Ex-Bundesbanker Thilo Sarrazin ist zurück. Diesmal wettert er nicht gegen Ausländer, sondern gegen den Euro. Um ihn zu widerlegen, müsste man das Finanzsystem im Kern reformieren. Aber davor schrecken alle zurück - von Merkel bis Steinbrück.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...834177,00.html
Deutschland war letztes Jahr ja auf einer weltweiten Beliebtheitsskala ganz vorne gewesen.
Ihre Dialektik hat was.
Bemängeln Kritiker unsere kriegsbedingte Haltung es allen recht machen zu wollen, sehen Sie uns sogar schon in einer Opferrolle.
Offenbar haben Sie den Eindruck, dass Deutschland in den letzten Jahrzehnten ohne Rücksicht auf die Kriegsschuld gehandelt hat.
Offenbar null Ahnung von neuerer Geschichte der Herr...
Sie haben doch selbst festgestellt, dass D. bei Nettotransferzahlungen weit vorne liegt. Ob ein skand. Miniland pro Kopf mehr gibt ist ist irrelevant.
Nein, aber die Anleger sind im Gegensatz zu Ihnen und einigen deutschen Ideologen realistisch genug um zu sehen, dass Staaten die anders handeln eben ungeordnet bankrott gehen, nicht zuletzt aus Angst ungeordnet bankrott zu gehen.
Gilt yields fall on haven flows - FT.com
U.K. Gilt Yield Falls Below 2% - MarketBeat - WSJ
UK gilt yields to drift higher but not at damaging pace | Reuters
Das Problem des Euro ist nicht die fehlende Empathie, die sich am neoliberalen Standpunkt zur Selbstregulierung der Märkte festmachen soll. Das Problem ist, dass auf den Finanzmärkten eine strukturierte Asymmetrie existiert, die auf platzierten Fehlinformationen, partikularer Meinungsmache, bilateralen Sondervereinbarungen und Rechtsschein gründet; eben auf Empathie pur.
In dieses System der Ungleichgewichte sollte der Euro mitnichten eine Kohäsion zwischen den Mitgliedstaaten fördern. Das Mantra Angela Merkels halt stets nach: es ist das ureigenste Profitinteresse Deutschlands (deutscher Großunternehmen), am Euro festzuhalten. Der Euro sollte schlicht als ein handliches Werkzeug deutscher Geld- und Wirtschaftspolitik fungieren, nämlich dem an natürlichen Ressourcen armen deutschen Staat weiterhin den Zugang zu Rohstoffen in Übersee zu ebnen, aber gleichzeitig die strategische Wandlung des Industrie- zum Dienstleistungs- und Forschungsstandort zu forcieren.
Wir brauchen uns nicht der Illusion hingeben, dass ein anderes Finanzsystem anders als dieses oder besser funktionieren würde, wenn die Bereitschaft fehlt, die partikularen Vorbedingungen und nationalen Vorbehalte emphatisch in den öffentlichen Diskurs zu treiben. Es sind einfach zu viele und mächtige Marktakteure, die ihre Geschäfte im Verborgenen betreiben und nicht auf den offenen Märkten. Diese Akteure vertrauen gerade nicht auf die Selbstregulierung des Marktes. Sie sind zwar invisible, aber keine Protagonisten der Adam Smithschen invisible hand.
Wer hat wann was über den Tisch geflüstert und dann mit wem was veranlasst?
Waren Sie dabei oder sind Sie ein Freund von Nachrede und Gerüchten?
Brauchen die Griechen - wie kleine Kinder - einen Aufpasser der guckt ob Sie auch nicht zu viel Süßigkeiten kaufen - oder was wollen Sie andeuten?
Mehr Respekt vor der Souveränität eines Landes sollten Sie schon aufbringen.
Ja - und? Sie haben - wie üblich für konservative Wähler mit "Sozialistenphobie" - das Problem nicht verstanden.
Herr Augstein schon:
Augstein-Kolumne - Zur Erinnerung: Erst haben sich die Banken verzockt. Dann haben die Staaten sie gerettet. Und dann haben die Banken diese Rettung durch steigende Zinsen für die Staaten immer teurer gemacht. Dieses System ist pervers.
Ihre und die Sichtweise derer ist die der Generation, die in den 40-er Jahren des vorigen Jahrhunderts geboren wurde und die im Wirtschaftswunderland "Karriere" oder was auch immer machten.
Diese Rezepte gelten nicht mehr. Inzwischen ist man klüger geworden, sollte man meinen. Aber alle - vor allem konservative Sozialdemokraten - scheuen sich davor, sich mit diesem perversen System bzw. mit seinen Vertretern anzulegen.
Klare Kante?
Sie meinen Klare Brieftasche!
Nämlich die Deutsche.
Da kann sich dann jeder "Investor" sein Geld abholen wenn eines der reformresistenten Südländer zu viel Kohle rausgejubelt hat.
Dann geht es bei uns ans Kürzen und Sparen - ganz vorne natürlich bei den Sozialleistungen und Renten etc...
Schön, dass Sie auf unsere Kosten so solidarisch sein wollen...!
Man sollte ihm vielleicht auch mal wirklich zuhören, um zu verstehen, was er meint. Gestern im 3Sat war die Gelegenheit dazu und ich fand diesen Dialog, recht interessant. Er ist auch emotionelle Sachen eingegangen. Also nicht nur nüchtern Zahlen betrachtet. Aber man wird den Eindruck nicht mehr los, das politische Entscheidungen fast ausschliesslich nur noch nach emotionellen und immer weniger nach sachlichen Gesichtspunkten gefällt werden.
Einige Leute müssen sich eh mal angewöhnen, Menschen nicht nach einem Fehler zu beurteilen und Alles von ihm in Frage stellen.
Sicher hat Sarrazin in seinen Büchern nicht in allem Recht. Es ist aber auch nicht Alles falsch, was er sagt und schreibt. Nur traut sich kaum Jemand Wahrheiten in Deutschland auszusprechen. Da hier Alle Themen unter ideologischen Gesichtspunkten disktutiert werden.
Da wird Alles in Fronten aufgeteilt.
Also sind Leute wie Sarrazin, Westerwelle und co. der Inbegriff des Bösen. Und Alles was sie von sich geben, ist prinzipiell falsch und menschenverachtend.
Nur wird uns diese Art der Diskussion nicht weiterhelfen.
Und solche Leute braucht die Demokratie. Auch wenn man nicht Alles gut findet, was dieses Leute von sich geben.
Bravo, Sie bekommen von mir die Solidaritätsnadel in Gold.
So viel Bereitschaft sich selbst einzuschränken und womöglich hier die sozialen Ausgaben zurückzufahren um den reformfeindlichen Südländern in Europa zu helfen ist selten.
Überweisen Sie gleich noch einen Extrabetrag in ein Krisenland Ihrer Wahl - dann könnnen Sie sich total gut fühlen ....