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"Costa Concordia": Chaos an Bord führte zu Schiffsuntergang
APDer Kapitän, die Crew und die Reederei tragen nach Überzeugung von Experten die Schuld am Untergang der "Costa Concordia". Eine Kette von Mängeln, Missverständnissen und Unterlassungen habe zum Kentern des Kreuzfahrtschiffes geführt. Die Reederei weist die Vorwürfe zurück.
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,855675,00.html
- #1 13.09.2012 16:27 von
Mediterrane Nautiker
Während meiner Seemannszeit in den 60er Jahren rieten mir erfahrene Seeleute: Geh nie auf ein italienisches, griechisches oder spanisches Schiff. Das habe ich bis heute so gehalten. Und das leichtsinnig provozierte Unglück der Costa Concordia lieferte eine weitere Begründung.
- #2 13.09.2012 16:36 von
- #3 13.09.2012 16:47 von
Untergang?
Also so schlecht kann mein Verstaendnis der deutschen Sprache noch nicht geworden sein.
Das Schiff ist nicht untergegangen, ein Grossteil ragt ja noch aus dem Wasser raus.
Und , rein theoretisch, koennte das Schiff auch noch gerettet werden.
bei einem Untergang haette es wegen der katastrophalen Verhaeltnisse an Bord noch weit mehr Tote gegeben. - #4 13.09.2012 17:03 von
Der Kapitän hat eine angeberische Route gewählt
und die Reederei hat die Mannschaft nicht ausreichend auf Gefahrensituationen hingewiesen/vorbereitet, das schließt den leichtfertigen und feigen Kapitän mit ein, der ja dann "aus Versehen" auch noch in ein Rettungsboot gefallen ist. Andererseits muss auch jedem Passagier auf einem Schiff klar sein, dass was passieren kann und jeder muss sein eigenes Risiko abschätzen - also keine Kreuzfahrt gebucht = kein Risiko, unterzugehen.
- #5 13.09.2012 17:28 von
- #6 13.09.2012 19:22 von
Was soll der Blödsinn ?
Ich bin schon als Kind auf uralten italienischen Schiffen zu den Inseln geschippert, als Jugendlicher zwischen den griechischen Inseln auf Pötten, die wenigstens fünfzig Jahre alt waren. 18,6 % des weltweiten Schiffsverkehrs werden von griechischen Schiffen bewerkstelligt, es dürfte nach wie vor die größte Seefahrnation der Welt sein. Der Kapitän und der Navigator können Griechen sein, der Rest sind Philipinos oder andere Billigkräfte. Und das ist auf deutschen Schiffen genauso. Auf Kreuzfahrtschiffen sind die einfachen und technischen Jobs allesamt genauso besetzt, nur beim Service mit Passagierkontakt dürften Muttersprachler eingesetzt werden, die sicher nicht fürstlich bezahlt werden. Es geht nur um die Kosten.
Entschieden dürfte das von einem Seegerichtshof werden, der völlig anders funktioniert als ein normales Gericht, und in dem ausschließlich Fachleute über die Faktenlage urteilen. Ganz sicher wird nicht der Kapitän als billiges Opfer alleinschuldig sein, obwohl man der Reederei nur bedingt nachweisen können dürfte, daß sie diese sensationellen Fahrten in Küstennähe angeordnet hat. Und zwar deswegen, weil der Kapitän schweigen wird. Es geht nicht um Schuld, sondern um einige hundert Millionen Versicherungssumme, um Renommee, also ums Geschäft.
Es werden sicher eine Menge Ungereimtheiten aufgedeckt werden, fehlende Koordination ist in jedem Wirtschaftunternehmen eine Hauptursache für Mißerfolge, das Urteil wird ein paar tausend Seiten umfassen, die ganz sicher kein Redakteur lesen geschweige denn verstehen wird, unsereiner ohnehin nicht, es wird auch Konsequenzen geben, aber es wird keinen allein schuldigen Kapitän geben, sondern einen, der seine Karriere erstmal begraben darf, und es wird Kostenträger geben, die das Unheil bezahlen dürfen.
Wir wissen nichts und wir werden auch nichts wissen. Ich fahre gern auf Schiffen, und untersuche auch heute noch jeden Winkel wie ein Kind, aber mehr als ein Tag läßt die Langeweile grenzenlos wuchern. - #7 13.09.2012 20:02 von
GPS und Karten sind 2 Welten
Ich bin mal gespannt, ob da nicht ein Paradebeispiel von Rumsfelds "unknown unknowns" rauskommt. Der Pott hat ein GPS-System, das eine Ungenauigkeit im 10m-Bereich haben dürfte. Wenn die besagten Felsen also im GPS-System eingemessen worden wären, und er 100m Abstand hält, passiert bei ruhigem Wetter und ohne Strömung nix. Wenn die im Navi-System des Potts elektronisch gespeicherten Karten allerdings durch Transformation deutscher Admiralitätskarten aus dem II. Weltkrieg, denen das seinerzeit dort verwendete lokale Koordinatensystem zugrunde lag, numerisch ins WGS84 (oder was auch immer) transformiert wurden, dann kann da locker mal ne Abweichung von 100m drin sein. Das erzählt natürlich kein Vertreter der GPS-Systemhersteller, treibt aber jeden Ingenieurvermesser an den Rand des Wahnsinns, wenn er beide Welten zusammenführen soll. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass da eine Differential-GPS-Messkampagne mit Basisstation auf der Hauptinsel und Rover im Motorboot durchgeführt wurde. Sowas haben die maximal mit den Leuchttürmen an der Hafeneinfahrt gemacht, aber nicht mit jedem vorgelagerten Felsen, der womöglich noch unter Wasser liegt.
- #8 13.09.2012 20:12 von
Vive la difference
Ich hatte in Beitrag Nr. 1 geschrieben: Geh nie auf ein italienisches, griechisches oder spanisches Schiff.
Das habe ich zwar noch nicht gehört, glaube es aber sofort. Auf einem deutschen Schiff könnte es ihnen nämlich im Fall einer eventuellen Havarie passieren, dass der Kapitän die Parole ausgibt "Frauen und Kinder zuerst" und dann als letzter von Bord geht. - #9 13.09.2012 21:59 von
.....
Sie können davon ausgehen, das der Unterwasserfelsen katographisch präzise vermessen ist!
Die Kollision mit diesem Felsen hätte sich unter Anwendung der einfachsten terrestrischen Mitteln der Navigation vermeiden lassen!
da muss man halt nur alle 5 Min eine Peilung machen und nicht alle 30 Min. oder sich blind auf die Technik verlassen. Vielleicht hätte die Übertragung der GPS Daten in die Seekarte auch gereicht, dazu eine Kontrollpeilung, das währe es schon gewesen, Man muss nicht nur sein Handwerkszeug beherrschen sondern es auch richtig und zur Zeit anwenden!
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