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Debatte über Währungskrise: Sarrazin entlarvt die Euro-Lüge

Ex-Bundesbanker Thilo Sarrazin ist zurück. Diesmal wettert er nicht gegen Ausländer, sondern gegen den Euro. Um ihn zu widerlegen, müsste man das Finanzsystem im Kern reformieren. Aber davor schrecken alle zurück - von Merkel bis Steinbrück.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...834177,00.html
  1. #300

    Was sich so alles Neoliberale zur Verteidigung ihrer Irrlehre einfallen lassen

    Zitat von mocki Beitrag anzeigen
    DIe Rettung von Banken durch Steuergelder ist eben nicht neoliberal. Ich weiß nicht warum diese falsche Behauptung entgegen der liberalen Lehre und Thesen der führenden Wissenschaftler noch anhält. Wahrscheinlich Populismus den man gerne anderen vorwirft? Im Liberalismus muss JEDER, auch die Banken für ihre Verluste selbst aufkommen. kommt der Steuerzahler dafür auf, dann nennt man das richtig Sozialismus.
    Schöne Kurzfassung aktueller neoliberaler Sprich-Sprechblasen aus den Denkfabriken (Think Tanks) für neoliberale Ideologie.

    Nachdem deren Gesellschaftsmodell für das Wirtschaften und Zusammenleben von Menschen - der Markt reguliert in Selbstregulierung alles zum Wohle aller Menschen - weltweit nach nur 30 Jahren Thatcherismus und Reaganomics in Europa und in den USA elend in Praxis zusammenbrach, kommen diese neoliberalen Prediger angesichts der Rettung freier libertärer Märkte des Banken- und Finanzkapitals jetzt mit:
    "Rettung von Banken mit Steuergeldern ist eben nicht neoliberal"

    Zu hinterfragen wäre ja wohl zunächst warum die nachweislich durch Politik der letzten 30 Jahre deregulierten also libertären Märkte des Finanz- und Großkapitals die Mehrheit der Menschen auf unserem Erdball abzockten und das Wohl der Mehrheit der Menschen in ihr Gegenteil, der Existenangst brachten.
    Und ein ganzes System des Wirtschaften und Zusammenlebens von Menschen an den Abgrund des Zusammenbruch brachten.

    Nichts hat der libertäre Markt - das ideologische Kernstück des Neoliberalismus - in Praxis der letzten Jahrzehnte zum Wohl aller Menschen selbst reguliert.
    Schlimmer noch, er hat seinen gehuldigten freien Markt und die Menschheit in tiefgehende Krisen des Zusammenlebens gebracht.

    Und um den Zusammenbruch des Wirtschaftens und Zusammenlebens von Menschen unter freier Marktwirtschaft zu verhindern, greifen Staaten der Marktwirtschaft mit Steuermilliarden dem Finanz- und Bankenmarkt unter die Arme.

    Und das kehren die Martkprediger von freien Märkten zum Wohle aller Menschen heute auf.
    Nichtmarkt mit Steuergeldern zur Rettung des Finanzen- und Bankenmarktes widerspreche der Lehre des Liberalismus von Markt.

    Welch Armseligkeit ihrer Ideologie und angeblichen Lehre des Liberalismus von Märkten tritt hier zutage.
    Weil, erst nachdem die libertäre Selbstregulierung von Märkten ihren Zusammenbruch für jeden Bürger offenbarte, griffen die Regierungen des Marktkapitalismus mit Steuergeldern zur Rettung
    der libertären Märkte ein.

    Was macht ein Prediger der freien Märkte wie Mitforist mocki daraus:
    Steuermilliarden aus dem Nichtmarkt zur Rettung des Marktes widersprechen der Lehre von Markt und Liberalismus.

    Ja warum ist dann eigentlich der freie Markt vor Rettung mit Steuermilliarden in eigene Krise und Krise zum Wohl aller Menschen geraten, so frage ich mit Nachdruck.
  2. #301

    Nachtrag

    Zitat von Superbeowulf Beitrag anzeigen
    Jan Fleischhauer hat das in einem seiner früheren Artikel gut erläutert. Ob es nun um den Soli für den Osten oder den Länderfinanzausgleich geht. In beiden Fällen schuften und zahlen die einen für die Ausgaben der anderen. Die Bayern und Baden-Würtemberger bezahlen "solidarisch" die Opernhäuser der Berliner. (Arm, aber sexy) So funktioniert Solidarität. Jeder greift so ....
    Hier ist der Artikel von Fleischhauer: S.P.O.N. - Der Schwarze Kanal: Kohls fragwürdiges Erbe - SPIEGEL ONLINE
  3. #302

    Wir brauchen mehr von Sarrazin!

    Jahhh, das braucht das Land:

    Lesen Sie nächstes Jahr, vom Autor von "Deutschland schafft sich ab" und "Europa braucht den euro nicht",
    --- coming soon ---
    die neuesten provokanten Thesen und und Anaylsen zu einem Thema, das uns alle (und zwar wirklich) angeht:

    "Die Globalisierung gefährdet die Welt"
    (unverbindlicher Titelvorschlag)
  4. #303

    Skepsis

    Zitat von knut beck Beitrag anzeigen
    Sarrazin wird überschätzt. Ich möchte Herrn Steinbrück meinen persönlichen Dank dafür aussprechen, daß er uns bei Günter Jauch die Augen geöffnet hat. Sarrazin ist ein Taschenspieler; er hat ein paar verblüffende Zahelntricks auf Lager, doch fehlt ihm der abgeklärte Blick für die größeren Zusammenhänge.

    Besonders gut hat mir ......
    Ich mag Steinbrück, fand aber seinen Auftritt bei Jauch ganz schwach. Sarrazin hingegen hatte gute Argumente, im Gegensatz zu seiner unsäglichen Migrationspolemik merkt man bei diesem Thema, dass er hier zu Hause ist und über Sachverstand verfügt.
    Steinbrück macht aus meiner Sicht einen Denkfehler: Er begründet den Euro aus der historischen Verantwortung Deutschlands. Das ist korrekt, wir haben dem zugestimmt, um die Integration D. zu fördern und bei den Nachbarn Vertrauen zu schaffen. Bedingung war, dass der Euro bestimmten Ansprüchen genügt (Maastricht-Kriterien, Unabhängigkeit der Zentralbank, Geldwertstabilität). Heute sollen diese Ansprüche an den Euro restlos aufgekündigt werden, und begründet wird das wieder mit der historischen Verantwortung. So kann man aus meiner Sicht nicht vorgehen und daher bin ich skeptisch, ob Steinbrück wirlich ein guter Kanzler wäre.
  5. #304

    Spaniens Schulden

    Zitat von tuecs Beitrag anzeigen
    "Europa als Labor eines neoliberalen Experiments hat gezeigt: die Selbstregulierung der Märkte ist eine gescheiterte Ideologie."

    Das sehe ich deutlich anders. Die Selbstregulierungskraft der Märkte fegt das politisch erzwungene Kunstgebilde Euro weg. Gegen ökonomische Vernunft und .....
    Die Entwicklung des Haushaltssaldos als auch die Entwicklung der Schuldenquote sagen mir etwas anderes: Die Verschuldung Spaniens sank (!) zwischen 1996 und 2007. Auch das Haushaltsdefizit sank (!) in den Jahren von 2000 bis 2007 und Spanien erwirtschaftete 2005 bis 2007 einen Überschuss! Spanien galt in Sachen Haushaltsdisziplin lange Zeit als "Musterschüler". Ganz im Gegensatz zu Deutschland.

    Die Probleme Spaniens sind zum Teil hausgemacht: Angetrieben wurde das Wirtschaftswachstum durch einen beispiellosen Bauboom, der durch verschiedene Gesetze, die noch aus der PP-Regierungszeit stammen angetrieben wurden. Leider hat es Spanien in der Zeit verpasst seinen vorhandenen und ausbaufähigen Hochtechnologiesektor und Industriesektor (z.B. Windenergie) zu stärken und auszubauen. Das wird jetzt zum Teil nachgeholt, aber viele positive Entwicklungen und Entwicklungsmöglichkeiten werden durch die Sparpolitik gnadenlos abgewürgt. So wird beispielsweise in der Bildung extrem gekürzt und sowohl Gehälter zusammengestrichen (minus 25% in einigen Bereichen!!!) als auch die Klassenstärken erhöht.
    Wenn man all das und vieles andere, was in den letzten Jahren passiert ist, sieht verliert man ehrlich gesagt den Glauben an die seit Jahren gepredigten "Selbstheilungskräfte" des Kapitalismus und zweifelt am Versprechen, dass man es mit etwas Köpfchen und Arbeit sehr sehr weit bringen kann.
  6. #305

    Zitat von Superbeowulf Beitrag anzeigen
    Nur zur Erinnerung: Bayern war bis 1988 Nettoempfänger im Länderfinanzausgleich!
  7. #306

    Autismus

    Lieber Herr Augstein, bitte informieren Sie sich besser, bevor Sie Vorurteile über Menschen mit psychischen Störungen in Ihren Artikeln verbreiten. Es ist für die Qualität Ihres Artikels völlig unnötig zu behaupten, Menschen mit Autismus hätten keinerlei Empathie. Das ist so nicht richtig. Sie verletzten damit die Gefühle Betroffener. Das halte ich für relativ ungünstig, wenn man sich für "Empathie" stark machen möchte.
  8. #307

    die grosse Strategie hinter der Wolke: "Europäischen Idee"

    Zitat von hhasenbein123 Beitrag anzeigen
    Herr Augstein möchte einen "großen Schritt" (nach vorn?) "in die politische Integration Europas" machen. Hatten die Macher des Euros vielleicht gerade das im Sinn? Ist es ihnen nur recht, dass wir heute unter Zugzwang stehen? Schwebte ihnen vielleicht schon immer ein demokratisch verkümmerter Zentralstaat vor in dem ein Grüppchen Kommissare schalten und walten kann, wie es möchte.
    Genau das wurde mit dem Euro "so ganz nebenbei" bezweckt und auch sehr gut erreicht, eine Art Dauerausnahmezustand/Chaos zu schaffen, der/das Schritte ermöglicht, die vor kurzem noch als unvorstellbar, ja geradezu als "ketzerisch" gegolten hätten. Die freiheitlich-demokratischen Staatsformen in Europa - eine der grössten Errungenschaften nach dem II. WK (und immerhin als Lehre aus dem II. WK geschaffen), wird gegen eine gemeinsame Chaoswährung in die Waagschale geworfen.

    Und - man kommt zur Erkenntnis, dass die bisherige Grundordnung im Kontext des Europäischen Einigungsprozesses nun zu sperrig sei, nicht mehr praktikabel (da nicht marktkonform). Man entscheidet sich für einen zentralistischen demokratisch und juristisch unantastbaren Gouverneursrat mit absolutistischen Vollmachten über den bislang souveränen Staaten stehend. Welch ein Fortschritt!
    Leider hat auch der Artikel-Autor für diesen Weg Partei ergriffen.
    Zitat von hhasenbein123 Beitrag anzeigen
    Schwebte ihnen vielleicht schon immer ein demokratisch verkümmerter Zentralstaat vor in dem ein Grüppchen Kommissare schalten und walten kann, wie es möchte. Typisch für die Linken, dass sie die große Strategie dahinter nicht erkennen, da diese so schön eingenebelt wird von der "Europäischen Idee".
    Das hat nicht unbedingt etwas mit links zu tun. Das weiss der Autor (insgeheim) auch selbst, aber er denkt die Erkenntnis der von ihm zitierten Euro-Lüge nicht konsequent zu Ende. Aus Establishment-konformer (!) selbst verordneter lähmender Political Correctness heraus. Zur grossen Strategie hinter der Wolke "Europäischen Idee": da kann man nur sagen, genau so simpel ist das.
  9. #308

    Zitat von linksoben Beitrag anzeigen
    Jahhh, das braucht das Land:

    Lesen Sie nächstes Jahr, vom Autor von "Deutschland schafft sich ab" und "Europa braucht den euro nicht",
    --- coming soon ---
    die neuesten provokanten Thesen und und Anaylsen zu einem Thema, das uns alle (und zwar wirklich) angeht:

    "Die Globalisierung gefährdet die Welt"
    (unverbindlicher Titelvorschlag)
    Dafür hat Attac aber schon den Titelschutz.
  10. #309

    Lieber Herr Augstein

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    ......Es fehlt ihm die Empathie. Aber ohne Empathie, ohne Emotion lässt sich die Welt nicht verstehen. Wer seine Umgebung auf Zahlen, Daten, Fakten reduziert, geht wie ein Blinder durch sein Leben.....
    Augstein-Kolumne: Sarrazin diskutiert mit Steinbrück über den Euro - SPIEGEL ONLINE
    Das mag schon richtig sein.

    Richtig ist aber auch, dass derjenige, der Zahlen, Daten Fakten nicht sieht oder nicht sehen will, immer in die Irre geht.

    Wenn Politik und Jounalismus in D sich mal zuerst um die "bösen" Zahlen, Daten und Fakten kümmern würden und anschließend diskutieren würden, wären wir als Gesellschaft schon ein ganzes Stück weiter.








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