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Debatte um Religionsfreiheit: Westerwelle kritisiert Urteil gegen Beschneidungen
Die Debatte über das Urteil zur Strafbarkeit von religiösen Beschneidungen reißt nicht ab: Nun kritisierten auch Guido Westerwelle und der türkische EU-Minister Bagis die Entscheidung der Richter. Ein Uno-Sonderberichterstatter bezeichnete die Argumentation gar als Unsinn.
Kölner Beschneidungsurteil löst Debatte aus - SPIEGEL ONLINE
- #1 28.06.2012 16:33 von
- #2 28.06.2012 16:40 von
optional
Ich kapiere die Aufregung nicht. Das Recht auf Selbstbestimmung und körperliche Unversehrtheit hat doch wohl einen höheren Stellenwert als die Freiheit der Religionsausübung. Wir wollen eine tolerante, moderne Gesellschaft sein, daher müssen wir anfangen zweifelhafte Riten zu hinterfragen. Auch z.B. das in meinen Augen barbarische "Schächten", also das Ausblutenlassen von Tieren, denen ohne Betäubung die Kehle durchgeschnitten wurde, halte ich in einer modernen Gesellschaft für undenkbar. Ich würde mir wünschen wenn das im Zuge dieses sinnvollen Gesetzes zur Beschneidung auch mal thematisiert würde.
- #3 28.06.2012 16:45 von
optional
"die Beschneidung als Körperverletzung zu werten, sei eine Dummheit. Das Ritual als "heilige Angelegenheit" sei keine Sache der Gerichte. Das Thema müsse aus Sicht der Religions- und Gewissensfreiheit betrachtet werden."
Das bedeutet wohl, Religionsfreiheit steht über dem Gesetz?
Wie stehen die oben Genannten dann zur Beschneidung und Verstümmelung von Mädchen? Bitte mal nachfragen! - #4 28.06.2012 16:47 von
Verstümmelung = Religionsfreiheit?
Die sollen sich gefälligst selbst verstümmeln. Aber nicht Babys und Kinder! Das soll Religion sein, das soll Freiheit sein?
- #5 28.06.2012 16:51 von
Unterschied?
Kurze Frage:
Warum soll es gemäß Westerwelles oder Roths Meinung nach legitim sein minderjährige Jungen zu beschneiden, gleichzeitig aber nicht legitim sein das junge Frauen in Afrika beschnitten werden?
Mir ist bewusst, dass die Beschneidung bei Jungen in unserer westlichen Welt von fachkundigeren Ärzten durchgeführt wird etc, aber ist es deswegen moralisch vertretbarer?
Ich denke nicht.
Ich bin stolz darauf in einem Land zu leben, in dem Politik und Religion strikt voneinander getrennt anzusehen sind. Also warum sollte unsere Rechtssprechung auf religiöse Lebenseinstellungen Rücksicht nehmen. Kreuzzüge, Ehrenmord, Dschihads etc werden doch auch nicht aufgrund religösem Lebensgrundsatz toleriert - #6 28.06.2012 16:53 von
ich verstehe die Aufregung nicht: die Knaben können sich doch, sobald sie volljährig sind, immer noch beschneiden lassen. Falls sie es dann selbst noch wollen. Und wenn sie es nicht wollen, dann war es gut, dass die Richter sie vor einer völlig unnötigen Verstümmelung beschützten.
Gut ist das Urteil auch deshalb, weil man dann auch in Deutschland darauf hoffen darf, dass demnächst Eltern die ihre Töchter beschneiden lassen, sowie die BeschneiderInnen, hinter Gittern landen. Wie in Frankreich schon lange üblich. - #7 28.06.2012 16:54 von
ein Hund schützenswerter als ein Kind?
Wo ist denn das Problem?
einfach ein Gesetz verabschieden das die Verstümmelung erlaubt.
Aber wie will man die Hundezüchter überzeugen das das Wohl ihres Hundes mehr wert ist als des eines Kindes. - #8 28.06.2012 16:59 von
in Ägypten wird FGM auch von Ärzten durchgeführt und auch westliche Ärzte haben schon Mädchen nach allen Regeln der westlichen ärztlichen Kunst verstümmelt, mit dem Argument, dass das doch so besser sei als wenn das eine Beschneiderin unter unhygienischen Bedingungen macht.
Moralisch vertretbarer wird die Verstümmelung aber auch durch die ärztliche Kunst nicht...weder bei Knaben noch bei Mädchen. - #9 28.06.2012 17:02 von
Atheismus als Staatsreligion?
Mit dem Kölner Urteil wird der Atheismus zur Staatsreligion. Die Eltern sollen dem Kind nicht mehr religiöse Werte vermitteln, sondern möglichst objektive Entscheidungsgrundlagen, dass das Kind dann dereinst selbst entscheiden kann. Die Kölner Richter sind jedoch nicht dumm, sie wissen, dass ein Mensch, der den Glauben und die Religion nicht erfahren hat, wohl nicht aus Vernunft religiös werden will.
Somit ist das Urteil nur der Versuch, unter dem Deckmantel des Schutzes vor Körperverletzungen eine Religions-Freiheit durchzusetzen.
Die Eltern müssen jedoch entscheiden dürfen, welche Werte sie ihren Kindern vermitteln. Hierzu gehören auch gelebte religiöse Werte. Ein Staat, der dies nicht mehr zulässt, ist auf dem Weg in die Gesinnungsdiktatur, da dann den Leuten vorgeschrieben wird, gerade nicht mehr religiös zu sein!
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