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Das Leben nach dem Abi: Karriere? Nicht mit uns!

Es ist vollbracht: Rick Noack hat seine letzte Abi-Prüfung hinter sich - nun beginnt sein Leben in Freiheit. Endlich Ruhe also? Denkste, Eltern und Großeltern überbieten sich mit Tipps für die Karriere. Im Abi-Blog stellt Rick klar, nach was ihm selbst der Sinn steht.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/l...766866,00.html
  1. #30

    Dolmetscher wird schlecht bezahlt.

    @Scheherazade: Die Firmen erwarten leider Leute, die die Landessprache zum Wirtschafts-, Ingenieurs-, Medizin-, etc.-Studium beherrschen und nicht jemand, der "nur" Sprachen spricht.
    Deshalb habe ich damals "harte Nebenfächer" zum Japanologie- bzw. Romanistikstudium angehängt.
    Mit Sprachen "an sich" beschäftige ich mich nur noch am WE.

    Ich wollte nach dem Abi eigentlich mit 2 Freundinnen mit der Transsibirischen Eisenbahn nach Beijing fahren, leider kam mir der "Himmlische Frieden" dazwischen und dann wurde es eben Nordamerika für mich, Japan für eine der Freundinnen und Israel für die andere. Wir hatten damals noch 5 Monate zwischen Abi und Studienbeginn und es war eine grossartige Zeit.
    Das Studium war überhaupt die schönste Zeit, trotz oder gerade der vielen Praktika in den Semesterferien, die ich in verschiedenen Ländern absolvierte. Ich habe viele Freundschaften geschlossen, konnte mich auf meine wahren Interessen stürzen und habe inzwischen meine Leidenschaft zu meinem Beruf machen können.
    Auch was wert!
  2. #31

    ....

    Zitat von Sheherazade Beitrag anzeigen
    aber davon abgesehen, was für Vorschläge hätten Sie denn für junge Leute mit Abitur, aber naturwissenschaftlich gänzlich unbegabt (soll es ja auch geben)?
    Handwerk? Sowas soll es auch geben, trotz schlechten Ruf. Den ich nicht ganz nachvollziehen kann, den viele unsere Nachbarn sind Handwerker und haben verdammt dicke Karren und Häuser.

    Geld ist nicht alles, keine Frage nur sollte sich jeder Fragen ob man lieber alles auf eine Karte setzten möchte.
  3. #32

    ...

    Zitat von Mathe-Freak Beitrag anzeigen
    Handwerk? Sowas soll es auch geben, trotz schlechten Ruf. Den ich nicht ganz nachvollziehen kann, den viele unsere Nachbarn sind Handwerker und haben verdammt dicke Karren und Häuser.

    Geld ist nicht alles, keine Frage nur sollte sich jeder Fragen ob man lieber alles auf eine Karte setzten möchte.
    Bei typisch weiblichen Handwerksberufen fällt mir im Moment z.B. Friseurin ein. Angeblich gehört das zumindest in Deutschland zu den mit am schlechtesten bezahlten Berufen...
  4. #33

    Handwerk vs MINT?

    Es gibt ja auch noch mindestens 150 andere Studiengänge, die wenig bis nichts mit MINT zu tun haben.
    Man muss ja nicht unbedingt manuelle Arbeit machen, wenn man mathematisch wenig begabt oder interessiert ist.
  5. #34

    ...

    Zitat von Blaue Fee Beitrag anzeigen
    @Scheherazade: Die Firmen erwarten leider Leute, die die Landessprache zum Wirtschafts-, Ingenieurs-, Medizin-, etc.-Studium beherrschen und nicht jemand, der "nur" Sprachen spricht.
    Deshalb habe ich damals "harte Nebenfächer" zum Japanologie- bzw. Romanistikstudium angehängt.
    Mit Sprachen "an sich" beschäftige ich mich nur noch am WE.

    Ich wollte nach dem Abi eigentlich mit 2 Freundinnen mit der Transsibirischen Eisenbahn nach Beijing fahren, leider kam mir der "Himmlische Frieden" dazwischen und dann wurde es eben Nordamerika für mich, Japan für eine der Freundinnen und Israel für die andere. Wir hatten damals noch 5 Monate zwischen Abi und Studienbeginn und es war eine grossartige Zeit.
    Das Studium war überhaupt die schönste Zeit, trotz oder gerade der vielen Praktika in den Semesterferien, die ich in verschiedenen Ländern absolvierte. Ich habe viele Freundschaften geschlossen, konnte mich auf meine wahren Interessen stürzen und habe inzwischen meine Leidenschaft zu meinem Beruf machen können.
    Auch was wert!
    Es ist ja nicht so, dass man bei einem Übersetzerstudium Sprachen lernt. Das man mindestens zwei Fremdsprachen perfekt beherrscht, wird zu Beginn des Studiums erwartet. Ansonsten besteht das Studium hauptsächlich aus politischen und juristischen Informationen über Europa und dem Erlernen bestimmter Software-Tools.

    Ich wollte auch nicht sagen, dass ich Praktika generell für sinnlos halte, nur, wenn man sich kurz vor Studienende bewirbt und man bekommt dann nur Praktikantenstellen angeboten, mit dem Argument, dass man ja noch keine Erfahrung habe (trotz Pflichtpraktika während des Studiums) ist das schon ärgerlich. Wenn diese Praktika dann auch noch kaum bezahlt werden, wird es schlicht unrealistisch, denn man muss ja am Ort des Praktikums auch wohnen und essen.
  6. #35

    @Scheherazade:

    Das ist mir bekannt, ich habe zwei Bekannte, die als Übersetzer und Dolmetscher arbeiten, allerdings in den Firmen ihrer Familien.

    Was Sie zu den heutigen Praktikastellen sagen, ist sehr traurig, um nicht zu sagen frustrierend.
    Es ist aber auch noch so, dass Studenten auch direkt eine Festanstellung finden können, wenn auch nicht unbedingt auf dem Einstiegsnievau, die man sich mit einem Magister/Master erhofft hat.
  7. #36

    Nicht wirklich!

    Ich finde nicht, dass das, was in diesem Artikel steht, unbedingt stimmt! Ich bin selber gerade mit dem Abi fertig geworden und werde nächstes Jahr studieren, wie so ziemlich alle in meinem Jahrgang! "Karriere? Nicht mit uns!" finde ich völlig verallgemeinert; ich denke, die meisten Jugendlichen wollen so schnell wie möglich Karriere machen. Der Artikel hört sich dagegen so an, als würde alle Abiturienten nur faul rumliegen nach dem Abi und das stimmt ganz sicher nicht!
  8. #37

    ....

    Hallo Mathe-Freak,
    also, jemandem einen Handwerksberuf zu empfehlen, der es mit den naturwissenschaftlichen Fächern nicht so hat, ist reichlich - na, sagen wir, unglücklich.

    In fast allen Handwerksberufen wird ziemlich viel Mathe verlangt- ich gehe mal davon aus, daß Sheherazade nicht nur mit Chemie, Physik und Bio ein Problem hatte, sondern auch mit Mathe- von der schon genannten Friseurin mal abgesehen.

    Und es stimmt, die Friseure verdienen ziemlich schlecht.

    Ich war ein ähnlicher Fall und habe nach dem Abitur auf Geheiß meiner Eltern eine Ausbildung gemacht- damit ich was Gescheites in der Tasche habe, für Notfälle- als Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte. Da verdient man aber auch nicht sonderlich viel, und für den Arbeitsplatz, an dem man ganz gut verdient - als Büroleitung- reichte zu meiner Zeit eine anständig hinter sich gebrachte Abschlußprüfung und ein paar Jahre Berufserfahrung. Heutzutage sitzen auf diesen Stellen auch schon die Dipl. Wirtschaftsjuristen...daher würde ich diesen Beruf auch nicht mehr empfehlen. Ich hab ja auch schon längst die Branche gewechselt...

    Unsere Älteste hat dieses Jahr Abitur gemacht und seitdem sie 18 war, haben wir ihr gesagt: Machen kannst Du, was Du willst- wenn Du es selbst bezahlst. Nichts gegen eine Auszeit, um Lebenserfahrung oder sonstwas zu sammeln- aber bitte nicht auf Mamas oder Papas Portemonnaie. Ich hätte nämlich schlichtweg keine Lust, die Selbstfindungsphase meiner Kinder, die je nach Gemüt und eigenem Antrieb ja auch etliche Jahre dauern kann, voll und ganz zu finanzieren. Einen finanziellen Zuschuß, ok. Aber- ansonsten schadet es niemanden, wenn man sich mal selbst um seine Moneten kümmert.....
  9. #38

    Ich finde, dass ein Jahr im Ausland nichts damit zu tun hat, dass man null Bock hat. Es ist doch viel wichtiger für Jugendliche sich richtig zu entscheiden und wenn das nach dem Abi nicht direkt passiert, dann ist ein Jahr im Ausland die beste Lösung und bringt einen auch später im Berufsleben was.
  10. #39

    Der erste Job

    Zitat von Blaue Fee Beitrag anzeigen
    Es gibt ja auch noch mindestens 150 andere Studiengänge, die wenig bis nichts mit MINT zu tun haben.
    Man muss ja nicht unbedingt manuelle Arbeit machen, wenn man mathematisch wenig begabt oder interessiert ist.
    Bei der Auswahl sollte man eben berücksichtigen, inweit Nachfrage und das Angebot von adäquaten Jobs auseinanderklaffen.

    Es sei denn, man hat kein Problem damit nach abgeschlossenen Studium mit zwei Abschlüssen und 5 Fremdsprachen schlechter als ein Maurer bezahlt zu werden.

    Im übrigen wird der universitäre Abschluß als Garant für einen gute berufliche Laufbahn vielleicht auch ein wenig überschätzt.

    Mich hat mal der Vater einer neu gebackenen Akademikerin um Unterstützung bei der Jobfindung gebeten. Ich hatte die Tochter dann unter anderem gefragt, was Sie denn in ihrem Studium an Fähigkeiten erworben hat, für die Sie selbst bereit wäre, Geld zu bezahlen.

    Die Frage konnte sie spontan überhaupt nicht beantworten, was sie dann doch selbst am Meisten irritiert hat. Irgendwann - nach reiflicher Bedenkzeit - konnte Sie es dann doch und danach war es auch nicht mehr ganz so schwer einen Job zu finden.

    Dr. Jennings


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