Debatte über Leistungsschutzrecht: Die Netzgemeinde ist eine Notwehr-Lobby

Die vielbeschworene Netzgemeinde ist eine hocheffektive Lobbygruppe: Sie kämpft dafür, das Internet möglichst unreguliert zu lassen. Deshalb bekämpft sie das Leistungsschutzrecht - zu Recht.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...819559,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die vielbeschworene Netzgemeinde...
    Richtig Sascha, die Netzgemeinde ist ein populärer Euphemismus für den digitalen Stammtisch - der vor allem in den klassischen Medien herhalten muss, weil den Autoren leider sonst nichts einfällt.

    Wer sich im Netz auskennt, sollte hier differenzierter argumentieren und nicht schon in der Einleitung klar machen, dass es wahrscheinlich sinnfrei ist weiterzulesen, weil zu erwarten ist, dass nur die aus anderen Artikeln/Sendungen bekannten Klischees und altbekannte Argumente als "Mashup" neu verpackt werden... Im Vergleich zu den vermutlich meist jugendlichen Mitgliedern der zitierten "Gemeinde" haben andere politisch interessierte Menschen (mit Real Life) keine Zeit für sowas... auch wenn SPON sicher eine breitere Lesergruppe anspricht als z.B. die Datenschleuder des CCC, deren Beiträge in der Regel sowohl informativ, stichhaltig und humorvoll sind, ohne den Leser gleich mit der Einleitung abzuschrecken.
  2. #2

    Vote 4 Lobo

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die vielbeschworene Netzgemeinde ist eine hocheffektive Lobbygruppe: Sie kämpft dafür, das Internet möglichst unreguliert zu lassen. Deshalb bekämpft sie das Leistungsschutzrecht - zu Recht.

    Debatte über Leistungsschutzrecht: Die Netzgemeinde ist eine Notwehr-Lobby - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    Vielleicht könnte Herr Lobo ja als Sprecher dieser Internetlobby auftreten.

    Für eine transparente Internetlobby ist es außerordentlich wichtig eine Struktur zu bilden und Hirachien festzulegen.
    Nur so kann diese Gemeinschaft geordnet mit einer Stimme aufteten und ihren Interessen mit entsprechendem Druck vertreten lassen.

    Also ich würde für Herrn Lobo stimmen, da er nicht nur Ahnung vom Netz hat sondern auch persönliches Interesse daran hat und zudem Erfahrung im Umgang mit Politikern hat, er wäre somit der perfekte Mann (leider keine Frau für die Frauenquote) für den Job.

    Vote for President
  3. #3

    Flashmob-geeignet

    "Das Internet" eignet sich für Organisation und Durchführung von Flashmobs. Alles andere ist Selbstüberschätzung derjenigen die glauben, sie seien viele. Die Wahrnehmung wird nur verzerrt.
    Ich arbeite für einen großen Handyhersteller. Viele rufen an und meinen ihr Smartphone-Modell sei bekannt defektanfällig, weil sie viel von anderen Handyusern dazu in Internetforen gelesen haben. Wenn die wüßten welches Modell wirklich am meisten defektanfällig ist...
    Man kann im Internet -zig verschiedene Identitäten annehmen. Wenn das tausend User machen, dann weiß man wieviel User wirklich in Foren schreiben.
  4. #4

    Begriff Lobby führt in die Irre

    Es macht keinen Sinn, die selbstorganisierte Zivilgesellschaft in Deutungsmuster der Vergangenheit zu pressen. Was sich als Reaktion auf die Kriegserklärung der Regierung am Wochenende mit dem Leistungsschutzrecht geäussert hat, war kein Lobby sondern die Bürger selber.

    bei Peter Altmaier ist jetzt klar, dass er den Bürgern nur Netzaffinität vorheuchelt, seine gespielten Ansichten haben in seiner Fraktion und in seiner Partei keinen Rückhalt. Er hat kalr erkannt, dass er jetzt demaskiert zwischen CDU und Bürgern steht. Sein Rückgriff auf den Koalitionsvertrag, der lediglich umgesetzt würde, war hochgradig lächerlich: im Koalitionsvertrag steht, dass man die Laufzeit-Verlängerung von Atomkraftwerken durchsetzen wolle (so wie im Grundsatzprogramm der CDU derzeit online zu lesen ist, dass die Kernenergie unverzichtbar sei).

    Die CDU ist derzeit unkalkulierbar und damit regierungsunfähig: Was sie den Bürgern verrspricht, macht sie nicht. Die Bürger merken das und wehren sich: In Bayern hat die CSU die absolute Mehrheit verloren (durch die Bürger, nicht verschwörungstheoretisch durch Lobbys), in Baden-Württemberg ist die CDU völlig aus der Regierung (durch die Bürger, nicht durch Lobbys).

    Der Rückgriff auf den konservativen Begriff der Lobby führt in die Irren. Denn dann meint fälschlich die Union, sie können Newcomer wie Altmaier und Bär losschicken und gut ist. Beide haben für das Zugangserschwerungsgesetz und die verfassungswidrige Vorratsdatenspeicherung gestimmt. Mit beidem sind sie nicht durchgekommen: rechter Teil des Parlamentes hat gegen Bürger und Gerichte verloren. Mit ACTA sins sie auch nicht durchgekommen, sondern haben als die Bürger breit die Straßen füllten, den Schwanz eingekniffen. Und es wird auch kein Leistungsschutzrecht in Deutschland kommen. Es ist eine Illusion wie die ganzen anderen politischen Irrtümer von der Union von Atomkraft bis Zugangserschwerungsgesetz.

    Eine Politik gegen die Bürger ist nicht mehr durchsetzbar.
  5. #5

    Ich sehe hier keine Lobby sonder eine *Bewegung*. Eine Lobby ist eine Veranstaltung zum Vorteil Weniger nach meiner Definition. Das Wort Lobby ist durch den Missbrauch der Korruption gegen die Interessen des Volks komplett entwertet worden. Ich würde jede Lobbytätigkeit unter einer bestimmten Gruppengrösse/Organisationsform als Korruption verfolgen.
  6. #6

    Rückfall

    Nach zwei guten Blogs jetzt wieder ein Rückschritt.
    Herr Lobo:
    "dass die Netzgemeinde vehement bis aggressiv für die vermeintlichen Interessen des Internet eintritt"
    Vielleicht hätten Sie besser einen Blog über die vermeintlichen Interessen des Internets schreiben sollen. Das wäre nämlich sehr spannend.

    Immerhin, das rechne ich Ihnen an, Sie schreiben von Ihrer eigenen Parteilichkeit. Und natürlich von der von Beckedahl und Konsorten.
    Das wird ansonsten nämlich gern in den Hintergrund gerückt.
    Wer will schon so viel Transparenz, dass man sehen kann, wer hier alles auf wessen Gehaltslisten steht?
  7. #7

    .

    Zitat von Bundeskanzler20XX Beitrag anzeigen
    Vielleicht könnte Herr Lobo ja als Sprecher dieser Internetlobby auftreten.

    Für eine transparente Internetlobby ist es außerordentlich wichtig eine Struktur zu bilden und Hirachien festzulegen.
    Nur so kann .....
    leider haben sie mit ihrer forderung nach einem sprecher genau dieses internet nicht richtig verstanden.

    das internet steht für viele stimmen, die einen chor singen können und sie zb, können diesem beistimmen, oder halt auch nicht. wofür das internet gerade nicht steht, sind die festen alten strukturen in denen manche machtgeile menschen meinen, sich als sprecher hinzustellen und am ende ihre macht missbrauchen zu müssen.
  8. #8

    .

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die vielbeschworene Netzgemeinde ist eine hocheffektive Lobbygruppe: Sie kämpft dafür, das Internet möglichst unreguliert zu lassen. Deshalb bekämpft sie das Leistungsschutzrecht - zu Recht.

    Debatte über Leistungsschutzrecht: Die Netzgemeinde ist eine Notwehr-Lobby - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt
    zum thema leistungsschutzrecht: ich verstehe natürlich all die aufregung, halte diese aber für irrelevant.

    was am ende passieren wird ist, dass ein gesetz gemacht wird zu gunsten axel springer und diese werden dann ganz einfach links liegen gelassen.
    und mal ehrlich : ist es nicht das was wir alle eigentlich eh wollen ?
    das netz wird hierauf eine antwort finden, mit neuen technologien, neuen ansätzen die auch kein axel springer lobbyaparat mehr bekämpfen kann. die können nur verlieren und deswegen freue ich mich ehrlich gesagt auf ddas kommende kino - mein popkorn ist bestellt !
  9. #9

    Knieschuss für die Verlage …

    … meinte man mit dieser Inspiration (also selber als Lobby) sich etwas gutes über Schwarz-Gelb genehmigen zu können, erweist es sich nicht nur aufgrund der Proteste von „unten“ als Knieschuss. Bei angeschaltetem Licht ein wenig weiter gedacht, hätten die Verlage auch darauf kommen können, dass sie sich hier mit einigen anderen großen gewerblichen anlegen. Der Streit beispielsweise zwischen Google und den verlagen könnte ja auch eine andere Wendung nehmen, indem solche Unternehmen, sofern sie dafür zahlen sollen, einfach diese Angebote ausklammern oder eben in selbiger Höhe ein Entgelt für die Verbreitung verlangten. Wäre also dann ein Nullsummenspiel.

    Die ganze Aktion erinnert doch eher an den Kampf um „Meinungshoheit“ und korrekte Bewirtschaftung der Meinungsfreiheit. Auch wenn es aus dem Politikermund immer recht salbungsvoll klingt, so traue ich diesen Herrschaften keineswegs über den Weg und um es polemisch auf den Punkt zu bringen: Meinungsfreiheit soll verschärft werden … davon träumen mit Sicherheit so einige Meinungsmacher die sich selbst eher zu Hygieneaposteln der Volksmeinung machen möchten … schöne Grüße aus dem Netz … (°!°)