DPAEin überaus restriktives Urheberrecht schadet der Verfügbarkeit von Büchern: US-Forscher kritisieren schädliche Folgen langer Schutzfristen, deutsche Bibliotheken beklagen, dass sie fast vergessene Werke kaum digitalisieren dürfen. So verschwinden Bücher, womöglich für immer.
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...829393,00.html
.. Patente kann man auch nur für 25 Jahre haben, und bezahlt dazu noch Antragsgebühren, usw. - auch noch für jedes Land. 25 Jahre müssten beim Urheberrecht ebenfalls genügen. Dann wäre auch die Akzeptanz höher. Alles andere ist Lobbypolitik.
Es ist nicht nachvollziehbar warum geistiges Eigentum mit zweierlei Mass gemessen wird. Mache ich eine Erfindung, gilt der Patentschutz 16 Jahre, um ihn aufrecht zu halten, muss auch noch kräftig ans Patentamt gezahlt werden.
Schreibe ich ein popeliges Gedicht, darf das selbst nach meinem Tod 70 Jahre keiner drucken.
Was für ein unverständlicher Irrsinn.
Ich bin für einen Schutz von geistigem Eigentum, aber mit klaren Grenzen. 16 Jahre sollten auch für Bücher gelten. Wer mehr will, muss auch für Patente längere Laufzeiten akzeptieren. Oder sind die wirtschaftlichen Interessen von Erfindern und Dichtern so verschieden??
Die Frage des Artikels nach der Verfügbarkeit von e-books ist einfach zu beantworten: Bei gutenberg.com sind die 'freien' Werke frei herunter zu laden. Was jünger ist und noch copyright-Schutz hat, lässt sich nur in einer Bibliothek oder eben nicht finden. Da verrottet einiges, was sonst gelesen würde.
Es wäre schon mal ein Anfang gemacht, wenn sämtliche Rechte über Bücher Zentral in einer Datenbank liegen würden, an die Rechteinhaber sich anmelden müssten und wo sie die Rechte an bestimmten Werken für sich reklamieren müssten. Das würde die Recherche, wer eigentlich die Rechte an einem Buch hat, erheblich vereinfachen. Für Autoren sollte das nur ein geringes Problem darstellen.
Sollte jemand nicht der eigentliche Urheber sein, aber die Rechte am Buch besitzen (weil er es bspw. geerbt hat) und erst im Nachhinein merken, das jemand ein Buch vertreibt, auf der er Rechte besitzt, könnten diese Rechte nachträglich eingereicht werden, in dem Falle sollte aber erst ab dem Zeitpunkt, an dem die Rechte geltend gemacht werden, eine entsprechende Entlohnung gefordert werden dürfen. Die finanziellen Risiken für einen Verlag während sonst m.E. zu groß.
Tja, das könnte man ganz einfach lösen, indem man den Urheber dazu verpflichtet, bis zum Auslaufen der Schutzfrist für eine Verfügbarkeit zu garantieren - zu marktüblichen Konditionen, versteht sich. Tut er das nicht, verfällt der Schutzanspruch augenblicklich!
Das Leben in einer Gesellschaft besteht aus Rechten und Pflichten. Es ist überhaupt nicht einzusehen, warum jemand ein derart weitgreifendes Recht wie das Urheberrecht ohne irgendwelche Pflichten erhalten sollte.
70 Jahre p.m.a. sind viel zu lang, meiner Meinung nach.
Leider wurde die Regelschutzfrist im Lauf des 20. Jahrhunderts von anfangs 30 Jahren mehrmals angehoben. Zwar galt dies nicht rückwirkend für Werke deren Autoren zum Zeitpunkt der Verabschiedung des Gesetzes bereits verstorben waren, aber dennoch.. viel zu lang.
Geistiges Eigentum ist immer schützenswert, aber die derzeitige Regelung führt, befürchte ich, hauptsächlich dazu dass sich Gesellschaften und Lobbys bereichern und die Zugänglichmachung von Werken des 19. Jhdt. unnötig erschwert wird.
Regelfrist auf 25 oder 30 Jahre runtersetzen
oder wenigstens die verwaisten Werke von vor 1900 freigeben.. um Himmels Willen.
Wir wollen hie rmal nicht auf Piraten machen, es geht ja nicht um das Kostenlose, sondern über die Verfügbarkeit.
Wenn ich beispielsweise ein wissenschaftliches Buch habe, dessen Verlag nicht mehr existiert, ist es kaum möglich zu erkennen, wer die Rechte hat., besonders wenn verschiedene Autoren und Herausgeber gennant werden.
Andererseits verkaufen sich Romane teilweise dekatenlang, sodass eine Verkürzung ein Einschnitt in die Autorenrechte wäre. Eine Möglichkeit wäre meiner Meinung nach, dass ein Werk nach einer kurzen Zeit vielleicht 30 Jahre seine Schutz verliert, es sein denn es wird nochmals aufgelegt was den Schutz dann verlängert, vielleicht um 10 Jahre.
So wäre es eindeutig, man würde sehen, ob die Rechte verteidigt werden, oder ob kein Mensch sich mehr darum kümmert.
Natürlich gibt es das Phänomen, dass Urheberrechte "verwaist" sind - allerdings nicht, wenn ein Autor einen stabilen, verantwortungsbewussten Verlag gefunden hat, der sich jahrzehntelang um sein Werk kümmert. Häuser wie (Auswahl und Reihenfolge spontan und zufällig) Klett-Cotta, CH Beck, S. Fischer, Suhrkamp, Hanser, Zsolnay, Kiepenheuer & Witsch haben ihre Autoren und deren Werke oft über hundert Jahre lang gepflegt und immer wieder neu aufgelegt.
Die Gefahr, das Rechte "verwaisen", ist in Amerika viel größer, weil die Nutzungsrechte nur relativ kurz (5-10 Jahre) an Verlage vergeben werden, und die literarischen Agenten oft nicht die Kraft haben, immer wieder neue Verlage zu finden.
dabei wurde in den USA vor wenigen Jahren erst die Schutzzeit auf 100 Jahre angehoben, damit die Rechte von Walt Disney & Co. geschützt bleiben, und sie nicht von Dritten genutzt werden können.
Das ist die übliche US-Doppelmoral.