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Debatte um Islamophobie: Peinlicher Aufklärungsunterricht

Mehr Selbstverachtung und Realitätsverlust war selten: In deutschen Feuilletons tobt eine neue Debatte über den richtigen Dialog mit dem Islam. Kurioserweise werden dabei ausgerechnet jene Publizisten als "Hassprediger" bezeichnet, die auf westliche Werte wie Aufklärung und Menschenrechte pochen.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...672117,00.html
  1. #140

    Toleranz ist keine Waffe gegen Gewalt.

    Zitat von michbert Beitrag anzeigen
    ... Herr Broder, beispielsweise, macht auf mich alles andere als einen toleranten Eindruck ...
    Broder zeigt nur keine Toleranz gegenüber Intoleranz. In anderen Dingen ist er recht tolerant, zumal er kein religiös orthodoxer Eiferer ist.
  2. #141

    ...

    Zitat von nuschelsud Beitrag anzeigen
    Da schauen wir uns doch hier mal den Beitrag Nummer 32 von TSunami61 an:


    Das haben die Nazis den Juden schon nachgesagt.


    Die Juden wurden von den Nazis gezwungen, was zu tragen? Richtig, den gelben Stern.


    "Kauft nicht beim Juden!" hieß das bei den Nazis.



    Auch die Nazis schoben den Juden allerlei Verbrechen unter, die sie nicht begnagen hatten.


    Wieviele Anschläge von Islamisten hatten wir in D seit 2001? Und: Auch die Nazis erklärten die Juden pauschal zu bösen Menschen!

    Wer also einen Beweis für Benz' These brauchte, TSunami61 hat ihn geliefert.
    ähm das sollte satire sein. sicher es war spontan und nicht sonderlich druchdacht, aber die passage mit eta und der ira sollte schon einen kleinen wink geben.

    aber letztendlich sind wir ja irgendwie schon einer meinung. wenn auch sicher nicht in jedem detail.
  3. #142

    Folgen unangemessenerToleranz

    Zitat von Andreas Heil Beitrag anzeigen
    Mein Land, um das sich die Diskussion hier dreht wird auch nicht von islamischen oder islamistischen Gewaltexzessen heimgesucht, sondern mein Land sucht muslimische Länder mittlerweile mit Gewalt heim und die Tötungsbilanz fällt sehr eindeutig.
    Dem stimme ich zu.
    Aber unsere Toleranz, das Wegsehen oder Nichtwahr-Habenwollen von Mißständen in den islamischen Parallelgesellschaften und von fundamentalen Werteunterschieden, dieser unsägliche Hang, nach einer nie erreichbaren idealen Multi-Kulti-Gesellschaft zu streben und dabei an der Realität vorbei zu sehen:
    hat dies alles nicht auch das Gedeihen der 9/11-Gewalttäter befördert - Gewalt-Export nach aussen?
  4. #143

    Titelboykott

    Zitat von nuschelsud Beitrag anzeigen
    Die Wahrheit dürfte, wie immer, in der Mitte liegen: Man darf die 0,1% Islamisten (die Zahl stammt von Broder) nicht gewähren lassen und muss ihnen die Macht des Rechtsstaats entgegen setzen.
    Man darf aber auch nicht die 99,9% Muslime, die nie etwas mit Fundamentalismus am Hut hatten, pauschal verdächtigen und kriminalisieren wegen ihrer Religion und ihres Buches, dessen Exegese leider noch immer konservativen Klerikern vorbehalten ist. So als ob die Pius-Bruderschaft allein das Recht hätte, die Bibel auszulegen.

    Leider aber kommen solche Pauschalisierungen von Autoren wie Broder, der keinen Unterschied zwischen Islam und Islamismus sehen will. So lange Leute wie er und seinesgleichen immer weiter Vor-urteile schüren, so lange muss man sie auch "Hassprediger" nennen dürfen. Das ist übrigens von der Meinungsfreiheit gedeckt, an der angeblich Mangel herrschen soll, wie die Broders und Keleks immer wieder beklagen, bei ihren Tiraden über den Islam.
    Bin mit Ihnen einig, dass man die Moslems wegen der Islamisten (meines Wissens nicht 0,1 sondern 1-2 %) eine ganze Religion in die Pfanne hauen sollte. Doch wenn sie auf Islam.de gehen, immerhin der Dachorganisation von 19 Dachorganisationen und dort die Suchbegriffe "Westergaard" und "Minarettverbot" eingeben, fragt man sich schon, warum die Moslems sich nur auf der einen Seite (berechtigterweise) empören, auf der anderen aber nicht distanzieren können, bzw. manche Ereignisse, die deutschlandweit die Schlagzeilen beherrscht haben, einfach ungeschehen machen. Das beschäftigt mich sehr, wenn ich ehrlich sein soll.
  5. #144

    Im Kreis

    Um es vorweg zu sagen: ich zähle mich auch eher zu den Islamkritikern.

    Hier wird versucht, den Kritiker des Kritikers zu widerlegen, indem pauschal Kritik als unstatthaft hingestellt wird. Das deutet schon tendenziell darauf hin, dass hier auch auf westlicher Seite ein Anflug von Dogmatismus am Werk ist, womit man also dem Kritikerkritiker indirekt recht gäbe.

    Dabei sagt der Begriff Islamophobie nicht von vorneherein, dass der radikale fundamentalistische Islam "recht" in seinen Argumenten und Methoden hat, nur weil er seine Gegner in ihren Motiven kritisiert. Das mögen zwar viele so interpretieren. Ich würde es dagegen mit Alltagslogik eher so sehen, dass man sich nicht besinnungslos in eine Situation bringen sollte, in der man die Rolle eines von zwei Streithähnen einnimmt, da dann u.U. der eine nicht besser ist, als der andere. Das kann man, finde ich, in dieser Allgemeinheit so unterschreiben.

    Auf der anderen Seite ist es bekannt, dass einseitige Aggression den Angegriffenen nicht nur durch physische Aggression vergewaltigt, sondern ihn auch dadurch demütigt, dass sie ihn im gewissen Maße zur Gegenaggression zwingt, was besonders dann tragisch ist, wenn der Angegriffene eher friedliebend ist. Darin liegt sicher zuweilen auch die Intention des Angreifers.

    Eigentlich ist es ein uraltes Thema, und die Geschichte dürfte es hinlänglich bewiesen haben, dass das Rezept "rechte Backe - linke Backe" genauso wenig alltagstauglich ist, wie blinde Gegenaggression. Wie andere hier bereits schrieben: die Wahrheit liegt in der Mitte. Es gibt Methoden, Aggressionen ins Leere laufen zu lassen, ohne sich alles gefallen zu lassen. Eine dieser Methoden (ob im Fall des radikalen Islamismus anwendbar oder nicht, sei dahingestellt) ist, dafür zu sorgen, dass dem Angreifer die Aufmerksamkeit entzogen wird. Seit dem 11.9.2001, hat der Islamismus im Westen eine geradezu pathologisch übersteigerte Aufmerksamkeit erfahren, und genau das war sicher die Absicht der Täter.
  6. #145

    Angstrhetorik

    Zitat von Masterskipper Beitrag anzeigen
    Das christliche Abendland und der Islam passen absolut nicht zusammen und werden auch nie zueinander finden.Deshalb müssen wir uns ernsthaft Gedanken machen,wie wir die hier lebenden islamischen Gastarbeiter dauerhaft in ihre angestammte Heimat zurückführen.Sonst werden diese Leute zuerst Deutschland und dann ganz Europa in einen islamischen Gottesstaat umwandeln.Wer das will kann weiter solchen Unsinn,wie die Spinner,die sich in der "Süddeutschen Zeitung" und der "FAZ" ausgelassen haben und mit großer Wahrscheinlichkeit von einflußreichen Islamisten gekauft worden sind,verbreiten.Aber mit mir nicht!Wir brauchen wieder ein christlich,patriotisches Deutschland.
    Ein christlich, patriotisches Deutschland müßte leider auch Leute wie Sie ausweisen, denn was ist an Ihrem Beitrag eigentlich "christlich"?;-)
  7. #146

    Ernst

    Zitat von Spiegel-ohne-Leine Beitrag anzeigen
    ..

    Außerdem muss ich nicht in ein islamisches Land reisen, ich brauche mich nur mit einer Sozialarbeiterin unterhalten, wie katastrophal es in vielen dieser Familien zugeht.

    Sicherlich sind das nur Einzelfälle, werden sie gleich repetieren. Dieses Argument allerdings haben die islamischen Staaten mit der Kairoer Menschenrechtserklärung ausgeschaltet.
    Sicher, schließen Sie von Einzelfällen in Deutschland ruhig auf den Zustand von Ländern mit Hunderten Mio. von Einwohner.
    Aber verlangen Sie nicht damit ernst genommen zu werden.
  8. #147

    Hassprediger ?

    Wenn wir nicht bereit sind, unsere gemeinsame, freiheitliche Werte mit Nachdruck gegen Intoleranz (egal ob in religiöse, rassistische oder faschistische Mäntelchen) zu verteidigen, was sollen wir überhaupt verteidigen? Einzige Schutz der Demokratie ist die Bereitschaft der Demokraten diese (fehlerhafte?) System zu verteidigen. Wir sollten an jene politische Akteure denken, die kurz vor 1933 behauptet haben, es wird ja alles nicht so schlimm.

    Wir können nur durch unsere entschiedene Auftreten hier Vorort gegen Intoleranz, die demokratische Kräfte in islamistisch geprägten Länder unterstützen. Islam in heutige, unreformierte Fassung (nicht nur Islamismus)und Demokratie vertragen sie sich nicht. Ich stamme aus der Türkei und denke, weiß -aus eigene Erfahrung- etwas mehr über Demokratieverständnis in Islam.
  9. #148

    Nonsens

    Zitat von Fabian G Beitrag anzeigen
    es ist schon erstaunlich was journalisten und forenteilnehmer so von sich geben. islamkritik und islamphobie ist kein rassismus. das als rassismus zu bezeichnen ist vieleicht ein tolles totschlag argument. aber muslime sind keine ethnische gruppe. ich kann auch zum muslim werden, obwohl ich kein araber bin oder perser. daher ist der rassismus vorwurf schlichtweg eins: dumm. ...
    Nein, soziologisch korrekt, wenn gerade das zugrundeliegende Prinzip des Rassismus vom "Rassismusverdächtigen" angewandt wird. Und genau das passiert ja sehr häufig in der Debatte, wo die Muslime eben als homogene Gruppe oder/und zum Beispiel unter dem Aspekt vermehrter Fortpflanzung betrachtet werden oder/und politisch kritisierenswertes von den "Heimatstaaten" auf die hier lebenden Menschen projiziert wird.

    Also erst informieren.
  10. #149

    Herr Biedermann und die Brandstifter

    Zitat von supercat Beitrag anzeigen
    Wunderbar die Panikmache funktioniert ja immer noch bestens, und das obwohl Georgy Boy schon über ein Jahr in Rente ist:
    Die Schweizer haben mal schnell Spargel mit Minaretten verwechselt, und diese, weil die ja so schnell wachsen können, gleich mal verboten, und wir machen uns in die Hose, weil ein Spinner seine Hosen in die Luft sprengen wollte, und natürlich vom großen, Bösen Netzwerk Al-Qaida, den Auftrag dazu erhalten hat.
    An jeder Ecke lauert ein böser Moslem, und mein lieber Gemüsehändler, fällt auch nicht jedes Mal, vor mir auf die Füße, weil er sich für die schlimmen Verbrechen seiner Glaubensbrüder entschuldigen will. Da würde ich mir doch schon etwas mehr Demut, und dankbare und Unterwürfigkeit von ihm wünschen. Sicher plant der, wenn er in sein Muttersprache telefoniert, etwas ganz schlimmes, oder zumindest einen Ehrenmord. Und jetzt fallen uns auch noch die Journalisten in den Rücken. Natürlich nicht solche wackeren Kreuzritter wie Lord Mohr oder Broder, aber dafür schlimme Schmierfinken von der SZ und, man glaubt es kaum, auch von der FAZ. Das Abendland ist also doch in Gefahr!
    So, wie Sie hier Ihren Gegnern die Dämlichkeit unterstellen, wie sie in Ihrem Beitrag vorkommt, kann man sich die Welt natürlich auch schön zurechtschreiben, daß sie in das eigene Raster hineinpaßt. Nun verhält es sich aber so, daß weder die realen Schweizer noch die Islamkritiker so tumb, xenophob und irgendwie grundschlecht sind, wie sie bei Ihnen dargestellt werden, sondern sehr gute Gründe für ihre Meinungen haben. Der Zeichner der Mohammed-Karikaturen bei Jyllands-Posten Kurt Westergaard bekommt nun die all diese frei erfundene Aggressivität und Gewalt von Muslimen am eigenen Leib zu spüren, und er ist einer in einer ganzen Reihe von Leuten, die in den letzten Jahren beängstigend gewachsen ist.

    Aber natürlich war Westergaard selbst schuld, denn was verhält er sich nicht etwas respektvoller gegenüber der Religion des Friedens? Denn das ist sie, wie überall zu erkennen ist, und wer das nicht sofort glaubt, bekommt augenblicklich den Schädel eingeschlagen.


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