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Debatte in der Union: Koalition streitet weiter über das Betreuungsgeld

DPADer Streit innerhalb der Union über das geplante Betreuungsgeld hält an: Die CSU will die umstrittene Leistung rasch verabschieden, die Skeptiker in der CDU diskutieren weiter. Einhellige Kritik an dem Vorhaben kommt von Arbeitgebern und Gewerkschaften.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...827810,00.html
  1. #1

    Kann mal bitte jemand erklären,

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Streit innerhalb der Union über das geplante Betreuungsgeld hält an: Die CSU will die umstrittene Leistung rasch verabschieden, die Skeptiker in der CDU diskutieren weiter. Einhellige Kritik an dem Vorhaben kommt von Arbeitgebern und Gewerkschaften.

    Debatte in der Union: Koalition streitet weiter über das Betreuungsgeld - SPIEGEL ONLINE
    wo der Sinn dieses Vorschlages ist?

    Erstens gehöre das Betreuungsgeld zum "Konzept für den ländlichen Raum", was immer auch darunter verstanden wird.
    Nur gibt es im ländlichen Raum meines Wissens sowieso bedeutend weniger Möglichkeiten, Kleinkinder ausser Haus betreuen zu lassen. Sodass diese in der Regel sowieso zuhause betreut werden müssen.

    Zweitens ging das Jahrzehnte lang auch ohne extra Betreuungsgeld.
    Drittens, was bei der Betreuung bereits im Säuglingsalter rauskommt, zeigen uns doch die Zustände in der Ex-DDR.
    Bei der derzeitigen "Qualität" des zur Verfügung stehenden Betreuungspersonals kann man für die Kinder nur das Schlimmste befürchten.
  2. #2

    Titel

    Größte Failidee dieses Jahres.
  3. #3

    ...

    Man kann zukünftigen Kindern nur wünschen, dass das Betreuungsgeld kommt und dass die Eltern auch die Gelegenheit (=wirtschaftliche Potenz) haben, es in Anspruch zu nehmen.

    Kinder unter 3 Jahren haben wichtige Entwicklungsschritte zu leisten, die bei einer begrenzten zeitlichen und emotionalen Verfügbarkeit der Eltern leiden. Eine Unterbringung in der Krippe ist daher eine Notlösung und damit zu vermeiden, auch wenn es heute als familiäres Leitbild dargestellt wird.
  4. #4

    Rentenbeitrag statt "Herdprämie"

    Zitat von Scheidungskind Beitrag anzeigen
    Man kann zukünftigen Kindern nur wünschen, dass das Betreuungsgeld kommt und dass die Eltern auch die Gelegenheit (=wirtschaftliche Potenz) haben, es in Anspruch zu nehmen.....
    Es sollte kein "Betreuungsgeld" sein, sondern der Staat sollte dieses Geld als Rentenbeitrag für die Erzieher, die zu Hause die Betreuung der Kleinkinder übernehmen, anlegen.
    Damit wird ein Teil der Ungerechtigkeit gegenüber den Frauen, die Kinder zu Hause erziehen, beseitigt.
  5. #5

    Ich schliesse mich da "Scheidungskind" an. Ich habe meine Tochter 3 Jahre zuhause betreut und habe nichts bekommen. Eine Unterstützung in Form eines Betreuungsgeldes hätte ich gut gefunden. Das Geld kann man sinnvoll für das Kind anlegen und man hätte endlich ein bisschen Anerkennung, wenn man sich Zeit für die Familie nimmt.

    Leider muss dafür gesorgt werden, dass Mütter schnell wieder arbeiten gehen, schließlich zahlen sie ja auch wieder Steuern ;-). Daher wird das Betreuungsgeld auch nicht kommen und stattdessen wird wieder irgendwo eine neue Krippe entstehen...
  6. #6

    ...was ich hier teilweise lese. Ich bin total dagegen. Es wird so kommen, dass viele Eltern Ihre Kinder zu Hause lassen um das Geld zu kassieren für.... (ich lasse mich mal nicht hinreissen, hier irgendwelche Möglichkeiten anzugeben). Und wenn ich hier lese: Kinder unter 3 Jahren haben wichtige Entwicklungsschritte zu leisten, die bei einer begrenzten zeitlichen und emotionalen Verfügbarkeit der Eltern leiden. Eine Unterbringung in der Krippe ist daher eine Notlösung und damit zu vermeiden - dann bekomme ich Magenschmerzen. Meine beiden Kinder sind mit 10 und 11 Monaten in die Krippe gekommen, weil ich arbeiten musste. Da hätte mir auch so ein Betreuungsgeld nicht geholfen - lächerlich. Und eins weiß ich sicher: bezüglich emotionaler Bindung ging uns überhaupt nichts verloren. Ganz im Gegenteil: die Leistungen, die Kita- und Krippenerzieherinnen bringen kann keine Mutti leisten. Dieses Entertainment - salopp gesagt - soziale Kontakte und das dazugehörige Verhalten, 100%ige Aufmerksamkeit - egal durch wen in der Krippe - nein, das kann mir keine Mutter erzählen: das kann sie NICHT leisten! Das Geld sollte lieber ordentlich in neue Planstellen und Fachkräfte investiert werden. Dann macht es Sinn. Und ganz ehrlich: Anerkennung bekomme ich von meinem Kind genug als Mutti - wer der Meinung ist, er lässt sich seine "Liebe" bezahlen, mutet mir sehr traurig an. Wenn ich mich dafür entschieden habe, 3 Jahre zu hause zu bleiben, dann weil ich es so wollte. Und jetzt nachträglich auf Anerkennung zu pochen oder dem nachzutrauern,... Hätte ich es mir leisten können, 3 Jahre zu hause zu bleiben, ich hätte es wahrscheinlich gemacht. Aber wenn ich meine Kinder heute sehe, wieviel sie in der Krippe gelernt haben, bin ich heilfroh, dass sie das erleben durften!
  7. #7

    Land und Großstadt

    Ich finde es schade das die Parteien nur noch über Verträge die geschlossen worden sind oder nicht, ob man sich um den Koalitionsvertrag halten soll oder nicht, diskutiert wird. Sollten dies die Parteien nicht intern besprechen. Warum wird das so an die Öffentlichkeit getragen. Als Resultat wird wenig über die Gründe geredet, warum man überhaupt so ein Betreuungsgeld einführen wollte. Jetzt aber geht die Debatte nur in zwei Richtungen: Eine ist, alles doof mit dem Betreuungsgeld und die Andere wir haben das schon längst beschlossen, also Schluss mit diskutieren.
    Und daraus resultiert dann wieder, dass meiner Meinung nach über ein ganz wesentlichen Punkt gar nicht geredet wird, nämlich über die Diskrepanz zwischen der Situation auf dem Land und in der Stadt. Darüber hört man höchstens was in so einem Forum und das ist schade.
  8. #8

    Mir ist es ein Rätsel, wie man Beschlüsse durchbringen oder behindern kann, ohne einen Funken Ahnung über dessen Praktikabiliät zu haben.
    Schon einmal jemand daran gedacht, das sozial schwache Familien, die ja laut Politik ausnahmslos ihre Kinder vernachlässigen, selten überhaupt einen Betreuungsplatz bekommen?? Schließlich wird bei der Aufnahme darauf geachtet, wer diese am meisten braucht UND wer die meisten Stunden bucht. Also findet man in einer Krippengruppe ab und an mal eine Alleinerziehende/r (wenn ihr/ihm denn trotz ihres/seindes Kindes jemand Arbeit gegeben hat), in einer UniStadt auch das ein oder andere Studentenkind, meist aber die Zöglinge gutgestellter Doppelverdiener, die häufig auch trotz des Betreuungsgeldes ihre Kinder zwecks ihrer Arbeit/Karriere in eine Krippe geben würden. Folglich bleibt diesen Familien kaum die Wahl als ihr Kind zu Hause zu erziehen. Klar kann niemand mit Sicherheit sagen, dass das Betreuungsgeld nun 100% beim Kind landet, aber wer bitte kann behaupten, dass dieses Geld zu 100% am Kind vorbei geht? Niemand, es wäre nur fatal, alle Eltern über einen Kamm zu scheren und denen, die sich egal ob bewusst oder aus Mangel an Möglichkeiten selbst um ihr Kind kümmern, einen Erleichterung in Form einer kleinen finanziellen Spritze und einer honorarähnlichen Anerkennung zu bringen. Denn leider ist es nun mal nicht mehr wie vor 20 Jahren, das man als Alleinverdiener die Familie durchbringen kann UND, was noch viel schlimmer ist, das Eltern, die ihre Kinder zu Hause betreuen möchten, als nicht mit der Zeit gehende, sich der modernen Marktwirtschaft verschließende und neuerdings seinem Kind die Chancen seines Lebens verbauende Menschen gelten. Klar, das Gegenteil der Rabeneltern ist auch nicht besser, aber bitte, was ist so schlimm daran, sich für die Wahl der Erziehung in den ersten Jahren seines Kindes aus gutem Gewissen selbst entscheiden zu dürfen? Sicher NOCH besteht ja die gesetzliche Möglichkeit 3 Jahre bei seinem Kind daheim bleiben zu dürfen, aber bitte wer kann sich das heutzutage noch leisten? Durch die Abschaffung des Erziehungs- und Landeserziehungsgeldes (übrigens ein sehr ähnliches Modell als das hier diskutierte, nur mit mehr Geld und damals gut finanzierbar für alle Kinder) und der Einführung des ach so gelobten Elterngeldes wurde diese Wahlmöglichkeit quasi dem Bürger weggenommen. DAS SOLLTE HIER AUGENMERK SEIN!!!! Es sollte darü;ber diskutiert werden, wie man es Eltern ermöglichen könnte, ihren Wünschen der Erziehung gerecht zu werden und nicht ihnen aufdrücken, nur die eine Form wäre vertretbar, schließlich hat jeder Mensch seine eigene Meinung dazu. Die eine Mutter/der eine Vater kann es kaum abwarten wieder in das Berufsleben zu treten, der andere würde viel lieber die ersten wichtigen Jahre im Leben seines Kindes miterleben.
    In der Pädagogik wird überall nach individueller Betreuung geschrien, warum kann man die Eltern und ihre Wünsche nicht ebenfalls individuell betrachten und sich an deren Wünschen und Bedürfnissen orientieren??
    Letztendlich finde ich hat mit der Einführung des Elterngeldes und der Verunglimpflichung der "Frauen am Herd" eine Bewegung in der Politik (durch geschickte Propaganda auch in der Gesellschaft) eine sehr gefährliche Bewegung begonnen, die die Bürger in ihrer Freiheit, sich ihr Leben selbst gestalten zu können, aber auch zu dürfen, schwer einschneidet, alleinig zu Gunsten wirtschaftlicher Ziele, den letztendlich beteutet ein früher Krippeneintritt rein oberflächlich betrachtet mehr Steuereinnahmen, mehr Jobs und ein erhötes Wirtschaftswachstum, allerdings wage ich zu bezweifeln, dass das tatsächlich so ist.
    Ach und wenn der Beitrag nun einmal schon so lang ist:
    Ich arbeite als Erzieherin aus dem Westen in einer Krippe im Osten und bin entsetzt welch antiquierten Methodiken und Rahmenbedingungen hier noch herrschen und seitens des Landes zur Verfügung stehen. Ich kann nur die Aussage, das die Qualität der Quantität weichen muss dick unterstreichen. Wobei weichen nicht das richtige Wort ist, hier würde ich eher sagen warten, denn die pädagogische Arbeit war hier kaum besser, was angesichts der schlechteren pädagogischen Ausbildung der Erzieher und immer schlechter werdenden Rahmenbedingung seitens des Landes kaum verbesserbar ist. An die tatsächliche Umsetzung des Bildungsplans im Krippenalltag ist kaum zu denken, was dier enorme Fachkräftemangel nur noch verschärft. Denn auch hier, keiner hat daran gedacht, das die Ausbildung zum Erzieher 4 bis 5 Jahre, je nach Bundesland, dauert und es auch nochmal ein paar Jahre in Anspruch nimmt neue Fachakademien zu gründen, die dem erhöhten Fachkräftemangel entgegenwirken könnten. Aber gut, wie so häufig wurde hier das Pferd blind von hinten aufgesattelt. Wie soll dabei was gutes rauskommen?
  9. #9

    hm

    Zitat von walter_rsr Beitrag anzeigen
    Drittens, was bei der Betreuung bereits im Säuglingsalter rauskommt, zeigen uns doch die Zustände in der Ex-DDR.
    Wie genau meinen Sie denn das.
    Das in der DDR die Kinder spätestens mit 2 trocken waren? Oder sich mit 3 klar und deutlich mit Erwachsenen unterhalten konnten (und zwar hochdeutsch)?
    Oder dass die Schüler nach Absolvierung der Schule zumindest die Grundrechenarten und die dt. Sprache in Wort und Schrift beherrschten (selbst die, die sonst nur zu Vopos taugten). Welche Zustände meinen Sie?


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