfolg, jammern sie rum, alle würden ihre Musik klauen. Hmm...

    Eine vereinfachte Antwort von einem Noch Nicht Piraten.
  9. #128

    Da motzen ja mal wieder F(l)achleute!

    Ausgerechnet Westerwelle und Kubicki schwingen sich zu Rettern des abendländischen Urheberrechts auf und das einzige was sie zu Stande bringen sind untauglich Beispiele: Bei der Produktpiraterie geht es nicht um den Diebstahl geistigen Eigentums. Es geht um die Fälschung von Produkten mit dem Ziel, mit billigen Falsivikaten Profit zu machen. Die ursprüngliche kreative Idee/Patent wird eben nicht abkupfern sondern nur den Eindruck erwecken, als seien sie mit diesen identisch. Hier wird eben nicht die Idee geklaut, sondern der Verbraucher mit einem minderwertigen Produkt betrogen. Und Architekten haben nun mal eine Vergütung (HOAI), die nichts aber auch gar nichts mit Urheberrechtsschutz zu tun hat. Bei solchen Argumenten hat die FDP mit Sicherheit kein Problem mit dem Dioebstahl geisitgen Eigentums: Ich wüßte nicht, wer noch interesse an solch jämmerlichen F(l)achgedanken hat.

    Die aufgeführten Musiker sollten sich besser überlegen, was sie da sagen. Zumindest Jan Delay nörgelt da an einer Stelle, wo er als Großverdiener im Musik-Business nicht nur seine eigene Fründe durch die Gema schützt lässt: im Rahmen des Gema-Verteilverfahrens betreibt er genau das, was er den Piraten vorwirft: er enteignet eine Vielzahl kleiner Komponisten uind Musiker, wenn er es zuläßt, dass die Gema diese und deren Werke im besagten Verteilverfahren gänzlich unberücksichtigt lässt. Die Regelungen der Gema sind so absurt, dass, wenn die Mitglieder des Bujndestages während ihres Plenums Gema-geschützte Lieder singen würden, das Parlament nicht nur dafür sondern auch - als Folge daraus - für die Reden Gema-Gebühr abdrücken müsste. Die Gebühren (auch der Anteil für die Reden) gehen dan an die Jan Delays dieser Welt.

    Und der "Brandbrief von 51 empörten "Tatort"-Drehbuchschreibern" geht ja wohl ganz nach Hinten los. Gebührenfinanzierte Dumpfbacken beschweren sich, weil sie in ihrer Existenz bedroht sind: Dramaturgisch ganz schlecht, genauso unterirdisch und vor allem unrealistisch, wie die Drehbücher, die diese "Autoren" in der letzten Zeit so von sich geben.
    Das nichtkommerzielle Kopieren und Nutzen von Werken bedeutet doch: solange mit dem geistigen Eigentum eines Dritten kein Geld verdient wird, ist die Nutzung kostenlos. Entsprechende Modelle gibt es schon. Wer sich dafür Interessiert kann sich ja mal dieses Beispiel anschauen: Creative Commons

    Und das ist nicht die einzige Möglichkeit. In den Vereinigten Staaten wird beim Urheberrecht meines Wissens nach auch zwischen kommerzieller und nichtkommerzieller Nutzung unterschieden.
    Im Endeffekt läßt sich belegen, dass ein starker Urheber- und Patentrechtsschutz die kulturelle Vielfalt behindert, weil sie die Nutzung dieses geistigen Eigentums so schwierig macht, dass an eine Weiterentsicklung nicht mehr zu denken ist. Darüber hinaus ist die Anmeldung von Patenten so kompliziert und teuer, dass sie meist nur von großen Firmen vorgenommen wird, die dann wohlmöglich missliebige, weil nichtg marktkonforme Patente in den Firmentresoren verschwinden lassen.

    Das nichtkommerzielle Kopieren und Nutzen von Werken zu fördern, ist also durchaus sinnvoll.
  10. #129

    Urheberrechtliche Abstrusideen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    ....
    Piraten in der Copyright-Falle - SPIEGEL ONLINE[/url]
    Ist doch ganz einfach: wer nicht will, dass jemand einen Gedanken/Idee/Konstruktion/Bild nutzt, kanns doch fur sich behalten, oder?
    Laesst er es raus, setzt ers in die Welt, in der nicht nur er, sondern alle leben.
    Und alles nutzen, was ihnen nuetzlich erscheint und greifbar ist.
    Tut der Indieweltsetzer doch laufend selber auch: nutzt die Sprache, die Grimm oder Luther in die Welt setzten oder seine Urgrossmutter.
    Denkt und kommuniziert in IT, die ihm von anderen entwickelt wurden.
    Steckt in Kleidern, die andere fuer ihn machten. Lebt in Regularien, die er nicht selber entwickelt hat.
    Plagiiert also oder "missbraucht" laufend zu seinem Vorteil was, was andere ihm bereitgestellt haben er fuer was er explizit als Idee nichts bezahlt.
    Er bezahlt ein Produkt, die Rechtssystemnutzung ueber Steuern z. B., die Modeidee mit Kauf seiner Hose, die software mit Geraetekauf.

    Will er selber die Welt mit einem Produkt begluecken, kann ers doch tun, oder?
    Ein Bild malen und verkaufen, sich freuen, wenns ander nachmalen, erhoeht nur den Preis fuers naechste Original.
    Er kann ein Gedicht schreiben und dies per Amazon verkaufen zu einem Preis, den er selber bestimmen kann.
    Er kann eine Musik komponieren und via App einmal ueber Apple verkaufen.
    Und sich freuen, wenns dann zu seinem Ruhme von allen kostenfrei vervielfaeltigt wird.
    Er kann eine interessante Maschine entwerfen und sich mit einer Firma zusammentun oder selber eine aufmachen, welche die herstellt.
    Kommt da eine Chinesenfirma, die das nachbauen kann und erfolgreich ohne ihn zu beteiligen an seinen Nachbar verkauft, hat er 2 potentielle Fehler gemacht: die Maschine war schlicht zu einfach zu kopieren. Also haette er sie stecken lassen koennen.
    Oder er hatte den falschen Produktionspartner an falschem Produktionsstandort gewaehlt.
    Wer solche Fehler macht oder ungares Zeug nur konstruiert und nicht gut produzieren kann, hat hinzunehmen, dass andere schlicht besser sind als er selber.
    Anstatt zum Anwalt zu laufen, auf das der abstruse Rechtspositionen aus den Fingern oder Gesetzbuch saugen moege, um ihm "Urheberrecht"-Geld einzutreiben!
    Ein Joke, diese Argumentationsfuehrung von Westerwelle: entweder wir Deutschen sind besser (z. B. im Maschinenbau) als andere, was in der Tat so ist, machen laufend neue Maschinen und ueberlassen die alten den Chinesen.
    Oder wir sind nicht besser (was derzeit nicht zutrifft). Dann sollen doch die Chinesen uns lieber mit billigem, gutem Material versorgen, siehe Sonnenpanelen. Ist doch auch sehr o.k. fuer uns.
    Mein Fazit: Urheberrecht ist nicht nur ein ueberfluessiger Kropf. Es ist Behinderung zivilsatorisch/technischen Evolutionsfortschrittes.
    Das koennen wir uns aber als Art nicht mehr leisten. Denn in Kuerze muessen wir nicht 7 Milliarden, sondern 10 oder 12 mit einer dringlichen Flut an neuen Technomaschinen oder Anbeutechniken oder Chemikalien am Leben halten.
    Behinderung solcher Entwicklungen (Beispiel Monsantos "Genpatente") bringen nur Tod und Verderben ueber Millionen oder Milliarden zum egoistischen Nutzen einiger Weniger.
    Deshalb weg mit jedem Urheberkram, wieder hin zum Ursprung, woher wir kommen. Naemlich kostenlos und spontan in die Welt des Lebens eintreten.
    Das hat, bitte sehr, traditionell so kostenlos zu bleiben, wie es jahrmillionlang auch schon war oder wir ersticken es mit unseren Abstrusideen.








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