DDR-Zwangsarbeit: Ikeas späte Reue

REUTERSEs war ein schwerer Gang für Peter Betzel: Der Deutschland-Chef von Ikea musste einräumen, dass politische Gefangene in der DDR für das schwedische Unternehmen Möbel herstellten. Hinweise auf Zwangsarbeit in Ostdeutschland hatte Ikea schon vor mehr als 30 Jahren.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...-a-867720.html
  1. #10

    Billi

    Zitat von der_narr Beitrag anzeigen
    .... Denk dran: Der Preis, den Du für ein IKEA Regal zahlst, ist nicht der richtige Preis. Den Rest zahlt die Natur oder irgendwelche Dissidenten in fernen Ländern....
    Wo lagere ich dann meine Bücher bevor ich mein Billi gegen ein Regal beim Möbel-Giganten auf der Wiese austausche?
  2. #11

    Zitat von Oachkatzlschwoaf Beitrag anzeigen
    Vor ein paar Tagen gab es einen Thread über Klamotten bei einem Discounter, die in einem chinesischen Gefängnis prouziert werden. Aufschrei.

    Hier wird berichtet, dass DDR-Häftlinge Möbelteile produziert haben. Aufschrei.

    Ist es tatsächlich nicht bekannt, dass es in Gefängnissen nicht unüblich ist, dass Häftlinge dort arbeiten? Meist gegen, wenn auch bescheidene, Bezahlung.

    Welche Güter sollen da denn produziert werden, wenn nicht welche für den allgemeinen Gebrauch? Wo ist das Problem?
    Demnächst soll auch in Altenheimen wieder produziert werden, damit die Pflegekosten gesenkt werden.
  3. #12

    Moralapostelei

    Zitat von Oachkatzlschwoaf Beitrag anzeigen
    Welche Güter sollen da denn produziert werden, wenn nicht welche für den allgemeinen Gebrauch? Wo ist das Problem?
    Das Problem ist die Moral. Wenn ein "Unrechtsstaat" Menschen zu "unrecht" einsperrt, gar foltert, darf doch ein absolut lupenreines Unternehmen aus einer westlichen Demokratie das Ganze nicht derart ausnützen. Aber so ist der Kapitalismus, Menschen sind ihm egal, es zählt nur das liebe Geld.

    Kurios wird es nur, wenn Politgrößen aus Demokratien immer auf Menschenrechte pochen, den Sozialismus oder Diktaturen verteufeln, und anschließend mit Managern in solche Länder reisen, um "gute Geschäfte" abzuschließen. An der Situation hat sich doch bis heute nichts geändert. Vor der Wende war der Ostblock die billige Werkbank für den Westen, heute ist es Asien, allen voran das sozialistische China, wo Regimegegner noch immer plötzlich verschwinden.

    Ikea darf man ruhigen Gewissens auch wegen anderer Dinge kritisch sehen, aber alleine stehen die mit dem, wie sie Waren produzieren lassen oder Steuern vermeiden, gewiss nicht. Der Verbraucher hat durch dieses System kaum eine Wahl. Alle die nicht so aggieren, sind aufgrund der Konkurrenz, der Menschenrechte egal sind, aufgrund der höheren Preise, längst bankrott gegangen.
  4. #13

    Verbraucher

    Zitat von Iggy Rock Beitrag anzeigen
    ....Ikea darf man ruhigen Gewissens auch wegen anderer Dinge kritisch sehen, aber alleine stehen die mit dem, wie sie Waren produzieren lassen oder Steuern vermeiden, gewiss nicht. Der Verbraucher hat durch dieses System kaum eine Wahl. Alle die nicht so aggieren, sind aufgrund der Konkurrenz, der Menschenrechte egal sind, aufgrund der höheren Preise, längst bankrott gegangen.
    Das ist ja der Punkt, dass "faire" Produktion keine Chance hat. Gestern in der Sendung "quer" im BR3. Da werden irgendwo in einer Großschlachterei in der bayerischen Provinz die Metzger gefeuert und rumänische Konkurrenten eingestellt, die für einen Bruchteil malochen und deutlich weniger korrekt "arbeiten". Vor 50 Jahren musste man cirka 2:25 Stunden für ein Kilo Schweinekotelett arbeiten, heute cirka 23 Minuten (habe die genauen Angaben nicht mehr im Gedächtnis).

    Ikea ist ja gar nicht so billig, sein Marketing suggeriert das. Ich muss den Kram nach Hause fahren und dann unter Fluchen aufbauen (Billi ist eine Ausnahme). Die Möbelgiganten bieten für den gleichen Preis ähnliches, siehe Segmüller & Co in den Beilagen der Tageszeitung. Einfach clever - und um auf's Thema zurückzukommen: das hätte mit oder ohne DDR-Knasties funktioniert.
  5. #14

    optional

    Ein ehemaliger Arbeitskollege hat 2 Jahre im DDR-Knast gesessen weil er abhauen wollte und dabei erwischt wurde. Auch er musste 8 Stunden am Tag arbeiten. Allerdings empfand er das nicht als Zwangsarbeit sondern hielt es für Abwechslung.
  6. #15

    Das perfekte Endergebnis des Kapitalismus ist das Arbeitslager!

    Wenn man bedenkt wie unsere täglichen Waren frisch auf dem Tisch kommen, sollte man hier schon lange keine Moral mehr heucheln. Dafür ist es schon lange zu spät...Schon alleine die Technik die wir für dieses Medium nutzen ist unter unsagbarem Leid produziert worden und es ist uns doch scheißegal!
    Aber voll!
  7. #16

    Habe ich auch schon gehört

    Zitat von Ton-Ing. Beitrag anzeigen
    Demnächst soll auch in Altenheimen wieder produziert werden, damit die Pflegekosten gesenkt werden.
    Merkel und Steinbrück sollen sich darüber schon geeinigt haben......
  8. #17

    Und ...

    Zitat von zeitdiebin Beitrag anzeigen
    ...müsste sich auch die unbequeme Frage stellen, wieso er das mit seinen Einkäufen bei IKEA unterstützt.
    Es ist doch jedem klar, dass die günstigen Preise nicht durch die Masse an Warenverkäufen resultiert. Letztlich ist es eine Gewissensfrage auch für Käufer. Und wer dort kauft, egal was, sollte jetzt nicht auf IKEA mit dem Zeigefinger deuten.....sondern auch auf sich.
    ... wo kaufen Sie denn so Ihre Möbel, im Designer-Laden?
  9. #18

    Kapitalismus à la DDR ....

    Zitat von Iggy Rock Beitrag anzeigen
    Aber so ist der Kapitalismus, Menschen sind ihm egal, es zählt nur das liebe Geld.
    Nun ich weiß nicht, wer hier im weiteren Sinne noch "kapitalistischer" war ......
    Alle möglichen Waren (Textilien, Möbel, Kühlschränke, Antiquitäten usw. usw.) wurden ja aufgrund des eklatanten Devisen-Mangels der DDR - auf Teufel komm raus – vom Staat gegen Valuta/West-Devisen verdeckt und auf verschlungenen Wegen in den Westen verkauft (meistens über die geheime Koko, Schalck-Golodkowski ...) und die eigene Bevölkerung schaute sozusagen in die Röhre ….

    Dass dann die DDR auch noch zusätzlich auf die originelle Idee kam, Gefängnis-Insassen massenhaft an den Westen zu verkaufen (erst pro Häftling ca. 40.000 DM, später dann bis zu 100.000 DM, man trieb den Preis durch allerlei Tricks noch in die Höhe … ) insgesamt 37.700 Menschen für insgesamt 3,5 Milliarden DM ( plus noch 250.000 Ausreisewillige) war schon ein beeindruckendes Lehrstück in kapitalistischer Profitmaximierung ……
  10. #19

    betroffenheitsjournalismus

    Schlimm, Schrecklich - ganz neu IKEA nicht aus Schweden ... also das Ganze schreit zum Himmel und ist wirklich keine neue Geschichte ... Was soll das eigentlich olle Kamellen zum 7874 mal aufwärmen ... wenn ich dann noch den Kommentar im DLF von heute Abend nehme möchte ich den Inhalt meines Magens auf dem Boden verteilen ... Liebe Deutsche Journalistenschaftbefasst Euch mal mit den Dingen die unter den Nägeln brennen ...