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Copyright-Debatte: "Netzgemeinde" gegen "Tatort"-Autoren

rbb/ ORFNetzaktivisten, Grüne, Linke und Piraten wollen das Urheberrecht abschaffen oder massiv schwächen - das haben 51 "Tatort"-Drehbuchautoren in einem offenen Brief behauptet. Jetzt ernten sie einen Proteststurm.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...824787,00.html
  1. #210

    Zitat von MashMashMusic Beitrag anzeigen
    Die Idee habe ich nicht. Aber ich habe die Idee, dass ein Künstler dem Erfolg seiner Kunst entsprechend bezahlt werden sollte, was nicht der Fall ist, wenn das Zeug kostenlos im Netz verteilt wird.
    Niemand will das Zeug wirklich "kostenlos" im Netz verkaufen. Es geht um Kundenfreundlichkeit, Marktorientiertheit, einer verbesserten Rechtslage für Kunden und Urheber. Es geht darum, nicht mehr Tante Erna zu verurteilen, weil sie für Tante Herta die Lieblingslieder auf einen USB-Stick gezogen hat. Es geht darum, dass Leute nicht zu horrorenden Strafen verteilt werden, weil sie einen Film herunter geladen haben. Und ja, es geht auch nicht darum, Leute zu Horror-Strafen zu verurteilen, weil sie einen Film nicht gewinnbestrebt bei Megaupload hochgeladen haben.

    Kommerzieller Handel mit urheberrechtsgeschütztem Material soll natürlich strafbar bleiben. Das Kopieren ganzer Bücher zu Verkaufszwecken soll strafbar bleiben. Heute ist es jedoch leider so, dass die Rechte von Verbrauchern und Verwertern NICHT mehr in Relation zu einander stehen.
  2. #211

    nein

    Zitat von MashMashMusic Beitrag anzeigen
    Weil der ein völlig anderes Geschäftskonzept hat.

    Wenn Sie eine Aufnahme eines Liedes anhören, einen Film sehen oder ein Buch lesen, haben Sie bitte dafür zu bezahlen.
    Und nochmals nein, so läuft es im Rechtsstaat nicht, ohne Vertrag gibt es kein Geld, wenn ich ins Kino oder Konzert gehe, schließe ich mit dem Kauf einer Konzertkarte einen Vertrag ab und muss bezahlen. Wenn ich Musik bei itunes kaufe, schließe ich einen Vertrag ab und bezahle.

    Wenn ich etwas aus dem Internet kostenlos herunterlade, schließe ich keinen Vertrag ab und bezahle nichts.

    Ich bezahle auch nichts, wenn ich ein Lied im Radio höre. Ohne Vertrag gibt es kein Geld.
  3. #212

    Ihre Anspruchshaltung....

    ...ist schon sehr umfassend, nicht?

    Ich finde meine Lieblingsserie aus den 80ern nicht?
    Jetzt müssen aber mal alle fix springen, damit ich glücklich bin!

    Ich habe keine Lust zu suchen?
    Jetzt muss aber mal irgendwer (sic!) mal schnell ein Angebot schaffen, damit ich nicht mehr suchen muss. Und billig, bitte. Nein halt, besser: gratis.

    Ich nenne das "Amazon"-Mentalität: Alles. Jetzt sofort.

    Ja, wenn Sie das alles wollen - dann schaffen Sie doch ein Angebot, daß für Urheber oder Verwerter interessant werden könnte, für Sie zu arbeiten!

    Ums mal zu verkürzen: Sie, die Konsumenten, wollen doch was von uns, den Urhebern. Was haben sie uns denn anzubieten?

    Wenn Sie sagen, daß Sie mich gerne bezahlen, sind wir im Geschäft und ich mache Sie als mein Kunde glücklich. (Ich weiss das, ich habe glückliche Kunden).

    Falls Ihnen meine Arbeit nichts wert ist, können Sie gerne beim nächsten Urheber anklopfen - meine Arbeit bekommen Sie nicht. Solche Kunden brauche ich nicht.

    Gruß

    Slyborg
  4. #213

    Zitat von Nania Beitrag anzeigen
    Ich wende jetzt mal die gleiche "Ich-zerhackstückele-alles"-Taktik wie Sie an.

    Die Leute wollen (!) bezahlen. Siehe iTunes. Doch es gibt zu wenig Plattformen, die dazu einen guten (!) Servie bieten. Z.B. unkomplizierter Download und ohne DRM. Denn dieser ist der erste Schritt zum Generalverdacht gegenüber dem Kunden.

    Kaum einer (!) möchte, dass Kultur wirklich kostenlos wird.
    Ums kurz zu machen: mangelnde Verfügbarkeit bedeutet nicht, dass es OK ist, sich illegale Quellen zu öffnen.

    Vor 30 oder auch 20 Jahren war im Musikbereich nichts über wirklich lange Zeit erhältlich. Irgendwann war's ausverkauft. Das ist heute bei iTunes z.B. anders.

    Sie können keine Perfektion erwarten.

    Zitat von Nania Beitrag anzeigen
    Ihr Beispiel ist schlecht. Überlegen Sie mal so herum: Sie haben sich damals für 10.000 DM einen VW Lupo gekauft (ist nur (!) ein fiktives Beispiel). Die Reallöhne sinken.
    Die neueste Generation Lupo wird mit billigeren Materialien (weil sie billiger geworden sind), einer verbesserten Technik, die den Herstellungsprozess günstiger macht, wird genutzt und der Kunde kann das Fahrzeug sogar direkt am Werk abholen. Dennoch steigt der Preis und der Lupo kostet jetzt 15.000 Euro.
    Umgerechnet stimmt's ja nicht. es wäre ja eher so, dass der Lupo, der früher 10.000 DM gekostet hat, heute bei iTunes 3800 Euro kosten würde.

    Und wenn ich mir was nicht leisten kann, habe ich nunmal Pech gehabt.

    Zitat von Nania Beitrag anzeigen
    Dieses Beispiel verdeutlicht das eigentliche Problem: Die Herstellungskosten sind gesunken, die Preise aber sind gestiegen. Eine MP3 im Internet anzubieten kostet gar nichts. Man muss einmal den Server bezahlen, Stromkosten, vllt. einen Systemadministrator, der das ganze Projekt betreut. Das ist verglichen mit dem Herstellungsprozess einer CD oder gar einer Vinyl-Platte nichts.
    Wie kommen Sie darauf? Die Produktionskosten eines Musikstücks umfasst nicht nur die Herstellung des Datenträgers.

    Richtig, fürs Netz müssen Sie die komplette Infrastruktur selber stellen. Sie haben aber immer noch die Produktionskosten für die Musik, die durchaus immens sein können, Sie haben Marketingkosten, denn machen wir uns nichts vor, vor allem zeitgenössische Musik wird über Marketing verkauft. Wenn Sie dann anfangen, da überall eine exakte Rechnung aufzumachen, müsste Musik dann ja von Stück zu Stück unterschiedlich viel Geld kosten, da unterschiedliche Produktionskosten.

    Aus Kundenfreundlichkeit macht man das natürlich nicht.
  5. #214

    Zitat von Nania Beitrag anzeigen
    Ich kann die Ablehnung von iTunes verstehen (Sie anscheinend nicht), genauso wie ich eine Ablehnung von Facebook verstehen kann.
    Na klar können Sie (bzw. wer anders) das ablehnen. Sie müssen sich dann aber nicht darüber ärgern, dass Sie dann nicht den Zugriff auf deren Inhalte haben.

    Zitat von Nania Beitrag anzeigen
    ABER.GENAU.DORT.LIEGT.DASS.PROBLEM!
    Wie gesagt: das gibt Ihnen nicht das Recht, sich etwas illegal zu besorgen. Es gibt ja erst recht kurz die Möglichkeit, sich solche Inhalte illegal zu besorgen. Vorher war es gar nicht möglich.

    Zitat von Nania Beitrag anzeigen
    Ich schreibe für eine Zeitung. Und wissen Sie was? Ich werde da einmal nach Zeilen bezahlt und sehe dann nie wieder was davon. Egal, ob 1000 oder 100000 Exemplare der Zeitung verkauft werden. Und viel Geld bekomme ich dafür nicht.
    Und jetzt stellen Sie sich mal vor, Ihr Verlag bekäme deutlich weniger Geld. Was würde das wohl für Ihr Zeilenhonorar bedeuten?

    Mein Seitenhonorar hat sich seit über zehn Jahren nicht verändert. Woran liegt's? Wird mein Verleger gerade reich? :)
  6. #215

    [QUOTE=MashMashMusic;9925952]Der Bedarf ist vorhanden, weil konsumiert wird. Und zum guten Teil illegal, also ohne Bezahlung.

    [QUOTE=MashMashMusic;9925952]

    Der Bedarf ist da, an Kunst allgemein, nicht an schlechter Kunst, weil konsumiert wird. Stimmt. Ich konsumiere, weil ich den Bedarf dazu habe. Aber stellen wir mal den Rest in einem Folgediagramm zusammen:

    Bedürfnis --> Konsum

    Soweit, so klar.

    Bedürfnis --> Wille zum Konsum --> keine Plattform --> illegaler Konsum.

    Gilt übrigens auch bei Alkohol in Ländern, wo Alkohol verboten ist.

    Wie hier schon gefühlte einhundertmal geschrieben wurde: Man WILL gerne konsumieren und man WILL gerne dafür zahlen. Aber es gibt eben die Plattformen nicht, daher wird illegal konsumiert.

    Ein anderes Diagramm sähe vielleicht so aus:

    Bedürfnis --> Wille zum Konsum --> Produkt gefühlt zu teuer --> illegaler Konsum

    Und hier liegt das zweite Problem: Es kann eigentlich nicht sein, dass man für CDs immer noch einen Haufen Geld hinlegt, obwohl die Produktion einfacher geworden ist. Eigentlich sollte es auch nicht sein, dass ich für ein E-Book den gleichen Preis - oder nur marginal weniger - bezahle, als für ein gebundenes Buch, da die Produktionskosten einfach viel niedriger sind. Ich würde mit der Branche wetten: Wenn man versuchen würde, alle CDs und DVDs für unter 7 Euro zu verkaufen, dann würde dies das Geschäft nochmal ankurblen. Das große Geld lässt sich da vielleicht besser mit Blue-Rays machen.

    Zitat von MashMashMusic Beitrag anzeigen

    Ich rede übrigens gar nicht von Acta. Oder Dingen wie des Verbietens von Privatkopien durch Kopierschutze oder sonst was.
    Aber das gehört dazu - ist vielleicht sogar der Anstoß der großen Debatte. Denn der strittige Teil in ACTA ist eigentlich nur deshalb strittig, weil er das alte Urheberrecht zementieren, aber nicht überdenken möchte. Und das es überdacht werden muss, liegt doch auf der Hand, oder?
    DRMs und Co. versauen übrigens die Möglichkeit auf Privatkopien, es ist ja schon fast gar nicht mehr erlaubt, ein Album auf CD zu brennen und zu verkaufen.
  7. #216

    Zitat von MashMashMusic Beitrag anzeigen
    Wenn der Perfomance-Künstler nun DVDs von seinem Auftritt macht, sie verkaufen will und das Ganze dann später bei youtube umsonst auftaucht?
    Es gibt keine Belege dafür, dass sich sowas tatsächlich negativ auswirkt.
    Der Musikverlag "Nuklear Blast" stellt ganze Musikvideos bei Youtube hoch. Warum wohl? Weil es keine bessere Werbung gibt.
    Und ob es dem Performancekünstler wirklich schadet, kann ich nicht beurteilen. Aber wie Nuklear Blast sehe ich da eher die Chance, dass sich jemand darauf hin den Künstler selbst ansieht, oder die DVD kauft.

    Zitat von MashMashMusic Beitrag anzeigen
    Und wie weiter oben schon gesagt, wenn der Künstler umsonst verteilen will, soll er das tun. Nur sollte er das aus eigenem Willen nun und nicht dazu gewzungen werden.
    Keiner zwingt den Künstler dazu, etwas kostenlos abzugeben. Das möchte auch keiner. Es sollte überdacht (!) werden, wie das Abgeben geschieht. Denn so, wie es momentan läuft, ist es für Künstler, wie auch für Konsumenten, inakzeptabel.

    Zitat von MashMashMusic Beitrag anzeigen

    Hm, hafte ich nicht als Künstler, wenn es Schwierigkeiten gibt? Jedenfalls sind Patente also idR Firmenbesitz.
    Patente sind in der Regel Firmenbesitz. Ja. Aber überlegen Sie mal, warum. Weil mans Sachen in Firmen besser produzieren kann. Und weil die Schadensersatzforderungen und Haftungsansprüche im Falle eines Patentes ein GANZ andere Dimension annehmen könne, als bei einem Künstler.
    Der Prozess des Schaffens ist aber im Grunde genommen der gleiche.

    Zitat von MashMashMusic Beitrag anzeigen

    Nicht der Inhaber. Der, der etwas kauft, worauf das Patent liegt. Sie kaufen idR eine Maschine oder meinetwegen eine Software, und da kommen Sie nicht drum herum. Medien illegal nutzen hingegen ist sehr simpel.
    Da will mir der Unterschied grad nicht ganz einleuchten.

    Natürlich ist es "simpel" Medien illegal zu nutzen. Aber spielt das eine Rolle? Es ist auch "simpel", die Waschmaschine des Nachbarn im Keller zu benutztn. Es spielt hier eigentlich keien Rolle.

    Zitat von MashMashMusic Beitrag anzeigen

    Nochmal, das Urheberrecht stärkt den Autor und schwächt den Contentverwerter.
    Ja, das Urheberrecht. Aber das ist auch einer der weniger strittigen Punkte.
    Ist es nicht so, dass viele Autoren mittlerweile die Druckkosten selbst tragen, publizieren sie nicht bei großen Verlagen? Ist es nicht so, dass sie sich häufig in Knebelverträgen befinden und gar nicht mehr selbst über ihr Werk entscheiden können?

    Und 70 Jahre Verwertungsrecht nach dem Tod des Autors??? Das macht immer noch keinen Sinn.
  8. #217

    Gegen Kundenfreundlichkeit sagt kein Mensch was, die Musikindustrie hat gesehen, dass man mit iTunes oder amazon durchaus legal im Netz Sachen verklaufen kann, die anderen Industrien werden folgen.

    Dass Leute wegen Urheberrechtsverletzungen verurteilt werden, sehe ich aber durchaus (wenn auch so mancher Richter sich da durch schmerzhafte Unkenntnis hervortut), allein schon, damit Leute mal sehen, dass das tatsächlich strafbatr ist.

    Zitat von Nania Beitrag anzeigen
    Niemand will das Zeug wirklich "kostenlos" im Netz verkaufen. Es geht um Kundenfreundlichkeit, Marktorientiertheit, einer verbesserten Rechtslage für Kunden und Urheber. Es geht darum, nicht mehr Tante Erna zu verurteilen, weil sie für Tante Herta die Lieblingslieder auf einen USB-Stick gezogen hat. Es geht darum, dass Leute nicht zu horrorenden Strafen verteilt werden, weil sie einen Film herunter geladen haben. Und ja, es geht auch nicht darum, Leute zu Horror-Strafen zu verurteilen, weil sie einen Film nicht gewinnbestrebt bei Megaupload hochgeladen haben.

    Kommerzieller Handel mit urheberrechtsgeschütztem Material soll natürlich strafbar bleiben. Das Kopieren ganzer Bücher zu Verkaufszwecken soll strafbar bleiben. Heute ist es jedoch leider so, dass die Rechte von Verbrauchern und Verwertern NICHT mehr in Relation zu einander stehen.
  9. #218

    Zitat von slyborg Beitrag anzeigen
    ...ist schon sehr umfassend, nicht?

    Ich finde meine Lieblingsserie aus den 80ern nicht?
    Jetzt müssen aber mal alle fix springen, damit ich glücklich bin!

    Ich habe keine Lust zu suchen?
    Jetzt muss aber mal irgendwer (sic!) mal schnell ein Angebot schaffen, damit ich nicht mehr suchen muss. Und billig, bitte. Nein halt, besser: gratis.

    Ich nenne das "Amazon"-Mentalität: Alles. Jetzt sofort.
    Nein. Ich will die Serie nicht sofort haben. Ich warte schon seit vier Jahren darauf. Ich habe schon Sony wegen einer anderen Serie angeschrieben. Antwort: "Nein, wir werden die fehlenden Staffeln nicht veröffentlichen".

    Und dann wundert man sich, dass es Leute gibt, die sich diese Serien als Fernsehaufnahmen im Internet illegal beschaffen? Also quasi hochgeladene Aufnahmen aus dem öffentlich zugänglichen Fernsehen?

    Es wäre doch überhaupt kein finanzielles Problem, eine Plattform zur Verfügung zu stellen, oder? Das kleine "Risiko" kann man eigentlich auf sich nehmen....
  10. #219

    Zitat von MashMashMusic Beitrag anzeigen
    .

    Und jetzt stellen Sie sich mal vor, Ihr Verlag bekäme deutlich weniger Geld. Was würde das wohl für Ihr Zeilenhonorar bedeuten?

    Mein Seitenhonorar hat sich seit über zehn Jahren nicht verändert. Woran liegt's? Wird mein Verleger gerade reich? :)
    Natürlich bekäme ich dann weniger Geld. Es ist aber nicht der Punkt:

    Ich bekomme kein Geld mehr, wenn sich die Zeitung öfter verkauft. Ich bekomme kein Geld, wenn sich mein Zeitungsartikel plötzlich 100 mal verkauft und meine Nachfahren bekommen auch kein Geld dafür, wenn ich bereits tot bin.


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