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Datensammler-Debatte: Kuschelkapitalismus aus dem Netz

Es hat viel Krach gegeben wegen der aktuellen SPIEGEL-Titelgeschichte über Datensammler im Netz. Vielleicht, glaubt SPIEGEL-ONLINE-Kolumnist Sascha Lobo, weil Internetnutzer von Unternehmen erwarten, dass sie sich gefälligst menschlich verhalten sollen. Eine naive Position - aber auch eine Chance?

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...739027,00.html
  1. #70

    kein zufall

    Zitat von tauschspiegel Beitrag anzeigen
    *** sicher produziert auch facebook manchmal solch nette zufälle (sicher manchmal auch weniger schöne) - ähnliches bringt auch eine simple google-suche oder bzgl. ihres anderen arguments ein simpler email-verteiler zustande. die frage ist, wie gehe ich mit meinen daten, mit den dingen die mir im.....
    Sorry, Sie verstehen einfach nicht wie Facebook funktioniert. Keine meiner intimen INformationen ist in irgendeiner Weise öffentlich, sondern nur meinen Freunden zugänglich, sowie dem Werbeanzeige-Filteralgorithmus von Facebook.
    Und der oben genannte Effekt ist kein Zufall, sondern das zu erwartende Resultat des Social Media Designs. Darüber hinaus sind diese Resultate sind nicht nur ganz nett, sondern ausgezeichnet und ereignen sich bei mir persönlich am laufenden Band. Ich habe pro Jahr unzählige wertvolle, lehrreiche, karrierefördernde oder einfach nur schöne Interaktionan mit alten, guten oder auch entfernten Kontakten, die ohne Facebook schlicht keine Chance gehabt hätten, zustande zu kommen, weil ich ihnen nicht allen monatlich hinterhertelefonieren kann. Der Grund für Facebook's Erfolg (sowie auch von Twitter, etc) ist, dass es Dinge ermöglicht, die so zuvor nicht möglich waren. Glauben Sie nicht? 500 Mio user (1/3 der weltweiten Intenetnuzter) denkt anders darüber. Aber sie sind natürlich schlauer.
  2. #71

    prognosen

    Zitat von Godsdog Beitrag anzeigen
    in zwei bis drei, höchstens aber vier jahren ist facebook tot und die karawane weitergezogen...
    Und weltweit gibt es einen Bedarf an PCs von ca. fünf Stück (IBM Chef 1943).
  3. #72

    Darwin

    Zitat von avollmer Beitrag anzeigen
    Das Internet zeigt das Verhalten organischer Wesen, es wächst, es ist verletzbar, es kann Narben bilden, es verändert sich und passt sich an, es kann Ableger bilden und Auswüchse, ganz wie Bäume, Menschen oder andere Fauna.
    Manche .....
    ...und es scheidet offensichlich auch aus. :) Schicken sie mir doch bitte mal (am besten über Facebook) das Bild ihres Gesichts, wenn sie beim "Rind melken" ins Leere greifen. Ich empfehle allerdings bevor sie diesen Fehlgriff tätigen "Basiswissen Biologie" und "On the origins of species". Für globale Windgürtel oder das Meer lassen sich vergleichbare Attribute, wie die oben beschriebenden, finden. Das hat wenig mit organischem Leben zu tun. Ansonsten mal wieder langweiliges happy Facebook-Bashing hier im Forum. Der gemeine mittelalterliche Milchviehbauer an sich hatte bestimmt auch richtig Schiss vor den technischen Veränderungen seiner Zeit (damit mein ich allerdings nicht Sie, avollmer).
  4. #73

    Immer noch kein Titel

    Zitat von saschalobo Beitrag anzeigen
    Für Fragen, Anregungen und milde bis mittelharsche Beschimpfungen (wenn irgend möglich eher auf den Text als auf die Frisur bezogen) stehe ich gern zur Verfügung.
    Ich - als LINKE-Wähler - danke Ihnen, dass Sie den folgenden Satz genau SO zutreffend formuliert haben:
    "Der durchschnittliche Unternehmensapparat (eignet sich) für einen offenen und schnellen Dialog mit Nutzern etwa so gut wie die Linke zur Durchsetzung des Kommunismus oder die FDP zum Regieren."
    Also kein Grund zur Kommunismuspanik.

    Sauer wäre ich, hätten Sie es umgekehrt formuliert:
    "Der durchschnittliche Unternehmensapparat (eignet sich) für einen offenen und schnellen Dialog mit Nutzern etwa so gut wie die FDP zur Durchsetzung des Kommunismus oder die LINKE zum Regieren."
    Denn schließlich eignet sich die LINKE ja zum Regieren und den Überwachungsstaat (wie es viele mit Kommunismus in einen Topf schmeißen) haben wir mit einer FDP, die sich mehr mit Steuergeschenken an Lobbyisten beschäftigt und bei der Bürgerrechte nur noch in Sonntagsreden vorkommen, eher als mit der LINKEn.
  5. #74

    ...

    Zitat von prefec2 Beitrag anzeigen
    Wenn Unternehmen lernen die Kunden besser zu verstehen, werden sie dies nutzen um die besser anzulügen. Die primäre Eigenschaft von Unternehmen (zumal der großen) ist es möglichst viel Rendite zu erwirtschaften. Das wird sich nicht ändern auch nicht wenn sie ihre Kunden besser.....
    Und so wird auch ein Schuh draus:
    Der Kunde will eben DOCH zwei EUR sparen, wenn sich dies durch Kinderarbeit in Asien erreichen lässt. Jendenfalls ist nicht erkennbar, dass die große Masse der Kundschaft sich von diesbzüglichem Wissen in ihrer Kaufentscheidung beeinflussen ließe, denn das Wissen ist ja vorhanden.

    Der Kunde will aber auch ein ruhiges Gewissen haben, deshalb lügt er sich selbst in viel stärkerem Maße als jedes Unternehmen in die eigene Tasche.
  6. #75

    .

    Zitat von Hannes_R Beitrag anzeigen
    Herzlichen Glückwunsch, ich hätte nicht gedacht, dass dieses Totschlagargument so früh kommt.
    Warum .....
    Ich bin "gläsern", aber nicht für jeden Otto-Normalo, sondern nur für Facebook und die Firmen, mit denen eventueller Datenhandel getrieben wird.
    Und es ist kein "Totschlagargument", denn darauf kann man ganz simpel Antworten, dass die Würde des Menschen unantastbar ist und wir auf jeden Fall das Recht haben, unsere Würde in einer uns angemessen erscheinenden Form zu schützen.

    Unterstützt zum Beispiel durch das Presserecht, laut dem nur Fotos von Personen öffentlichem Interesse ohne deren Einwilligung gedruckt werden dürfen.
  7. #76

    .

    Zitat von mac4ever Beitrag anzeigen
    Mit genau demselben Argument wurde in der DDR die Stasi verharmlost: "Was kann die von mir schon wollen, ich bin in der FDJ, dem FDGB, dem DFD, Hausgemeinschaftsvorsitzende und .....
    Auch heute werden Sie verfolgt, wenn Sie nicht nach deutschem Recht handeln. Da wird dann sogar Ihr im GG festgehaltenes Recht auf Freizügigkeit eventuell eingeschränkt.

    Dass die Regierung heute demokratisch ist und die Rechte den Bürger schützen macht den Unterschied. Daher bitte keine Abstrusen parallelen bitte.
  8. #77

    ..

    Zitat von tauschspiegel Beitrag anzeigen
    *** das ist nun wirklich unsinn. wenn ich nicht will dass gott und die welt daten von mir bekommt/auswertet/verkauft habe ich etwas zu verbergen, also llegales?? wer daten nicht willig preisgeben will ist also ein verbrecher? es ist eher so: wer seine daten vor datenkraken "verbirgt" ist eben kein lamer, sondern kennt sich mit dem medium in dem er sich bewegt aus.
    Habe ich irgendwo gesagt, dass es illegal ist, etwas zu verbergen? Den Schluss haben Sie leider selbst gezogen :-)
    Ein Lamer, ich musste kurz lachen. Da ich mich mit diesem "Medium" und diesen "Kraken" (was für ein behinderter Begriff imho) nicht auskenne, legen Sie mit Sicherheit auch keinen Wert darauf, sich weiter mit mir auszutauschen.
    GG, WP, no RE.
  9. #78

    Vermenschlicht oder Verdate(l)t ?!

    Tja- in vielen Punkten kann ich nur zustimmen, finde es aber sehr wichtig, auch die "andere" Seite zu beachten: Der Mensch im Web wird dazu verführt, sich zu "verdate(l)n".
    Diese Möglichkeit halte ich für wahrscheinlicheri.Vgl. zu der Vermenschlichung von den Anbietern, da es (wie so oft bei der Etablierung neuer Medien) eine starke Wechselwirkung, ja ggf. sogar Sogwirkung gibt, sich einzubringen und sich somit dem Medium anzupassen (siehe u.a. die Entstehung der Couchpotatoe durch Fernsehen bzw. vorher durch Radio).
    Den "kumpelhaften" Auftritt der Unternehmen, die das Web inzwischen entsprechend sehr ernst nehmen, sehe ich ausschließlich über die Unternehmensziele getrieben - und das Hauptziel ist dabei (wie Sie zu recht schreiben) mindestens schon einige Jahrhunderte alt: Gewinn-Maximierung. Und dabei sind inzwischen diverse "Datensammler"-Geschäftsmodelle entstanden, die (wie vorher bei anderen Medien auch) genau diese "Verdatelung" für genau dieses Ziel nutzen => mal eben eine Menge Kohle damit machen. Den Verdatelten ist das meist nicht oder nur unzureichend bewußt - und das soll so bleiben, ergo: "Do it smoothly, Mr. Sam". Kuscheln ist also hier wieder "nur" das Mittel zum Zweck der (Aus-)Nutzung dieser noch ach so kostengünstigen, aber eben auch so gewinnbringenden Informationen. Ich konnte bisher noch keine wirklich tragfähige Studie/Untersuchung finden, in wieweit die gesammelten Daten einen rechenbaren (im Sinne von Return-on-Invest) Geschäftsbeitrag erbringen - aber das ist wohl vergleichbar mit Bandenwerbung in den Stadien bzw. Fernsehwerbung usw usf. - kann ja auch an meiner ungenügenden "Such- und Datensammelleistung" liegen, das ich dazu nix gefunden habe LOL.

    Danke für den Beitrag ! und nix Schimpferei hier ;)

    P.S. bin Ingenieur und muß doch noch bemerken, das so manche klingonische Produktgestaltung weniger dem Wunsch des Entwicklers, sondern leider viel öfter dem Thema "Design2Cost" geschuldet ist...da ist schon manche sinnvolle GUI den GU-ll-I hinuntergespült worden.
  10. #79

    Rosarote Brille ab

    Zitat von saschalobo Beitrag anzeigen
    Für Fragen, Anregungen und milde bis mittelharsche Beschimpfungen (wenn irgend möglich eher auf den Text als auf die Frisur bezogen) stehe ich gern zur Verfügung.
    Für mich befindet sich der Blog-Beitrag auf dem geistigen Niveau einer Oberstufe. Nicht weniger, aber auch nicht mehr.
    Eine "Vermenschlichung" der Unternehmen als reelle Chance zu betrachten, weil das Corporate Behaviour und Corporate Speech sich in diese Richtung entwickeln könnte, ist nicht weiter gedacht als man fällt.

    Die Kernstrukturen von Aktiengesellschaften und die geltenden Gesetze des Kapitalismus selbst schließen diese Möglichkeit vielleicht nicht konzeptionell aus, doch der Sinn und Zweck dahinter macht dies bereits. Herr Lobo, trinken Sie mal wieder einen Schluck Kaffee, klappen Ihr Notebook zu und sehen Sie sich wenigstens für einen Moment die Welt dadraußen an. ;)
    International agierende Konzerne werden in ihrem Verhalten von Psychologen als schizophren und hochgradig verhaltensgestört bezeichnet. Es herrscht zunehmend das Prinzip der Externalisierung. Folgen des eigenen Handelns wird Dritten, i.d.R. der Öffentlichkeit überlassen. Märkte versagen zunehmend und ganz nebenbei wird sich von Staaten und Unternehmen in wirtschaftlich schwachen Ländern über letztes verfügbares Land hergemacht, auch wenn es die Enteignung und Verarmung der Bewohner auf Lebenszeit nach sich zieht.
    Seit Jahrzehnten finanzieren wir Europäer den afrikanischen Staaten ihre Armut, weil diese uns reich macht. Vom Durchsetzen des Menschenrechts auf Nahrung entfernen wir uns momentan mit Lichtgeschwindigkeit. Energie und Fleisch für die Reichen ist uns wichtiger.

    Und nun wollen Sie ernsthaft darüber reden, dass das Internet über den Hebel der Selbstdarstellung den Kapitalismus zum Kuschelkurs bewegen könnte? Ihre kleine Welt muss winzig gewesen sein, als Sie jene Zeilen verfassten. Sie üben sich mehr in Träumerei als einer ganzheitlichen Betrachtung. ;)


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