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Debatte: Soziale Kriege
Vom Unbehagen der bürgerlichen Mittelschicht.
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,719944,00.html
- #210 30.09.2010 12:19 von
Uneingeschränkte Zustimmung
Uneingeschränkte Zustimmung möchte ich dem Autor entgegen bringen. Zum Glück gibt es sie noch - Menschen wie Herrn Precht oder Thea Dorn, die durch ihre brilliante Fähigkeit zur kritischen Gesellschaftsanalyse in der Lage sind echte Mißstände und Fehlentwicklungen zu benennen aber auch Lösungsansätze und Auswege aufzuzeigen.
Am spannensten empfinde ich die Idee eine neue Art von Wirtschaftswachstum zu entwickeln. Die Frage ist ja, ob sich das Wirtschaftswachstum wie es sich bisher definiert unendlich fortsetzen lässt. Ist nicht die dringendste Frage der heutigen Zeit, wie sich auch ohne Wirtschaftswachstum wie wir es bisher kennen ein friedliches Miteinander, ohne Sozialkriege, erreichen lässt? Ohne die sogenannte Neiddebatte auslösen zu wollen, kommt man bei dieser Frage unweigerlich zu Themen wie sozialer Gerechtigkeit und vor allem nachhaltiger Wirtschaftspolitik, die sich gegen das Bestreben nach kurzfristiger maximaler Gewinnerzielung stellt.
Ganz klar - um nicht immer weiter die noch vorhandenen "moralisch-sittlichen Reserven" zu vernichten, bedarf es des Abbaus von Egoismen auf allen Ebenen. Nur dürfen wir Bürger dies nicht einfach so von unserer politischen Elite, wo Egoismen, und Geklüngel mit den mächtigen aus Wirtschafts- und Finanzwelt immer bizarrere Formen annehmen, erwarten. Ein Umbau dieses Systems, in dem politische Entscheidungsträger Lobbypolitik aus eigenen egoistischen Beweggründen heraus machen, aus sich selbst heraus, ist nicht möglich. Umso ermutigender sind doch Proteste wie z.B. gegen den sogenannten Atomkonsens, gegen Stuttgart 21, oder auch die breite Debatte rund um das Sarrazinbuch. Diese Formen demokratischer Willensäußerung und Meinungsbildung müssen von Parteien und Politikern aufgegriffen und umgesetzt werden. Fraglich ist wieviele politische Entscheidungen vorbei am Willen und den Bedürfnissen der Menschen unsere Demokratie noch verträgt und wann der letzte Rest moralischer Reserven "verzehrt" ist. - #211 30.09.2010 12:19 von
Auch ich bin Egoist
Interessanter Artikel, auch wenn hier die Migrantendebatte, die eigentlich nur sehr peripher zum Thema gehört ein bisschen arg breitgetreten wird.
Es ist völlig richtig: unsere Gesellschaft hat weder gemeinsame Werte noch Ziele, außer solche die von der Wirtschaft vorgegeben werden. Wachstum, Wachstum, Wachstum (wohin wollen wir eigentlich noch wachsen?). Und wenn Bankmanager im großen Stil das ganze Land abzocken und sich dafür auch noch feiern lassen, dann hat auch der Durchschnittsbürger kein schlechtes Gewissen mehr zuerst an sich selbst zu denken. - #212 30.09.2010 12:19 von
...
Wen genau meinen Sie? Das Heer an Wanderarbeitern?
Oder ist das Heer der Wanderarbeiter das Menschenmaterial,
das den Wohlstand für das oben erwähnte Drittel erarbeitet?
Ihre schöne kapitalistische Welt stand vor 2 Jahren vor dem wirtschaftlichen Kollaps. Schon vergessen? Ungefragt "gerettet" von der anonymen Masse der Steuerzahler. - #213 30.09.2010 12:20 von
- #214 30.09.2010 12:21 von
Photoshopmoral
Ich selbst komme aus einem humanistischen Künstlerischen Elternhaus, in dem die Meinung vertreten wurde, dass der Verfall der Werte in der Kunst der Seismograph der Gesellschaft ist. Vor wenigen Tagen diskutierte ich in einem Spiegel-Forum über das Thema elektronische Bildbearbeitung mit. Ich war tief erschüttert, wie gedankenlos am Computer mit Photoshop manipuliert wird, jenseits von Handwerklicher Ethik und Wahrheitstreue. Gerade eine sehr verbreitet Software wie Photoshop schafft Unsicherheit in unserer Gesellschaft, in Hinsicht auf Wahrheitsgehalt von Information, Arbeitsplatzabbau im grafischen Gewerbe, künstlerischen Wertmaßstäben.
- #215 30.09.2010 12:21 von
Leider
schaffen Sie es nicht aus Ihrer richtigen FEststellung, dass die alten GRenzen immer von den nachfolgenden Generationen eingerissen werden, irgendetwas abzulesen. Haben Sie sich einmal gefragt, wohin das alles führt? Nicht in allen Teilen der GEsellschaft ist ein finaler status quo möglich und gewollt, aber dass Kinder nicht die geistigen Kapazitäten haben, um alles perfekt zu verarbeiten, bzw sie gar nicht erst erwerben, kann nicht an Ihnen vorbei gehen. PC-Spiele für 20-Jährige ist eine Sache, für 10-Jährige eine andere. Und wenn meine Nachbarin, 6 Jahre alt, sich zu fett findet und deshalb weint, dann hat das Ursachen [keine Killerspiele, ok]. Kinder können nicht alles so verarbeiten. Sie müssen sozial gefestigt sein, bevor sie an komplexe Dinge herangeführt werden. Erziehung soll auch vor schädlichen Einflüssen schützen!
- #216 30.09.2010 12:22 von
- #217 30.09.2010 12:22 von
Wie gehabt
Leider nur die übliche Häkelgruppenrhetorik.
1. Zuerst wird die Argumentation der anderen als unmoralisch erklärt (weil er ins Schwarze traf, als er ins Braune redete). Dann kann sich die Auseinandersetzung mit den Thesen nämlich praktischerweise sparen
2. Wo das nicht möglich ist (Heisig, Schwarzer, Bolz ) wird geschwiegen
3. Dann wird dem Volk das "richtige" Problem geschildert (Gewalttätige Migranten sind nicht in erster Linie von religiösen Wahnvorstellungen unheilvoll beseelt, sondern weit häufiger von Drogen. In diesem Punkt unterscheiden sie sich nicht von Deutschen.)
4. Dazu ein paar nette Bildchen um "Wissenschaftlichkeit" zu vermitteln
5. Fazit: Das Ganze ist im Wesentlichen ein Wahrnehmungs- und Einordnungsproblem eines leicht verführbaren Volkes.
In Wahrheit hat die von Herrn Sarrazin ausgelöste Debatte sehr vielen die Augen geöffnet, die Herr Precht und seine Gesinnungsgenossen gerne noch ein wenig durch das Vorsingen der Multikulti Schlaflieder geschlossen halten woll(t)en
Das parallel dazu vielerorts in Europa das gleiche Problem (der politische Islam nämlich) erkannt wird werte ich als sicheres Zeichen dafür, dass das einlullen dieses Mal nicht mehr so recht funktionieren wird. - #218 30.09.2010 12:22 von
Sich wehren
Es freut mich, dass die manche wenigstens aus Ihrer Naivität herausfinden und das ist nicht abschätzig gemeint.
Ich kenne die Durchsetzung von Interessen mit Gewalt aus meiner Zeit in Südamerika.
"Preise sind in der Marktwirtschaft das Ergebnis von Knappheiten, nicht von Gerechtigkeitsüberlegungen, was immer man unter Gerechtigkeit versteht."
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann erklärt im November der "Süddeutschen Zeitung", wie Boni wirklich funktionieren.
Bei diesen Aussagen kann man schon auf Ideen kommen. - #219 30.09.2010 12:24 von
...
ein absolut faszinierender text, der nicht dadurch ungültig wird, dass einige foristen dem autor zuerst etwas unterstellen, und ihn dann aufgrund eben dieser unterstellungen angreifen. primitive 'ad hominem' argumentationen, der spanischen inquisition würdig.... ;)
der *KERN* unserer probleme ist in der tat das dogma des "shareholder value", die erhebung der rücksichtslosen, blinden gier zu einem erstrebenswerten wert an sich, positiv rückgekoppelt durch das zurschaustellen der 'ergebnisse' der apostel dieser lehre
(zielgruppensegmentierte formulierung v2:
dickes auto sehen, grün vor neid werden, nachdenken über WIE auto gekauft wurde dann egal)
oder:
wie können wir als menschen weiterhin andere menschen menschlich behandeln, wenn die basis unseres zusammenlebens seit einiger zeit auf dem glauben an (arbeits)verhältnisse beruht, die intrinsisch postulieren, dass einzig egoismus gut sei?
man kann hoffen, dass diese historisch relativ neue entwicklung genauso schnell wieder stirbt, und wir in 50-100 jahren einen schwupp! der dialektischen wippe in die gegenrichtung erfahren werden.
sollte jemand ideen haben, wie wir diese entwicklung aktiv unterstützen und/oder den zeitraum verkürzen können: immer her damit. meine persönlich favorisierte lösung ist immer noch diese : http://www.amazon.de/Watchmen-Alan-M...5845809&sr=8-6
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