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Debatte über Unternehmenskultur: Die fiesen Rituale der Business-Elite

Die Hälfte des deutschen Top-Managements stammt aus den reichsten Familien des Landes - und benimmt sich auch so. Dabei zeigt die Bankenkrise, dass jeder Imbissbudenbesitzer den Job genauso gut machen könnte. Wenn die Unternehmen fairer arbeiten wollen, brauchen sie eine Kulturrevolution.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...688162,00.html
  1. #540

    Nachrufe ff

    Zitat von Neinsowas Beitrag anzeigen
    Sie haben´s auf den Punkt gebracht.
    Allerdings werden o.g. sich ihres Zustandes nicht bewusst sein: Mit dem Geld, das sie Anderen entwenden, können sie Stiftungen einrichten, Gutes tun, ihre Familie beglücken, ihre Kinder in die beste weltweite Ausbildung schicken, Ehrenurkunden einsammeln und dann ihren Kindes-und Kindeskindern als Portrait noch an der Wand hängen als Bild des "gross-geistigen" Menschen...
    Da haben Sie wohl recht. Aber das mus man aushalten können. Das ist wie mit Kunstsammlern, die nicht die geringste Ahnung von den den basalsten ästhetischen Zusammenhängen haben. Sie mögen Anselm Kiefer horten, aber die Werke schweigen zu ihnen.

    Wo Philantropie wie private Kunststammlungen in Wahrheit Dekoration ist, wird Leere bleiben.

    Inszenierte Selbstlosigkeit ist wahrhaft ekelhaft und der Gipfel der Verblendung. Aber halten wir es pragmatisch: Mögen die Wohltaten angenommen werden im milden Lächeln über das Motiv. Wie gesagt: Der Lohn ist eine Doppelseite mit Nachrufen in der FAZ. Da darf man schon belächelt werden.
  2. #541

    Evolution

    Zitat von jolip Beitrag anzeigen
    Dadurch, dass unser Gehirn im Rahmen der Evolution immer besser geworden ist, haben wir dies allerdings nicht mehr nötig und sollten uns lieber gemeinsam Gedanken darüber machen, wie wir unser gemeinsames Projekt Menschen, Erde, Zivilisation auf eine tragfähige Basis bekommen könnten, bevor wir alles zerstört haben.
    MFG
    jolip
    Mit diesen Zielen bin ich völlig d'accord. Was jedoch das menschliche Hirn angeht... Es ist FÜR UNS sicherlich 'besser' geworden (wobei ich nicht weiß, was besser sagen soll, wo wir uns doch evolutiv gleichsam im Vorderhirnlappen so verkapselt haben, dass niemand mehr das 'Wunder' erklären kann, dass zwei Leute sich gleichzeitig sinnvoll über eine Sache verständigen können). Ob unser Hirn aber auch für einen Elefanten oder Delfin das 'bessere' wäre?

    Genau das Gleiche gilt doch für die 'Eliten'. Sie können für sich sagen, dass sie 'Gewinner' sind. Das gilt sicherlich in ihrer Sphäre. Aber diese Sphäre ist ja auch nur eine kleine (0,5% der Gesellschaft). Es ist eine Minorität, die darunter leidet, dass ihre Regeln nicht auch bei den anderen 95 % gelten. Mein Vorschlag: Stellen wir die 'Eliten' unter Artenschutz und stellen sie im Zoo aus.
  3. #542

    Zoologischer Garten

    Zitat von Susrich Somnambuhle Beitrag anzeigen
    Mit diesen Zielen bin ich völlig d'accord. Was jedoch das menschliche Hirn angeht... Es ist FÜR UNS sicherlich 'besser' geworden (wobei ich nicht weiß, was besser sagen soll, wo wir uns doch evolutiv gleichsam im Vorderhirnlappen so verkapselt haben, dass niemand mehr das 'Wunder' erklären kann, dass zwei Leute sich.....
    Das Problem dabei ist doch allerdings, dass die Regeln der "Eliten" durch deren Macht auch für uns gelten und uns immer tiefer in den Abgrund reißen.

    Von daher bin ich mit Ihnen völlig einig, dass die Ausstellung dieser angeblichen "Eliten" im Zoo eine sinnvolle Sache ist.

    Da es auch noch so viele Opportunisten gibt, die das Lied ihrer Herren so gerne singen, dass sie es mittlerweile für ihr Eigenes halten, müßte dieser Zoo auch diesen Personenkreis aufnehmen, so dass wir wahrscheinlich ein Gebiet in der Größe Australiens für diese "Herrschaften" benötigen.

    Es gibt also viel zu tun, packen wir es an.
    MFg
    jolip
  4. #543

    Jurassic-Park

    Zitat von jolip Beitrag anzeigen
    Da es auch noch so viele Opportunisten gibt, die das Lied ihrer Herren so gerne singen, dass sie es mittlerweile für ihr Eigenes halten, müßte dieser Zoo auch diesen Personenkreis aufnehmen, so dass wir wahrscheinlich ein Gebiet in der Größe Australiens für diese "Herrschaften" benötigen.
    jolip
    Ja, so sollten wir es machen. Jurassic-Park IV.
  5. #544

    Und wer ...

    Zitat von Susrich Somnambuhle Beitrag anzeigen
    Ja, so sollten wir es machen. Jurassic-Park IV.

    ...zittert im Jurassic-Park IV vor wem?
  6. #545

    Antoninenzeit?

    Zitat von Rainer Daeschler Beitrag anzeigen
    Allerdings gibt es auch den Fall, dass Firmengründer ihre Unternehmen mittels Stiftung vor dem unfähigen Nachwuchs in Sicherheit bringen. Doch der, immer noch finanziell gut ausgestattet, wird dadurch weiter zur Elite gezählt.
    Das wäre dann die Analogie zu den Adoptivkaisern ;-)
  7. #546

    ...

    Zitat von suschen Beitrag anzeigen
    Das würde ich auch nicht, nein. Trotzdem verstehe ich Menschen nicht, die nicht wahrnehmen, was um sie herum geschieht und die kein Gefühl haben, wenn etwas nicht gut ist. Sie sehen nur sich und stufen andere Menschen dort ein, wo sie wollen. Sie erleiden ja keine Schmerzen im Moment und fühlen sich gut. Sehr schlecht möglich, sich dann in andere einzufühlen. Die Umwelt ignorieren Sie. Und wir merken das jetzt besonders, wir da unten, weil auch gerade die Politik so gestrickt ist.

    Bei mir arbeitet ein Praktikant, ein junger Mensch, ohne Perspektiven. Er lebt von 270 Euro im Monat, wie er das macht, weiß ich nicht. Er macht eine Umschulung nach der anderen, man nennt es Maßnahmen, niemand gibt ihm eine Chance. Leider ist es nicht mein Unternehmen, weil ich ja auch "da unten" bin, sonst würde ich ihm eine geben. Fakt ist, dass er pfiffiger ist als all meine Kollegen und er erledigt alles "stets zu unserer vollsten Zufriedenheit", wie man im Zeugnis so schön schreibt. Nebenbei rennt er auf Ämter, um sich einen "finanziellen Ausgleich" zu verschaffen.

    Die Welt ist nicht im Gleichgewicht, egal auf welchem Gebiet. Das merken meist nur "die da unten", weil sie es zu spüren bekommen. Dieser junge Mensch lebt nur, um zu überleben. Er erlebt nichts, aus Armut ist er untertänig. Was wird er tun, bis er 60 ist? Das ist schon sehr traurig alles. Würde man sich mehr kümmern und die Leute nicht nur abfertigen, dann bekämen alle eine Arbeit nach Bildungsstand und wären zufriedener. Und hätten ein Auskommen. Stattdessen gibt es die Zuschüsse aus anderen Kassen. Das ist doch eigentlich absurd. Und wer regelt das alles? Unsere Politiker, die Eliten, von und zu. Die haben ja Anzüge an und geben auch anderen Anzugmenschen eine Chance. Egal, was unter der Fassade steckt.
    Ich bin 100 % Ihrer Meinung. Danke für Ihren sensiblen Beitrag. Dennoch sage ich zu dem Zitat von camillotorres ("Ein Mensch der Stolz hat, geht in HartzIV und arbeitet nur für menschenwürdigen Lohn.") immer wieder, dass diese Einstellung falsch ist und nichts mit Stolz zu tun hat, sondern eher mit dem Gegenteil.
  8. #547

    Betriebsausgaben

    Zitat von aubrac Beitrag anzeigen
    In Westdeutschland hatten wir Vollbeschäftigung. Es gab goldene Zeiten, da buhlten Firmen um Mitarbeiter.
    ...
    Dass diese Nieten in der Regel mit millionenschweren Boni ausgestattet zur nächsten Firma ziehen, um hier wieder ihr Unwesen zu treiben ist allerdings mehr als ärgerlich. Allerdings: Wenn die Firma das zahlt, ist es deren Entscheidung. Das sind keine Steuergelder.
  9. #548

    Betriebsausgaben

    Zitat von aubrac Beitrag anzeigen
    In Westdeutschland hatten wir Vollbeschäftigung. Es gab goldene Zeiten, da buhlten Firmen um Mitarbeiter.
    ...
    Dass diese Nieten in der Regel mit millionenschweren Boni ausgestattet zur nächsten Firma ziehen, um hier wieder ihr Unwesen zu treiben ist allerdings mehr als ärgerlich. Allerdings: Wenn die Firma das zahlt, ist es deren Entscheidung. Das sind keine Steuergelder.
    Erinnert sich noch jemand an übertarifliche Entlohnung?
    "Wenn die Firma das zahlt", greift das sehr wohl in das Steueraufkommen ein: beliebig hohe Managergehälter und -boni gelten nämlich immer noch als Betriebsausgaben - deren Anrechenbarkeit eine Grenze zu setzen wurde bis jetzt verhindert (verteufelt!), obwohl Austattungsgrenzen, Zurechnung zu privater Lebensführung im Steuerrecht durchaus vorgesehen ist!
  10. #549

    Irrtum

    Zitat von aubrac Beitrag anzeigen
    .......
    Zudem gibt es natürlich komplette Versager unter den Managern, die durch ihre Unfähigkeit Arbeitsplätze vernichten. Dass diese Nieten in der Regel mit millionenschweren Boni ausgestattet zur nächsten Firma ziehen, um hier wieder ihr Unwesen zu treiben ist allerdings mehr als ärgerlich. Allerdings: Wenn die Firma das zahlt, ist es deren Entscheidung. Das sind keine Steuergelder.
    ....nicht ganz!
    1. Sind diese Boni steuerlich absetzbar, mindern damit den Gewinn des Unternehmens und damit auch die Steuerschuld.
    2. Wenn durch solche Hazadeure ein Unternehmen an die Wand gefahren wird, fallen
    a) die Steuern der Arbeitnehmer weg
    b) die Sozialabgaben der Arbeitnehmer fehlen
    c) die jetzt arbeitslosen Arbeitnehmner belsaten die Sozialkassen

    Ihr Gedanke ist also mehr als kurzsichtig. Die Gemeinschaft zahlt also indirekt doppelt und dreifach!!








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