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Debatte: Soziale Kriege

Vom Unbehagen der bürgerlichen Mittelschicht.

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,719944,00.html
  1. #10

    Was ...

    ... für ein demagogischer Artikel ist das denn bitte?

    Entschuldigung, ein Artikel der sich des Wortes "Killerspiel" bedient und das auch noch mit Pornos und der Sarrazindebatte gleichstellt, kann man einfach nicht ernst nehmen.
  2. #11

    Pflichtlektüre

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Vom Unbehagen der bürgerlichen Mittelschicht.

    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,719944,00.html
    Herr Precht hat eine sehr interessante Sichtweise, die jenseits von allen bemühten Chichés, Hintergründe ausleuchtet.
    Dieser kleine Artikel sollte Pflichtlektüre werden für jeden Parlamentarier, aber auch für jeden, der in dieser Republik Macht und Einfluss repräsentiert.
  3. #12

    Wohlfeiles Geplapper

    Oh mein Gott möchte man ausrufen und den Autor am Kragen packen, dass es ihm die naive Linksromantik aus dem Kopf schüttelt.

    Jeder soll gerne sagen was er denkt, aber von einem Essay mit Anspruch erwarte ich mir mehr als unreflektierte zur Schau gestellte Rhetorik.

    Schreiben kann er, denken eher nicht.

    Wenn man das dekadenlang geplante Projekt Stuttgart 21 und den im BT-Wahlkampf hefitg thematisierten Atomwiedereinstieg als Beweis für die Volksferne der Parteien heranzieht, weil ein paar tausend Menschen ihre Zeit nun damit verbringen auf der Straße Krawall zu machen, begeht man einen Faktenfehler.
    Veröffentlichte Meinung ist nicht gleich öffentliche Meinung. So lange mehr Menschen am Samstag in den Bundesligastadien sind, als auf Anti-Atom-Demos so lange sind für mich diese Demos politisch seriöserweise nicht Ernst zu nehmen. In einer Demokratie bestimmen nicht die, die am lautesten Schreien.

    Die sonstigen Windschiefen in diesem Primanerprodukt aufzudecken überlasse ich Anderen. Material ist genug da.

    So etwas in meinem früher hochgeschätzten Spiegel? Na..vielleicht ist doch was dran am Kulturverfall.
  4. #13

    Egoist

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Vom Unbehagen der bürgerlichen Mittelschicht.

    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,719944,00.html
    Herr Precht ist der Lösung doch ganz nah:
    Zitat von Precht
    Unsere Gesellschaft, unser Wirtschaftssystem, züchtet den Egoismus an allen Fronten...Die Wirtschaft benötige einen egoistischen Hedonisten und unersättlichen Konsumenten, der nie zufrieden ist, disziplinlos in seiner Gier nach mehr. Die Gesellschaft dagegen brauche einen bescheidenen Mitbürger, hilfsbereit und zufrieden.
    oder anders:
    "Der Witz besteht nicht darin, dass, indem jeder sein Privatinteresse verfolgt, die Gesamtheit der Privatinteressen, also das allgemeine Interesse erreicht wird. Vielmehr könnte aus dieser abstrakten Phrase genau so gut gefolgert werden, dass jeder wechselseitig die Geltendmachung des Interesses der anderen hemmt, und statt einer allgemeinen positiven Wirkung, vielmehr eine allgemeine Vernichtung aus diesem Krieg aller gegen alle resultiert. Die Pointe liegt vielmehr darin, dass das Privatinteresse selbst schon ein gesellschaftlich bestimmtes Interesse ist und nur innerhalb der von der Gesellschaft gesetzten Bedingungen und mit den von ihr gegebenen Mitteln erreicht werden kann; also an die Reproduktion dieser Bedingungen und Mittel gebunden ist.“ K. Marx, Grundrisse

    Destruktivität, Egoismus,...wie immer Sie es nennen wollen, es ist Folge bestimmter gesellschaftlicher Bedingungen. Es gibt keinen Kampf der "Guten" gegen die "Bösen". Bestimmte gesellschaftliche Zustände fördern (und erfordern) diese oder jene Eigenschaften. Klar kann der Mensch egoistisch und destruktiv sein, genauso wie konstruktiv und altruistisch. Das er en masse aktuell erstere Eigenschaften an den Tag legt, liegt daran, daß die Gesellschaftsordnung (Kapitalismus, Konkurrenz, ...) eben diese erfordert und fördert. Ein "guter" Kapitalist ist eben ein eigennütziger, egoistischer, destruktiver. Er kann und darf um den Preis der eigenen Existenz keine Rücksichten nehmen...
    WEnn man Egoismus eindämmen will, brauchen wir eine andere Gesellschafts- eine andere Wirtschaftsordnung!
    Seelische Vernachlässigung, Fernsehkonsum, Konkurrenzgesellschaft, Individualisierung, Entsolidarisierung, Entsozialisierung, ...der individualisierte Konsument und "eigenverantwortliche" Marktteilnehmer ist hirnpysiologisch gravierend gestört...
    Der Kapitalismus propagiert eine Produktions- und Lebensweise, die als Totalisierung der Warenform in Wirklichkeit nur einen winzigen Zeitabschnitt der menschlichen Geschichte ausmacht. Das moderne Geldverdiener-Bewusstsein wird zur ewigen menschlichen Bewusstseinsform schlechthin stilisiert.
    #158
    Kapitalismus macht krank denn er "braucht Menschen, die in großer Zahl reibungslos funktionieren, die immer mehr konsumieren wollen, ...die sich frei und unabhängig vorkommen und meinen, für sie gebe es keine Autorität, keine Prinzipien und kein Gewissen – ..." #851
  5. #14

    Egoismus oder Dummheit

    Man muss es unterscheiden wir sind nicht Egoisten aber wir wollen auch nicht dumm sein.
  6. #15

    .

    Zitat von Richard David Precht
    Verunsicherte Bürger, die wir fast alle sind, müssen wir stattdessen, wie Axel Honneth schreibt, das "Ich im Wir" wiederfinden und damit das "Wir im Ich".
    Lesenswerte Gedanken, danke. Der Analyse Prechts kann ich in weiten Teilen zustimmen und ich halte ihn für einen klugen Kopf.
    Leider kommt Precht nicht ohne die Behauptung aus, Sarrazin in die braune Ecke zu stellen und damit die, die ihm zustimmen.

    Die Frage, die sich zur muslimischen Migration stellt ist doch genau die, die er als seinen Schlusssatz stellt:
    Inwieweit sind auch muslimische Migranten dazu bereit oder gar fähig, das "Ich im Wir" wieder zu finden und damit das "Wir im Ich"? Daran bestehen eben sehr große Zweifel, die auch Precht nicht ausräumt!
  7. #16

    Meinungsfreiheit schön und gut, aber muss deshalb gleich jeder schreiben? Der Artikel war unheimlich langweilig.
    Allein der erste Absatz...dazu aber trotzdem mal eine Frage:
    Niemanden wundert es, wenn 2 große Eltern auch großen Nachwuchs haben.

    Niemanden wundert es, wenn 2 schwarze Eltern ein weißes Kind bekommen, weil der Ur-Opa weiß war.
    Niemanden überrascht es, wenn Zidane´s Sohn schon jetzt als kommender Star bei Madrid gehandelt wird.
    Und sicherlich kenne alle die Sprüche, wenn ein Kind neu die Familie geboren: "Ach, sie hat die Augen der Mutter" und "...er sieht aus wie Opa" usw.
    Merkmale werden vererbt. Warum tun wir uns so schwer damit zu akzeptieren, dass auch Intelligenz als physisches Merkmal vererbt wird?
  8. #17

    Mehr dirkete Demokratie

    Politiker handeln im Privatbereich anders als im Politikgeschäft. Wäre ja grundsätzlich nicht schlecht, solange es für die Allgemeinheit der Bürger und dem Allgemeinwohl gut ist. Nur durch eine unendliche Manipulation finden die Bürger eben nur schwer zu einer Mehrheit, die sich in einer Demokratie umsetzen lässt und um ein Gesetz tatsächlich ändern lassen zu können.

    Denn die Macht der Wirtschaft und der Politiker ist größer, als man als Bürger überhaupt erahnen kann.

    In weiten meinungsbildenden Teilen der Parteien ist heute tatsächlich jene Werteordnung verankert, die einen marktradikalen Liberalismus kennzeichnet. Und diese Anschauungen stehen allen humanistisch fundierten Weltanschauungen konträr entgegen. Es stehen sich Anschauungen gegenüber, die einerseits die Freiheit des Menschen absolutieren und andererseits den Menschen als in bestehende unauflösbare Verhältnisse eingebunden begreifen, aus denen sich Pflichten und Verantwortlichkeiten ergeben. Das ist die Basis des humanistischen Menschenbilds, auf der auch unser Grundgesetz fußt. Die Menschen spüren den weltanschaulichen Riss innerhalb der Politik. Man kann eben nicht folgenlos vorgeben, für alle werteorientiert politisch zu denken, und dabei für wenige profitorientiert politisch handeln.

    Ich denke, die Politik aller Parteien sind jetzt aufgerufen, ihr Verhältnis zur Wirtschaft und insbesondere die der Finanzwirtschaft gilt es in jenes um hegte Feld zurückzuverweisen, aus dem sie unbotmäßiger weise ausgebrochen ist, in dem sie ihre Dienste für die Weltzivil- Gemeinschaft und die Gesellschaft sinnvoll entfalten kann.

    Und dies ist eben nicht der Fall, wenn sich Protagonisten aus der Wirtschaftswelt aus der Wirtschaftswelt in die Startlöcher stellen und aufspielen und wirtschaftliche Modelle als Muster für gesellschaftliche Verhältnisse weiter zu installieren versuchen.
  9. #18

    Danke

    Schöner, ausgewogener, sachlicher Beitrag. Danke.

    Aber ich sehe schon, wie die Gutmenschen-Keule rausgenommen wird und der Beitrag hier als linksölogisches Geschwätz eines 68er Spinners abgetan werden wird ...*seufz*
  10. #19

    Olle Kamellen...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Vom Unbehagen der bürgerlichen Mittelschicht.

    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,719944,00.html
    Jeder ist sich selbst der Nächste, nur noch das ich zählt, Angst der Mittelschicht vor dem Abstieg. Alles nix Neues.
    Schließlich haben wir es und doch so ausgesucht und bekommen es jeden verdammten Tag so vorgelebt. Nur wer rafft was er kann, nach unten Tritt und ausschließlich seine eigenen Interessen im Auge hat kann auf ein einigermaßen selbstbestimmtes Leben ohne - finanzielle - Sorgen blicken.
    Wir haben es so gewollt.








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