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Copyright-Debatte: "Netzgemeinde" gegen "Tatort"-Autoren

rbb/ ORFNetzaktivisten, Grüne, Linke und Piraten wollen das Urheberrecht abschaffen oder massiv schwächen - das haben 51 "Tatort"-Drehbuchautoren in einem offenen Brief behauptet. Jetzt ernten sie einen Proteststurm.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...824787,00.html
  1. #10

    Zitat von erlachma Beitrag anzeigen
    Ich bekomme für die Software, die ich für meinen Arbeitgeber schreibe, auch nicht lebenslang Geld, nur weil ich der Urheber bin. Sondern nur, solange ich arbeite.
    Klar, das schöne Leben der Drehbuchautoren könnte vorbei sein, einmal im Jahr auf Teneriffa für 2 Wochen Urlaub machen, dabei ein Drehbuch schreiben, und davon reich werden, das geht dann eben nicht mehr. Ist aber auch nicht so schlimm.
    Naja, wenn ich sehe, was Bill Gates, Paul Allen oder Larry Ellison verdienen, dann sind Sie als Programmierer ja auch nicht gerade arm und müssen nur ein paar Stunden im Jahr für Ihr Einkommen arbeiten.

    Denn bekanntlich kann man ja von einem Verteter einer Berufsgruppe auf das Einkommen aller anderen schließen, wie Sie hier gerade trefflich vorführen.
  2. #11

    Zitat von erlachma Beitrag anzeigen
    Dann müsste eben SPIEGEL dafür bezahlen - wie in jedem anderen Beruf auch.
    Sie werden lachen - genau das tut der Spiegel. Von den VG Wort-Einnahmen kann man vielleicht einen neuen Fernseher kaufen, leben kann man davon jedenfalls nicht.

    Zitat von erlachma Beitrag anzeigen
    Klar, das schöne Leben der Drehbuchautoren könnte vorbei sein, einmal im Jahr auf Teneriffa für 2 Wochen Urlaub machen, dabei ein Drehbuch schreiben, und davon reich werden, das geht dann eben nicht mehr. Ist aber auch nicht so schlimm.
    Ich weiß nicht genau, was für Vorstellungen Sie von Drehbuchautoren und deren Einkünften haben. Die meisten, die ich kenne, brauchen zumindest noch einen Nebenjob, wenn nicht das Schreiben von Drehbüchern der Nebenjob ist.
  3. #12

    ...

    Zitat von hatem1 Beitrag anzeigen
    Erstens haben viele Urheber Partner, von denen sie alimentiert werden, weil ihre Werke vorfinanziert werden müssen. Da ist es nur gerecht, wenn die Partner auch nach dem Tod der Urheber profitieren.
    Tut mir leid, aber das geht allen anderen genauso und ich seh keinen Grund, hier praktisch unendliche Fristen (d.h. immmer weitergehende Verlaengerungen) zu tolerieren. Es gibt gute Gruende, warum der Schutz fuer Ideen beschraenkt ist (im Fall von Patenten auf 20 Jahre), naemlich, weil jedes Monopol schaedlich ist.

    Und wenn der Urheber 'ne Vorfinanzierung (d.h. "Alimentierung" will, kann er zu seiner Bank gehen oder Investoren anwerben, so, wie jeder andere auch, der 'ne Geschaeftsidee hat.

    Zitat von hatem1 Beitrag anzeigen
    Und zweitens bekommen Urheber natürlich weniger Honorar zu Lebzeiten, wenn z.B. ein Verlag nicht auch nach dem Tod des Autors noch Geld mit den Werken verdienen kann.
    Dann wuerden sie bei einem verkuerzten Copyright eben mehr bekommen.

    Zitat von hatem1 Beitrag anzeigen
    Daher bedeutet die Einschränkung der Schutzfristen eine direkte Verminderung der Honorare und also die Schlechterstellung des lebenden Urhebers.
    Nein, andersherum wird ein Schuh draus. Je mehr Zahlungen nach dem Tod des Urhebers faellig werden, umso schlechter ist der lebende Urheber gestellt, weil eben weniger Zahlungen zu seinen Lebzeiten anfallen.
    -> eine kuerzere Schutzfrist zwingt zu effektiverer Vermarktung und bringt daher dem lebenden Autor mehr ein
  4. #13

    Jep..

    Zitat von kflash Beitrag anzeigen
    In Offenbach haben die Piraten einen Vorschlag ins Programm zum Thema Urheberrecht aufgenommen, welcher von vielen Personen (auch Musiker/Autoren) erarbeitet wurde.

    Ziel ist:
    Stärkung der Rechte des Urhebers am eigenen Werk
    Schwächung der Rechte der Vermarkter an fremden Werken
    Stärkung der Rechte der Verbraucher am gekauften Werk
    Primat der Bildung über die Vermarktung

    Wer die Zeit hat, kann das Positionspapier hier finden:
    http://wiki.piratenpartei.de/wiki/im...gBPT2011-2.pdf
    Zitat Artikel: "Jochen Greve, einer der Unterzeichner des Autoren-Briefes sagte der dpa: "Natürlich muss das Urheberrecht verändert und an die moderne Gesellschaft angepasst werden. Das wird aber nicht angegangen, weil die Politik sich nicht die Finger verbrennen will.""

    Und auch deswegen brauchen eben die Piraten, weil die alten Parteien zu modernen Themen NICHTS beizutragen haben.
  5. #14

    Zitat von erlachma Beitrag anzeigen
    Ich bekomme für die Software, die ich für meinen Arbeitgeber schreibe, auch nicht lebenslang Geld, nur weil ich der Urheber bin. Sondern nur, solange ich arbeite.
    Weil Sie einen Arbeitsvertrag unterschrieben haben, in dem Sie die Verwertungsrecht an Ihren Arbeitgeber abtreten.

    Zwingt Sie ja keiner zu, oder?
  6. #15

    Völlig überzogene Forderungen im "Urheberrechts"bereich

    Zitat von vhe Beitrag anzeigen
    Sorry, aber Leichen haben keine Eigentumsrechte. Und wie muss ich mir die Schlechterstellung eines Toten vorstellen?

    Im Uebrigen hat der CCC da recht. Immer, wenn die Schutzfristen am ablaufen sind, werden sie verlaengert. Erst 50 Jahre nach dem Tod des Autors, dann 75, dann 100.
    Patente laufen nach 20 Jahren ab, egal, ob der Erfinder noch lebt. Selbst eine Schutzfrist mit 0 Jahren nach dem Tod des Autors ist da noch grosszuegig.
    Das Argument mit den Patenten ist ein guter Gesichtspunkt, der bei der ganzen nach innen gekehrten "Urheberrechtsdebatte", die obendrein von Verwerterinteressen und "Abmahnwahn" dominiert ist, komplett vergessen wird.
    Es gibt eine Unmenge Wissenschaftler und Ingenieure, die auf sehr hohem Niveau als "Urheber" im besten Sinne des Wortes tätig sind und denen diese Gesellschaft in weiten Bereichen ihren Wohlstand verdankt. Diese Gruppe geniesst nicht ansatzweise solche Privilegien, was den Schutz ihrer Arbeit angeht uind strebt auch nicht an, den Patentschutz zu verlängern oder gar auf 100 Jahre oder so auszudehnen. Sie bekommen schon gar keine Tantiemen in dem Umfang, wie das teilweise in der Film- oder Musikbranche üblich ist und schon garnicht kommen sie auf die Idee, die Grundrechte wegen ihrer kommerziellen Interessen in Frage zu stellen.
    An diesem Beispiel sieht man eigentlich recht deutlich, wie unverschämt eigentlich die Forderungen sind, die aus dem Contentbereich an die Gesellschaft gestellt werden und in solchen Machwerken wie dem Acta-Abkommen gut versteckt auf die Reise geschickt werden
  7. #16

    Vorurteile und Sozialneid

    Zitat von erlachma Beitrag anzeigen
    Dann müsste eben SPIEGEL dafür bezahlen - wie in jedem anderen Beruf auch.
    Und sie müssten arbeiten, Artikel schreiben, wenn sie ein Einkommen haben wollen - wie in jedem anderen Beruf auch.
    Wenn sie mehr Geld wollen, müssten sie mehr arbeiten - wie in jedem anderen Beruf auch.
    Wenn sie nicht mehr arbeiten, würden sie eben auch nichts mehr bekommen - wie in jedem anderen Beruf auch.
    Ich bekomme für die Software, die ich für meinen Arbeitgeber schreibe, auch nicht lebenslang Geld, nur weil ich der Urheber bin. Sondern nur, solange ich arbeite.
    Klar, das schöne Leben der Drehbuchautoren könnte vorbei sein, einmal im Jahr auf Teneriffa für 2 Wochen Urlaub machen, dabei ein Drehbuch schreiben, und davon reich werden, das geht dann eben nicht mehr. Ist aber auch nicht so schlimm.
    Oder eben nichts mehr für "umsonst" anbieten - wie z.B. Journalismus für Umme (SPON). Dann kostet eben 1 Tag Spon 1 € (New york Times fängt jetzt mit so nem System an.)

    Immer wieder begegnet mir in solchen Diskussionen der Sozialneid auf eine scheinbare Realität... Kreative liegen immer unter Palmen und lassen sich inspirieren.. is klar. Die Realität sieht ganz anders aus.. Die Reaktionen der Kreativbranche fällt so krass aus, da die meisten mit dem Rücken zur Wand stehen und auch noch mit einem Shitstorm zu rechenen haben, wenn sie was sagen. Ich bin seit 20 Jahren in der Kreativbranche und kann nur sagen, daß sich die meisten nur nicht trauen etwas zu sagen, da sie dann ihr Image versauen - und gerade das Image ist bei Künstlern existenziell. Man kann nicht sagen "Stoppt Acta" und dann kommt kein machbarer Gegenvorschlag.. Es werden immer noch Milliarden mit Urheberrechtlich geschützten verdient..nur eben selten von den Urhebern.

    Ich finde die Künstlerszene und Kreativszene etc. sollte sich komplett weigern für "umsonst" zu arbeiten. Alle. Immer... Und illegale Verbreitung im digitalen Bereich muss genauso bestraft werden, wie bei materiellen Gütern. Dann würde zwangsweise irgendwann der "Marktpreis" für das Produkt bezahlt. Marktwirtschaft braucht Instanzen, die vor Enteignung schützen.
  8. #17

    Zitat von kflash Beitrag anzeigen
    In Offenbach haben die Piraten einen Vorschlag ins Programm zum Thema Urheberrecht aufgenommen, welcher von vielen Personen (auch Musiker/Autoren) erarbeitet wurde.

    Ziel ist:
    Stärkung der Rechte des Urhebers am .....
    Oha. Ich kenne dieses (sehr gute) Papier, aber ich denke, damit werden sie hier dick was lostreten.
    Um den Urhebern was zum Verdauen zu geben, und damit sie sich nicht alles durchlesen müssen, lest Pkt 33+37.
  9. #18

    Zitat von vhe Beitrag anzeigen
    Tut mir leid, aber das geht allen anderen genauso und ich seh keinen Grund, hier praktisch unendliche Fristen (d.h. immmer weitergehende Verlaengerungen) zu tolerieren. Es gibt gute Gruende, warum der Schutz fuer Ideen beschraenkt ist (im Fall von Patenten auf 20 Jahre), naemlich, weil jedes Monopol schaedlich ist.
    Falsch. Gerade bei Werken ist das nämlich nicht so. Ansonsten kämen wie in den USA Contentkraken, die alles aufkaufen und billig herausbringen, auf Kosten des Urhebers, weil der nämlich gar nichts mehr davon bekommt.

    Zitat von vhe Beitrag anzeigen
    Und wenn der Urheber 'ne Vorfinanzierung (d.h. "Alimentierung" will, kann er zu seiner Bank gehen oder Investoren anwerben, so, wie jeder andere auch, der 'ne Geschaeftsidee hat.
    Ach so, jetzt muss ich als Autor also einen Investor anwerben? Das Großartige am hiesigen Buchmarkt ist ja gerade, dass das nicht nötig ist. Mit der Konsequenz, dass der deutsche Zeitschriften- und Buchmarkt der vielfältigste der Welt ist.
    Zitat von vhe Beitrag anzeigen
    Dann wuerden sie bei einem verkuerzten Copyright eben mehr bekommen.
    Wie soll das gehen? Dann wird die Gewinnspanne des Verlags (bei einem Buch) geringer oder die Preise für Bücher höher. Und der Buchmarkt ist ja auch nicht gerade eine Goldgrube.

    Zitat von vhe Beitrag anzeigen
    Nein, andersherum wird ein Schuh draus. Je mehr Zahlungen nach dem Tod des Urhebers faellig werden, umso schlechter ist der lebende Urheber gestellt, weil eben weniger Zahlungen zu seinen Lebzeiten anfallen.
    -> eine kuerzere Schutzfrist zwingt zu effektiverer Vermarktung und bringt daher dem lebenden Autor mehr ein
    Das würde dann stimmen, wenn es eine bestimmte Menge Geld gäbe, die ausgeschüttet wird. Tatsächlich hängt das aber vom Erfolg des jeweiligen Werkes ab. Anders herum: warum soll ein erfolgreicher, toter Autor einen erfolglosen Lebenden mitbezahlen?
  10. #19

    ...

    Zitat von kein Ideologe Beitrag anzeigen
    "Immer, wenn die Schutzfristen am ablaufen sind, werden sie verlaengert"
    rechnen wir mal. Das kann, kurz Nachdenken, ja nur für einen Künstler, allenfalls für eine Gruppe zueinander zeitnah verstobener, gelten.
    Es reicht der Rechteinhaber von ein paar besonders eintraeglichen Marken, die "Gefahr" liefen, der Allgemeinheit zu gehoeren. In diesem Fall hatte die Walt Disney AG die Verlaengerung wegen des auslaufenden Copyrights fuer Micky Maus gewollt. Nach der ueblichen Lobbyarbeit wurde das dann auch so beschlossen.








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