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Debatte über umstrittenes Gedicht: Westerwelle nennt Israel-Vergleich von Grass absur

dapdAußenminister Westerwelle hat als erstes Mitglied der Bundesregierung in die Debatte über Günter Grass eingegriffen. Es sei absurd, Israel und Iran auf die gleiche moralische Stufe zu stellen. Wolf Biermann nannte das umstrittene Gedicht des Nobelpreisträgers eine "literarische Todsünde".

Debatte über umstrittenes Gedicht: Westerwelle nennt Israel-Vergleich von Grass absurd - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
  1. #160

    Zitat von satire1 Beitrag anzeigen
    Herr Westerwelle betreibt jetzt schon Wahlkampf auf Kosten von Günter Grass, damit die Presse und die Medien ihm gut gesonnen sind, nach dem Motto:
    Dessen Brot ich esse dessen Lied ich singe.
    Aber er vergisst, dass über 80 % der Deutschen das Gedicht von Günter Grass richtig und gut finden, obwohl die Medien versuchen die Menschen zu manipulieren wie sie denken sollen.
    Wir haben schon eine seltsame Demokratie und auch eine falsche Pressefreiheit.
    Na ich gehöre schon mal zu den anderen 20%. Vom Inhalt abgesehen ( da hat Guido ausnahmsweise Recht-absurd) halte ich das nicht für Lyrik sondern Kokoloris!
    Grass gehört offensichtlich zu den Männern, die nicht wissen wann man sich zur Ruhe setzen soll.

    Ich glaube auch nicht, dass sich plötzlich 80% der Deutschen für Lyrik interessieren!
  2. #161

    Schimon Peres & Co

    Junge Israelis über Günter Grass-Gedicht - Politik - sueddeutsche.de

    Guy Shamai, 28, Student

    "Ich bin absolut nicht mit der Kritik von Günter Grass einverstanden. Israel gefährdet in keinster Weise den Weltfrieden. .. Man darf nicht vergessen, dass Israel ein kleines Land ist.

    Der Frieden zwischen den großen Mächten und ihren "Verbündeten" wird sicher nicht unmittelbar durch Israel bedroht Israel kann selbst keinen längeren Krieg führen. Allerdings führt Israel seine Kriege auch nie alleine. Dies erledigen andere. Die Rolle Deutschlands ist hier ua. in der Finanzierung zu sehen. Es werden von Lobbyisten in Sachen Israel in Deutschland in der jüngeren Vergangenheit allerdings auch Forderungen nach militärischem Engagement geäußert. Etwa im Irakkrieg.

    Die Aufregung um Günter Grass ist nur verständlich, wenn man weiss, dass weder der 6 Tage Krieg, noch der Wirtschaftsboom Israels in den 60er Jahren ohne die Entschädigungszahlungen aus Deutschland möglich gewesen wären. Bis heute ist Geld aus Deutschland eine lebenswichtige Einkommensquelle. Ohne das Luxemburger Abkommen und zuvor das Havaara Abkommen gäbe es den Staat Israel heute nicht.

    Die Ablehnung der Kontrolle durch die IAEA durch Israel macht nur dann Sinn, wenn das Land weiter am Ausbau seines Arsenals arbeitet.

    Und da gilt leider. Jeder der ein solches Arsenal aufbaut und erweitert ist eine Bedrohung. Atomwaffen machen nur als Drohpotential einen Sinn. Ihr Einsatz ist sinnlos und entspricht nicht dem was wir unter Menschenrechten verstehen.

    Waffengeschäfte: Israel soll Südafrika Atomwaffen angeboten haben | Politik | ZEIT ONLINE

    .. Peres, heute Staatspräsident Israels, bot den Dokumenten gemäß "in drei Größen" an, womit konventionelle, chemische und nukleare Sprengköpfe gemeint sein sollen. Unter einem der Briefe aus dem Jahr 1975 ist die Unterschrift Peres' zu sehen. Er gilt auch als "Vater des israelischen Atomprogramms".

    DER SPIEGEL*12/1988 - Das Bündnis der einsamen Wölfe

    Es ist anerkannte Politik der Deutschen Bundesregierung der atomaren Bedrohung durch multilaterale Verträge zu begegnen.

    Gefahr durch ABC-Waffen | bpb

    ..

    Für europäische Staaten stehen Rüstungskontrollabkommen im Vordergrund, um den Gefahren zu begegnen, die mit der Verbreitung von ABC-Waffen einhergehen.

    ..

    Indien, Pakistan und Israel besitzen zwar Kernwaffen, sind aber keine Mitglieder des NPT.

    Es gibt keinen moralischen Grund für Israel nicht einem Rüstungskontrollabkommen mit entsprechenden Kontrollen beizutreten.

    Die Deutsche Bundesregierung sollte dies dem Staat Israel eigentlich bereits vor Jahrzehnten klar gemacht haben. Dass dies bisher unterblieben ist, gibt Anlaß zu Sorge. Jedes Land, das nicht im Rahmen von Rüstungsabkommen agiert, bzw. sich nicht daran hält gefährdet seine Nachbarn und die Stabilität der Region in der er liegt. Und somit auch den "Frieden".

    Egal wie klein ein Staat ist und wie man es dreht. 200 Atombomben und die Bereitschaft sie einzusetzen sind eine Bedrohung für den Weltfrieden.
  3. #162

    Israel hat das Existenzrecht

    Zitat von michaelslo Beitrag anzeigen
    Darf man sich angesichts der monatelangen Drohungen der israelischen Führung gegen den Iran keine Sorgen machen? Jedenfalls hat Grass nun für alle die lesen können, öffentlich gemacht, was sonst im Dunst des Ungewissen, des Unbewiesenen kursierte:
    Israel verfügt über ein der internationalen Kontrolle entzogenes Kernwaffenarsenal.
    Nicht Israel hat dem Iran das Existenzrecht abgesprochen!
    Israel kämpft seit über 60 Jahren um seine Existenz und nur dank seiner militärischen Überlegenheit existiert es noch. Auch wir in Deutschland verdanken es nicht Pazifisten, daß wir in Freiheit und Frieden leben, sondern unseren westlichen Verbündeten, die dank atomarer Abschreckungsstrategie den sowjetischen Imperialismus in die Schranken wiesen.
    Israel ist ein demokratisches Land, in dem eine starke Opposition und auch eine Friedensbewegung mitbestimmen - leider kann man das vom Iran nicht sagen. Wer autoritäre Regime als bessere Alternative sieht wie Günter Grass, hat den Kern des Problems nicht begriffen!
  4. #163

    Der richtige Weg

    Zitat von Palmstroem Beitrag anzeigen
    Nicht Israel hat dem Iran das Existenzrecht abgesprochen!
    Israel kämpft seit über 60 Jahren um seine Existenz und nur dank seiner militärischen Überlegenheit existiert es noch. Auch wir in Deutschland verdanken es nicht Pazifisten, daß wir in Freiheit und Frieden leben, sondern unseren westlichen Verbündeten, die dank atomarer Abschreckungsstrategie den sowjetischen Imperialismus in die Schranken wiesen.
    Israel ist ein demokratisches Land, in dem eine starke Opposition und auch eine Friedensbewegung mitbestimmen - leider kann man das vom Iran nicht sagen. Wer autoritäre Regime als bessere Alternative sieht wie Günter Grass, hat den Kern des Problems nicht begriffen!
    Günter Grass zu unterstellen er sähe den Iran oder irgend einen anderen Staat in dieser Debatte als "bessere Alternative" ist schon ein starkes Stück Demogagie.

    Thema verfehlt würde ich sagen. Zum einen hat die Diskussion nichts damit zu tun,welches der beiden Länder autoritär regiert wird, sondern damit, dass der Iran Israelischem Bekunden nach nach Atomwaffen strebt und wie man am sinnvollsten darauf reagiert.

    Ich möchte den Autor auch kurz nochmal daran erinnern, mit welcher Polimik und mit welchen Unterstellungen die Deutsche Opposition gegen den Irakkrieg überzogen wurde und mit welchen Ergebnis dieser Waffengang endete, oder besser gesagt nicht endete. Begriffe wie Antiamerikanismus und Antisemitismus waren hier an der Tagesordnung,

    Es ist keinesfell legitim ein Land nur deshalb militärisch anzugreifen, weil dort eine Diktatur herrscht. Was dabei passieren kann ist, dass sich die Situation, danach noch weit schlimmer darstellen kann, als vorher. Ich denke hier an Afghanistan. Die Gründe für derartige Angriffe sind idR. rein wirtschaftlicher Natur. Menschenrechte sind nur dort interessant, wo man sie propagandistisch einsetzen kann.

    Israel existiert nun seit 60 Jahren. Doch die Situation in den besetzten Gebieten spottet jeder Beschreibung. Die Verantwortung des Staates Israel gilt auch den Menschen die dort mit Duldung aller mit Israel befreundeten Nationen als "Staatenlos" eingestuft werden und denen, die zum Zwecke der Staatsgründung getötet oder vertrieben wurden. Und zwar weit mehr als denen, die in sicherer Enffernung im Ausland leben und in Israel oder den besetzten Gebieten nur Urlaub machen, oder sich dort einen Altersruhesitz einrichten wollen..

    Es hat nichts mit Pazifismus zu tun eine Demokratie zu fordern, die die Gleichbehandlung von Staatsbürgern unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit oder ethnischen Herkunft gewährleisten kann und will. Wir sind bei der Definition dieses Begriffs inzwischen deutlich weiter als in der Antike. Und dazu haben Menschen wie Günter Grass, hier in Deutschland, über Jahrzehnte hinweg ihren Beitrag geleistet. Nicht mit Bomben sondern mit Worten.

    Deutchland sollte auch in Zukunft darauf verzichten auf militärische Mittel zu setzen. Und es sollte sich auch durch Israel nicht in militärische Konflikte hineinziehen lassen. Die Fehler der vergangenen Bundesregierungen können hier nicht ungeschehen gemacht werden. Aber lernen kann man sehr wohl aus dem IrakKrieg und dem Afghanistan Debakel.. Und aus dem was sich in Jugoslawien abgespielt hat und noch immer abspielt.








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