Ex-Bundesbanker Thilo Sarrazin ist zurück. Diesmal wettert er nicht gegen Ausländer, sondern gegen den Euro. Um ihn zu widerlegen, müsste man das Finanzsystem im Kern reformieren. Aber davor schrecken alle zurück - von Merkel bis Steinbrück.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...834177,00.html
Ich hätte niemals gedacht, dass ich so etwas erlebe. Jakob Augstein stimmt Thilo Sarrarzin zu hinsichtlich dessen Kritik an bestehenden Verhältnissen. Er tut es zwar mit einem gehörigen Schuss Kritik an Sarrarzins Wesen, aber dennoch. Seit' an Seit' oder vielleicht besser Rücken an Rücken einem Meer von Feinden in der Politik entgegen.
Ganz schön einseitiger Artikel. Bloß nicht irgendwo anecken. Wozu brauche ich nochmal den SPIEGEL?
Warum kommt die Süddeutsche zu einem genau umgekehrten Fazit dieses Disputs? Weil die Sichtweise des Autors eine andere ist. Ich nehme mal an, dass beide Autoren das gleiche Gespräch gesehen haben. Und wenn schon zwei "Profis" unterschiedlich urteilen, kann man sich eigentlich jeglicher Wertung enthalten. Es war ein schönes Schauspiel, Zeitvertreib, weiter nichts.
Die mangelnde Empathie scheint bei Konservativen sehr verbreitet zu sein, bzw. ist deren Egoismus übermäßig ausgeprägt.
Langsam aber sicher scheint die Welt ihre Schockstarre zu verlieren, egal wen auch immer man fragt, alle sind sich in einem einig, so wie bisher gehts nicht weiter. Eine wichtige Erkenntnis!
Wir brauchen eine soziale Marktwirtschaft, europaweit und am besten noch weit darüber hinaus. Wir müßen internationale Solidarität zeigen besonders in schweren Zeiten wie diesen.
Am Ende muß auch jeder bei sich selbst anfangen, Dinge zum besseren zu ändern. Die neue Gesellschaft wird aus dem Schoß der alten geboren, wußte schon Marx.
Der Merkel Sarkozy Fiskalvertrag sieht vor, dass alle Unterzeichnerstaaten bis zum 1. Januar 2014 Schuldenbremsen eingeführt haben und zwar möglichst verankert in ihren nationalen Verfassungen. Wer dies nicht macht, kann dafür vor dem Europäischen Gerichtshof zu hohen Geldbußen verklagt werden. Wird die Schuldenbremse
– ein strukturelles Defizit von maximal 0,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts – nicht eingehalten, werden automatisch Ausgaben gekürzt.
Länder, deren Defizit auf über 3 Prozent des BIP steigt, müssen einen Plan vorlegen, wie sie das Defizit reduzieren wollen. Der Plan muss von der Europäischen Kommission und dem Rat genehmigt werden. Diese Gremien werden nur Maßnahmen billigen, die ihrer rigiden Spardoktrin folgen.
Für Länder mit einem Schuldenstand von über 60 Prozent des BIP gilt das gleiche; sie sind außerdem verpflichtet, alle über diesen Wert hinausgehenden Schulden um 5 Prozent pro Jahr abzubauen. Für viele Länder heißt das, dass sie künftig Haushaltsüberschüsse erzielen müssen, was nur mit noch stärkeren Ausgabenkürzungen und mit der Privatisierung öffentlicher Unternehmen erreichbar ist.
Alternativen zur Überwindung der Krise:
Statt die Krise mit Einschränkungen der Ausgabenseite bewältigen zu wollen, wie es der Fiskalpakt vorsieht, ist eine Anpassung der Einnahmenseite zur Verringerung der Schulden notwendig. Die negativen Effekte der Kürzungspolitik, Verarmung bis hin zur Verelendung breiter Bevölkerungsschichten bleiben aus, wenn die Hauptlast der Krisenkosten vom oberen Einkommensende getragen werden.
Denkbare wirksame Maßnahmen sind beispielsweise eine EU-weite Vermögensabgabe, die Wiedereinführung der Vermögensteuer, höhere Steuern auf Kapitalerträge und die Einführung der Finanztransaktionssteuer.
Um eine weitere Verschärfung der Krise zu verhindern, müssen außerdem die Finanzmärkte reguliert werden, damit diese nicht mehr gegen einzelne Staaten spekulieren können.
Wann gelangen wir gemeinschaftlich zu der Erkenntnis, das unsere Kinder nicht Europa in der Gesamtheit finanzieren können? Griechenland muss aus der Gemeinschaft austreten, ebenso wie alle anderen Länder, die nicht gewillt und in der Lage sind, ihre eigenen Finanzen zu sanieren!
Man steckt oben ( da wo die Ohren sind ) ein Schlagwort rein und
unten ( da wo der Mund ist ) kommt ein kostenloser Schwall fertig formierter Textbausteine raus.
Leider meist ohne jeglich innere Substanz.Auch Schaumschlägerei genannt ohne entsprechendes backgroundwissen.
Der Mann ist ein fast perfekter Blender.
Wenn irgendwann alles den Bach runter gegengen sein sollte, soll ja niemand der Politklasse kopmmen und behaupten, man hätte es nicht gewusst/vorher sehen können isw.
Jetzt wäre es gut wenn Sarrazin + Gauweiler & Co mal erwägen beim BVG eine Klage einzureichen. Mal sehen, ob die Juristen in Karlsruhe wieder die letzten Ausputzer im Politiker-Chaos sein müssen und können!
Es bedurfte wieder einmal eines Sarrazin um die schöngefärbten Lügenmärchen von Merkel und Co. betreffend einer stabilen Währung zu entlarven.
Und ich meine das wegen der fehlenden politischen Angleichung im Gemeinsamen EWG-Markt nicht nur der ECU-Dukate von Anfang scheitern mußte sondern auch das das Geld keinerlei Akzeptanz hat weil man die Märkte nicht kontrollierte sondern die Preisexplosionen unkontrolliert hinnahm (die in den ersten 6 Monaten 2002 stattfanden und durch Berlin lediglich zu vertuschen versucht wurden).
Die Politik verkennt das Märkte nur der Bedürfnisbefriedigung der Marktteilnehmer dienlich sind und ansonsten eher nichts zu sagen haben. Eine Politik die zuläßt das Markteilnehmer versuchen aus angeblich unterbewerteten Märkten das letzte herauszuholen (s. z.B. die dt. Mieten: Wohnungen sind noch zu billig, da kann man noch sehr viel mehr an Renditen herausholen) ist handlungsunfähig und macht sich damit selbst zum Spielball von sog. Märkten und Investoren.