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Debakel bei Studienplatzvergabe: Bund plant Verkauf von HIS-Software-Sparte

Tausende Studienplätze bleiben jedes Jahr frei, weil ihre Vergabe chaotisch verläuft. Ein rettendes, neues System lässt auf sich warten. Die Schuld daran schieben Bund und Länder einer Software-Firma zu, die ihnen selbst gehört - und wollen die IT-Sparte der HIS jetzt möglicherweise privatisieren.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...807612,00.html
  1. #1

    Pseudo-Privatisierung?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Tausende Studienplätze bleiben jedes Jahr frei, weil ihre Vergabe chaotisch verläuft. Ein rettendes, neues System lässt auf sich warten. Die Schuld daran schieben Bund und Länder einer Software-Firma zu, die ihnen selbst gehört - und wollen die IT-Sparte der HIS jetzt möglicherweise privatisieren.

    Studienplatzvergabe-Chaos: Bund plant Verkauf von HIS-Software-Sparte - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - UniSPIEGEL
    ein vermutlich unvermeidliches Drama:

    ...Politik habe Verbesserungen versprochen, ohne zu prüfen, ob die neue Software mit den Programmen an den Hochschulen kompatibel sei. Das Problem laut Hartung: Eine einzige Hochschul-Software gibt es lange nicht mehr, die Programme wurden immer wieder verändert und auf Sonderwünsche der Hochschulen angepasst.
    Aha: Aufwandschätzung durch Schlipsträger, föderales Chaos, Design by Committee ...

    ...Schavans Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen ... richtet sich an die Amtschefs der Wissenschaftsminister der Länder. Darin mahnt das BMBF "Handlungsbedarf" in Sachen HIS an: "Als Gesellschafter der HIS hält der Bund eine Privatisierung der HIS-IT für einen geeigneten Weg."
    ... Die Software, die nun nicht angebunden werden kann, stellte die Telekom-Tochter T-Systems her.
    Angesichts der Tatsache, dass der Vorschlag zur Privatisierung vom Bund kommt und dieser Teilhaber der Telekom ist, kann man sich sehr leicht die Absicht zusammenreimen...
  2. #2

    Non-Provit vs. gut

    Wer schonmal HIS Software benutzen musste, kennt es.

    - kaum funktional
    - langsam
    - Bedienungskonzepte von 1985, und die noch schlecht umgesetzt
    - Updatezyklus alle 2 Jahre (vielleicht)

    In der Wirtschaft könnten die meisten Produkte binnen 6 Monaten für einen Bruchteil der Kosten hergestellt werden. Ohne Bürokratiehürden zumindest. Unser Prüfungsanmeldesystem hätte jeder Masterstudent binnen seiner Masterarbeit besser hinbekommen.

    Dann fragt mann sich? Was ist besser HIS, die eben noch 400 Millionen Euro zur "Verbesserung der Lehre" bekommen haben, oder die Wirtschaft, zwar nicht non Profit, die aber alle Produkte für 100 Mio schon längst voll funktionsfähig, sogar state-of-the-art fertiggestellt hätte.

    Meiner Meinung wird da viel Geld aus dem Fenster geworfen, unter dem
    Deckmäntelchen non-profit.
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Tausende Studienplätze bleiben jedes Jahr frei, weil ihre Vergabe chaotisch verläuft. Ein rettendes, neues System lässt auf sich warten. Die Schuld daran schieben Bund und Länder einer Software-Firma zu, die ihnen selbst gehört - und wollen die IT-Sparte der HIS jetzt möglicherweise privatisieren.

    Studienplatzvergabe-Chaos: Bund plant Verkauf von HIS-Software-Sparte - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - UniSPIEGEL
    Ob es die Studienplätze oder bezahlbarer Wohnraum sind, manchmal fragt man sich schon, warum es Deutschland bzw. die zuständigen Bundesländer angehenden Akademikern so schwer macht. Eine zentrale Bewerbungsstelle ist notwendig in Zeiten, in denen Studienanfänger sich gerne mal für 30 oder mehr Plätze bewerben. Darüber hinaus innovative Ideen zur WG-Suche.
    Ich hoffe, es ändert sich bald endlich etwas an der Situation...
  4. #4

    Öffentlicher Druck durch Studenten?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Tausende Studienplätze bleiben jedes Jahr frei, weil ihre Vergabe chaotisch verläuft. Ein rettendes, neues System lässt auf sich warten. Die Schuld daran schieben Bund und Länder einer Software-Firma zu, die ihnen selbst gehört - und wollen die IT-Sparte der HIS jetzt möglicherweise privatisieren.

    Studienplatzvergabe-Chaos: Bund plant Verkauf von HIS-Software-Sparte - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - UniSPIEGEL
    Ich kann die "Unfähigkeit" der Software - und damit der Firma - nur bestätigen. Persönlich habe ich schon zahlreiche Sicherheitslücken in der aktuellen Software der Firma gefunden (und gemeldet, was jedoch wenig gebracht hat).

    Vielleicht muss hier öffentlich mehr Druck gemacht werden, durch die Benutzer, denen die Software aufgedrück wird... Studenten!

    Ein Anfang wäre daher sowas: https://www.facebook.com/groups/307935562577937/
  5. #5

    Versagen

    Der Beamtenadel hat auf praktisch allen Tätigkeitsgebieten kläglich versagt. Er sollte endlich die Konsequenzen ziehen, den Staat auf das unerlässliche Minimum reduzieren und sich ganz auf den Abbau seiner unverantwortlich hohen Schulden konzentrieren.
    Die umfassende Privatisierung seiner zahllosen Unternehmensbeteiligungen und monopolistischen Privilegien ist zweifellos ein richtiger Weg dazu.



    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Tausende Studienplätze bleiben jedes Jahr frei, weil ihre Vergabe chaotisch verläuft. Ein rettendes, neues System lässt auf sich warten. Die Schuld daran schieben Bund und Länder einer Software-Firma zu, die ihnen selbst gehört - und wollen die IT-Sparte der HIS jetzt möglicherweise privatisieren.

    Studienplatzvergabe-Chaos: Bund plant Verkauf von HIS-Software-Sparte - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - UniSPIEGEL
  6. #6

    His

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Tausende Studienplätze bleiben jedes Jahr frei, weil ihre Vergabe chaotisch verläuft. Ein rettendes, neues System lässt auf sich warten. Die Schuld daran schieben Bund und Länder einer Software-Firma zu, die ihnen selbst gehört - und wollen die IT-Sparte der HIS jetzt möglicherweise privatisieren.

    Studienplatzvergabe-Chaos: Bund plant Verkauf von HIS-Software-Sparte - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - UniSPIEGEL
    Hier in Münster nutzen wir HIS-Software für die Verwaltung der Vorlesungen und Prüfungsergebnisse.

    Am Ende meines BA-Studiums gibt's nur wenige Leute, denen ich den Gang in die Arbeitslosigkeit und Hartz IV noch mehr wünsche, als den Softwareentwicklern von HIS.

    Eat Dust!
  7. #7

    Zitat von donrazzi Beitrag anzeigen
    Hier in Münster nutzen wir HIS-Software für die Verwaltung der Vorlesungen und Prüfungsergebnisse.

    Am Ende meines BA-Studiums gibt's nur wenige Leute, denen ich den Gang in die Arbeitslosigkeit und Hartz IV noch mehr wünsche, als den Softwareentwicklern von HIS.

    Eat Dust!
    Gibt's eigentlich Alternativen? Könnte man hergehen und einfach was von SAP oder so kaufen?

    Oder gibt's in dem Bereich nur Handgeklöppeltes von HIS, ehemaligen Telefonkabelziehern oder ehemaligen Starkstromelektrikern?
  8. #8

    Die Schuld HIS zuzuschieben ist zwar einfach, aber m.M.n. nicht wirklich korrekt. Wer ein paar Minuten Zeit hat, kann sich mal unter Sündenbock*HIS | Zentrale*Hochschulzulassung*erneut*gesch... | News-Foren den Forumbeitrag dazu durchlesen (und die Antworten dazu). Dort schreiben einige Leute, die sich mit dem Thema wohl einigermaßen gut auskennen. Da gewinnt man ein differenziertes Bild davon wo die großen Problemen bei dieser Software und der Realisierung der neuen Software liegen.
  9. #9

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Tausende Studienplätze bleiben jedes Jahr frei, weil ihre Vergabe chaotisch verläuft. Ein rettendes, neues System lässt auf sich warten. Die Schuld daran schieben Bund und Länder einer Software-Firma zu, die ihnen selbst gehört - und wollen die IT-Sparte der HIS jetzt möglicherweise privatisieren.

    Studienplatzvergabe-Chaos: Bund plant Verkauf von HIS-Software-Sparte - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - UniSPIEGEL
    Wer die Schuld für dieses Debakel nur bei der HIS (die sicherlich auch schon viele Böcke geschossen hat) sucht, der versteht die Probleme im deutschen Hochschulsystem nicht.

    Das Hauptproblem an der ganzen Sache ist doch, dass nicht nur jedes Land sondern sogar jede Hochschule in dieser Hinsicht ihr eigenes Süppchen kocht. Die Vorgaben, die im Rahmen der Hochschulgesetzgebung gemacht wurden sind viel zu unpräzise und (dem Föderalismus sei dank) in großen Teilen wischi-waschi.

    Das Endresultat ist, dass man jetzt eine Software braucht, die über 400 Hochschulen in Deutschland von denen fast jede ein anderes Zulassungssystem hat gerecht wird.

    Das kann man zwar schon machen, aber komfortabel wird das dann nichtmehr. Was da dann rauskommt ist eher so was in Richtung SAP NetWeaver oder MS Navision. Bei denen käme auch keiner auf die Idee sie für den Kundendialog einzusetzen.

    Insofern: Privatisieren alleine wird hier auch nicht weiterhelfen. Erster Ansatz müsste sein, dass Bund und Länder mal ein vernünftiges Lastenheft erstellen und den Unis einheitliche und vor allem KLARE Vorschriften machen.








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