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Debatte um Urheberrecht: Legt euch doch mit Apple an!

Die Piraten sind die erste Formation links der Mitte, die es geschafft hat, viele Intellektuelle gegen sich aufzubringen - mit ihrer Forderung, digitale Inhalte freizugeben. Bei den Nerds haben geistige Güter keinen besonderen Wert.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...827077,00.html
  1. #490

    Zitat von Bondurant Beitrag anzeigen
    also ja.
    Dann sind wir uns praktisch einig. Und da ja viele hier die Meinung vertreten, der "Profit" bliebe heute bei den "Verwertern" ist es ja auch ziemlich ausgemacht, dass bei einem reformierten System der Urheber mehr verdienen und der Konsument weniger bezahlen wird.
    Also, her mit dem Modell. Das kann doch nicht so schwer sein.
    Vereinfachte Lizensierung auf europäischer Ebene mit der Wahlmöglichkeit, ob man für den Online-Bereich nationale oder europäische Lizenzen erwerben möchte, um deutsche Produktionen finanziell nicht zu überfordern. Nach DVD-Veröffentlichung Behandlung wie eine Videothek, für das Unternehmen im Kostenrahmen natürlich an das größere Publikum angepasst. Damit kann am Ende der Verwertungskette sogar nochmal ordentlich Geld gemacht werden. Bei fehlender Veröffentlichung im deutschen Markt Freigabe für eine unabhängige Nutzung im Onlinebereich. Ich weiß nicht exakt, wie die amerikanischen Anbieter ihre Gelder ausschütten, aber es scheint ja zu funktionieren. Für Musik macht eine Vereinfachung der Lizensierung wohl auch Sinn. Vielleicht hat die GEMA Youtube gegenüber angesichts der Finanzstärke ja recht, dass eine Einzelabrechnung angezeigt und finanzierbar ist, aber bei Start-Ups könnte man ja vielleicht insofern entgegenkommen, dass zumindest bis zum Erreichen eines bestimmten Unternehmensziels eine umsatzabhängige Entlohnung akzeptiert und dann neu verhandelt wird. Ich bin überzeugt, dass Bezahlpotenzial (sogar über die bisherigen Auschüttungsschlüssel) überall schlummert, aber genutzt werden muss. Und bin etwas frustriert, dass man letztlich nur das Fernsehprogramm protegiert, weil es sich nach meinem Empfinden primär um Wettbewerbsfragen handelt. So. Und jetzt bitte nicht nochmal der Einfachheit halber um Vorschläge bitten. Wenn dann antworten, wieso ich mir das vielleicht zu leicht vorstelle. Kann ja sein!
  2. #491

    Urheberrecht ineffektiv

    Also meiner Meinung nach sind Urheberrechtsgesetze weit davon entfernt, effektiv zu sein. Anstatt, dass Organisationen wie die GEMA und die GVL die Gesetzgebung dazu veranlassen, Pauschalabgaben eintreiben zu koennen, sollten wir einfach darauf achten, dass fuer das Diebesgut bezahlt wird.

    Und die Moeglichkeit von Bussgeldern um digitale Moechtegern-Diebe abzuschrecken, ist eine Form der Umverteilung des Reichtums, und es ist falsch.
  3. #492

    Ach, so ist das?

    Zitat von quengelbengel Beitrag anzeigen
    sollen die musiker und künstler permanent arbeiten, so wie auch jeder müllmann und jeder bäcker, oder sich damit abfinden, dass dieser digitale kram einfach NICHT DAS GLEICHE IST, wie materielle güter und tätigkeiten...
    Interessant! Künstler aller Art sind also allesamt ein faules Pack, deren Produkte sich also zum Zeitpunkt X sozusagen aus dem Nichts im Netz "für alle" materialisieren. Das war mir neu. Dann mach ich wohl irgendwas falsch. Die Bücher, mit denen ich mein Geld verdiene, materialisieren sich nicht einfach so. Da steckt die professionelle, akribische Arbeit vieler Monate drin. Ich schreibe, recherchiere, feile, ändere, formuliere, prüfe, etc. Ach, Verzeihung, ich sagte "Arbeit", ich sollte das wohl eher als Hobby ansehen. In der Zeit will mein Vermieter für die "echte Leistung" der Wohnraumbereitstellung (was tut er eigentlich dazu, nach dem Kauf?) Miete haben, ich muss was essen (sorry!) und nackt rumlaufen ist auch nicht mein Ding, sprich, so ein, zwei Klamotten wären auch ganz gut. Na, dann such ich mir wohl mal 'nen "richtigen" Job.
  4. #493

    Zwei drei Anmerkungen

    Zitat von knarfe Beitrag anzeigen
    Welches Einkommen?
    Fall 1: (Rechnung der Musikindustrie): Einkommensverlust für Preis von 50000 CDs - Geld aus der Abgabe für Leerdatenträger und Geräte.-(
    Fall 2: Die Facebookfreunde sind erst durch das Weiterreichen auf die Musik aufmerksam geworden, ohne das Verschenken hätten sie die Musik und die Künstler nicht wahrgenommen und nie gekauft. Nun kaufen sie alle die CD selbst, sowie Fanartikel und Konzertkarten. Statt Einkommensverlust, ein sattes Plus.-)
    Das ist natürlich extrem so wie ja auch das Beispiel an sich.
    Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte, deswegen gibt es ja inzwischen so viele legale kostenlose Angebote bei steigenden bezahlten Downloads.
    1. Die Facebookfreunde müssen doch gar nicht kaufen, wieso sollten sie auch? Wurde doch geshared. Warum etwas kaufen, was ich doch schon habe?
    2. Was machen Sie mit Künstlern, die nicht live auftreten können oder wollen. Die haben Pech gehabt? Oder verkaufen die dann die Baseballcabs so übers Netz und machen das satte Plus.
    3. Die Leermedienabgabe lässt etliche Medien außen vor. Man wollte nämlich ganz bewusst nicht signalisieren, kopiert doch, wir bekommen unser Geld dann anders. Gilt z. B. für Games.
  5. #494

    Zitat von doctorwho Beitrag anzeigen
    wenn ich heute in australien eine dvd kaufe kann ich sie nicht auf meinem europäschen dvd-player abspielen .
    Dann kaufen Sie doch eine DVD in Europa. Wo ist das Problem?
    Sie kaufen ja auch nicht ein Auto in Australien und beschweren sich dann, dass es nicht in der EU zugelassen ist.

    wenn ein film in den usa startet , und man selbst die dort legal erworbenen privatkopien ( ! )
    Privatkopien, die legal verkauft werden?
    in europa nicht abspielen kann , ist doch klar dass es plötzlich downloader ohne ende gibt .
    Es gibt ja auch ohne Ende Leute, die amerikanische DVDs kaufen, um sie dann hier abspielen müssen.
  6. #495

    Zitat von johnbatz Beitrag anzeigen
    Das kann doch alles nicht wahr sein, oder? Haben Sie schon mal was von Vertragsfreiheit gehört? Man kann doch nicht einesteils jemanden die Rechte übertragen um daraus Kapital zu schlagen und gleichzeitig als Konkurent auftregen. Geht's noch? Wenn man das als Künstler nicht will, schließt man solche Verträge von vorneherein nicht ab.

    Warum glaubt jeder dahergelaufene Raubkopierer, dass er jetzt Robin Hood spielen muss, um die Künstler zu befreien?
    Jeder Vertrag ist ein Zwang. Es gibt logisch nur einen Zustand von Vertragsfreiheit, der genau dann vorliegt, wenn es KEINEN Vertrag gibt.
    Erläuterung:
    Wenn Verträge die Menschen befreien, regeln wir einfach das ganze Leben mit Verträgen. Frage:
    Wieviel Freiheit gibt es dann noch ?
    Und nein, Rousseau war kein großer Denker.

    Das Denken von systemgläubigen Wettbewerbskriegern ist an Naivität kaum zu toppen.

    Die glücklichen Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit.
    Marie von Ebner-Eschenbach
  7. #496

    Zitat von JackBeauregard Beitrag anzeigen
    Ach Herr Fleischhauer, Ihnen fehlt - wie zuletzt in einer Debatte mit Kathrin Hartmann im Münchener Muffatcafé - komplett der Durchblick.
    Ich habe dies schon auf mehreren Seiten gepostet und wiederhole dies gerne,
    das es hier nicht um Urheberrecht, sondern um Verwertungsrecht geht, sollte mittlerweile jedem klar sein.
    Die "Musikindustrie" z.B., die sich gerade so aufspielt.....
    Ob Uhrheberrecht oder Verwertungsrecht, natürlich gibt es Konzerne, die Künstler über den Tisch ziehen. Ohne diese Rechte gibt es aber nichts mehr zum Über-den-Tisch-Ziehen. Und damit auch keine Existenzgrundlage für geistiges Gut Schaffende. Das können wir nicht wollen
  8. #497

    Zitat von knuty Beitrag anzeigen
    Auf einem Arbeitsmarkt, bei dem die Arbeiter um ihren Lohn betrogen werden, haben Sie vergessen zu erwähnen.
    ...und zwar vom Staat, der für jeden realen Euro Lohnerhöhung real 1,20 einkassiert. Deshalb sinken die Reallöhne ja auch seit Jahren, obwohl immer mehr bezahlt wird.
  9. #498

    Zitat von verinet Beitrag anzeigen
    sie wollen das andere erklären warum sie Pirat geworden sind ? getreu nachdem Motto "können Sie mir sagen wo ich hin möchte?" seid ihr da alle ein bischen "bluna" oder was?

    und bei der angeblichen Reform des Urheberrechts handelt es sich letztendlich doch um eine Abschaffung zumindest digital kopierbarer Medien
    Und wenn hier im Forum noch 100 ohne jeden Beleg behauptet wird, die Piraten würden das Urheberrecht abschaffen, wird es nicht wahrer. Was richtig ist, die Piraten wollen am Recht auf Privatkopie festhalten, ja sowas gibt es bereits und das gilt auch für Digitale Datenträger. Damit wird aber das Urheberrecht nicht abgeschafft.
  10. #499

    Zitat von dale_gribble Beitrag anzeigen
    Kennen Sie IRGEND JEMANDEN der das macht?
    Ich meine gebrannte CDs verkaufen? Im Bekanntenkreis?
    Halte ich fuer sehr weit hergeholt.
    Ein Nachbar von mir hat dies gemacht. Ich weiß nicht, was er gebrannt hat, jedenfalls hat er pro Tag ca. 100 Rohlinge gebraucht, die er sich immer in unterschiedlichen Geschäften gekauft hat. Auf meine Frage, wofür er denn soviele Rohlinge brauchen würde, wurde er rot und stammelte etwas von "für Kollegen".


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