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Debatte um Religionsfreiheit: Westerwelle kritisiert Urteil gegen Beschneidungen

Die Debatte über das Urteil zur Strafbarkeit von religiösen Beschneidungen reißt nicht ab: Nun kritisierten auch Guido Westerwelle und der türkische EU-Minister Bagis die Entscheidung der Richter. Ein Uno-Sonderberichterstatter bezeichnete die Argumentation gar als Unsinn.

Kölner Beschneidungsurteil löst Debatte aus - SPIEGEL ONLINE
  1. #60

    Lächerlich!

    "der Eingriff entgegen wissenschaftlichen Erkenntnissen als Präventionsmaßnahme gepriesen, so die Kinderhilfe."
    'Wissenschaftlichen Erkenntnisse' gibt es hierzu seit Jahrzehnten, überwiegend befürwortende.
    Zudem wird die islamische Welt sich nicht von einem kölner Richter etwas vorschreiben lassen, das zu glauben ist einfach lächerlich.
  2. #61

    Körperverletzung im Name der Religion

    Wie wäre es, wenn wir die Steinigung von Ehebrecherinen, die Beschneidung von Frauen, Ehrenmord usw. auch im Namen der Religion tolerieren bzw straffrei machen. Armes Deutschland.
  3. #62

    Völlig egal

    Zitat von nongis Beitrag anzeigen
    Zudem wird die islamische Welt sich nicht von einem kölner Richter etwas vorschreiben lassen, das zu glauben ist einfach lächerlich.
    Es geht um deutsche Rechtssprechung und deutsche Gesetze.
  4. #63

    Vernunft...und so.

    Zitat von Zaphod Beitrag anzeigen
    Mit dem Kölner Urteil wird der Atheismus zur Staatsreligion. Die Eltern sollen dem Kind nicht mehr religiöse Werte vermitteln, sondern möglichst objektive Entscheidungsgrundlagen, dass das Kind dann dereinst selbst entscheiden kann. Die Kölner Richter sind jedoch nicht dumm, sie wissen, dass ein Mensch, der den Glauben und die Religion nicht erfahren hat, wohl nicht aus Vernunft religiös werden will.

    Somit ist das Urteil nur der Versuch, unter dem Deckmantel des Schutzes vor Körperverletzungen eine Religions-Freiheit durchzusetzen.

    Die Eltern müssen jedoch entscheiden dürfen, welche Werte sie ihren Kindern vermitteln. Hierzu gehören auch gelebte religiöse Werte. Ein Staat, der dies nicht mehr zulässt, ist auf dem Weg in die Gesinnungsdiktatur, da dann den Leuten vorgeschrieben wird, gerade nicht mehr religiös zu sein!

    Starke Worte.

    Davon einmal abgesehen, dass Atheismus keine "Religion", sondern das genaue Gegenteil ist...Sie können jederzeit an den großen Watumba (oder wen auch immer) glauben...das steht Ihnen völlig frei.

    Allerdings ist das Recht auf körperliche Unversehrtheit in unserer Gesellschaft allgemeiner Konsens.
    Auch für Kinder von Märchenbuchlesern !

    Sollte es für einige Vereine unbedingt erforderlich sein, an kleinen Jungen herumzuschneiden, machen sie das bitte woanders.

    Hierzulande gelten glücklicherweise humanistische Grundsätze !

    Ihr Satz, dass "niemand aus Vernunft religiös werden will" trifft es auf den Punkt ! Besser hätte ich das auch nicht formulieren können ! ;-)
  5. #64

    Zitat von Zaphod Beitrag anzeigen
    Mit dem Kölner Urteil wird der Atheismus zur Staatsreligion. Die Eltern sollen dem Kind nicht mehr religiöse Werte vermitteln, sondern möglichst objektive Entscheidungsgrundlagen, dass das Kind dann dereinst selbst entscheiden kann. Die Kölner Richter sind jedoch nicht dumm, sie wissen, dass ein Mensch, der den Glauben und die Religion nicht erfahren hat, wohl nicht aus Vernunft religiös werden will.

    Somit ist das Urteil nur der Versuch, unter dem Deckmantel des Schutzes vor Körperverletzungen eine Religions-Freiheit durchzusetzen.

    Die Eltern müssen jedoch entscheiden dürfen, welche Werte sie ihren Kindern vermitteln. Hierzu gehören auch gelebte religiöse Werte. Ein Staat, der dies nicht mehr zulässt, ist auf dem Weg in die Gesinnungsdiktatur, da dann den Leuten vorgeschrieben wird, gerade nicht mehr religiös zu sein!
    Ohne gefragt zu werden und entscheiden zu können verstümmelt zu werden ist verdammt noch mal kein "Wert"! Wer so etwas sagt, der beweist damit mangelhaften Zugang zu jedem Verständnis von Werten.
  6. #65

    Unverständliche Verharmlosung

    Ich war in den sechziger Jahren als Freund der Familie in der Türkei mal bei einer Beschneidungsfeier dabei. Das jüngste Kind wusste glücklicherweise nicht, was ihm bevorstand. Aber der ältere Bruder war fast in Panik vor Angst und hat vermutlich ein wochenlang anhaltendes Trauma davongetragen. Wer weltweite Statistiken kennt, weiss auch, dass es zwar relativ seltene aber durchaus ernstzunehmende Komplikationen gibt (vor allem Infektionen). Alles gottgewollt??
  7. #66

    Zitat von McPomNormalo Beitrag anzeigen
    Auch der Gläubige muss sich der Rechtsprechung beugen. Um so deutlicher ist die Verantwortung der Gerichte, wenn es um die Abwägung konkurierender Rechtsgüter geht. Und da ist es sehr wohl relevant, dass die Beschneidung bei Jungen - aufgrund der weltweiten Datenbasis nachweisbar - nahezu risikolos ist, und nichts, aber auch gar nichts, mit der Verstümmelung zu tun hat, die man an Mädchen unter demselben Namen vollzieht. Was das Wohl des Kindes angeht, kann der Zugriff des Staates in die religiöse, kulturelle Integration unverhältnismäßig größeren Schaden verursachen, als der operative Eingriff es je vermochte. Dieser Abwägung ist das Gericht nicht gerecht geworden. Und das von Ihnen zitierte Zitat hebt genau darauf ab.
    Welchen Schaden? Für mich haben Minderheiten wesentlich größere Achtung verdient, die ihre Kinder nicht aus archaischer Tradition verstümmeln. Ich möchte in meinem Haus keine Kinderverstümmler integrieren. Wir haben über Jahrhunderte allmählich eine aufgeklärte, ethisch fortschrittliche Gesellschaft auf der Basis von humanen Werten und Grundrechten erarbeitet. Diese Werte wollen Sie, Westerwelle und Roth nun Stück für Stück wieder einreißen, damit sich die armen, bronzezeitlichen Religionen Anhängenden nicht dem ethischen Fortschritt anschließen müssen. Das ist obszön.
  8. #67

    dies ist der Titel

    Zitat von jinroh Beitrag anzeigen
    Die Religion steht über dem grundgesetz
    ... tja da liegen Sie aber deutlich daneben, auch wenn dies der eine oder andere Gläubiger so haben möchte.
  9. #68

    Zitat von Rainer Helmbrecht Beitrag anzeigen
    Ja, ich bin auch dafür, dass Eltern wieder ein Züchtigungsrecht erhalten. Eine Maulschelle hat noch nie jemandem Geschadet. Auch das Knien auf Holzscheiteln gehört zu unserer Kultur.

    Man sollte auch Kinderprostitution zulassen, schon um CO2 zu senken, dauernd nach Thailand zu fliegen, schadet der Umwelt. Wir müssen uns wieder auf wahre Werte besinnen.

    MfG. Rainer
    Exakt. Und was ist mit der Kinderarbeit? Derzeit ist doch Wachstum und Unterordnung unter die Märkte oberstes Credo im Lande. Wir können doch nicht die Werte des ganzen Landes dem Wohl einzelner Kinder unterordnen.
  10. #69

    Titel

    Zitat von nongis Beitrag anzeigen
    "der Eingriff entgegen wissenschaftlichen Erkenntnissen als Präventionsmaßnahme gepriesen, so die Kinderhilfe."
    ... der Eingriff ist allenfalls dann Vorteilhaft, wenn der Umgang mit Wasser und Seife eine Seltenheit ist. Ist das bei uns so?

    Zitat von nongis Beitrag anzeigen
    'Wissenschaftlichen Erkenntnisse' gibt es hierzu seit Jahrzehnten, überwiegend befürwortende.
    ... dann bitte ich um einen Nachweis, andernfalls betrachte ich diese Aussage als leeres Geschwätz.

    Zitat von nongis Beitrag anzeigen
    Zudem wird die islamische Welt sich nicht von einem kölner Richter etwas vorschreiben lassen, das zu glauben ist einfach lächerlich.
    ... na dann werden wir hier aber alle vor der islamischen welt zittern müssen, oder?

    Es geht um die Regeln hier bei uns, und da ist die Einschätzung der islamischen Welt irrelevant, um es freundlich auszudrücken.

    Der Islam gehört, mitsamt seinen Sitten hier nicht her.








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