Forum: Blogs
Daimler erwägt Tabubruch: Nissan soll an Mercedes-Autos mitbauen
DPAEin Mercedes gebaut von Japanern - das war bislang für viele Daimler-Manager undenkbar. Nun steht der Konzern aber offenbar vor einem Tabubruch: Laut einem Zeitungsbericht erwägt das Unternehmen, erstmals ein Auto seiner Kernmarke gemeinsam mit dem Partner Renault-Nissan zu produzieren.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...851610,00.html
- #1 23.08.2012 08:55 von
Warum auch nicht?
Wenn Porsche Cayenne bei VW gebaut werden, warum soll dann nicht auch Mercedes eine Fertigungskooperation mit Renault / Nissan eingehen? Von der Qualität der Fertigung her legen die Japaner - und bald wohl auch die Koreaner - längst die Messlatte. Zumindest außerhalb Deutschlands ist das eine allgemein anerkannte Tatsache. Es ist schön, wenn sich der Daimler-Konzern als lernwillig und hoffentlich auch -fähig erweist. Denn das wiederum sichert Arbeitsplätze in Deutschland.
- #2 23.08.2012 09:18 von
Renault Motor Im Mercedes, Peugeot Motor im BMW
Die Renault Motoren im Mercedes und die Peugeot Motoren im BMW und Mini gibt es doch schon, da ist der Rest zur weltweiten Gemeinschaftsproduktion nicht mehr weit. Die Frage aller Fragen ist aber die langfristige Perspektive solcher Aktionen. Weder GM, noch Ford oder Mercedes früher mit Chrysler haben damit letztendlich gute und erfolgreiche Erfahrungen gemacht sondern viel Geld verbrannt.
- #3 23.08.2012 09:24 von
Wieso undenkbar?
Wenn Daimler in China ein Mercedes-Fahrzeug baut, aber den (die) Stern(e) am Fahrzeug entfernt, um dem Fahrzeug einen Chinesischen Namen zu geben, ist das mit Renault-Nissan durchdachte Planspiel durchaus denkbar.
Kommentieren will ich den "Deal" in China lieber nicht. - #4 23.08.2012 09:30 von
@Alfons Emsig
Liebe wäre mir, man klärt endlich einmal, warum die Asiaten inzwischen auf vielen Feldern die Messlatte legen.
Ist das ein Gesetz? Oder liegt es an eingefahrenen Strukturen hier, die keine positive Entwicklung mehr zulassen?
Oder sind es wie so oft nur die Lohnkostenvorteile die bei gleicher Produktivität und Qualität ausgenutzt werden? Oder geht es nur darum, am Markt - was immer das ist - zu agieren? - #5 23.08.2012 09:30 von
Tabubruch?
Mercedes - Renault/Nissan - Dacia?
Man sollte in auch die Verflechtung zwischen Renault und Dacia nicht vergessen.
Solange es gelingt, ein Fahrzeug im Osten billig zu produzieren und es im Westen als "Mercedes" hochpreisig zu verkaufen ist nichts einzuwenden. Zetsche wird auch seine Boni im Auge haben müsen. - #6 23.08.2012 09:34 von
Imageschaden dürfte eher Infiniti betreffen...
Kein Witz, überrascht und überzeugt euch mal selbst: Die Solidität und gefühlte Qualität eines Infiniti ist bei weitem besser als bei den Mercedes-Modellen. Eigentlich kann da nur noch die S-Klasse das Wasser reichen.
Die Sparmassnahmen bei Mercedes nehmen ja schon groteske Züge an, siehe neueste C-Klasse-Modellpflege: Der Blinker-Kombi-Schalter soll jetzt wirklich der gleiche billige wie der aus der B-Klasse sein? Auch die gesamte Navigation, Infotainment und Klimatisierung sind mittlerweile sogar unter Opel-Niveau... - #7 23.08.2012 09:46 von
Die wohl Einzigen, die es bis jetzt nicht bemerkten,
dass es in der Automobilbranche seit Dekaden um globale Geschäfte ging und geht sind wohl die Deutschen.
Es soll immer noch Leute geben, die glauben ihr Golf komme definitiv aus Wolfsburg durch Reichsbefehl aus Berlin.
Können doch auch die Japaner aus Kostengründen die Produktion im eigenen Land kaum mehr bewältigen, so geht es uns doch längst genau so.
Auf Dauer braucht man preiswerte, moderne, zuverläßige, sichere, umweltschonende, sparsame und bezahlbare Massen-Fahrzeuge und die sind in den alten "Industrieländern" eben nicht mehr machbar.
Der Rückzug von DAIHATSU aus Deutschland zeigt, dass die alten Rezepte schon jetzt bei Kleinwagen nicht mehr aufgehen können, wenn man die Fahrzeuge auch noch um die halbe Welt transportieren muss. - #8 23.08.2012 09:53 von
Fortschritt?
Statt auf dem Gebiet alternativer Antriebstechniken zu kooperieren, wird wieder ein SUV herausgebracht. Hauptsache, die Quartalsbilanz stimmt. Was in fünf oder zehn Jahren ist, interssiert keinen vom Vorstand.
- #9 23.08.2012 09:56 von
Könnte in die Hose gehen
Wer in Deutschland oder anderswo einen Mercedes zu den üblichen abgehobenen Mercedespreisen kauft, erwartet ein Produkt "deutscher Ingenieurskunst", wenn schon nicht in Deutschland, dann zumindet von Mercedes hergestellt. Und keinen verkappten Renault oder Nissan. Wenn den Leuten irgendwann dämmert, daß sie für viel weniger Geld auch gleich das "Original" hätten kaufen können, geht es mit dem seit Schrempp ohnehin schon lädierten Mercedesruf endgültig dahin.
Die aktuellen Top-Themen
Antworten / Zitieren


