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Debatte über Währungskrise: Sarrazin entlarvt die Euro-Lüge

Ex-Bundesbanker Thilo Sarrazin ist zurück. Diesmal wettert er nicht gegen Ausländer, sondern gegen den Euro. Um ihn zu widerlegen, müsste man das Finanzsystem im Kern reformieren. Aber davor schrecken alle zurück - von Merkel bis Steinbrück.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...834177,00.html
  1. #320

    Zitat von RioTokio Beitrag anzeigen
    Die Anlgeger sind keine Deppen wie Sie vielleicht meinen - Viel Spaß beim Geldleihen!
    Das Problem ist, dass die Regierungen so viel Geld erzeugen, dass auch dem unsolidesten Staat noch Geld reingeschoben wird. So nährt sich der Wahnsinn selbst.
    Der kluge Anleger setzt auf Assets, die nicht vermehrbar sind. Das Problem ist nur, dass diese Idee schon viele hatten.
  2. #321

    Zitat von E.Cartman Beitrag anzeigen
    Nein, das eigentliche Problem ist, dass es unsere gehegte und gepflegte Opferrolle untergräbt. Da man ja alles auf den zweiten Weltkrieg schiebt und alle nur nachtragend und gemein zu uns sind und uns keiner mag, ist es sehr unpraktisch wenn '95 beigetretene Staaten die nicht Deutschland sind mehr zahlen als wir. Das stellt die EU als Nullsummenspiel in Frage, und dann ist nicht klar wer der Feind ist, und dann hat der.....
    Deutschland war letztes Jahr ja auf einer weltweiten Beliebtheitsskala ganz vorne gewesen.
    Ihre Dialektik hat was.
    Bemängeln Kritiker unsere kriegsbedingte Haltung es allen recht machen zu wollen, sehen Sie uns sogar schon in einer Opferrolle.
    Offenbar haben Sie den Eindruck, dass Deutschland in den letzten Jahrzehnten ohne Rücksicht auf die Kriegsschuld gehandelt hat.
    Offenbar null Ahnung von neuerer Geschichte der Herr...

    Sie haben doch selbst festgestellt, dass D. bei Nettotransferzahlungen weit vorne liegt. Ob ein skand. Miniland pro Kopf mehr gibt ist ist irrelevant.
  3. #322

    Zitat von RioTokio Beitrag anzeigen
    Super, das sind tolle Ideen mit denen Sie die Kapitalanleger hereinlegen wollen.
    Die werden sich zukünftige Geldanlagen genau überlegen.
    Deutschland hat 2 Billionen Euro Schulden.
    Teile der Schulden sind regelmäßig neu aufzunehmen.
    Allein Italien benötigt dieses Jahr einen 2 stelligen Millioardebetrag.

    Die Anlgeger sind keine Deppen wie Sie vielleicht meinen - Viel Spaß beim Geldleihen!
    Nein, aber die Anleger sind im Gegensatz zu Ihnen und einigen deutschen Ideologen realistisch genug um zu sehen, dass Staaten die anders handeln eben ungeordnet bankrott gehen, nicht zuletzt aus Angst ungeordnet bankrott zu gehen.
    Gilt yields fall on haven flows - FT.com
    U.K. Gilt Yield Falls Below 2% - MarketBeat - WSJ

    UK gilt yields to drift higher but not at damaging pace | Reuters
  4. #323

    Selbstregulierung - bloß ein Lehrbuchbegriff

    Das Problem des Euro ist nicht die fehlende Empathie, die sich am neoliberalen Standpunkt zur Selbstregulierung der Märkte festmachen soll. Das Problem ist, dass auf den Finanzmärkten eine strukturierte Asymmetrie existiert, die auf platzierten Fehlinformationen, partikularer Meinungsmache, bilateralen Sondervereinbarungen und Rechtsschein gründet; eben auf Empathie pur.

    In dieses System der Ungleichgewichte sollte der Euro mitnichten eine Kohäsion zwischen den Mitgliedstaaten fördern. Das Mantra Angela Merkels halt stets nach: es ist das ureigenste Profitinteresse Deutschlands (deutscher Großunternehmen), am Euro festzuhalten. Der Euro sollte schlicht als ein handliches Werkzeug deutscher Geld- und Wirtschaftspolitik fungieren, nämlich dem an natürlichen Ressourcen armen deutschen Staat weiterhin den Zugang zu Rohstoffen in Übersee zu ebnen, aber gleichzeitig die strategische Wandlung des Industrie- zum Dienstleistungs- und Forschungsstandort zu forcieren.

    Wir brauchen uns nicht der Illusion hingeben, dass ein anderes Finanzsystem anders als dieses oder besser funktionieren würde, wenn die Bereitschaft fehlt, die partikularen Vorbedingungen und nationalen Vorbehalte emphatisch in den öffentlichen Diskurs zu treiben. Es sind einfach zu viele und mächtige Marktakteure, die ihre Geschäfte im Verborgenen betreiben und nicht auf den offenen Märkten. Diese Akteure vertrauen gerade nicht auf die Selbstregulierung des Marktes. Sie sind zwar invisible, aber keine Protagonisten der Adam Smithschen invisible hand.
  5. #324

    Zitat von Rosbaud Beitrag anzeigen
    Und wie reagieren Sie, wenn Sie erfahren, dass kein geringerer als Jean-Claude Juncker, Ministerpräsident von Luxemburg und Eurogruppenchef, im Oktober 2010 bei einer Pressekonferenz am Rande eines Treffens des Weltwährungsfonds ausplauderte, dass die Zahlungsprobleme Griechenlands seit vielen Jahren bekannt waren, dass er mit Rücksicht auf die guten Griechenlandgeschäfte der Deutschen und der Franzosen aber zum Schweigen verurteilt war?
    Wer hat wann was über den Tisch geflüstert und dann mit wem was veranlasst?
    Waren Sie dabei oder sind Sie ein Freund von Nachrede und Gerüchten?

    Brauchen die Griechen - wie kleine Kinder - einen Aufpasser der guckt ob Sie auch nicht zu viel Süßigkeiten kaufen - oder was wollen Sie andeuten?
    Mehr Respekt vor der Souveränität eines Landes sollten Sie schon aufbringen.
  6. #325

    ?

    Zitat von Rosbaud Beitrag anzeigen
    Es geht mir darum, dass die marktfundamentalistische, neoliberale Variante der Marktwirtschaft gescheitert ist. Es gibt ja da noch die keynesianische Variante, die ich favorisiere. Die real existierende Marktwirtschaft hat jedenfalls mit dem Schlachtruf „Deregulierung, Privatisierung, Liberalisierung“ den Karren in den Sumpf gefahren.
    Von was reden Sie?
    In Deutschland boomt die Wirtschaft dank der sozialen Marktwirtschaft.
    Ihr Rezept ist das Anschmeißen einer Gelddruckmaschine.
    Das Rezept der 20er Jahre.
    Einfältiger gehts kaum.
  7. #326

    Zitat von RioTokio Beitrag anzeigen
    ...
    Die werden sich zukünftige Geldanlagen genau überlegen.
    Deutschland hat 2 Billionen Euro Schulden...
    Ja - und? Sie haben - wie üblich für konservative Wähler mit "Sozialistenphobie" - das Problem nicht verstanden.
    Herr Augstein schon:

    Augstein-Kolumne - Zur Erinnerung: Erst haben sich die Banken verzockt. Dann haben die Staaten sie gerettet. Und dann haben die Banken diese Rettung durch steigende Zinsen für die Staaten immer teurer gemacht. Dieses System ist pervers.

    Ihre und die Sichtweise derer ist die der Generation, die in den 40-er Jahren des vorigen Jahrhunderts geboren wurde und die im Wirtschaftswunderland "Karriere" oder was auch immer machten.
    Diese Rezepte gelten nicht mehr. Inzwischen ist man klüger geworden, sollte man meinen. Aber alle - vor allem konservative Sozialdemokraten - scheuen sich davor, sich mit diesem perversen System bzw. mit seinen Vertretern anzulegen.
  8. #327

    Zitat von knut beck Beitrag anzeigen
    Hätten Sie gestern Abend den luziden Ausführungen Steinbrücks besser zugehört, dann wäre Ihnen heute klar, daß die Euro-Bonds ja gerade die Funktion haben, den Spekulanten dieser Welt klare Kante zu zeigen.
    Klare Kante?
    Sie meinen Klare Brieftasche!
    Nämlich die Deutsche.
    Da kann sich dann jeder "Investor" sein Geld abholen wenn eines der reformresistenten Südländer zu viel Kohle rausgejubelt hat.
    Dann geht es bei uns ans Kürzen und Sparen - ganz vorne natürlich bei den Sozialleistungen und Renten etc...
    Schön, dass Sie auf unsere Kosten so solidarisch sein wollen...!
  9. #328

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ex-Bundesbanker Thilo Sarrazin ist zurück. Diesmal wettert er nicht gegen Ausländer, sondern gegen den Euro. Um ihn zu widerlegen, müsste man das Finanzsystem im Kern reformieren. Aber davor schrecken alle zurück - von Merkel bis Steinbrück.

    Augstein-Kolumne: Sarrazin diskutiert mit Steinbrück über den Euro - SPIEGEL ONLINE
    Man sollte ihm vielleicht auch mal wirklich zuhören, um zu verstehen, was er meint. Gestern im 3Sat war die Gelegenheit dazu und ich fand diesen Dialog, recht interessant. Er ist auch emotionelle Sachen eingegangen. Also nicht nur nüchtern Zahlen betrachtet. Aber man wird den Eindruck nicht mehr los, das politische Entscheidungen fast ausschliesslich nur noch nach emotionellen und immer weniger nach sachlichen Gesichtspunkten gefällt werden.
    Einige Leute müssen sich eh mal angewöhnen, Menschen nicht nach einem Fehler zu beurteilen und Alles von ihm in Frage stellen.
    Sicher hat Sarrazin in seinen Büchern nicht in allem Recht. Es ist aber auch nicht Alles falsch, was er sagt und schreibt. Nur traut sich kaum Jemand Wahrheiten in Deutschland auszusprechen. Da hier Alle Themen unter ideologischen Gesichtspunkten disktutiert werden.
    Da wird Alles in Fronten aufgeteilt.
    Also sind Leute wie Sarrazin, Westerwelle und co. der Inbegriff des Bösen. Und Alles was sie von sich geben, ist prinzipiell falsch und menschenverachtend.
    Nur wird uns diese Art der Diskussion nicht weiterhelfen.
    Und solche Leute braucht die Demokratie. Auch wenn man nicht Alles gut findet, was dieses Leute von sich geben.
  10. #329

    supi

    Zitat von wahrsager23 Beitrag anzeigen
    Genau das ist ja das Problem.

    Das macht mir nichts, ich bin auch schon in einem (Bundes-)land, welches an Ostdeutschland und andere Bundesländer schön zahlt. Ob das Geld dahin geht, oder woanders, ist egal.

    Berlin macht schon seit zig Jahren massive Schulden. Ohne Ausgleichszahlungen aus dem Länderfinanzausgleich würde es den dortigen Bürgern erheblich dreckiger gehen. Vielleicht einfach mal Solidarität zeigen.
    .
    Bravo, Sie bekommen von mir die Solidaritätsnadel in Gold.
    So viel Bereitschaft sich selbst einzuschränken und womöglich hier die sozialen Ausgaben zurückzufahren um den reformfeindlichen Südländern in Europa zu helfen ist selten.
    Überweisen Sie gleich noch einen Extrabetrag in ein Krisenland Ihrer Wahl - dann könnnen Sie sich total gut fühlen ....








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