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Debatte: Die drei Krisen der Zeitung

Die Zeitungen scheinen den Höhepunkt ihrer Krise überwunden zu haben - doch die zunehmend demonstrative Fröhlichkeit ist noch immer ein Pfeifen im Walde. Zwar erholen sich die Anzeigenumsätze - doch die Printpresse steckt nicht nur in einer Krise, sondern gleich in dreien.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0...515862,00.html
  1. #1

    Die sinkende Auflage ist Folge des sinkenden Journalistenniveaus

    Wenn die Mainstreammedien tagtaäglich wie Regierungssprecher den neoliberalen Einheitsbrei wiederkäuen, statt kritischen und investigativen Journalismus zu betreiben, verlieren immer mehr Leser das Interesse an Tageszeitungen. Die Journalisten müssen wieder anfangen, selbst nachzudenken, statt den Unsinn neoliberaler "thinktanks" nachzuplappern.
    Sollte sich jedoch dieser Papageienjournalismus fortsetzen, wird die Auflage immer weiter sinken.
    Wer ständig GEGEN die Interessen seiner Leser anschreibt, der braucht sich über Abokündigungen nicht zu wundern.
  2. #2

    !

    Zitat von kellitom Beitrag anzeigen
    Wenn die Mainstreammedien tagtaäglich wie Regierungssprecher den neoliberalen Einheitsbrei wiederkäuen, statt kritischen und investigativen Journalismus zu betreiben, verlieren ....
    solange die anzeigenkasse (und die rendite, die man auch mit artfremden geschäften pushen kann) stimmt, ist es den medienmachern mittlerweile scheißegal, welche interessen die leser haben.

    und wie man die anzeigenkasse immer brav gefüllt bekommt, hat zuletzt die deutsche post gerade wieder vorgemacht.
  3. #3

    Wo der Main so hinströmt...

    Zitat von kellitom Beitrag anzeigen
    Wenn die Mainstreammedien tagtaäglich wie Regierungssprecher den neoliberalen Einheitsbrei wiederkäuen, statt kritischen und investigativen Journalismus zu betreiben, verlieren immer mehr Leser das Interesse an Tageszeitungen. Die Journalisten müssen wieder anfangen, selbst nachzudenken, statt den Unsinn neoliberaler "thinktanks" nachzuplappern.
    Sollte sich jedoch dieser Papageienjournalismus fortsetzen, wird die Auflage immer weiter sinken.
    Wer ständig GEGEN die Interessen seiner Leser anschreibt, der braucht sich über Abokündigungen nicht zu wundern.
    Was, bitte, sind denn "Mainstreammedien" jetzt schon wieder?

    Bei längerem Nachdenken - und nebenbei frage ich mich, warum es jetzt den dritten Diskussionsthread zum selben Thema geben muß? - finde ich die Diskussion immer schwieriger. Man kann "das Internet" so schlecht mit nur dem einen Medium Tageszeitung vergleichen. Das Internet gleicht eher dem Kiosk, an dem ich meine Zeitung kaufe. Es wird von der verrohenden Menge an Gewalt und Pornographie geredet und dem der Qualitätsjournalismus gegenübergestellt, dabei wäre es wesentlich sinnvoller, Printmedien wie die FAZ mit Onlinemedien wie dem SPON zu vergleichen. Oder besser noch: reinen online Nachrichtenseiten, die kein gedrucktes Pendant haben.
  4. #4

    Auswechselbar

    Nachdem ich der SZ über fast 30 Jahre die Treue gehalten hatte, wurde es mir vor einigen Jahren dann doch zu 'bunt': Abo gekündigt und seither nur noch sehr sporadische Käufe von Einzelausgaben. Die SZ ist beliebig und auswechselbar geworden, das Niveau schlecht. Leider gilt das genauso für den Internetauftritt der SZ.
  5. #5

    Völlig korrekt !!

    Zitat von kellitom Beitrag anzeigen
    Wenn die Mainstreammedien tagtaäglich wie Regierungssprecher den neoliberalen Einheitsbrei wiederkäuen, statt kritischen und investigativen Journalismus zu betreiben, verlieren.....
    Dem ist nicht mehr viel hinzuzufügen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass viele Journalisten (leider) nur noch "Huren" sind: Für viel Geld lassen sie sich länger ...
    Es gibt kaum noch ehrlich und hart recherchierende Journalisten, bis auf wenige freie und die bekommen gerade mal Hungerlöhne gezahlt, es sei denn, die erwischen einen Promi nackt auf der Toilette oder so.

    Das beste Beispiel ist die Automobilindustrie. Die liebt es, wenn ihre Texte schön - möglichst 1:1 abgedruckt werden. Dann hagelt es auch Anzeigen. Kritische, recherchierende Journalisten werden boykotiert und man versucht sie mundtot zu machen:

    Was sagte ein Pressesprecher von xyz aus Ingolstadt? Wenn sie den Artikel nicht veröffentlichen, beschaft er mir einen anderen und das wird dann bezahlt.

    @VCz: "Was, bitte, sind denn "Mainstreammedien" jetzt schon wieder?"

    Wieso, gibt es denn heute etwa keine "Mainstreammedien" mehr? Da muss man verdammt lange suchen, wenn man wirklich unabhängige und qualitativ hochwertige Medien finden will.
  6. #6

    Der einsame Schütze?

    Zitat von Michael KaiRo Beitrag anzeigen
    [snip]
    @VCz: "Was, bitte, sind denn "Mainstreammedien" jetzt schon wieder?"

    Wieso, gibt es denn heute etwa keine "Mainstreammedien" mehr? Da muss man verdammt lange suchen, wenn man wirklich unabhängige und qualitativ hochwertige Medien finden will.
    Meine Frage bezieht sich auf den schlichtweg allumfassenden Charakter des Begriffs "Mainstreammedium". Was muß ich mir darunter vorstellen? Sind jetzt alle überregionalen Zeitschriften schon "mainstream"? Oder fängt das bei der Schülerzeitung schon an? Wo ziehen Sie die Grenze zwischen "Mainstream" und "unabhängiges, qualitativ hochwertiges Medium"? Und welches Medium denn dann? Fernsehen, Zeitung oder doch eher Flugblätter auf dem Mensatisch? Sind jetzt alle Zeitschriften "mainstream" oder nur ein paar? Und wenn ja, warum die einen aber nicht die anderen?

    Und das Pressesprecher gerne versuchen Journalisten von ihrer Sichtweise zu überzeugen ist mM nach nur verständlich, quasi selbstverständlich. Das sollte nach ehrlichen Kriterien geschehen, da stimme ich Ihnen zu, aber dafür gibt es ja zum Glück auch oft genug mehr als nur einen Bericht über z.B. ein Fahrzeug. Und wer einen Hochglanzbericht ohne etwaige Mängel für bare Münze nimmt...
  7. #7

    Mainstream Medien

    Vielleicht ist es interessant zu erklaeren, wo der Begriff her kommt.

    So um 1988, nach diversen FCC Deregulierungen, hat sich in der USA eine "Talk Radio" Industrie gebildet, in AM Radio, in der vorwiegend konservative, syndicated talkshow hosts in einer bisher unbekannten Form die taeglichen Ereignisse kommentieren . Vorreiter auf der nationalen Ebene war Rush Limbaugh, dann kamen Shean Hannity, Bill O'Reilly (als Talk show host) und Unmenegen mehr regional oder lokal bekannten Talkshow hosts.

    Die spezifische Strategie ist schwer zu beschreiben, aber Rush Limbaugh ist sozusagen das Modell. AM 740, um ein Beispiel von Colorado Sprinsg zu bringen, bringt nur Talksshow hosts, national Rush und Shean, und dann eine Reihe von weniger prominenten nationalen, regionalen und lokalen, in denen jeder seinen eigenen Stil und sein eigenes, spezifisches Interessengebiet hat.

    Diese Talkshows haben eine immense Zuhoererschaft. Ich hoere sie immer im Auto. Ausschlagegebend ist, dass sie jeweils nachpruefbar korrekt und unterhaltend sind.

    Die traditionellen Medien, die in der USA in der hohen Merhzahl einen links-liberalen Trend haben wurden von Rush als "mainstream" bezeichnet. Der Rush Begriff ist mainstream geworden und er erscheint inzwischen sogar im Webster.








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