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Debatte: Soziale Kriege

Vom Unbehagen der bürgerlichen Mittelschicht.

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,719944,00.html
  1. #20

    Guter Gedanke

    Leider taucht das Wort "Nachhaltigkeit" nicht auf, aber die Richtung der Analyse stimmt.
    Im übrigen diskutiert die EU gerade, mittels ihrer Europa2020 Strategie, genau diese Fragen (also: wie schafft man Arbeitsplätze und Wohlstand für alle ohne die Natur und gewachsene kulturelle und soziale Strukturen zu zerstören), nur dass wieder einmal die nationalen Medien diese Debatte komplett ignorieren. Stattdessen ereifert sich der SPIEGEL-Korrespondent in Brüssel zum 47. Mal über Gehaltstrukturen in den EU-Institutionen (und das ohne diese wirklich zu kennen).

    Ein wirklich interessanter Gedanke von Precht ist die Frage nach der Verantwortung der "Goldenen Generation", also derjenigen, die nach dem Krieg geboren wurden und alle Vorteile des Wirtschaftswunders und der europäischen Einigung genossen haben. Diese Generation hat in der Tat jetzt eine grosse gesellschaftliche Bringschuld. Mal sehen, ob CDU und FDP die Nerven haben, diese Bringschuld einzufordern.
  2. #21

    Endlich...

    Endlich mal jemand, der die Sache nicht nur oberflächlich betrachtet, sondern tiefer einsteigt.

    Ich halte diesen Artikel und den Denkansatz für das Beste zu diesem Thema, was ich seit Wochen hier gelesene habe.
  3. #22

    An sich ein schöner Artikel, aber dann natürlich vollkommen unsinnige, von persönlichen Vorstellungen geleitete Seitenhiebe gegen Killerspiele, Pornografie und Drogen.
    Killerspiele sind kein Problem. Pornografie ist kein Problem. Drogen sind ein Problem weil die Politik hier schlichtweg irrational und unwissenschaftlich handeln.

    Probleme mit Migrantenkindern haben auch nicht Drogen als Ursache, so ein Unsinn. Drogen sind hier eher Mittel zum Zweck, als Ursache, und Drogen bewirken auch keinen plötzlichen Verlust jeder sozialen Verantwortung und jeder Moral.
    Wer gelegentlich Alkohol trinkt oder Zigaretten raucht (wobei bei manchen Rauchern....) wird das sicher bestätigen können. Der feucht-fröhliche, bier-beseelte Abend macht einen auch nicht zum asozialen Penner, genauso wenig wie es ein Joint tun würde.
  4. #23

    Nebelkerze

    Der Autor verschleiert Zusammenhänge, die es gibt und auf die Sarrazin zu Recht hinweist.
    Die bei MUSLIMISCHEN Migranten statistisch stark erhöhte
    - Jugendarbeitslosigkeit
    - Anzahl von Personen ohne Schulabschluss
    - Häufung insbesondere bei Gewalt- und Drogendelikten
    - geringe Teilhabe an gesellschaftlichen Institutionen (Parteien, Vereinswesen, etc.)

    kann man nicht mit der These wegwischen, soziale Kälte hätte sich auch bei Deutschen breitgemacht. Erstens geht es weder bei Sarrazin noch bei seinen Mitstreitern um eine Frontstellung zwischen autochthonen Deutschen (die es ja nicht mehr gibt und wohl auch nie gab), es geht nicht einmal um den Gegensatz von Christentum und Islam. Denn zum einen denkt und fühlt die Mehrheit in den westlichen Ländern nicht mehr christlich (und hat über das christliche Erbe allenfalls marginales Wissen) und zweitens sind alle Kulturen, auch die asiatischen, bekanntlich nicht christliche Kulturen, in der Integration erfolgreicher. In Sarrazins Buch wird man keinen Satz finden, der in irgendeiner Weise das Christentum als besseres Gegenbeispiel anführt.

    Erschreckend ist nur, was der ISLAM alles nicht ist.

    Nun stimmt es zwar, dass muslimische Gewaltverbrecher in der Regel keine religiösen Moscheegänger sind und den Koran wahrscheinlich auch nicht gelesen haben, geschweige denn sich nach ihm ausrichten. Aber der Islam ist eben nicht nur eine Konfession, sondern selbstverständlich verwoben mit einer Kultur, die jeden Lebensbereich umfasst. Was der Autor als Macho-Kultur beschreibt, ist ja - jedenfalls auch - dem Männerbild des Islam geschuldet, wenn auch der einzelne Macho dies nicht immer weiss.

    Die soziale Kälte der "Deutschen" (wer immer das ist, in meinem Bekanntenkreis haben sämtliche Passdeutsche spätestens in der dritten Generation einen Migrationshintergrund) äußert sich eben mangels Machokultur seltener in Gewaltexzessen, sondern sicherlich eher in der Vernachlässigung von Kleinkindern und dem Wegschauen bei Straftaten im öffentlichen Raum.

    Aber irgendwer begeht ja diese Straftaten, von denen die sog. Deutschen wegschauen. Und leider ist es da eine statistisch nicht erschütterbare Tatsache, dass muslimische Migranten in Großstädten nahezu jedes Gewaltdelikt begehen (muslimische Gefängnisinsassenquote Berlin: 90 %).

    Dass die Unterschicht-Deutschen ihren Kindern morgens ebensowenig ein Frühstück bereiten wie die muslimischen, stimmt. Aber davon abgesehen gibt es QUALITATIVE Unterschiede, und auch quantitative - bezogen auf den Anteil der Muslime an der Unterschicht.
    Der Artikel verschleiert all dies und lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Wir sind alle Egoisten.
    War das jemals anders?
  5. #24

    ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Vom Unbehagen der bürgerlichen Mittelschicht.

    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,719944,00.html
    Hat SPON es nicht ein paar Nummern kleiner?

    "Soziale Kriege" haben wir ja nun wirklich nicht hier....
    Wem ist das denn eingefallen?
    Und was der Richard David Precht, "Philosoph und Bestsellerautor" da erzählt ist ja nun auch nicht gerade neu, sondern so alt wie die Welt.
    Der Mensch ist halt so veranlagt.
    Wieder so 'ne rein theoretische Kopfgeburt aus dem Wolkenkuckucksheim...

    Wer braucht so was?
  6. #25

    Was haben ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Vom Unbehagen der bürgerlichen Mittelschicht.
    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,719944,00.html
    ... "Killerspiel"-Spieler und Pornogucker mit "Dissozialen" zu tun? Die Frage stell' ich mir, nachdem ich über einen entsprechenden Satz gestolpert bin.

    Der Artikel selbst ist ... mäßig. Er greift zu wenig an, er zielt auf die Falschen. Statt den Umstand zu kritisieren, dass die Schere zwischen arm und reich, die soziale Kluft, immer größer wird, werden die Leute auf der "Armen-Seite" angegriffen.

    Ich will mal eine Provokation wagen: die Schere zwischen "arm" und "reich" gibt's, aber die hat keinen so großen Einfluss. Den weitaus größeren Einfluss auf den sozialen (Un)Friede hat dagegen der Fakt, dass sich die Menschen nicht mehr für wahrgenommen fühlen. Wir haben in den letzten 20 Jahren wechselnde Regierungen gehabt - Schwarz-Gelb, Rot-Grün, Schwarz-Rot und wieder Schwarz-Gelb. Und jede war abscheulicher im Umgang mit ihren Wählern als die vorangegangene.

    Die Menschen fühlen sich schlichtweg "verarscht", im Osten mehr als im Westen. Diffuse Ängste werden geschürt: kein Wunder, dass im Osten die Menschen Angst vor "Überfremdung" haben, obwohl die meisten den Türken nur aus dem Dönerlden kennen - weil sie wissen, dass es andernorts in der Republik Stadtteile, ganze Ortschaften gibt, in denen ein Deutscher in der Minderheit ist.
    Statt zu kommunizieren, dass diese Entwicklung nicht überall zu erwarten ist, wird das Feld den Neonazis überlassen - die dann natürlich irgendwelche billige Propaganda vom "faulen Ausländer" verbreitet, der, "wenn er arbeitet, Deutschen den Arbeitsplatz klaut".

    Die Menschen fühlen sich auch "verarscht", weil seit Jahren in den Gazetten irgendwelche "Aufschwünge" und "sinkende Arbeitslosenzahlen" herbeigelogen werden, während in unmittelbarer Bekanntschaft die Zahl der Hartz-IV-Empfänger (Langzeitarbeitslose) steigt - und kein einziger mehr einen Job findet.

    Ich will noch weiter provozieren: in einem Sozialstaat, in dem nichts mehr sozial ist, weil die Leistungen der Sozialsysteme Schritt für Schritt zurückgefahren werden, während die Belastungen für die arbeitende Bevölkerung zunehmen, und das bei sinkenden Löhnen, dann ist irgendwann jede Nächstenliebe erschöpft. Dann kommen solche Gedanken wie: "in Hartz IV lebt es sich besser, keine scheiß Arbeit, kein frühes Aufstehen" oder eben "wozu Arbeiten, wenn ich doch 350 Euro so für nix bekomme?" Die Leute klinken sich REIHENWEISE aus aus dem Staat, weil sie sich verarscht, bevormundet und doch alleingelassen fühlen, weil sie nichts mehr mit eigener Hände Arbeit erreichen können, weil sie schlichtweg zu VERLIERERN gemacht werden.

    Der Volkszorn kocht.

    Aber was haben nochmal "Killerspiel"-Spieler und Pornogucker mit "Dissozialen" zu tun?
  7. #26

    Gefällt mir

    "Die Kunst, kein Egoist zu sein, muss wieder neu eingeübt, das Gute am Bürgerlichen neu belebt werden. Vermutlich bedarf es dafür eines Ausstiegs aus dem materialistischen Wachstumswahn."

    Der Artikel ist bei weitem nicht so reißerisch, wie seine Überschrift vermuten lässt.
    Die zitierten Sätze bringen meiner Meinung nach das Problem gut rüber.
  8. #27

    wichtig

    Ein intelligenter, ein wichtiger Artikel.
    Dennoch wird er ungehört verhallen, überrollt von den "Sachzwängen", den "Notwendigkeiten", kurzum dem "System".
    Es ist eine gewisse Schwäche unserer Staatsform, dass sie viel gewährt , aber im Grunde wenig Konkretes fordert.
    Damit kommen viele nicht so gut klar.
    Und dass das ewige Wachstum endlich mal diskutiert und in Frage gestellt werden sollte, ist auch klar und wurde immer wieder gefordert.
    Dies ist aber in einer Welt der Großkonzerne und der leider Gottes damit verbundenen Arbeitsplätze wohl auch eher Wunschdenken und Rufen in der Wüste.
    Dennoch bleibt zu hoffen, dass unsere politischen und wirtschaftlichen Führer sich das mal zu Herzen nehmen, und dass es ein Volk gibt, dass sich nicht zu schade oder zu faul ist, für eine Umkehr auf die Straße zu gehen.
    Siehe Stuttgart 21.

    Gruß
  9. #28

    Keiner wie wir

    Der nette, türkische Gemüsehändler, der Frau und Tochter unter das Kopftuch zwingt ist keiner von uns. Ich kenne niemanden, dessen Frau oder Tochter Kopftuch trägt und möchte solche Leute auch nicht kennenlernen.
  10. #29

    ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Vom Unbehagen der bürgerlichen Mittelschicht.

    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,719944,00.html
    Volle Zustimmung zu diesem Beitrag.
    Wenn eine Ursache für das zunehmend dissoziale Verhalten großer Bevölkerungsteile gesucht wird, dann wird man beim Privatfunk fündig. Dessen Einführung unter Kanzler Schmidt war der mit Abstand größte politische Fehler im Nachkriegsdeutschland (und da schließe ich BRD und DDR ein).








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