REUTERSEin Cyberwar kann größeren Schaden anrichten als Terroristen mit Sprengbomben. Schlimmer noch: Für den Angriff aus dem Netz gibt es keine Regeln. Experten sind auf der Suche nach einem neuen Kriegsrecht für Computerangriffe.
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...836566,00.html
Der Autor dieses Artikels wohl nicht.
...aber auch irgendwie dämlich.
Ich glaube kaum, dass in nächster Zeit irgendwo eine A-Bombe hochgeht, weil irgend ein Nerd ein Wurm in die Zentralrechner einer Atommacht einschleust.
Das Ganze erinnert sehr an "Strib langsam 4".
Viren, Würmer und Trojaner sind fast so alt wie Computer selbst. Das in Folge selbiger tatsächlich jmd. gestorben wäre, ist mir nicht bekannt.
Klar, sie können Schäden in Millionen/Milliardenhöhe anrichten, gerade in Hinblick auf Onlinebanking oder den Aktienmarkt.
Aber die Bedrohung durch konventionelle Angriffe sehe ich deutlich höher.
Außerdem muss die Abwehr gegen solche "Angriffe" erhöht werden. Braucht denn ein Staudamm oder ein Atomkraftwerk eine Internetanbindung? Denn wie sonst, wenn nicht auf diesem Weg, könnten sie angegriffen werden.
Ein "Inselnetzwerk" wie in "Mission Impossible" sollte von außen nicht so leicht gehackt werden können.
Zum rechtlichen Aspekt:
Wenn jemand mit dem Ziel Menschen zu töten Computersyteme hackt und so wie im Artikel erwähnt bspw. ein Atomkraftwerk zur Kernschmelze bringt, dann ist das IMHO genauso ein völkerrechtlicher Angriff, wie der 11. September. Denn ob ich nun eine Rakete/Flugzeug in ein Atomkraftwerk lenke mit der Intention, Chaos zu verursachen oder ob ich es über einen Computerwurm mache, spielt keine Rolle.
Genauso könnten Sie hinterfragen, wieso Versicherungsagenturen, Krankenkassen, staatliche Stellen oder andere Unternehmen vernetzt sein müssen.
Kraftwerke arbeiten nun einmal im Verbund und sind auf Daten in Echtzeit angewiesen.
Die Post ist da zur Datenübermittlung einfach zu langsam.
Ich denke darauf können die Amerikaner eine Antwort geben.
Wäre der fall anderes herum und der Irak hätte US - Einrichtungen mit Mitteln des Cyber - Wars angegriffen, dann hätte es wohl schon Krieg gegeben.
Nach meinem Kenntnisstand sind diese Netze nicht an das Internet angeschlossen, das brauchen sie auch nicht. Aber, es sind ganz normale LAN mit zig CD-, DVD- oder USB-Anschlüssen, früher mit Disketten-LW. Das reicht. Ich benötige nur einen infizierten USB-Stick um so ein geschlossenes LAN zu infizieren, da irgendwann immer mal ein Update eingespielt wird. Vergessen Sie nicht das die Basis-SW in der Regel aus den USA kommt, z.B. Windows. Wer weiß denn, was da alles ausgeliefert wird, z.B mit einer Farsi-Sprachversion?
Zuerst nehmen sich die USA heraus, Hintertürchen in Windows-Betriebssystemen zur Spionage zu nutzen den gesamten elektronischen Datenverkehr mind. Europas und Amerikas zu kontrollieren, den Iran und vieleicht auch Nordkorea mit Trojaner und Würmer zu infiltrieren und jetzt plötzlich, wo man mit Gegenschlägen rechnen kann, müssen Regeln aufgestellt werden??
Also, wenn ich das richtig verstanden habe und sich die USA auf einen Hackerangriff mit konventionellen Mitteln wehren darf, dann ist es dem Iran nun - da Obama den Stuxnet und flame-Angriff gestanden hat- ebenfalls gestattet die USA bzw. deren Einrichtungen konventionell anzugreifen???
Wenn dieses Szenario auch nicht unbedingt realistisch ist, es kann ja auch sein, dass Nordkorea demnächst US-Schiffe beschießt, wenn deren Uran-Zentrifugen auseinanderrotieren und man dies auf einen Trojaner oder Wurm aus den USA zurückführt.
In was für einer bekloppten Welt leben wir eigentlich???
Cyberwar ist Krieg aber nicht jeder Cyberangriff rechtfertigt den totalen Gegenangriff. Selbst wenn Staaten sich in Zukunft (wenigstens offiziell) zurückhalten, so besteht ein Risiko durch Hacker oder Terroristen. Die Strategie muss Verteidigung und nicht Gegenangriff sein.
Es ist nicht akzeptabel, dass Deutschland völlig unkontrolliert breitbandig mit aller Welt verbunden ist, das deutsche Netz muss sicherer werden. Deutschland muss Cyberangriffe abblocken können, das Internet muss in Deutschland noch perfekt funktionieren, wenn in den USA die Lichter ausgehen.
Dazu braucht es eine 100% staatliche ITK-Infrastruktur mit eigener (wenigstens europäischer) Hardware und Software. Notwendig ist auch eine Priorisierung wichtiger Daten und Personen. (alles imho)