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Copyright-Kritik: Lange Schutzfrist lässt Bücher sterben

DPAEin überaus restriktives Urheberrecht schadet der Verfügbarkeit von Büchern: US-Forscher kritisieren schädliche Folgen langer Schutzfristen, deutsche Bibliotheken beklagen, dass sie fast vergessene Werke kaum digitalisieren dürfen. So verschwinden Bücher, womöglich für immer.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...829393,00.html
  1. #10

    Forscher Heald untersuchte, welche alten Werke neu aufgelegt und bei Amazon erhältlich sind. Natürlich entsteht dann eine Angebotslücke bei Werken aus den 50er, 60er, 70er, 80er Jahren. Aber nicht wegen des Urheberrechts. Diese Werke sind nämlich gebraucht (auch bei Amazon übrigens, Stichwort "Marketplace") und meist für Centbeträge zu kaufen. Es macht keinen Sinn für einen Verleger, diese alten Werke, die noch massenhaft im Markt sind, ihn geradezu verstopfen, neu aufzulegen. Sie würden auf den Neuausgaben sitzen bleiben. - Anders die Situation bei alten Werken. Deren Erstausgaben sind auch noch erhältlich, aber teilweise sündhaft teuer. Hier allerdings ist das Urheberrecht abgelaufen und es sind Neuausgaben erschienen und erschwinglich. Der Markt funktioniert.
  2. #11

    Das ist doch eine Binsenweisheit, dass Schutzfristen die Verfügbarkeit einschränken. Aber "So sterben Bücher" ist reine Polemik. Und die Studie ist noch nicht mal "veröffentlicht", wird aber hier schon ausgewalzt... ?

    Zitat hansulrich47: "Schreibe ich ein popeliges Gedicht, darf das selbst nach meinem Tod 70 Jahre keiner drucken. Was für ein unverständlicher Irrsinn."

    Diese Behauptung ist schlicht und einfach falsch. Sie dürfen dieses Gedicht sehr wohl drucken, wenn Sie die nötigen Rechte haben. Pauschal zu behaupten, keiner darf drucken, ist Quatsch. Gern wird ja auch gleich noch behauptet, 70 Jahre lang fließen dem Urheber automatisch Tantiemen zu, was natürlich genauso ein Humbug ist, wenn niemand das Werk nachfragt bzw. nutzt. Bei Werken, die in großer Zahl nachgefragt werden, hat übrigens auch der Verlag ein Interesse, sie weiter zu publizieren.

    Ich möchte noch anmerken, dass in dieser Debatte um die Schutzrechte immer so getan wird, als würde Ottonormalbürger an irgendetwas gehindert, was er schon immer ganz dringend tun wollte... nämlich selber Bücher verlegen. (Besonders derzeit, wo doch alle auf den bösen Verlagen rumhacken.) Ganz im Ernst, wer hat in der Realität schonmal selbst ein Buch verlegt bzw. gedruckt? Also bitte, Bälle flachhalten..
  3. #12

    Nur nicht für die Piraten

    Zitat von Firewing6 Beitrag anzeigen
    Das Land der Dichter und Denker... Von wegen! Nieder mit den archaischen Schutzfristen!

    Das ist so - die Schutzfristen sind viele zu lang und schaden letztlich der Verbreitung des Werkes. In der That würden 20 Jahre nach dem Ableben des Autors reichen, um auch noch die Erben zu beteiligen. Für einen Verlag wäre ein früheres Ablaufen der Schutzfrist besser, der Verbreitung der Bücher wäre gedient und verwaiste Werke könnten wieder dem Leser zur Verfügung stehen.

    Nur in der Wahnwelt der Piraten wurde die lange Schutzfrist für Urheber von der "Verwerter"-Lobby politisch durchgedrückt (warum auch immer), so jedenfalls die Weltsicht der "Experten" dieser Partei. Leider sorgen das politische Sprachrohr der "Generation Gier" dafür, das eine sachgerecht und sinnvolle Debatte über die Anpassung des Urheberrechts an die neuen Technologien und sozialen Strömungen zur Zeit nicht stattfinden kann. Schade eigentlich, denn für einige wäre hohe Zeit.
  4. #13

    Zitat von marthaimschnee Beitrag anzeigen
    Tja, das könnte man ganz einfach lösen, indem man den Urheber dazu verpflichtet, bis zum Auslaufen der Schutzfrist für eine Verfügbarkeit zu garantieren - zu marktüblichen Konditionen, versteht sich. Tut er das nicht, verfällt der Schutzanspruch augenblicklich!
    Ob man es einsieht oder nicht, in der Praxis wäre das nicht durchführbar. Wie sollte ein Autor oder Übersetzer (gehen wir mal vom Buch aus) garantieren können, das Werk über sein Lebensende hinaus Lieferbar halten zu können? Selbst nach ein paar Jahren kann es sein, dass das Werk nicht mehr verfügbar ist (wobei in Zeiten es e-Buchs Auflagenhöhen wohl keine Rolle mehr spielen in der Backlist). Und nur weil er diese Garantie nicht geben kann (oder kurzfristig nicht einhalten kann), soll er dann gleich die Rechte an dem Werk verlieren. Das ist wohl höherer Blödsinn.

    Die Frist für Patente ist deswegen relativ kurz, weil Technologien sich weiterentwickeln sollen - was bei einem Buch ja nicht der Fall ist. Wie gesagt, es gibt nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten, und deswegen kann man auch nicht Apple und Birnen vergleichen.
  5. #14

    mögliche Lösung

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein überaus restriktives Urheberrecht schadet der Verfügbarkeit von Büchern: US-Forscher kritisieren schädliche Folgen langer Schutzfristen, deutsche Bibliotheken beklagen, dass sie fast vergessene Werke kaum digitalisieren dürfen. So verschwinden Bücher, womöglich für immer.

    Copyright-Kritik: Lange Schutzfrist lässt Bücher sterben - SPIEGEL ONLINE
    Das sollte doch kein unlösbares Problem darstellen. Man könnte es wie im Markenrecht etwa über amtliche Bekanntmachung der Veröffentlichungsabsicht nebst Widerspruchsfrist o.ä. regeln. Das hätte den Vorteil, daß sich potentielle Rechteinhaber (z.B. Erben x-ter Generation) sich innerhalb der Schutzfrist beizeiten um deren Wahrung zu kümmern haben, anderenfalls ihrer verlustig gehen, und es keine aus dem blauen Himmel fallenden Urheberrechtsprozesse geben kann.
  6. #15

    Bei manchen fehlt einfach das Grundverständnis!

    Bei manchen fehlt einfach das Grundverständnis! Es ist doch ein Witz.
    Ich weiß, wenn man jetzt fragt, werden einem gleich zig Märchen hier präsentiert. Aber sind wir ehrlich, hatte jemals jemand ein Problem ein Buch zu bekommen?
    Der Großteil der Leute liest ja eh nur triviale Literatur der Gegenwart. Und die Bücher aus der Spiegle Liste bekommen doch die ganzen Leser problemlos!

    Wie gesagt und weiterhin fehlt es doch vielen einfach am Grundverständnis. Wenn jemand ein Patent anmeldet und einfach niemand erlaubt es zu nutzten, kann man nichts machen. Wenn jemand eine Maschine baut und nicht produziert, dann kann man nichts machen. Und wenn jemand ein Buch schreibt und sich nicht um die "Vermarktung" kümmert, dann kann man eben nichts machen.
    Es ist ja nicht so, dass sich hier Literaturexperten "aufregen" und "hochwertige" Literatur in Gefahr sehen. Da verschwindet ja nicht hochwertige Literatur für Jahrzehnte im Niemandsland.
    Und selbst wenn, dann würde ich sagen, da hat man einfach Pech gehabt.

    PS: Für alle die sich so gerne an den geistigen Eigentum anderer bedienen... Es ist ja bekannt, dass unzählige Autoren Werke bei sich zu Hause haben, die oft erst nach ihrem Tot veröffentlicht werden. Einfach nur, weil der Autor es eben vorher nicht veröffentlicht. Soll man jetzt hingehen und regelmäßig eine "Hausdurchsuchung" bei denen machen? Findet man unveröffentlichte Werke, werden die zum Wohle der Allgemeinheit veröffentlicht?
  7. #16

    Im Internet...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein überaus restriktives Urheberrecht schadet der Verfügbarkeit von Büchern: US-Forscher kritisieren schädliche Folgen langer Schutzfristen, deutsche Bibliotheken beklagen, dass sie fast vergessene Werke kaum digitalisieren dürfen. So verschwinden Bücher, womöglich für immer.

    Copyright-Kritik: Lange Schutzfrist lässt Bücher sterben - SPIEGEL ONLINE
    ... gibt es Tausende, die aus Hobby alte Werke digitalisieren und - natürlich illegal! - zur Verfügung stellen. Das reicht von alten Asterix-Ausgaben über Playboys aus den Anfangsjahren, längst vergessene Belletristik bis zu Klassikern des vergangenen Jahrhunderts und seltenen (vergriffenen) Fachbüchern.

    Das Problem ist also schon lange erkannt.

    Wie überall: Wo der Markt restriktiven Auflagen unterliegt, bildet sich der Schwarzmarkt...
  8. #17

    .

    Als Student muss ich öfters feststellen das einige Exemplare von Büchern die ich benötige in zu geringen Stückzahlen vorhanden sind das es einen richtigen Kampf um diese Bücher gibt, das ist besonderst nervig wenn es darum geht eine Hausarbeit zu schreiben.
    Warum kann es einer Bibliothek nicht möglich sein Bücher zu digitalisieren,
    Bücher hamstern, ist so nicht mehr nötig und möglich.
  9. #18

    Unsinnige Panikmache

    Man kann die Bücher schon jetzt digitalisieren und in einer Datenbank ablegen. Anschließend werden sie Datumsgesteuert freigegeben. Ist natürlich alles eine Frage des Willens und der Absicherung einer solchen Datenbank, aber Grundsätzlich dürfte das einfach zu realisieren sein.
  10. #19

    daß in puncto Urheberrecht nicht nur mit zweierlei, sondern gar mit dreierlei Maß gemessen wird?
    Da gibt es nicht nur die schon genannten Patentinhaber, deren Patent nach spätestens 16 Jahren unwiderruflich abläuft, und natürlich die Text-, Graphik-/Photo-, Musik- und Filmproduzenten, deren Rechte viel länger laufen. Vergessen werden dabei Maler und Bildhauer, deren Werke nicht zu vervielfältigen sind. Haben sie sie einmal verkauft, haben sie sämtliche Rechte daran verloren außer dem, ggf. als Urheber genannt zu werden.


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