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Debatte über Solidarpakt: Die Ideologie der Starken

Privat geht vor Staat: Das ist die angebliche Erfolgsformel, die uns seit Jahren eingetrichtert werden soll. Jetzt sind die öffentlichen Kassen leer, und der Westen zankt sich mit dem Osten ums letzte Geld. Die Reichen schert es nicht - sie können sich einen armen Staat leisten.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...822972,00.html
  1. #220

    Zitat von lilli42 Beitrag anzeigen
    Wenn jemand pleite ist, liegt es also nur daran, dass er weniger Geld bekommt?

    Kann man natürlich so sehen.
    Dass aber die Tatsache, dass vielleicht einfach zu viel Geld ausgegeben wird/wurde und das auch noch für oft unsinnige Dinge, darf natürlich nicht gedacht werden.

    Wie schön einfach die Welt doch ist, wenn man ne linke Denke hat!
    Nun ja, mit der Ihren kugelt man sich zerebral auch keinen aus.
  2. #221

    Zitat von Claudia Beitrag anzeigen
    Sehen Sie den Tatsachen ins Auge: Ganz egal, wieviel der Staat auch einnimmt - es wird nie genug sein! Ich glaube auch nicht, daß der Staat mit meinem Geld sinnvoller umgehen kann als ich selbst: Ich bin schließlich nicht total überschuldet.
    Und egal wie stark er die Steuern der Vermögenden und Spitzenverdiener reduziert: es wird nie genug sein.
    Und egal wie weit er Arbeitnehmerrechte herunterfährt: es wird nie genug sein.
  3. #222

    Die Analyse hinkt

    Oberflächlich betrachtet ist Herrn Augsteins Analyse absolut zutreffend. Er erklärt aber nicht, wie die Umverteilung "von unten nach oben" funktioniert.
    Es ist keineswegs "nur" eine in der Vergangenheit verfehlte Steuerpolitik. Was endlich einmal öffentlich thematisiert werden sollte, ist, dass unser HERRSCHENDES GELDSYSTEM mathematisch-naturgesetzlich IMMER zu dieser Umverteilung "von unten nach oben" führt.
    Wussten Sie, Herr Augstein, dass SÄMTLICHES neu in den Kreislauf eingeführte Geld AUSSCHLIEßLICH durch SCHULDEN in diesen hinein gelangt? Auf die dann auch noch Zinsen fällig werden? OBWOHL "der Staat" das Geld druckt? Das dem Staat gehörende neue oder ZUSÄTZLICHE Geld gelangt durch SCHULDEN bei den PRIVATBANKEN in den Kreislauf und SONST NICHT.
    DESHALB steigen die Schulden jeden Staates auf diesem Planeten permanent an. Und DESHALB haben wir die Finanzkrise, die wir haben.
    Wer sich gerne weiter informieren möchte: Wissensmanufaktur - Herzlich willkommen bei der Wissensmanufaktur - Institut für Wirtschaftsforschung und Gesellschaftspolitik - Andreas Popp - Rico Albrecht oder Bernd Senf
    Solange diese Information nicht öffentlich gemacht und öffentlich diskutiert wird, brauchen wir gar nichts anderes zu debattieren und wir brauchen uns auch über nichts mehr zu wundern.
  4. #223

    Zitat von alma3112 Beitrag anzeigen
    Der Staat hat noch nie soviel Steuern eingenommen wie zur Zeit, allein die Ansprüche sind noch schneller gestiegen.
    Es ist die unfinanzierbare linke Utopie vom Rundum-Sorglos-Staat die für die öffentliche Armut verantwortlich ist.
    Ja, weil auch die -zig Milliarden, die letztlich geflossen sind, alle direkt an Hartz-IV-Empfänger gegangen sind.
  5. #224

    Zitat von Spekulant Beitrag anzeigen
    In der Auseinandersetzung mit der Umwelt, incl. anderer Individuen entsteht die Gemeinschaftsaufgabe, die das Leben der Individuen erleichtert und vielleicht neue Möglichkeiten eröffnet, aber auch Akzeptanz von Einschränkungen der Rechte des Individuums erfordert.

    Der große Unterschied zwischen "linker" und "marktwirtschaftlicher" Sichtweise ist nun die Bewertung der Gemeinschaftsaufgabe im Verhältnis zum .....
    Jeder Sozialwissenschaftler dürfte bei Ihren Rechtfertigungen nur noch mit dem Kopf schütteln.

    Es ist so, als ob der Häuptling die gesammellten Vorräte und Schätze seines Stammes für sich alleine beansprucht,lediglich mit der egoistischen Begründung, das er ja die Spitze der Herachie darstellt.

    Das kann nicht funktionieren, weil er dann von seiner Sippschaft masakriert wird.----Und zwar völlig gerechtfertigt!

    Es geht um moralische Grundsätze wie geben und nehmen oder auch; Niemand lebt für sich allein.
  6. #225

    ***

    Zitat von Rosbaud Beitrag anzeigen
    So kleinteilig hat Brecht nicht gedacht. Sie möchten Armut und Reichtum auf individuelle Verhaltensweisen zurückführen, das ist einfach zu kurz gesprungen.

    Die obersten 20% der Vermögensverteilung besitzen rund 80% des Nettogeldvermögens (Bruttogeldvermögen minus Konsumentenkredite), während alleine die obersten 10% zwei Drittel besitzen. Die untersten 25% besitzen übrigens nicht nur kein Nettogeldvermögen, sondern sie verfügen sogar über ein negatives Nettogeldvermögen – sprich, sie haben mehr Schulden als Guthaben. Zwei Drittel der Deutschen verfügen laut DIW über gar kein oder nur ein sehr geringes Nettogeldvermögen.

    Diese Schieflage in der Vermögensverteilung lässt sich nicht mit individuellem Fehlverhalten erklären.
    Lässt sich doch! Mit dem indivduellen Fehlverhalten der "Oberen Zehntausend".
  7. #226

    Zitat von randolftreutler Beitrag anzeigen
    aber vor allem dem Schlußsatz von Jakob Augstein meine volle Zustimmung erteilen. Durch jahrzehntelange Demagogie der Neoliberalen sind die Menschen so entmutigt dass sie so gut wie alles hinnehmen. Hinzu kommen die Katastrophen in Griechenland, Portugal und Spanien, die Menschen sehen, wie ganze Staaten in die Knie gehen und den Bürger in die Armut zwingen.
    Wofür die Sozialdemokraten vor langer Zeit mal gegründet worden waren, was aber ihre elitären satten Vorbeter vergessen haben, wird wieder eingeführt, die Verarmung der in lohnabhängigkeit beschäftigten Menschen ohne Vermögen...Sie werden oder sind längst wieder Spielball der Global Player...
    Besitzlose sind unfrei, öfters krank und kurzlebig. Was sich geändert hat ist das nun selbst die Mittelklasse im Prekariat angekommen ist und wie in den USA zu sehen - kurzlebig und klein gezüchtet wurden. Daran haben die Sd auch nichts geändert. Was muss passieren um eine gerechtere Verteilung echter Zahlungsmittel zu ermöglichen? Es darf kein Zahlungsmittel aus der Region an Multis, Grossbanken abfliessen. Da muss sich jeder selbst lieb sein und verhindern das die Region ausgesaugt wird in der er lebt. Erst dann kann wieder Vermögensbildung stattfinden und ein besserer Lebensstandard stattfinden. Das internationale Fluchtkapital muss gebremst werden.
  8. #227

    Zitat von Frans-Daniel Beitrag anzeigen
    Falsch, andersherum: der Staat hat sich daran gewöhnt immer mehr Geld für sozialen Firlefanz auszugeben und dauernd (mit kleinen Ausnahmen) die Steuern zu erhöhen. Die Kommunen müssen eben langsam lernen mit dem Geld auszukommen das sie haben. Das verlangt man von den Privaten Starken genauso. In den letzen 40 Jahren hat sich dank der sozialdemokratischen Parteien immer mehr ein Konsens durchgesetzt dass man nur viel von Oben nach Unten verteilen muss dann wird die Welt besser. Das Gegenteil ist eingetreten: die Unten haben sich nur daran gewöhnt das sie ausgehalten werden und wenn mal etwas weniger von Oben nach Unten umverteilt wird gibt's Entzugserscheinungen. Ich habe noch nie erlebt dass auch nur ein Cent/Pfenning von Unten nach Oben verteilt wurde.
    Interessant!!! Ausgangspunkt des Artikels ist die Schacherei um Kreuzberg, also um den öffentlichen Raum, und wenn ich Sie richtig verstanden habe, sind es in der Regel nicht die Reichen, die den in öffentlicher Hand befindlichen Grund und Boden kaufen und ihn damit der Allgemeinheit entziehen. Es waren also auch in diesem Fall welche von "Unten", die Kreuzberg kaufen wollten. Und es sind auch welche von "Unten", die, wie in Heiligendamm und Potsdam, den Strand bzw. die Uferwege kaufen und verbarrikadieren. Es sind auch welche von "Unten", die für die Allgemeinheit wichtige Einrichtungen, wie beispielsweise die Berliner Wasserwerke in ihre Hand bringen und zum Nutzen ihrer Rendite die Preise ständig erhöhen. Auch die Energiewirtschaft ist in den Händen derjenigen, die da "Unten" sind. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Jeder, der sich die Zeit nimmt, darüber nachzudenken, wird noch viele Beispiele finden, wie "die da Unten" die Allgemeinheit ausplündern und die bedauernswerten Reichen fälschlichserweise als Sündenbock dafür herhalten müssen.

    Ungeachtet der voranstehenden Ironie darf man allerdings nicht alle "Reichen" über einen Kamm scheeren. Es gibt auch hochanständige unter ihnen, die beispielsweise dafür werben, dass für sie die Steuern erhöht werden. Allerdings sto0en sie in ihren Kreisen bezeichnenderweise nicht auf allzuviel Gegenliebe.
  9. #228

    Zitat von Eutighofer Beitrag anzeigen
    Ach, Herr Augstein. Die Staatsquote in Deutschland ist doch seit den 50er Jahren stets gestiegen und beträgt aktuell ca. 47 %, in den ach so neoliberalen USA auch immerhin 43 %.
    In der Schweiz, deren Bürger einen höheren Lebensstandard haben beträgt die Staatsquote nur ca. 35 %.
    Bei Verschwendern wie Frau Kraft in NRW sind übrigens die Kassen immer leer - Misswirtschaft lässt sich nicht mit Geld heilen
    Richtig!!! In den 20 Jahren, die Frau Kraft nun schon regiert, hat sie wirklich allerhand Misswirtschaft betrieben.
  10. #229

    Zitat von lebenslang Beitrag anzeigen
    tja, der brecht, immer einen lockeren spruch parat.
    interessant wäre die lebensgeschichte der beiden, hat der eine gesoffen und der andere gearbeitet, hat der eine geerbt und dem anderen ist die frau weg mit dem gesparten geld ?
    nein, die ist vollkommen uninteressant.
    der 'lockere spruch' stammt nicht aus einem poesiealbum, sondern von brecht - die dahinterstehende denklogik ist also welche?
    nein, nicht gut/böse, schwarz/weiß, 0/1...
    raten Sie nochmal! oder schauen Sie in ein deutschbuch der 7.klasse!


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