Was für eine verlogene Debatte! Der Streit um Urheberrecht und Netzkontrollen ist hoffnungslos verfahren. Es geht schon lange nicht mehr um Kunst und Künstler, sondern nur noch um Stars.
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...825385,00.html
Ihre Schlussfolgerung ist falsch. Nur weil jeder, der auf Dauer erfolgreich ist, auch ein gewisses Können hat, heißt das noch lange nicht, dass jeder, der ein gewisses Können hat, auch auf Dauer erfolgreich ist.
Die Umkehrung bedeutet nur, dass ohne ein gewisses Können auf Dauer kein Erfolg möglich ist. Der Mathematiker sagt dazu: Können ist eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für dauerhaften Erfolg.
Und es gibt eine gewisse Selbstverstärkung. Eine Faustregel besagt, dass man, um es auf einem Gebiet zur Meisterschaft zu bringen, sich 10.000 Stunden damit beschäftigen muss. Der Hobby-Musiker, der in der Woche 5 Stunden Musik macht, braucht dafür 40 Jahre. In diesen 40 Jahren muss er von etwas anderem leben als von seiner Musik. Derjenige, der am Anfang einmal so erfolgreich ist, dass er sich auf seine Künstlerkarriere konzentrieren kann und 40 Stunden in der Woche Musik macht, ist bereits nach 5 Jahren soweit. Wer es also schafft, seinen Anfangserfolg über 5 Jahre auszureizen, wird ein Meister.
Es kommt also neben dem Können auf den Anfangserfolg an - und der ist vom Zufall geprägt.
Aber auch wirklich nur fast. Eigentlich geht es mehr um Aussehen und Vermarktung. Fast alle erfolgreichen Künstler sind hübsche Menschen. Sie leben alle ein zeitgemäßes Image, daß auf bestimmte Zielgruppen ausgerichtet ist.
Künstler mit dem selben oder sogar besserem Talent, aber ohne das Aussehen und dem Marketing, bleiben auf der Strecke, werden von der Finanzkraft der Industrie an den Rand und in den Untergrund gedrängt.
Das ist aber eben die beschriebene Industrie. Wie viele Produkte, Erfindungen usw. liegen irgendwo in der Schublade - vielleicht sogar äußerst geniale Dinge - und werden trotzdem nicht auf den Markt gebracht, weil man ihrer Vermarktung gegenüber skeptisch ist! Auch Produkte müssen nicht immer gut sein, die Besten sein, um zum Erfolg zu kommen. Beispiele gibt es doch viele ... oder?
Das mag vielleicht im Sport so sein, aber nicht in der Kunst. Und selbst da gilt dies nicht durchgängig.
[/QUOTE]Erfolg ist kein Selbstläufer. Es gibt immer einen Grund warum es Künstler zu Erfolg bringen und der hat fast immer mit Können zu tun.[/QUOTE]
Nein, aktuell erfolgreiche Künstler sind nicht unbedingt hervorragende Könner auf ihrem Gebiet. Dieter Bohlen mag ein sehr erfolgreicher Künstler sein, aber er ist kein begnadeter Musiker. Und begnadet gute Künstler sind nicht unbedingt erfolgreich, eher im Gegenteil. "Je besser die Kunst, desto schlechter das Geschäft" trifft es am besten.
Zum Beispiel das Patent zur einfachen Schärfung und somit Wiederverwendung gebrauchter Nassrasiererklingen. Da haben Gillette & Co. mit ihren überteuerten Nachkaufrasierköpfen so gar kein Interesse dran und blockieren seit Jahren erfolgreich die Vermarktung. Auch das Patent für die in Japan erfundene Ultraschall-Waschmaschine, welche umweltverträglich die Wäsche ohne Waschpulver säubert ist meines Wisserns vom Henkelkonzern aufgekauft worden und in der Schublade verschwunden...
So sehe ich das auch. Die Industrie ist nunmal darauf aus nur Produkte zu erstellen, die ein möglichst geringes Risikopotential haben. Kunst, die zu gewagt ist, zu außergewöhnlich, wird nicht beworben oder garnicht erst veröffentlicht. Darunter leidet in erster Linie du kulturelle Vielfalt, auch wenn die Industrie dreisterweise immer das Gegenteil behauptet.
Ich hab mal kurz nachrecherchiert, die Ultraschallwaschmaschine gibt's immer noch, und es werden immer wieder neue Modelle vorgestellt. Nur - sie taugt nicht viel. Klares Wasser in der Trommelwaschmaschine ohne Waschmittel erzielt bereits ein besseres Waschergebnis.
Tolle Idee! – Was wurde daraus? - Ultraschall-Waschmaschine reinigt Kleider ohne | Forschung Aktuell | Deutschlandfunk
... der gute herr lobo redet leider vollkommen am thema vorbei. es geht z.b. bei der tirade von sven regener darum, dass youtube (ein milliardenschweres unternehmen) einen riesen haufen geld verdient mit inhalt, den youtube nicht geschaffen hat. es ist doch das normalste von der welt, dass diejenigen, die den inhalt schaffen, auch dafür bezahlt werden (wie es übrigens ganz normal in allen anderen medien auch abläuft). dafür brauchts weder neue gesetze, noch parteien, sondern einfach nur einen portion anstand von seiten youtubes. wenn der anstand eben nicht da ist, muss man im falle kim schmitz eben mit der staatsanwaltschaft anrücken.