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Debatte über Betreuungsgeld: Subvention einer Sehnsucht

Das Betreuungsgeld zementiere die traditionelle Rollenverteilung, heißt es. Aber wo steht denn, dass nur Frauen in den Genuss dieser Wohltat kommen können? Tatsächlich steckt hinter der Kritik ein anderes Problem: das heimliche Verlangen nach einem ruhigen Leben zu Hause.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...828718,00.html
  1. #1

    Genauso ist es.. wer hat behauptet dass das Betreuungsgeld wie selbstverständlich nur an Mütter, also Frauen geht? Da beißt sich die Katze in den Schwanz, Väter könnten dies genauso nutzen, aber das wird überhaupt nicht in Betracht gezogen.

    Und als ob 150 Euro die gesamte Lebensplanung bestimmen, das ist doch lächerlich. Dieser Aufschrei ist scheinheilig.. ich würde gerne wissen wie viele dieser Menschen tatsächlich bereit wären ihre Kinder nur abzugeben um Karriere zu machen. Denn ich stimme dem Autor zu, wenn es darauf ankommt sind eben doch sehr viele Frauen nur zu gern bereit, dürfen oder wollen dies aber heutzutage nicht mehr zugeben.

    Wohlbemerkt, ich persönlich bin als Mann gegen dieses Geld, ein gutes Betreuungsangebot würde vielen Familien, Müttern und auch Vätern, viel eher helfen. Aber diese Wut gegen Andersdenkende macht mich wütend.. wenn sich eine Familie für das alte Rollenmodell entscheidet dann hat man (und besonders Frau) das gefälligst auch zu akzeptieren.
  2. #2

    Ich wüsste nicht wo dieser Staat, Geld für

    .
    Ehe und Familie ausgibt und schon gar keine 100 Milliarden.Stelle stets fest, dass im Falle sozialer Bedürftigkeit auf die Familie verwiesen wird auch wenn man jahrzehntelang gezahlt hat.
    Ehe und Familie leisten mehr für die Gesellschaft als umgekehrt.
    Die erwähnten 100 Milliarden sind pure Propaganda.
    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Betreuungsgeld zementiere die traditionelle Rollenverteilung, heißt es. Aber wo steht denn, dass nur Frauen in den Genuss dieser Wohltat kommen können? Tatsächlich steckt hinter der Kritik ein anderes Problem: das heimliche Verlangen nach einem ruhigen Leben zu Hause.

    Debatte über Betreuungsgeld: Subvention einer Sehnsucht - SPIEGEL ONLINE
    Das Verlangen nach einem ruhigem Leben ? Was ist schlecht daran, der Lohnarbeits-Knochenmühle wenigstens zeitweise zu entfliehen zu wollen. Lohnarbeit ist Zwangsarbeit und je eher ich der Lage bin, mir dies nicht mehr antun zu müssen, desto besser. Es gibt ein Millionenheer von Erwerbslosen in disem Land, warum werden nicht die Arbeitszeiten den heutigen hochproduktiven Möglichkeiten angepasst.
    Aber das würde ja die Beendigung der Massenerwerbslosenkeit als Erpressungspotential bedeuten. Massenerwerbslosigkeit ist erwünscht, nur kosten soll Sie nix. Ansonsten bin ich dafür jeden Erwachsenen, der zu Hause die auch für die Gesellschaft dringend notwendige Haus und Erziehungsarbeit leistet, ein angemessenes Gehalt zu zahlen, das weit über die sogeannte Herdprämie hinaus geht.
  3. #3

    Mir wird die breite Front gegen das Betreuungsgeld auch allmählich unheimlich. Einerseits sehe ich auch keinen Grund, diejenigen, die eine staatliche Leistung nicht in Anspruch nehmen wollen, dafür zu entschädigen; schließlich verlange ich ja auch keine Ausgleichszahlung dafür, dass ich aus Gründen, die meine ganz persönlichen sind, den subventionierten ÖPNV nicht in Anspruch nehme. Und es kann mir auch keiner einreden, dass der Umstand, dass 150 Euro pro Monat und Kind den Staat billiger kommen als ein Kita-Platz, keine Rolle spielt. Dass nun aber der verständliche und auch vernünftige Wunsch von Frauen, nicht wegen eines oder zwei Kindern (mehr sind's ja meist nicht) komplett und möglicherweise dauerhaft aus dem Berufsleben aussteigen zu müssen, dahingehend umgemünzt wird, dass es als nachgerade verdammenswert gilt, seine Kinder selbst betreuen zu wollen, kann ich auch wieder nicht gutheißen. (Übrigens auch nicht, dass die Kindererzeihung, wie hier, als eine Art Wellnessurlaub vorgeführt wird. Sich um Kinder zu kümmern, ist ein Fulltimejob - der doch nicht deswegen anrüchtig wird, weil er nicht fremdbestimmt ist (außer von den Kindern natürlich) und unter Umständen als erfüllend und sinnvoll betrachtet wird. Warum soll eine Frau - oder auch ein Mann natürlich - es nicht als beglückender empfinden dürfen, den Kindern Spaghetti zu kochen und Märchen vorzulesen, als an der Supermarktkasse Tiefkühlgerichte abzuscannen?
    Hier wird doch die analphabetische Migrantenmami, deren Kinder irgendwann ohne jegliche Deutschkenntnisse in der Grundschule aufschlagen und deren Arbeitslosenkarriere damit schon vorprogrammiert scheint, als Popanz aufgebaut.
  4. #4

    Mein Problem

    Mein Problem mit dem Entwurf des Betreuungsgelds ist nicht, dass daheim erziehende Eltern - ähnlich dem Elterngeld - einen staatlichen Obulus bekommen - sollen sie haben. Aber die Begründungen der Verfechter finde ich scheinheilig.

    1) Wertschätzung der Erziehungsleistung. Dafür sind 150 Euro viel zu wenig, 1500 Euro wären angemessen.

    2) Erziehung und Betreuung durch die Eltern fördern. Warum sollen dann auch Eltern Betreuungsgeld erhalten, die Vollzeit arbeiten, während die Oma das Kind betreut? Dann müsste nach 1) die Oma das Geld bekommen, nicht die Eltern.

    3) Alternative zur Kita bieten. Das Problem ist eher - viele Eltern haben keine Alternative zur Daheim-Betreuung weil es keine Kitaplätze in ausreichender Anzahl oder geeigneter Gestaltung gibt (unsere Kita nimmt Kinder z.B. nur vormittags oder ganztags. Halbtags am Nachmittag geht nicht - warum auch immer. Blöd für Wechselschichtarbeiter).

    Einziges (wahres) Ziel scheint zu sein, durch künstlich verringerte Nachfrage den Kitaausbau weiter verschlafen zu können und im Wahlkampf Stimmen durch Sozialbonus zu kaufen. Wie immer geht es um Geld und Machterhalt - nicht um die Familien oder die Kinder.
  5. #5

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Betreuungsgeld zementiere die traditionelle Rollenverteilung, heißt es. Aber wo steht denn, dass nur Frauen in den Genuss dieser Wohltat kommen können? Tatsächlich steckt hinter der Kritik ein anderes Problem: das heimliche Verlangen nach einem ruhigen Leben zu Hause.

    Debatte über Betreuungsgeld: Subvention einer Sehnsucht - SPIEGEL ONLINE
    So ganz sicher bin ich mir zwar nicht ob ich Herrn Fleischauer richtig verstanden habe, wenn ja, dann sollte ich den Tag im Kalender anstreichen, den in dem Punkt, das das mit dem Geld eigentlich nichts bringt, kann ich nur zustimmen. Ob der Author nun für oder gegen das Betreungsgeld ist, kann ich dabei nicht so 100%tig erkennen, da ja vor allem Vermutungen über die Motive Derer, die die ablehnen philosophiert wird.
    Dazu gehöre ich auch, aus dem ganz profanen Grund, weil man jemanden eine Entscheidung, die er wohl sowieso trifft, oder bereits getroffen hat, nicht mit Steuergeldern versüßen muß. Da gibt es beileibe wichtigere Dinge, die der Staat mit dem Geld angehen sollte.
    Jemanden Geld dafür zu geben weil er seine Kinder lieber zu Hause erzieht? Das erinnert mich irgendwie an den Film Dave. An den Haushaltsposten für die Steigerung der Zufriedenheit der Käufer amerikanischer Autos, der ja berechtigter Weise zugunsten der armen Kinder gestrichen wurde.

    Also, ab in den Reisswolf mit den Betreuungsgeldplänen, abhaken und an wichtigeren Vorhaben arbeiten.
  6. #6

    Niemand hindert auch Männer daran, das Betreuungsgeld anzunehmen, außer die immer noch vorhandene gesellschaftliche Realität.
    Wenn es wirklich für jedes Kind Krippenplätze geben würde, könnte man ein solches Betreuungsgeld sicherlich ohne negative Wirkungen einführen. Da dieser Zustand noch lange nicht erreicht sein wird, ja sogar Kindergartenplätze sind häufig nicht zu ergattern, ist jeder Euro, der in solche rückwärtsgewandten Ausgaben - wie es das Betreuungsgeld ist - fließt, falsch investiert.
  7. #7

    darf ich einfach mal zustimmen. Was hinzuzufügen wäre übrflüssig.
  8. #8

    Betreuungsgeld

    Zitat von maco Beitrag anzeigen
    Mein Problem mit dem Entwurf des Betreuungsgelds ist nicht, dass daheim erziehende Eltern - ähnlich dem Elterngeld - einen staatlichen Obulus bekommen - sollen sie haben. Aber die Begründungen der Verfechter finde ich scheinheilig.

    1) Wertschätzung der Erziehungsleistung. Dafür sind 150 Euro viel zu wenig, 1500 Euro wären angemessen.

    2) Erziehung und Betreuung durch die Eltern fördern. Warum sollen dann auch Eltern Betreuungsgeld erhalten, die Vollzeit arbeiten, während die Oma das Kind betreut? Dann müsste nach 1) die Oma das Geld bekommen, nicht die Eltern.

    3) Alternative zur Kita bieten. Das Problem ist eher - viele Eltern haben keine Alternative zur Daheim-Betreuung weil es keine Kitaplätze in ausreichender Anzahl oder geeigneter Gestaltung gibt (unsere Kita nimmt Kinder z.B. nur vormittags oder ganztags. Halbtags am Nachmittag geht nicht - warum auch immer. Blöd für Wechselschichtarbeiter).

    Einziges (wahres) Ziel scheint zu sein, durch künstlich verringerte Nachfrage den Kitaausbau weiter verschlafen zu können und im Wahlkampf Stimmen durch Sozialbonus zu kaufen. Wie immer geht es um Geld und Machterhalt - nicht um die Familien oder die Kinder.
    Ich stimme Ihnen zum Teil zu. Wenn aber schon Betreuungsgeld fliessen soll, dann sollte es in die Rentenversicherung des zuhause gebliebenen Partners fliessen. Denn je länger jemand wegen Kindererziehung zuhause bleibt dest mehr reduziert er die spätere Rente. Es wird später in vielen Fällen Aufstockung gezahlt werden müssen. Insofern würde es m. E. mehr Sinn machen diese Gelder gleich in die Rentenversicherung zu stecken.
  9. #9

    Wiedermal habe ich den Fehler gemacht, JFs Text komplett zu lesen, und wiedermal war es eine einzige Enttäuschung. Da schwurbelt er sich eine Wirklichkeit und ein Bild der Gesellschaft zusammen, das es so einfach nicht gibt. Selbstverständlich könnten auch Männer das Geld annehmen. Tun sie aber nicht! Auch wenn JF das wieder ausblenden wird, aber die Wirkung des Betreuungsgeldes ist bekannt: Die "Herdprämie" wirkt sich in Schweden und Finnland negativ auf die Gleichberechtigung aus - und hält Zuwandererfamilien davon ab, ihre Kinder in eine Kita zu schicken.
    Die Frage, die sich mir stellt: Ist es nicht genau dieser Effekt, der von CDU/CSU angestrebt ist?








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