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Debatte um Pseudonyme: Unionspolitiker unterstützen Googles Namenszwang

In*Googles sozialem Netzwerk*sind Pseudonyme verboten - und das ist auch gut so, finden der CSU-Politiker Hans-Peter Uhl und sein CDU-Kollege*Günter Krings. Im Internet könne es kein grundsätzliches Recht auf Anonymität geben. Netz-Aktivisten hatten*Googles rigide Namenspolitik gerügt.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...784748,00.html
  1. #10

    Heute habe ich den Hans-Peter Uhl in der Parlaments-
    debatte gehört. Das Ministerium plant zwar keine
    Gesetze zu diesem Thema, aber es ist schon erstaunlich,
    was er von sich gibt.
    Nachdem er dann wieder mal Klarnamen gefordert hat, kam promt die Zwischenfrage -- ich glaube von Notz war es -- ob er denn auch das Vorzeigen des Personalausweises fordert, bevor man in ein Bierzelt geht und redet. Es gab leider weder eine peinliche noch eine konstruktive Antwort darauf.
    Jetzt aber zum Thema:
    Ich schreibe hier nur, weil mein echter Name nicht im Netz steht. Die Argumente, dass wir in einer offenen Gesellschaft leben, in der jeder sich frei äußern kann, sind schon richtig.
    Nur ist es so, dass Suchmaschinen das Internet crawlen und alles zu Begriffen zusammentragen, was man so findet. Unter meinem "Real"-Namen (dieser Begriff ist schrecklich, denn ich habe den Namen, den ich mir gebe) würde ich nichts schreiben, weil das dann in 30, oder 50 Jahren immer noch zu finden ist (vermutlich unter weit besseren Bedingungen, weil dann Suchmaschinen meinen Stil analysieren und mich von anderen trennen, die den gleichen Namen haben). Der Gedanke daran, dass ich und alle anderen genau wissen, was ich mal geschrieben habe passt nicht zum menschlichen Dasein, dass von Vergessen und Neuanfang geprägt ist. Selbst die soziologische Forschung sagt, dass es verschiedene Persölichkeiten gibt, je nachdem in welcher Gesellschaft oder Gruppe man sich befindet.
    Aber auch unsere Rechtsordnung sagt nicht aus, dass wir immer unter dem Namen auftreten mussen, der uns von Geburt an gegeben ist. Einen Vertrag kann ich unter jedem Namen abschließen, er ist immer rechtswirksam (von einigen Ausnahmen abgesehen).
    Deswegen verwende ich im Internet sowohl meinen echten Namen, als auch eine Reihe von falschen (die mitunter echt wirken). Das Ergebnis ist, dass ich nicht eine einzige Spam-E-Mail bekomme, man über meine Namen in der Google-Suche kaum Sachen findet, ich noch nie von Daten-Klau o. ä. betroffen war (alles auf meinen Pass-Namen bezogen).

    Die deutsche Kultur muss sich ändern. Wir sind zu sehr auf Namen fokussiert. Bei uns steht der Dr.-Titel im Pass, Ausländer müssen regelmäßig schmunzeln.
    Wir können unseren Namen nur schwer ändern.
    Im britische Namensrecht steht der Name "zur freien Disposition des Trägers" (http://de.wikipedia.org/wiki/Namensr...ch_und_Irland).
    Für mich jedenfalls hat der Name kaum eine Bedeutung.

    Deswegen rufe ich dazu auf, einfach andere Namen zu verwenden. Wer hindert mich daran, wenn ich Leute kennen lerne, dass ich der Detlef oder der Heinz-Hubert bin?

    Google sagt auch nicht, dass wir den Pass-Namen verwenden müssen, sondern den, unter welchem wir mit Freunden bekannt sind (ist auch klar, Google will Geld verdienen, das tun sie, wenn man sich möglichst gut vernetzt und nicht mit echten Namen).
    Also alle meine Freunde nennen mich Mo. Also heiße ich auch auf Google+ Mo.
    Auf Amazon ist mein Vorname Maurus; Bis jetzt sind alle Pakete angekommen.

    Ich verstehe die ganze Debatte einfach nicht. Wir leben in einer freien Welt, also haben wir auch die Freiheit, jeden Namen zu tragen, den wir wollen. Das schließt Phantasienamen und offensichtliche Nick-Namen ein.
  2. #11

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In*Googles sozialem Netzwerk*sind Pseudonyme verboten - und das ist auch gut so, finden der CSU-Politiker Hans-Peter Uhl und sein CDU-Kollege*Günter Krings. Im Internet könne es kein grundsätzliches Recht auf Anonymität geben. Netz-Aktivisten hatten*Googles rigide Namenspolitik gerügt.

    http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...784748,00.html
    Ach, da will man gar nicht mehr antworten.
    Warum kriegt der stramm rechte alte Herr überhaupt ständig eine Plattform in den Medien?
    Da ist in seiner Pseudoargumentation wieder populistisch alles zusammengewürfelt was nicht zusammen passt und gehört:
    Pseudonym ist nicht gleich anonym.
    Freiwillig bei Google private Daten veröffentlichen ist nicht gleich zwangsläufig bei jedem Netzeintrag private Daten zu müssen.
    Zitat von Uhl
    Es kann im Internet ebenso wie in der realen Welt kein grundsätzliches Recht auf Anonymität geben. Wir brauchen eine solche Kultur der Offenheit und keine Foren oder Netzwerke, in denen man sich feige in die Anonymität flüchten kann.
    Er scheint die reale Welt nicht zu kennen, oder er lügt sogar für seine Pseudoargumentation. Dort in der realen Welt kann man nämlich tatsächlich anonym seine Meinung kundtun, niemand muss deutlich sichtbar seinen Klarnamen auf der Brust tragen. Sogar rechtsradikale Burschenschaftler (wenigstens da müsste er sich auskennen) dürfen in unserer Kultur der Offenheit anonym hetzen bis sie erwischt werden oder Abbeordneter.
  3. #12

    Freie und geheime Wahlen

    Irgendwie geht bei Einigen in der "realen Welt" etwas irreales vor.

    Seit wann ist man im öffentlichen Raum gegenüber anderen nicht anonym? Ich laufe im Alltag nicht mit einem amtlichen Namensschild rum. Die Polizei hat das Recht bei besonderen Anlässen die Identität festzustellen, aber sonst?

    Die Strategie Absurdes als den normalen Zustand hinzustellen um damit politische Vorhaben durchzusetzen ist scheinbar sehr erfolgreich - wenn man sich hier die Kommentare anschaut.

    Wie wichtig Anonymität für eine freie Gesellschaft ist haben die Gründungsväter der Demokratien noch gewusst. Nicht umsonst gibt es überall "geheime" Wahlen.
  4. #13

    .

    Zitat von Atheist_Crusader Beitrag anzeigen
    Der Grundgedanke ist eigentlich gar nicht so verkehrt. Wer unter seinem eigenen Namen schreibt, steht damit auch das ein, für das er da verzapft. Exklusive Namen können sich einen Ruf erarbeiten. Unter einem Pseudonym hingegen lässt sich aller möglicher Unfug verbreiten und bei einem Übermaß dann ganz einfach das Pseudonym wechseln. Insofern könnten Realnamen dazu beitragen, die Diskussionskultur zu verbessern.
    Wichtigster Teil der Diskussionskultur ist aber die Vielzahl ehrlicher Meinungen.
    Unter Klarnamen könnte ich z.B., da ich Kunden aus dem gesamten politischen Spektrum habe und benötige, keine politischen Statements abgeben. Es gäbe nur noch Weichspülargumente zu Lalathemen um nur nirgends anzuecken.
    Dann würde ich lieber gar nicht mehr posten.

    Die freie Meinungsbildung im Netz, die vielen Politikern ein Graus ist, wäre dann auf Lalaniveau gleichgeschaltet.
  5. #14

    So ist es....

    Zitat von klein_mo Beitrag anzeigen
    Heute habe ich den Hans-Peter Uhl in der Parlaments-
    debatte gehört. Das Ministerium plant zwar keine
    Gesetze zu diesem Thema, aber es ist schon erstaunlich,
    was er von sich gibt.

    Ich verstehe die ganze Debatte einfach nicht. Wir leben in einer freien Welt, also haben wir auch die Freiheit, jeden Namen zu tragen, den wir wollen. Das schließt Phantasienamen und offensichtliche Nick-Namen ein.
    Der Pass Name im Netz ist einfach viel zu gefährlich. Vielleicht habe ich ja mal etwas gesagt, was meinem Chef nicht gefällt oder was man mir anhängen könnte. Um sich davor zu schützen sind Pseudonyme unbedingt notwendig.

    Ich bin der Ansicht, dass hier wieder einfach eine Politblase aufgepustet wird. Es gibt sicher drängendere Themen als Realnamen im Netz und somit härtet sich der Verdacht, dass es einfach nur um Wahlblabla geht. Ein bisschen profilieren, ein bisschen Sicherheitsblabla gewürzt mit einer ordentlichen Prise Verunsicherung und voila, fertig ist der politische Einheitsbrei.
    Schade, dass die Politiker, die tatsächlich eine eigenen Meinung zu diesen Themene haben untergehen, passt einfach nicht ins Parteiprofil. Da müssen ja schon alle dem Leithammel nach dem Mund faseln und dann kommt eben sowas wie das Stoppschild, Vorratsdatenspeicherung, Internetpass, biometrische Datenerfassung, Klarnamenzwang, Paintballverbot, Spielezensur usw raus.
    Interessant war ja auch zu sehen, wie z.B. Norwegen auf das schreckliche Attentat reagiert hat, da war nie die Rede von Vorratsdatenspeicherung, Generalverdacht, Klarnamenzwang sonder von mehr Toleranz, Miteinander und gemeinschaftlicher Aufarbeitung die Rede. Und in Deutschland? Da wird wieder ordentlich die Staatsicherheitstrommel gerührt, obwohl das Ereignis noch nicht einmal hier stattfand.

    Seufz....
  6. #15

    Unionspolitiker haben...

    ...keine Ahnung und trotzdem Spaß dabei.
  7. #16

    .

    Zitat von wunderkerze Beitrag anzeigen
    Sehe ich ganz genauso!

    Erst will die CDU die Vorratsdatenspeicherung, jetzt den Klarnamenzwang... Ich hab kein Bock auf DDR! Ich dachte aus solchen Zeiten sei Deutschland raus?!

    Wer mit seinem richtigen Namen im Netz gegen Nazis wettert, wird am nächten Tag von großen Kerlen mit rasiertem Schädel und Bomberjacke besucht... Vielleicht ist das Beispiel übertrieben, aber ich empfinde ein Pseudonym eher als Schutz und nicht als "Flucht"
    Wenn man gegen Nazis wettert, wird man angegriffen, auch wenn man "links" ist, und alles, was nicht super konservativ ist, ist für diejenigen mittlerweile "Kommunismus".

    Tja, in der DDR *musste* man anonym bleiben, in der Bundesrepublik *darf* man das ... Und dieses "Dürfen" darf nicht mehr sein, wenn es nach der CDU ginge ...
  8. #17

    Klarnamen...

    Sind bei der Union nur bei kriminellen Vorgängen in den eigenen Reihen verpönt..
    Ebenso die Vorrratsspeicherung, bzw. die Herausgabe der Daten..

    Besonders bei illegalen Parteispenden u.ä. kriminellen Tätigkeiten, die der Partei zunutze kommen...
  9. #18

    Klarnamen

    Ich finde es toll, dass sich Herr Uhl für den Klarnamenzwang dann auch bei der Polizei einsetzt. Dachte immer, die Union sei gegen ein Namensschild bei den Einsatzkräften, so kann man sich irren.
  10. #19

    Zitat von takeo_ischi Beitrag anzeigen
    Wichtigster Teil der Diskussionskultur ist aber die Vielzahl ehrlicher Meinungen.
    Unter Klarnamen könnte ich z.B., da ich Kunden aus dem gesamten politischen Spektrum habe und benötige, keine politischen Statements abgeben. Es gäbe nur noch Weichspülargumente zu Lalathemen um nur nirgends anzuecken.
    Dann würde ich lieber gar nicht mehr posten.

    Die freie Meinungsbildung im Netz, die vielen Politikern ein Graus ist, wäre dann auf Lalaniveau gleichgeschaltet.
    Genau so ist es bei mir auch. Ich kenne eine Menge Leute aus allen möglichen walks of life, einige sind sehr neugierig, weil sie mich aus gewissen Organisationen kenne, und ich möchte nicht, dass diese Menschen, die ich nur sehr oberflächlich kenne, meine innersten Überzeugungen erfahren.
    Dann würde ich gar nicht schreiben oder nur larifari. Aber das ist vielleicht auch die Absicht der Politik.








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