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Debatte um Urheberrecht: Legt euch doch mit Apple an!

Die Piraten sind die erste Formation links der Mitte, die es geschafft hat, viele Intellektuelle gegen sich aufzubringen - mit ihrer Forderung, digitale Inhalte freizugeben. Bei den Nerds haben geistige Güter keinen besonderen Wert.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...827077,00.html
  1. #270

    Zitat von tut nichts zur sache Beitrag anzeigen
    Alles schön und richtig, aber was bitte hat das mit dem Internet zu tun? Es geht hier um gewerbsmäßigen Betrug am Urheber. Das war auch in den Jahren 1981 bis 1986 illegal und wird es immer bleiben. Wenn jemand ein Buch herstellt und verkauft, dessen Verwertungsrechte er nicht inne hat, dann gehört er bestraft.
    Wo ist der Unterschied, ob so einer ein Buch ohne Rechte verkauft, oder ob es einer als "immateriellen Wert" aus dem Netz runterläd, beliebig oft kopiert und an seine Freunde verscherbelt? Oder den Freunden die Möglichkeit gibt, es gegen einen kleinen Unkostenbeitrag an ihn runterzuladen? Das gehört bestraft, sehr richtig.

    Zitat von tut nichts zur sache Beitrag anzeigen
    Dass aber eine Privatperson sich eine digitale Version eines Buches in mehr oder weniger minderer Qualität holt -
    Pardon – Sie machen sich keine Vorstellung, wie ich dieses Wort hasse: Ich "hole" mir etwas. Synonym mit "ich klaue mir etwas", ich nehme mir etwas ohne Gegenleistung. Das scheint ja das Piratneprinzip zu sein.
  2. #271

    Keinen "besonderen" Wert. Dem würde ich zustimmen!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Piraten sind die erste Formation links der Mitte, die es geschafft hat, viele Intellektuelle gegen sich aufzubringen - mit ihrer Forderung, digitale Inhalte freizugeben. Bei den Nerds haben geistige Güter keinen besonderen Wert.

    Debatte um Urheberrecht: Legt euch doch mit*Apple an! - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Indem man nämlich nicht mehrfach für ein "geistiges Gut" zahlen will. Insofern haben die Piraten recht. Und es sollte hier auch keinen Unterschied zu der "realen" Welt geben.
    Beim legalen Download von MP3s z.B. verdrehen die "Rechteinhaber" Urheberrecht, Lizenz und Kauf so, wie es ihnen gerade passt!
    Beim Verkauf gebrauchter Software haben die Richter entschieden, dass dies nur zulässig ist, wenn der Datenträger mit verkauft wird. Nur gibt es den bei einigen Herstellern gar nicht mehr, nur noch Downloads!
    Nur wer täglich mit diesen Themen zu tun hat, begreift noch ansatzweise, was das Problem ist.
    Und sicherlich müsste die Mehrzahl der Nutzer als "Raubkopierer" eingestuft werden - schlicht aus Unwissenheit, so kompliziert sind die Gesetze mittlerweile!
    Dass ausgerechnet die Medienschaffenden sich als die Hüter der Urheberrechts aufspielen, ist doch wohl ein Witz. Nirgendwo wird so viel voneinander abgeschrieben und "geklaut". Der "Spiegel" muss das doch am besten wissen. Montags kommt das Magazin und in der folgenden Woche berichten alle anderen Medien über die Stories aus dem Blatt - oft genug ohne Quellenangabe!

    Und was das Konzept zu einem neuen Urheberrecht anbelangt: Daran verbrennen sich auch die anderen Parteien nicht die Finger. Die haben auch keine Konzepte!
  3. #272

    Zitat von DerBlicker Beitrag anzeigen
    Dass Urheber mit ihren Werken Geld verdienen wollen, ist weder durch das Persönlichkeitsrecht noch durch das Urheberrecht verbrieft.
    Meine Güte – deutsches Sprak, schweres Sprak, was?
    " Dass Urheber mit ihren Werken Geld verdienen wollen, ist weder durch das Persönlichkeitsrecht noch durch das Urheberrecht verbrieft."

    Also, daß die Urheber damit Geld verdienen wollen, muß nicht verbrieft werden – das wollen die einfach. Daß sie damit Geld verdienen können, ist selbstverständlich nicht verbrieft.
    Wenn wirre Sprache wirres Denken signalisiert, kriegen Piratenbeiträgen den ersten Preis für Wirrnis.

    Zitat von DerBlicker Beitrag anzeigen
    Das Urheberrecht räumt dem Urheber nur das Privileg ein, dass er andere davon ausschließen kann, mit seinen Werken Geld zu verdienen. Wenn der Urheber seine Werke veröffentlicht und niemand kauft sie, sondern alle kopieren sie, dann hat er Pech gehabt.
    Klar - wenn alle die Werke des Urhebers stehlen, verdient er nix. Das ist natürlich Raub und kriminell. Aber Diebstahl zur persönlichen Bereicherung ist für Piraten ja offenbar ein Menschenrecht.
  4. #273

    Zitat von knarfe Beitrag anzeigen
    Irgendwie schwierig mit Leuten zu reden, denen der Unterschied zwischen etwas Realem wie einem Brötchen und auf der anderen Seite Daten wie z.B. einem mp3 File mit Musik nicht klar ist.
    Und ganz schwierig ist es, mit profitgierigen Egomanen zu reden, die die Moral von streunenden Katzen haben. Die Pseudo-Differenzierungen dieser Leute zwischen einem Brötchen und einem mp3 File dienen ausschließlich der Legitimierung kruder persönlicher Bereicherung.

    Zitat von knarfe Beitrag anzeigen
    Das hat nichts mit Wert oder wertlos zu tun. Auch nichts mit Bereicherung,
    Nö, überhaupt nicht, es geht um Freiheit im Netz oder so irgendeinem Quark-Begriff, der privates Bereicherungsstreben überdecken soll.

    Zitat von knarfe Beitrag anzeigen
    schon gar nicht geht es den Piraten um die Abschaffung von Urheberrecht oder um ein immer, überall und alles umsonst.
    Na – worum denn dann? Mal Butter bei die Fische.
  5. #274

    Zitat von natschos83 Beitrag anzeigen
    Fragen sie sich wo die wahre Ursache liegt wenn man als Berufsmusiker kein Geld verdient. Abgesehen davon, dass ich die Begriffe "Beruf" und "Musiker" widersprüchlich finde,
    Ah – wenn Sie von Musikern reden, meinen Sie Dilettanten? Sehr schön. Drei Akkorde reichen? Den Rest macht der Computer? Man faßt es nicht, wie diese Piraten schwadronieren.

    Wenn Sie wüßten, wieviel konzentrierte Arbeit es verlangt, Berufsmusiker zu sein, würden Sie solchen Quatsch nicht erzählen.
  6. #275

    Wie viele Piraten haben eigentlich iPhones?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Piraten sind die erste Formation links der Mitte, die es geschafft hat, viele Intellektuelle gegen sich aufzubringen - mit ihrer Forderung, digitale Inhalte freizugeben. Bei den Nerds haben geistige Güter keinen besonderen Wert.

    Debatte um Urheberrecht: Legt euch doch mit*Apple an! - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    ...und finanzieren damit Patent-Kriege und ein auf absolute Abschottung und Gängelung der Kunden ausgerichtetes Geschäftsmodell? Das würde mich wirklich mal interessieren. (und gruselig wärs schon, wenn ich dann via Parteienfinanzierung auch noch mit meinen Steuern dafür mitbezahlen dürfte).
  7. #276

    Zitat von schmunda Beitrag anzeigen
    Es geht ja genau darum, dass Schöpfer geistiger Güter für das was sie tun eine angemessene Entlohnung erhalten.
    In erster Linie geht es allerdings um die Möglichkeit, *überhaupt* mit Medienpridukten (i.e. Veröffentlichungen geistiger Werke) Geld verdienen zu können. Dazu sind Verwertungsrechte in den meisten Fällen essenziell.

    Angemessenheit, also die konkrete Höhe von Entlohnung, ist ein Unterthema, das grade in Deutschland gerne diskutiert wird. Man kann ja gerne darüber nachdenken, ob die Verwerter vllt. ein zu großes Stück vom Kuchen abbekommen, ob die Kreativen zu arm dran sind, aber das ist eine Verteilungsfrage, die man sehr wohl auch immerhalb der Grenzen des geltenden Urheberrechts ausloten kann.
    Zitat von schmunda Beitrag anzeigen
    Wenn die "Piraten" schlau wären (da habe ich Zweifel), würden sie zugeben, dass die derzeitigen Verwertungsmodelle für Medieninhalte den technischen Möglichkeiten hinterher hinken und man deswegen neue Modelle erarbeiten muss, die nicht auf der Kriminalisierung der Nutz(niess)er hinausläuft.
    Wieso eigentlich immer "Kriminalisierung der Nutzer"? Es zwingt mich als Nutzer doch niemand, mir Content auf illegale Weise zu beschaffen. Wenn ich aus eigenem Antrieb illegale Kanäle nutze, bin ich natürlich in gewissen Maße kriminell. Ich werde aber nicht kriminalisiert, sondern ich habe mich als freise Individuum selbst in diese Situation gebracht. Das kann man ja gerne machen, muss dann aber auch dazu stehen und evtl. mit den Konsequenzen leben.
  8. #277

    Zitat von natschos83 Beitrag anzeigen
    Ein Brötchen hat auch eine Form, Aussehen und Geschmack! Entstammt das nicht geistiger Arbeit? Sollte jetzt jeder Bäcker an den Erfinder des Brötchens Patentgebühren bezahlen? Soll ein Friseur die Kurzhaarfrisur patentieren können? Wo kommen wir dahin?
    Sie erkennen Ihren Fehler selber, oder?
    Zitat von natschos83 Beitrag anzeigen
    Weil die Plattenindustrie gerne weiter Milliarden machen will. Es bricht mir das Herz, dass die dicken Industriebosse dran glauben müssen.
    Das ist nichts als eine Ausrede. Schauen Sie sich kleinere Musikverlage an, die Leute dort machen das eher aus Liebe denn großartigem Verdienst.

    Und auch die major labels bringen zehn Platten raus, und eine davon verkauft sich so gut, dass sie die restlichen neun Verlustbringer mitfinanziert. Ich glaube, Sie haben von der Medienwelt eine nicht ganz korrekte Vorstellung.

    Zitat von natschos83 Beitrag anzeigen
    Kulturvielfalt? Das ist zu 80% Kommerzieller Profit-Rammsch mit dem nicht selten auf Kosten der Unterschicht und der Kinder durch organisierte Verblödung Millionen gemacht wird. Das versucht sie mit aller Gewalt und mit der Kriminalisierung der eigenen Konsumenten zu bewahren und zu beschützen.
    Kulturvielfalt, ganz recht. Wenn Sie die wegputzen, bekommen Sie übrigens genau das, was Sie gerade befürchten: nämlich Zeugs, dass sich über Marketing verkauft. Was Sie so "Kommerziellen Profit-Ramsch" nennen.

    Sie begreifen es einfach nicht: mit dem, was Sie fordern, fördern Sie genau das, was Sie kritisieren.
  9. #278

    Zitat von hjm Beitrag anzeigen
    Zum Beispiel. Oder kostenlos Straßen benutzen, Schulen und Hochschulen besuchen, von der Polizei geschützt werden, ... müsste man halt auch Straßenbauer, Lehrer, Professoren und Polizisten enteignen. Die werden zwar alle schimpfen, sich aber letztlich fügen müssen.
    Hm, was trägt denn der Rest der Bevölkerung dazu bei? Steuern, oder? Wovon soll ein Künstler Steuern bezahlen, wenn er nichts verdient, weil ja schlaue Leute wie Sie dessen geistiges Eigentum umsonst verteilen?
  10. #279

    Zitat von utopien Beitrag anzeigen
    Herr Fleischhauer was sie nicht verstanden haben ist, dass die Piraten (…)NICHT alles kostenlos machen möchten sondern in erster Linie für eine Kulturflatrate eintreten.
    Nehmen wir an, es gäbe so etwas. Nach welchem Verteilerschlüssel soll das dann laufen? Pro veröffentliches Wort? Pro veröffentlichtes Bild? Was ist mit dem Faktor Qualität? Was ist mit dem Faktor Rezeption?

    Zitat von utopien Beitrag anzeigen
    Zudem ist es so, dass schon lange nicht mehr, zumindest in der Musikindustrie Geld mit CDs, sondern mit Konzertbesuchen gemacht wird.
    Verstehe ich das richtig? Früher haben Musiker also durch Konzerte UND CD-Verkäufe Geld verdient, heute bringt nur noch der Konzertzweig Kohle ein, weil das Tantiemengeschäft tot ist. Das klingt für mich so, als hätte sich für Musiker die Lage deutlich verschlechtert. Statt zwei Standbeinen nur noch eines. Nur wer noch frisch genug ist um häufig zu touren, kann auf ein Auskommen hoffen.
    Und warum ist das so?
    Zitat von utopien Beitrag anzeigen
    Es gibt jetzt schon absolut KOSTENFREI von jeder Musikgruppe so ziemlich alle Alben bei Youtube fuer den Nutzer zum kostenfreien anhören verfügbar und das durch Internetflatrate immer und überall, so als hätte ich die CD gekauft...
    Da hätten wir also den Grund. Nachvollziehbar.

    Zitat von utopien Beitrag anzeigen
    Geld wird nicht mehr verdient mit einer Dienstleistung, sondern mit Folgeleistungen wie Werbung und Konzerten. Genau so funktioniert Youtube, Facebook, Google.
    Wieviel verdient so ein Künstler auf Youtube denn mit jedem Klick?

    Ich zitiere hierzu mal Sven Regener:
    „Da muss man mal die Fronten klar machen. Youtube gehört Google. Das ist ein milliardenschwerer Konzern, der nicht bereit ist, pro Klick zu bezahlen. Nun hat aber weder Youtube noch Google uns irgendetwas zu bieten, außer das, was andere Leute geschaffen haben und da rein gestellt wird. Und da sind wir an dem Punkt, wo die Musiker sagen und die Gema sagt – und die Gema sind wir, die Komponisten und Textdichter – und wir sagen: ‘Nein, für dieses Geld kriegt ihr unseren Kram nicht. Wir sehen nicht ein, dass da Milliardengeschäfte gemacht werden, auch mit Werbung in diesem Bereich, und wir kriegen davon nichts ab. Wir sind sozusagen die Penner in der letzten Reihe. Das ist eine Unverschämtheit. Und sas sollte sich jeder, auch junge Mensch genau überlegen, ob er sich wirklich zum Lobbyisten von so einem milliardenschweren Konzern wie Google machen möchte."


    Zitat von utopien Beitrag anzeigen
    Wenn sie das möchten, dann sind sie ganz schnell bei einem Überwachungsstaat, der in jedem Zimmer eine Kamera hängen hat und jede Tastatureingabe überwacht um sicher zu stellen, dass niemand etwas illegales tut.
    Es gibt also nur die Wahl zwischen Flatrate und Totalitarismus? Tja, und bis wir entweder das eine oder das andere erreicht haben, bedient man sich einfach skrupellos ohne Rücksicht auf die Urheber und Verwerter und fühlt sich dabei noch im Recht? Wieso?


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