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Copyright-Debatte: Wir müssen die Künstler schützen!

DPADie Freiheit im Internet ist wichtig, aber die Piratenpartei geht zu weit. Wer etwa Musiktauschbörsen im Netz generell legalisieren will, begeht einen großen Fehler. Die Politik muss die Grundlagen erhalten, dass Künstler von ihrer Arbeit leben können - es geht um einen fairen Ausgleich der Interessen.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...832262,00.html
  1. #1

    Fairer Ausgleich?

    Rein aus technischen Gründen werden sich die Geschäftsmodelle der Künstler und ihrer Agenturen, CD-Produzenten und dergleichen anpassen müssen. Trotz hoher anderweitiger Verfügbarkeit gehen Menschen immer noch ins Kino und an Konzerte, hier können die Künstler ihre Forderungen problemlos durchsetzen. Es gibt bestimmt noch andere Möglichkeiten, Urheberrecht zu Geld zu machen. Aber was im Internet heruntergeladen werden kann, ist wohl faktisch nicht mehr zu schützen - ausser man führt eine radikale Kontrolle und Zensur ein. Da hat die Piratenpartei Recht, jedenfalls so lange, als keine noch zu erfindende Technologie das Weiterkopieren von Songs oder Videos in tauglicher Qualität von vorneherein verunmöglicht.
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Freiheit im Internet ist wichtig, aber die Piratenpartei geht zu weit. Wer etwa Musiktauschbörsen im Netz generell legalisieren will, begeht einen großen Fehler. Die Politik muss die Grundlagen erhalten, dass Künstler von ihrer Arbeit leben können - es geht um einen fairen Ausgleich der Interessen.

    Volker Kauder verteidigt das Urheberrecht - SPIEGEL ONLINE
    Grundsätzlich ein interessanter Beitrag. Was ich aber an diesem und ähnlichen Beiträgen unehrlich finde ist, dass der Eindruck erweckt wird, die Piraten möchten das Urheberrecht abschaffen und alles frei und umsonst im Internet verfügbar machen. Das ist aber keineswegs der Fall. Vielmehr geht es darum, das bestehende Urheberrecht fit zu machen für das digitale Zeitalter, und zwar auch so, dass man als Künstler davon leben kann. Es geht also ausdrücklich nicht um eine Enteignung von Künstlern!

    Man sollte dies auch als politischer Gegner zur Kenntnis nehmen und nicht andere Ziele unterstellen...
  3. #3

    Ja der Kauder

    Zitat: "Das geltende Recht gestattet schon heute digitale Privat-Kopien. Allerdings darf das Original nicht kopiergeschützt sein."

    Das war doch schon die faktische Abschaffung der Privatkopie. Der Hersteller braucht nur "kopiergeschützt" draufdrucken und schon ist es illegal.
    Ich habe über 7000 legal erworbene CDs (und kaufe weiterhin welche). Ich kann nicht akzeptieren, dass ich diese nicht legal digitalisieren darf um sie auf meinem iPhone, iPod oder wo auch immer hören zu können. Ich tu's natürlich trotzdem.
  4. #4

    Verlängerung/Verkürzung von Fristen

    Beim Urheberrecht hat es bisher immer nur eine Richtung gegeben: Ausweiten, ausweiten, ausweiten. In Deutschland ist sogar der Fall eingetreten, dass durch die Verlängerung der Urheberrechte von "50 Jahre nach dem Tod des Uhrebers" auf "75 Jahre nach dem Tod des Urhebers" zahlreiche bereits gemeinfrei gewordene Werke wieder unter das Urheberrecht gefallen sind. Es kann mir niemand erzählen, dass irgendein Urheber noch 75 Jahre nach seinem Tod irgendwelche Einnahmen aus seinen Werken hat. Eigene Einkünfte aufgrund seines Todes nicht. Und selbst das Argument "Versorgung der Kinder eines Urhebers mit hohem Lebensalter" kann da nicht greifen, welches "Kind" wird im Alter von 75 Jahren noch von seinen Eltern unterstützt?

    Die Urheber bzw. deren Nachkommen sind da doch schon lange mit geringen Einmalzahlungen von Verwertern und Verwertungsgesellschaften abgefunden worden, so daß kein Urheber von so langen Fristen profitiert, sondern ausschließlich Verwerter und Verwertungsgesellschaften, die sich mit Uralt-Werken eine goldene Nase verdienen.
    Als erstes die Urheberfristen wieder auf das alte Maß zurückfahren, 50 Jahre nach dem Tod des Urhebers sind mehr als genug für die Schutzdauer eines Werkes, das wäre schon mal eine vernünftige Maßnahme!
  5. #5

    Immer das selbe...

    Viele leere Worte und keine Argumente, keine Vorschläge, nix konkretes.
    Es wird endlich Zeit, dass die blablalüglüg-Parteien ihre Quittung bekommen.

    Und dass Verbrauche nicht schlecht darstehen kann nur jemand sagen, der sich mit der Materien nicht befasst hat. Wer es okay findet, dass Omas horrende Strafen zahlen sollen, nur weil sie in die Fänge der Abmahnindustrie gelangt sind, der hat ein komisches Rechtsverständnis.
  6. #6

    Unscharf

    Leider bleibt Kauder an einigen Stellen unscharf. So spricht er von "digitaler Kopie" im Zusammenhang mit "kopiergeschützen Medien". Das sind keine exakten Begriffe. Er meint vielleicht die Privatkopie und DRM etc?

    Auf der anderen Seite wird vorgebracht, dass sich die Urheber angesichts der technischen Entwicklungen doch um neue Erwerbsmodelle kümmern sollen - das ist auch nicht schärfer. Da wird dann bestenfalls auf Werbefinanzierung verwiesen oder Allgemeinabgaben (auf Anschlüsse oder Trägermedien - am Ende ist das eine Steuer). Nur bezweifle ich, dass damit kleinere Künstler besser auskommen werden - das ist ein stets bemühter Kritikpunkt, wenn es um das jetzige System geht (Stichworte: Buy-out-Verträge, Verwertungsgesellschaften)

    Die Diskussion ist jedenfalls in Gang - und das ist gut so.
  7. #7

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kultur gratis kann es auch im Internet nicht geben.
    Volker Kauder verteidigt das Urheberrecht - SPIEGEL ONLINE
    Das ist doch genau das, was die meisten überhaupt gar nicht erst in ihren Kopf hineinbekommen wollen. Die Zeiten haben sich geändert, es gibt Kultur gratis. Populäre Filme und Musik sind überall zum Download verfügbar und das ist nicht mehr umkehrbar. Man kann nicht darauf beharren, dass es etwas nicht geben kann, wenn alle Fakten unumstößlich geschaffen sind. Das ist das, worauf sich die Piratenpartei eingestellt hat. Man kann es nicht mehr umkehren oder wegreden.

    Ich empfehle jedem, mal diesen Artikel von Paul Graham zu lesen:
    Defining Property
  8. #8

    Natürlich müssen Künstler geschützt werden!

    Aber eben die Künstler und nicht die großen Verwertungsgesellschaften, nicht die Verlage und nicht die Musikindustrie. Gucken Sie sich doch mal an, was der "gemeine" Berufsmusiker so in der Tasche hat. Oder der durchschnittliche Journalist, der Fotograf, der freischaffende Künstler. Und dann betrachten wir mal das Durchschnittsgehalt eines Verlagsangestellten... Dem Urheber steht mehr Geld zu, das unterschreibe ich sofort. Und dabei kann auch das Internet helfen.
    Übrigens: gegen copy and paste werden wir nichts mehr tun können.
  9. #9

    Kultur gratis kann es auch im Internet nicht geben.

    Kultur gratis kann es auch im Internet nicht geben?

    Doch, kann es. Doch, gibt es. Massenhaft sogar, und gewollt von den jeweiligen Urhebern, veröffentlich unter diversen Creative Commons, Open Source und Free-to-Use-Lizenzen. Als ob die Kommerz-Abteilung die Schaffung von Kunst und Kultur oder das Prädikat "Künstler" für sich gepachtet hätte.


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