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Copyright-Kritik: Lange Schutzfrist lässt Bücher sterben

DPAEin überaus restriktives Urheberrecht schadet der Verfügbarkeit von Büchern: US-Forscher kritisieren schädliche Folgen langer Schutzfristen, deutsche Bibliotheken beklagen, dass sie fast vergessene Werke kaum digitalisieren dürfen. So verschwinden Bücher, womöglich für immer.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...829393,00.html
  1. #30

    ... leider haben uns die Autoren dieses Buches die Rechte an dem Buch nicht eingeräumt!"

    Erneut versucht Google, wie im Falle Youtubes, Rechte Dritter einfach wieder einmal kostenlos und rechtsbrecherisch "einzukaufen". Wie nennt man einkaufen ohne bezahlen?

    Der Artikel hat nicht wirklich einen Gehalt. Offenbar soll der Artikel soll sanft für Verständnis für Googles rechtsbrecherische Akte sorgen: Einscannen von Büchern ohne Rücksicht auf die Rechtslage.

    Nicht nur ich frage: Wer bezahlt Lischka - SPIEGEL oder Google, oder beide?

    Ist genug Interesse an einem Buch da, wird es neu aufgelegt oder eben eingescannt. Kann man einen Mitautoren nicht ausfindig machen, hat man eben Pech. Da hilft auch kein Einscannen.
  2. #31

    um Himmels Willen

    Zitat von klothilde2 Beitrag anzeigen
    Forscher Heald untersuchte, welche alten Werke neu aufgelegt und bei Amazon erhältlich sind. Natürlich entsteht dann eine Angebotslücke bei Werken aus den 50er, 60er, 70er, 80er Jahren. Aber nicht wegen des Urheberrechts. Diese Werke sind nämlich gebraucht (auch bei Amazon übrigens, Stichwort "Marketplace") und meist für Centbeträge zu kaufen. Es macht keinen Sinn für einen Verleger, diese alten Werke, die noch massenhaft im Markt sind, ihn geradezu verstopfen, neu aufzulegen. Sie würden auf den Neuausgaben sitzen bleiben. - Anders die Situation bei alten Werken. Deren Erstausgaben sind auch noch erhältlich, aber teilweise sündhaft teuer. Hier allerdings ist das Urheberrecht abgelaufen und es sind Neuausgaben erschienen und erschwinglich. Der Markt funktioniert.
    Blooooooooß nicht die Ursachen beheben, lieber an den Symptomen herum doktern. So passiert es in diesem kranken Land immer und immer wieder, weil einige wenige, aber mächtige Wirrköpfe meinen, alles, was geregelt ist, gilt für alle Zeiten fest und unverrückbar zementiert.

    Gesetze kann und muss man ändern, wenn sie Fortschritt verhindern!!! Alles andere ist Faschismus!
  3. #32

    Unsinnige Idee

    Zitat von eraser.org Beitrag anzeigen
    Man kann die Bücher schon jetzt digitalisieren und in einer Datenbank ablegen. Anschließend werden sie Datumsgesteuert freigegeben. Ist natürlich alles eine Frage des Willens und der Absicherung einer solchen Datenbank, aber Grundsätzlich dürfte das einfach zu realisieren sein.
    Dann setz ich mich hin und warte halt mit der Fertigstellung meiner Hausarbeit so 30, 40 Jahre, bis ich "datumsgesteuert" endlich auf das Werk zugreifen "darf", welches schon seit Jahren verfügbar WÄRE, GÄBE es nicht solch kranke, dumme und veraltete Gesetze!
  4. #33

    Die im Artikel dargestellte

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein überaus restriktives Urheberrecht schadet der Verfügbarkeit von Büchern: US-Forscher kritisieren schädliche Folgen langer Schutzfristen, deutsche Bibliotheken beklagen, dass sie fast vergessene Werke kaum digitalisieren dürfen. So verschwinden Bücher, womöglich für immer.

    Copyright-Kritik: Lange Schutzfrist lässt Bücher sterben - SPIEGEL ONLINE
    Problematik hat doch schom immer bestanden. Buecher, die keiner kennt oder nicht mehr aufgelegt werden, sind doch schon immer von der Bildflaeche verschwunden. Es ist doch nur der heutigen Technik (ebooks) zu verdanken, dass sich Leute heute Gedanken darum machen, da die Kosten fuer das Digitalisieren und das Ebook minimal sind.
    Und fuer jeden, der glaubt, 70 Jahre fuer Schutzfristen ist zu lang, die Frage: Wie wuerden Sie es empfinden, wenn das geerbte Haus/Grundstueck ploetzlich von der Allgemeinheit beansprucht wird? Genau! So goennt den Erben doch das bisschen Geld, das sie so einnehmen koennen, die meisten Autoren machen doch nie so viel, dass sie ein Haus vererben koennen. Alles andere ist Sozialismus pur, Mensch geht doch in die DDR. Oh, vergass, gibt es ja nicht mehr, weil das Umsonstsystem nicht funktionierte. So akzepiert endlich, fuer Leistung muss gezahlt werden, Ihr arbeitet ja auch nicht fuer Umsonst oder gebt Euren Parlamentssitz weiter. Da klammert Ihr Euch ja auch dran.
  5. #34

    Zitat von stephan@mcsteph.com Beitrag anzeigen
    Blooooooooß nicht die Ursachen beheben, lieber an den Symptomen herum doktern. So passiert es in diesem kranken Land immer und immer wieder, weil einige wenige, aber mächtige Wirrköpfe meinen, alles, was geregelt ist, gilt für alle Zeiten fest und unverrückbar zementiert.

    Gesetze kann und muss man ändern, wenn sie Fortschritt verhindern!!! Alles andere ist Faschismus!
    Genau - endlich Diebstahl legalisieren! Der Fortschritt verlangt es!
  6. #35

    blödsinnige Schlußfolgerungen (piratengenial)

    Der Herr Forscher hat wohl keinen eigenen Bücherschrank und liest auch nicht selbst. Sein Diagramm beweist nur, daß es seit 1910 kaum noch nennenswerte Literatur gibt, und sonst gar nichts.

    Flohmärkte sind überaus erkenntnisleitend. Da stehen in Massen die großen Bestseller der Nachkriegsjahre, 3 cm Buch kosten 50 Cent. Ein sagenhafter Mist, nach ein paar Jahren vollkommen uninteressant, weil irgendwelche zeitgenössischen Vorlieben unterstützt wurden.

    Natürlich gibt es ein paar Verlage, die inständig auf den 70. Todestag warten, aber doch nur bei ein paar Schwarten, die in hoher Auflage Gewinn abwerfen könnten. Das kommt aber verdammt selten vor, und die werden sowieso gedruckt. Nach zwanzig Jahren wären die Chancen etwas höher, aber nicht bedeutend. Wäre das Buch gut, würde man das teure Exemplar kaufen, wäre es seit drei Jahren vergriffen (glaube ich), dürfte man es jederzeit und absolut legitim kopieren. Und das macht auch die Bücherei.

    Es soll da im merry old Germany ein Projekt geben mit Gutenberg und Spiegel (glaube ich). Da könnte man sich als feinsinniger Mensch mal erkundigen, was Literatur ist, was gelesen und demzufolge auch gern digitalisiert wird. Hesse, Böll und Grass dürften das genauso oft wie Konsalik erleben, wohingegen bei Goethe auch einige trostlos langweilige Texte eine Chance haben. Beim Spiegel eher ältere Texte.
  7. #36

    Zitat von stephan@mcsteph.com Beitrag anzeigen
    Dann setz ich mich hin und warte halt mit der Fertigstellung meiner Hausarbeit so 30, 40 Jahre, bis ich "datumsgesteuert" endlich auf das Werk zugreifen "darf", welches schon seit Jahren verfügbar WÄRE, GÄBE es nicht solch kranke, dumme und veraltete Gesetze!
    Och, die Bücher sind schon verfügbar, die können Sie durchaus überall einsehen und lesen und exzerpieren, gar kein Problem, die "Inhalte" stehen jedermann in jeder Un i- oder Staatsbibliothek zur Verfügung, wenn man nicht zu faul, zu träge oder zu bequem ist, man muß eben in eine Bibliothek gehen, wenn man sie dringend braucht, was natürlich unzumutbar ist, schon klar, und die Bücher dort einsehen, oder ausleihen oder auch kopieren mit zur Verfügung stehenden Syytemen, es gibt sogar Fernleihe, wenn das Buch im Bestand nicht vorhanden ist, die StaBi München z.B. hat eine Bestand, daß da nichtmal das Internet mitkommt, aber ist schon klar, soviel Arbeit und Mühe ist einem coolen Nerd nicht zumutbar, der ALLES - IMMER - SOFORT zur Verfügung haben will und sich einbildet, daß das erstens sein unveräußerliches Menschrecht ist und zweitens total umsonst zu sein hat.
  8. #37

    Zitat von onkel_bob Beitrag anzeigen
    Meiner Meinung nach wird die Debatte über das Urheberrecht in diesen "piratigen" Zeiten immer befremdlicher.

    Selbstverständlich wäre es für den interessierten Leser am besten, ein Autor schriebe ein tolles Buch - umsonst, ohne jegliche Leistungsschutzrechte.
    Fordert meines Wissens kaum jemand. Worum es hier geht ist die Dauer des Leistungsschutzes nach dem Ableben des Autors und die oft unklare Rechtslage bei vergriffenen Werken.


    Zitat von onkel_bob Beitrag anzeigen
    Beziehungsweise - was müssten ein Buch wohl kosten, damit der Autor innerhalb, sagen wir mal, 25 Jahren (ab Publikation?) wenigstens auf seine Gestehungskosten käme?
    Gestehungskosten? Nun, die Investitionen für das Manuskript sind ja zunächst einmal nicht hoch. Sei meinen sicher: Der Autor muss während der Zeit, in der er das Buch schreibt, ja auch Essen und Miete zahlen. Dazu verhilft ihm aber der Leistungsschutz über seinen Tod hinaus auch nicht. Es ist - bei den von Ihnen genannten Zahlen - sogar fraglich, ob ihm ein über 25 Jahre hinausgehender Leistungsschutz viel helfen würde. Bei erwarteten Verkaufszahlen von 10.000 bleiben dem Autor nur zwei Möglichkeiten: entweder sehr viele Bücher schreiben oder wenigstens halbtags arbeiten gehen. Zwei meiner Kollegen schreiben Fachbücher, das geht nebenbei und ist eher Hobby als lohnende Nebeneinnahme (zudem ist es schädlich für Beziehungen).

    Zitat von onkel_bob Beitrag anzeigen
    Da könnte man vielleicht eher über eine Art "Grundbuch" für Urheberrechte nachdenken.
    Sehen Sie, das ist doch mal ein guter Vorschlag. Fünf Jahre gibt's das Urheberrecht ohne jede Registrierung. Danach kann man gegen kleines Geld (sagen wir, 5€ für einen Song und 30€ für ein Buch) für 10 Jahre verlängern. So oft man will, aber nach dem Tod des Urhebers verdoppelt sich der Betrag bei jeder Verlängerung. Alle Übertragungen von Nutzungsrechten werden ebenfalls in diesem "Grundbuchamt" festgelegt und sind jederzeit abrufbar. Nimmt ein Verwerter seine Rechte für eine gewisse Zeit nicht wahr, dann fallen sie an den Urheber zurück.

    Zitat von onkel_bob Beitrag anzeigen
    Freiwillig kann ein Autor sich übrigens seiner Rechte durchaus begeben. Wenn er das nicht macht, wird er vermutlich seine Gründe haben.
    Des Urheberrechts nicht, jedenfalls in Deutschland. Das klebt an einem wie die Krätze. Nur die Nutzungsrechte kann der Urheber der Allgemeinheit zur Verfügung stellen. Bei nicht mehr aufgelegten Büchern aus den Bereichen Naturwissenschaft und Technik wird dies immer häufiger von den Autoren gemacht (z.B. in Form einer PDF-Datei für die private Nutzung).
  9. #38

    Zitat von Petra Beitrag anzeigen
    ... gar kein Problem, die "Inhalte" stehen jedermann in jeder Un i- oder Staatsbibliothek zur Verfügung, ...
    Auch ja, ist das so? Die Bücher auf meiner Suchliste finden sich dort jedenfalls nicht. In den USA könnte ich ein paar davon in mehreren Uni-Bilbliothen bekommen - hier nicht.
  10. #39

    Zitat von albert schulz Beitrag anzeigen
    Es soll da im merry old Germany ein Projekt geben mit Gutenberg und Spiegel (glaube ich).
    Ist ein amerikanisches Projekt. Die Server für deutsche Literatur werden allerdings vom Spiegel gehostet.


    Zitat von albert schulz Beitrag anzeigen
    Hesse, Böll und Grass dürften das genauso oft wie Konsalik erleben, wohingegen bei Goethe auch einige trostlos langweilige Texte eine Chance haben. Beim Spiegel eher ältere Texte.
    Hübsche Vorhersage. Da gehen Sie kaum ein Risiko ein. Hesse wird erst 2033 gemeinfrei, Böll 2056 und Grass lebt noch. Aber Sie können ja gerne mal selbst Stichproben machen.. Das Ergebnis könnte überraschend sein.








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