Forum


 

DDR-Kopien von Gesellschaftspielen: "Dieser politische Witz bringt dir ein Jahr Plane

Monopoly, Malefiz und Co. auf Ostdeutsch: Weil Gesellschaftsspiele in der DDR unerwünscht waren, bastelten sich ihre Bürger heimlich Kopien der westdeutschen Spieleklassiker. Zwei Berliner sammelten über Jahre die Spiele-Kopien und stellen sie nun im Deutschen Spielemuseum aus.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...830628,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Diese Behauptung ist mit Verlaub gesagt einfach Blödsinn.
    Für genau diese angeblich unerwünschten Gesellschaftsspiele, gab es z.B. im ehemaligen Karl-Marx-Stadt einen Betrieb der diese herstellte.

    Gern bin ich bereit, einem Spiegeljournalisten eine Auswahl derer zu zeigen.

    Jeder kann über die DDR seine Meinung haben, aber trotz aller Kritiken sollte man bei wahrheitsgemäßen Aussagen bleiben!
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Monopoly, Malefiz und Co. auf Ostdeutsch: Weil Gesellschaftsspiele in der DDR unerwünscht waren, bastelten sich ihre Bürger heimlich Kopien der westdeutschen Spieleklassiker. Zwei Berliner sammelten über Jahre die Spiele-Kopien und stellen sie nun im Deutschen Spielemuseum aus.

    DDR-Kopien von Gesellschaftspielen: "Dieser Witz bringt*ein Jahr Planerfüllung" - SPIEGEL ONLINE
    Ich denke die abgebildeten Suralin-Figuren kommen den "realen Mitspielern" im weltweiten Monopoly erheblich näher als die traditionellen Zinn-Figuren :)

    Wenn sie das Produktverpackungsmemory sehen würden, würden wahrscheinlich Horden von Marketingmenschen vor Freude in die Luft springen. Kunden, die sich sogar in ihrer Freizeit mit Marken beschäftigen und diese in Erinnerung behalten wollen! So muss das Paradies für Marketer aussehen!
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Weil Gesellschaftsspiele in der DDR unerwünscht waren ..
    Irgendwie scheine ich in einer anderen DDR groß geworden zu sein. Zumindest waren dort Gesellschaftsspiele nicht grundsätzlich geächtet. Daß aber ausgerechnet Monopoly zu den unerwünschten Spielen gehört hat, darf eigentlich keinen verwundern. Dieses Spiel ist schließlich der Prototyp all dessen, was in der heutigen Gesellschaft katastrophal schief läuft: Das sich Aneignen sämtlichen Besitzes aller übrigen Mitspieler ohne jegliche Leistung, mit ein klein wenig Geschick und ansonsten ausschließlich Glück.
  4. #4

    "Memory" gab's im Osten sehr wohl, bloß nicht mit westdeutschen Produktmarken, versteht sich.
  5. #5

    Gesellschaft katastrophal

    Zitat von marthaimschnee Beitrag anzeigen
    .. ausgerechnet Monopoly .. Dieses Spiel ist schließlich der Prototyp all dessen, was in der heutigen Gesellschaft katastrophal schief läuft: Das sich Aneignen sämtlichen Besitzes aller übrigen Mitspieler ohne jegliche Leistung, mit ein klein wenig Geschick und ansonsten ausschließlich Glück.
    Was in der heutigen Gesellschaft schief laeuft - dafuer fehlen noch die Ereigniskarten:

    + Sie treten zwangsweise der Gewerkschaft bei, bitte zahlen

    + Sie werden ueberreguliert, geben Sie von jetzt an 20% Ihres Gewinnes fuer buerokratischen Papierkram aus

    + Schuldengutschein - Sie erhalten 10.000 Euro fuer lau, die Ihre Kinder abbezahlen duerfen

    + Gutmensch - 5000 arme Leute aus Weissnichtstan werden eingeflogen und auf Hartzlern trainiert - alle Spieler einmal wohlfuehlen und von jetzt an 10% des Gewinnes abgeben - ziehen Sie auf Feld Umschuldung vor

    und Felder

    + Sozialneid - Ihr Auto wird abgefackelt

    + Umschuldung - Alle Schulden werden gemischt, alle Spieler sagen einmal laut "SPAREN TUT GUT"

    + Fruehrente - Glueckwunsch, das Spiel ist fuer Sie beendet - die anderen Zahlen Ihre Kosten von jetzt an
  6. #6

    Gesellschaftsspiele waren verpönt? Memory gab es nicht? Für wie dumm versucht uns die Jounaille eigentlich zu verkaufen?! Vielleicht sollte sie mit solch einem Unfug warten, bis der letzte DDR-Zeitzeuge verstorben ist...
  7. #7

    Alaska war zwar auf der Nominierungsliste zum Spiel des Jahres 1979, Gewinner war aber natürlich Hase und Igel. Mit der Recherche ist es hier wirklich nicht weit her.
  8. #8

    Gesellschaftsspiele in der DDR

    Weil Gesellschaftsspiele in der DDR unerwünscht waren, bastelten sich ihre Bürger heimlich Kopien der westdeutschen Spieleklassiker.

    Mein Freund Boban hat mich vor wenigen Tagen informiert, dass es in einigen Dörfern des Bezirks Neubrandenburg (jetzt tw. Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg) eventuell eine Version 1.0 des weitestgehend unbekannt gebliebenen Gesellschaftsspiels "Mensch ärgere Dich nicht" und des weltbekannten Spiels "Sag nichts über Pulok" gegeben haben könnte.
    Offenbar ist es dem SPIEGEL nicht gelungen, dieses Gerücht zu überprüfen.
  9. #9

    Zitat von uschikoslowsky Beitrag anzeigen
    Gesellschaftsspiele waren verpönt? Memory gab es nicht? Für wie dumm versucht uns die Jounaille eigentlich zu verkaufen?! Vielleicht sollte sie mit solch einem Unfug warten, bis der letzte DDR-Zeitzeuge verstorben ist...
    In dem Artikel steht nicht, dass es kein Memory-ähnliches Spiel in der DDR gab. Dort steht, dass es kein "Memory" gab. Natürlich gab es Memory-ähnliche Spiele, aber sie hießen nicht "Memory", denn das war ja die Sprache des Klassenfeindes.

    Und natürlich gab es in der DDR Brettspiele und zwar jede Menge (in reinen Stückzahlen). Jedoch waren diese Spiele oft die x-te Variante von Mensch-ärgere-dich-nicht, anstelle von etwas Innovativem oder Neuem. Zudem hießen diese Spiele im allgemeinen Sprachgebrauch Brettspiele und nicht Gesellschaftsspiele.

    Daher schreibt der Artikel zurecht, dass WESTDEUTSCHE Gesellschaftsspiele von offizieller Seite als unsozialistisch verpönt wurden. Für die Normalbevölkerung waren diese Gesellschaftspiele natürlich eher ein Innbegriff für all die angeblich so tollen Sachen, die man zwar im Werbefernsehen sehen konnte (zumindest im Großteil der DDR), aber nicht erwerben.

    Ausserdem sollte man im Jahr 2012 langsam anfangen die "Wir armen Ossis, jeder will uns was Schlechtes"-Reflexe abzustellen. Das wirkt nämlich peinlich wir alle von uns, welche inzwischen Deutsche geworden sind, obwohl wir mal östlich der Elbe geboren wurden.


TOP



TOP