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Debatte über Betreuungsgeld: Subvention einer Sehnsucht

Das Betreuungsgeld zementiere die traditionelle Rollenverteilung, heißt es. Aber wo steht denn, dass nur Frauen in den Genuss dieser Wohltat kommen können? Tatsächlich steckt hinter der Kritik ein anderes Problem: das heimliche Verlangen nach einem ruhigen Leben zu Hause.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...828718,00.html
  1. #110

    Jep!!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Betreuungsgeld zementiere die traditionelle Rollenverteilung, heißt es. Aber wo steht denn, dass nur Frauen in den Genuss dieser Wohltat kommen können? Tatsächlich steckt hinter der Kritik ein anderes Problem: das heimliche Verlangen nach einem ruhigen Leben zu Hause.

    S.P.O.N. - Der Schwarze Kanal: Subvention einer Sehnsucht - SPIEGEL ONLINE
    Herr Fleischhauer, da gebe ich Ihnen mal recht. Ich sehe dies genauso. Ich bin eine Frau, war jahrelang Berufstätig, habe Kinder erzogen und weiß was es bedeutet Beruf und Familie zu vereinbaren. Ich hatte das Glück nur halbtags arbeiten zu müssen,( da ich ja auch eine Mann habe der auch zum Unterhalt der Familie beigetragen hat).Es ist weitaus entspannter Familie bzw. Kinder zu haben,die in einer Stressfreien Umgebung großzuziehen, nicht an die Arbeit hetzen zu müssen und mich wohlmöglich mit einem unzufriedenen Chef oder anderweitigen Personen auseinanderzusetzen zu müssen. Ich kenne soviele Frauen , die gerne zu Hause bleiben würden um so einen Lebensstiel zu führen. Aber es wird ihnen von gewissen "Emanzen" abgesprochen, sie werden als "dummes Hausmütterchen "abgestempelt, was ich schon als Frechheit empfinde. Diese "Damen" die so reden, sind meist genau die , die insgeheim dieses Lebensmodel für sich gerne hätten, aber den Mann dafür nicht haben und oft keine Kinder. Oder die privilligierten Frauen,die nebenbei Kindermädchen und Putzfrauen haben. Für mich ist das eine akademische Diskusion bzw.diese wird von Leuten geführt ,die garnicht wissen, wieviel Stress eine Frau hat, die Kinder großzieht, und den ganzen Tag wohlmöglich bei Aldi an der Kasse sitzt oder den Putzlappen für andere schwingen muß.
    Ja ,ich glaube auch Herr Fleischhauer, insgeheim würden viele Frauen mit Familie gerne eine ruhigeren Lebenstiel führen, wenn man sie "ließe"bzw.ihnen kein schlechtes Gewissen machen würde.Mir kann man zumindestens nicht erzählen, das es soooo toll ist 3 Kinder zu erziehen und mal so "nebenbei" 8 Stunden arbeiten zu gehen. Hier lügen sich viele in die eigene Tasche....
  2. #111

    Zitat von lindenbast Beitrag anzeigen
    Mir wird die breite Front gegen das Betreuungsgeld auch allmählich unheimlich. Einerseits sehe ich auch keinen Grund, diejenigen, die eine staatliche Leistung nicht in Anspruch nehmen wollen, dafür zu entschädigen; schließlich verlange ich ja auch keine Ausgleichszahlung dafür, dass ich aus Gründen, die meine ganz persönlichen sind, den subventionierten ÖPNV nicht in Anspruch nehme. Und es kann mir auch keiner einreden, dass der Umstand, dass 150 Euro pro Monat und Kind den Staat billiger kommen als ein Kita-Platz, keine Rolle spielt. Dass nun aber der verständliche und auch vernünftige Wunsch von Frauen, nicht wegen eines oder zwei Kindern (mehr sind's ja meist nicht) komplett und möglicherweise dauerhaft aus dem Berufsleben aussteigen zu müssen, dahingehend umgemünzt wird, dass es als nachgerade verdammenswert gilt, seine Kinder selbst betreuen zu wollen, kann ich auch wieder nicht gutheißen. (Übrigens auch nicht, dass die Kindererzeihung, wie hier, als eine Art Wellnessurlaub vorgeführt wird. Sich um Kinder zu kümmern, ist ein Fulltimejob - der doch nicht deswegen anrüchtig wird, weil er nicht fremdbestimmt ist (außer von den Kindern natürlich) und unter Umständen als erfüllend und sinnvoll betrachtet wird. Warum soll eine Frau - oder auch ein Mann natürlich - es nicht als beglückender empfinden dürfen, den Kindern Spaghetti zu kochen und Märchen vorzulesen, als an der Supermarktkasse Tiefkühlgerichte abzuscannen?
    Hier wird doch die analphabetische Migrantenmami, deren Kinder irgendwann ohne jegliche Deutschkenntnisse in der Grundschule aufschlagen und deren Arbeitslosenkarriere damit schon vorprogrammiert scheint, als Popanz aufgebaut.

    Sie haben so recht!!
  3. #112

    So ist es

    Zitat von olicrom Beitrag anzeigen
    ... das ist Herr Fleischhauer in seiner Interpretation noch viel zu vorsichtig. Die wenigsten Frauen, die das tun, würden es natürlich auch unumwunden zugeben. Aber jeder kennt wohl im persönlichen Umfeld Fälle, die, anstatt sich dem immer blutigeren Existenzkampf zu stellen, sich lieber in die familiäre Häuslichkeit zurückziehen. Hand aufs Herz: Wer will es ihnen verdenken? Als Mann hat man diese Möglichkeit faktisch nicht so einfach , und da beginnt schon das Problem. Männer haben diese Sehnsucht natürlich auch, aber für sie ist es - trotz aller theoretischen Möglichkeiten - ungleich schwerer, sich diese Sehnsucht nach Rückzug zu erfüllen. Da kommt dann auch gleich ein ganze Menge Neid auf, zusätzlich zur allgemeinen Minderakzeptanz der "NurHausfrauundMutter" . Mit der Herdprämie hat das alles natürlich nichts zu tun, die allgemeine Sehnsucht, sich dem neoliberalen Allltags-Kannibalismus zu entziehen, ist mit 150 Euro nicht zu befriedigen; die hat wirklich mit gar nichts etwas zu tun ausser mit politischer Dummheit.
    Ich verdenke es keiner Frau. Ich kann dieses Schönreden "wie toll" es doch ist,neben Familie bzw. Kindererziehung noch voll zu arbeiten, nicht mehr hören. Soll eine Frau in der Zeit der Kindererziehung arbeiten gehen ,um das Geld , was im Monat hart verdient wird, gleich wieder an einem Kindermädchen,Kindergrippe oder sonst irgendwelchen fremden Menschen auszugeben?......wie widersinnig ist das denn ? Und wir reden hier über die "Normalfamilie", nicht über irgendwelche privilligierte Menschen, die mal 500 bis zu 1000 Euro für Krippenplatz oder ähnliches ausgeben können. Für die ganze Familie ist es weitaus besser das eine Person (Mutter oder Vater) für die Zeit der Kindererziehung zu Hause bleiben kann. Die 150 Euro kann sich der Staat "schenken", das wäre für mich und bestimmt auch für die meisten Frauen , kein Grund zu Hause zu bleiben. Hier geht es um eine Einstellung die man gegenüber Kinder bzw. Familie und Beruf hat.
  4. #113

    gegen enthaltsamsprämie. oder besser, rückwirkende nachzahlung ? ist die cdu so am ende ? (ja)
  5. #114

    Ich vertrete die Ansicht, Frauen sollen genauso wie Männer eine gute Perspektive im Beruf haben und mir ist es persönlich wichtig, das eine Frau finanziell völlig unabhängig von dem Partner ist. Damit werden mit Sicherheit einige Männer Schwierigkeiten haben, aber wir leben in einer Zeit wo Mann und Frau völlig autark agieren und das ist auch gut so. Keiner braucht eigentlich den anderen, man lebt nur auf der Grundlage der egenseitigen Liebe zusammen. Wir wissen aber auch alle, die Liebe eines Partners kann einem am nächsten Tag um die Ohren fliegen und dann kommen die ganzen Nachteile einer finanziellen Abhängigkeit zusammen. Nehmen wir jetzt bei einem jungen Paar den Familienwunsch, dann kommt irgendwann die Situation, wer betreut das Kind. Klare Regelung: Einer der Personen (Mann oder Frau / ist egal) betreut das Kind über ein Jahr und hierfür gibt es ja schon Gelder vom Staat. Nach einem Jahr kommt das Kind einfach in die Kita in der Zeit von morgens bis 16.00 Uhr, die Eltern können Ihre Arbeit weitestgehend nachkommen. Die Abholung des Kindes erfolgt im Wechsel. Problem gelöst. Einige empfinden das als herzlos, aber sind wir doch mal ehrlich, welche Eltern bieten dem Kind von morgens bis abends diese Ansprache und die Kreavität wie in einer guten Kita, zudem sind Kinder auch gerne unter Kindern und wir sprechen von lächerlichen acht - zehen Stunden am Tag, wo die Eltern das Kind nicht sehen. Am Wochende, an den Feiertagen, in den Feriein und vielen weiteren Tagen im Jahr können Eltern mit ihrem Kind die Zeit verbringen. Wir können uns die Personen, die 24 Stunden mit Ihren Kind zu Hause verbringen möchten, einfach nicht leisten und ich zahle gerne Steuern für Kitas, aber nicht für Eltern, die sich aus dem Berufsleben ein paar Jahre mit der Begründung Kind ausklinken möchten.
  6. #115

    Blauäugig

    Zitat von theresarain Beitrag anzeigen
    Das ist doch Unsinn. Oder, anders gefragt, wissen Sie, was eine Hausfrau den Staat im Vergleich kostet? Die Dame zahlt weder Steuern (ganz im Gegenteil, ihr arbeitender Gatte profitiert sogar noch vom Splitting) noch Krankenkassenbeiträge und kassiert fortan zusätzlich dann noch die 150 €. Hausfrauen sind teuer, nicht arbeitende Mütter, deren Kindern vielleicht ein Krippenplatz mitfinanziert wird. Meiner Ansicht nach sollte das Ehegattensplitting durch ein Familiensplitting ersetzt und die Möglichkeit der kostenlosen Mitversicherung abgeschafft werden. Wer sich dann dennoch für das Model Hausfrau entscheidet, bitteschön. Das ist aber dann ihr/sein Privatvergnügen. Ich sehe keinerlei Veranlassung dafür, das nun noch stärker zu subventionieren, als es bereits ohnehin der Fall ist.
    Glauben Sie im Ernst, dass alle Frauen, die ihre Kinder abgeben, berufstätig sind? Das ist doch reichlich blauäugig.
  7. #116

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Normalerweise setzt man sich als Politiker ins Unrecht, wenn man einer Gruppe etwas nimmt - nicht, wenn man ihr etwas gibt.
    Bei Herrn Fleischhauer reicht es mal wieder nicht zu erkennen, dass ein Politiker niemals etwas geben kann ohne gleichzeitig auch zu nehmen. D. h., intellektuell wird Herr Fleischhauer es zwar schon verstehen, aber es passt halt nicht in die gewünschte Diskussion und da lässt man sich von soetwas halt lieber nicht beirren. Das Geld für das Betreuungsgeld fällt ja nicht vom Himmel, sondern muss an anderen Stellen gestrichen und zusammengespart werden. Es steht z. B. nicht für den Kita-Ausbau zur Verfügung.

    Ein "echter Fleischhauer" mal wieder. Das ist bereits ein geflügeltes Wort für verquere Argumentationsketten, bei denen weniger Logik als ein gewünschtes Ergebnis das Ziel der Argumentation ist.
  8. #117

    Überraschunng....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Betreuungsgeld zementiere die traditionelle Rollenverteilung, heißt es. Aber wo steht denn, dass nur Frauen in den Genuss dieser Wohltat kommen können? Tatsächlich steckt hinter der Kritik ein anderes Problem: das heimliche Verlangen nach einem ruhigen Leben zu Hause.

    S.P.O.N. - Der Schwarze Kanal: Subvention einer Sehnsucht - SPIEGEL ONLINE
    dass ich mal mit den Autor übereinstimme....
    Ein Aspekt taucht aber nirgends auf - wir sprechen doch über das Wohl der Kinder und deren Zukunft.. Vielleicht sollte die Regierung das Geld in die Hand nehmen, es den armen deutschen Unternehmen geben, damit sie überall auf der Welt ihre Kindersklaven die für sie eine Menge Rendite einbringen ein paar Cent mehr zu bezahlen.....
    Ich weiß - dies müssten dann alle in der EU, alle Industriestaaten, China, Nordkorea und der Irak.....alle oder keiner machen...Na ja das nächste mal vielleicht... da ja die Weltbevölkerung vom Aussterben bedroht ist ja eine Kinder Kopf Prämie der erste Schritt - Aber bitte keine Kitas in noble Wohngegenden ...wegen der Preisminderung..
  9. #118

    .

    Zitat von simie Beitrag anzeigen
    Niemand hindert auch Männer daran, das Betreuungsgeld anzunehmen, außer die immer noch vorhandene gesellschaftliche Realität.
    Und die Realität sieht so aus, daß die Mutter des Kindes den Vater aus der gemeinsamen Wohnung werfen kann, und dafür noch mit 2 Extra-Monaten Betreuungsgeld belohnt wird.
  10. #119

    hier geht es nicht um 1x 150 euro, ...

    Zitat von Senore Beitrag anzeigen
    ...Und als ob 150 Euro die gesamte Lebensplanung bestimmen, das ist doch lächerlich. Dieser Aufschrei ist scheinheilig.. ich würde gerne wissen wie viele dieser Menschen tatsächlich bereit wären ihre Kinder nur abzugeben um Karriere zu machen...
    ...sondern um 150 euro x n !

    150 euro für JEDES kind der familie - das ist der eigentliche sprengstoff, der, selbst in den "qualitätsmedien", kaum thematisiert wird!

    Die 1-2-kinder-familie ist nicht das problem, die 150 euro spielen hier kaum eine rolle - wenn aber 5 oder mehr kinder zur familie gehören wird es interessant! und das sind genau die familien, deren kinder unbedingt in einen kindergarten/kita gehören, um ein leben "außerhalb des clans" kennenzulernen!


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