Forum: Blogs
Debatte um Preisverleihung: Putin-Streit entzweit Quadriga-Kuratorium
Das*honorige Netzwerk*Quadriga*ist in Aufruhr.*Der Plan, dem russischen Ministerpräsidenten Putin einen Preis für vorbildliche Anführerschaft zu verleihen, stößt auf heftige Kritik, auch aus den eigenen Reihen. Nun will es keiner gewesen sein, doch CSU-Minister Ramsauer drängt zum Durchhalten.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...774640,00.html
- #1 16.07.2011 09:15 von
Ein schlechter Witz
ist diese Preis-Vergabe. Die haben sie nicht alle.
- #2 16.07.2011 09:21 von
Warum
regt man sich wegen Putin so auf?
Der "Lupenreine Demokrat" kann ihn genauso bekommen wie Herr Karzai. Der hat ihn nämlich schon. Und das ging ohne großes Theater über die Bühne.
An Putins Stelle würde ich mir mal die Preisträger der letzten Jahre genau anschauen und dann überlegen, ob ich diesen Preis überhaupt haben will.
Auf jeden Fall kann er mit Herrn Obama nicht mithalten, denn der hat ja den Friedensnobel-Preis und erweisst sich diesem ja würdig. - #3 16.07.2011 09:28 von
- #4 16.07.2011 09:35 von Hador
Neben der eigentlichen Debatte um Putin als Preisträger frage ich mich mittlerweile noch was ganz anderes:
Für was braucht man eigentlich ein 19-köpfiges Kuratorium, wenn anscheinend bei der Abstimmung über die Preisträger ein Drittel gar nicht dabei ist? - #5 16.07.2011 09:49 von AlexN
Erbärmlich
Dieses gutmenschliche Treiben rund um die Verliehung ist widerlich. Putin ist auf jeden Fall ein würdiger Empfänger, er hat in der Tat sehr viel für die deutsch-russischen Beziehungen gemacht und auch rund für die wirtschaftliche Wiedergeburt Russlands Beachtliches geleistet. Die Kritiker besitzen nicht einen Bruchteil seiner staatsmännischen Dimension. Die aus dem Finger gesaugte Kritik dient dazu, sich zu profilieren.
- #6 16.07.2011 09:51 von
Ist das ein Witz ?
Putin ein Demokrat das ich nicht lache, der nächste wird Gaddafi sein.
- #7 16.07.2011 09:53 von
...
herrlich - wo doch einige "honorige" personen doch überall so dazu gehören; und nun will man aber bei entscheidungen mal nicht anwesend gewesen sein; aber wenigsten will man wie verkehrs-ramsi standhaft bleiben - bestes bsp. dafür sich so zu positionieren, dass man bei bedarf auf züge in alle richtungen aufspringen kann.
ich unterstelle mal, dass verkehrs-ramsi nicht genau aus diesem grund der sitzung fernblieb - dann soll er nun eindeutig stellung beziehen, ob er die entscheidung mitgetragen hätte oder nicht. aber wahrscheinlich hätte er sich eindeutig und mit aller überzeugung ... enthalten.
hofft er evtl. auf ein pöstchen in einem russischen energie-konzern in der nachregierungs-ära?
hoffentlich setzt sich die begründung "nicht anwesend gewesen zu sein" nicht auch in unseren parlamenten durch; nach dem motto: kommt mir bitte nicht mit dem atomausstieg, bei der abstimmung war ich nicht anwesend. einfach nur erbärmlich, wer derart argumentiert. - #8 16.07.2011 09:57 von
Es geht nicht um die Quadriga...
...sondern um die Troijka:
Rußland-Deutschland-Europa.
Dieses kleinkariert-intellektuelle Geschwätz von Achtel- bis Viertelpolitikern ist das dümmste und schädlichste, was gerade jetzt in Krisenzeiten gemacht werden kann.
Rußland als echten großen Freund zu haben, ist die nachbarlich-größte Chance, die wir haben, oder(´mal wieder) verspielen könnten. Hervorragend, wie das Gerhard Schröter gemacht hatte! Jetzt hört mit den Eigeninteressen auf - das darf dabei sein oder in Kauf genommen werden.
Menschenrechte: wer die Russen kennt (und das sollte man - die Griechen habt ihr auch nicht gekannt)weiß, daß man mit Vorhaltungen, Vorwürfen, Auflistungen gar nichts erreicht.
Aber mit diesen Menschen, einschließlich Gospodin Putin, freundschaftlich zu verkehren und zu sprechen - da gehen auch verrammelte Türen auf. Man wird langfristig sehr viel mehr erreichen, als diese besserwissenden Oberlehrer.
Schließlich haben wir auch vor der eigenen Tür zu kehren: tolle Exportbilanzen, streßfeste Banken, aber Kinderarmut, Hartz-IV-Falle und ein Obdachlosenheer - das sind auch massive Menschen- und Bürgerrechtsverletzungen!
Unbedingt: empfangt Herrn Putin herzlich, verleiht ihm diesen Orden (auch hier die Goldwaage weg - und: "einen Orden verdient man nicht, man erhält ihn" [Napoleon]).
Laßt sie endlich beginnen, die große russisch-bundesdeutsche Freundschaft - Rußland-Deutschland-Europa - das wäre ein echtes Pendant zu China! - #9 16.07.2011 10:00 von
.
Wo doch vor allem Letztere die Lieblingsherzenspartei der hiesigen Journaille ist. Da schwenkt man doch eifrig in deren Richtung ein.Spätestens seit Bundeskanzler Gerhard Schröder Putin das Prädikat "lupenreiner Demokrat" verlieh, müsste eigentlich bekannt sein, dass der einstige KGB-Agent hierzulande eine höchst umstrittene Figur ist. Sein Macho-Gehabe, seine Regierungspraxis der "gelenkten Demokratie", die eingeschränkte Pressefreiheit und mangelnde Unabhängigkeit der Justiz in Russland machen ihn zu einer idealen Hassfigur für Menschenrechtler, Liberale und Grüne.
Hier hat man das ganze Elend des hiesigen Journalismus auf einem Haufen: Meinungen und Gesinnungen werden mit Fakten und politischen Realitäten verwechselt; übelstes, gesteuertes Rußlandbashing ist vorherrschend, wenn von Rußland und dessen Politikern die Rede ist. Insbesondere Putin ist hier die zentrale Haßfigur, wie - ausnahmsweise, wenn auch unbeabsichtigt - einmal zutreffend geschrieben wird. Er war derjenige, der den in den 90er Jahren taumelnden, westenhörigen, von Krediten abhängigen Koloß namens Rußland, wo der Staat nichts mehr zu sagen hatte und die Oligarchen und die Mafia sich die Macht teilten, zurück zu Stabilität, Wirtschaftswachstum und zu einem souveränen Weg in Innen- und Auslandspolitik führte. Auch war er es, der Oligarchen wie Chodoskowski daran hinderte, die Rohstoffvorräte des Landes unter die Kontrolle amerikanischer Ölkonzerne zu bringen und den Ausverkauf nationaler Reichtümer beendete.
Besonders letzteres hat ihn zum Haßobjekt der Transatlantiker in der hiesigen Politik und der von ihnen abhängigen Journalisten gemacht. Leute wie Peter Scholl-Latour wundern sich seit Jahren darüber, wie bereitwillig und in welch vorauseilendem Gehorsam die hiesigen Medien dieses Spiel mitmachen.
Die aktuellen Top-Themen
Antworten / Zitieren


